Im Rahmen einer Untersuchung unter 235 Unternehmen stellte die European Securities and Markets Authority (ESMA), eine unabhängige EU-Behörde, die sich mit der Stabilitätssicherung des Finanzsystems in der Europäischen Union befasst, in einem 2013 veröffentlichten Bericht zum Teil erhebliche Goodwills in den Bilanzen der befragten Unternehmen fest. Die Gesamtsumme der im Jahr 2010 von den 235 Unternehmen bilanzierten Goodwill beläuft sich auf ca. 790.000 Mio. EUR. Das entspricht einem durchschnittlichen Goodwill von ca. 3.361 Mio. EUR.
Diese Befragung verdeutlicht die Relevanz der Prüfung des Goodwills im Rahmen der Abschlussprüfung. Durch den erheblichen Wertansatz sowie die häufig auch vorhandene starke Gewichtung des Goodwills in Relation zur Bilanzsumme können etwaige Fehler dazu führen, dass der Abschluss mit wesentlichen Fehlern behaftet ist. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, ist der Goodwill entsprechend im Rahmen der Prüfung zu berücksichtigen.
Zunächst soll in der vorliegenden Ausarbeitung im Kapitel 2 auf die Entstehung sowie die Folgebewertung des Goodwills eingegangen und dessen Wesen veranschaulicht werden, bevor im folgenden Kapital der Fokus auf den risikoorientierten Prüfungsansatz gelegt wird. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Behandlung der Prüfungsziele in Bezug auf den Goodwill. Diese werden im Kapitel 3 erläutert. Dabei wird auf das Prüfungsziel „Bewertung“ ein besonderes Augenmerk gelegt. Anschließend wird eine abschließende Betrachtung vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Einführung
- Gang der Arbeit
- Goodwill
- Erstbewertung
- Folgebewertung
- Risikoorientierter Prüfungsansatz
- Wesentlichkeit
- Prüfungsrisiko
- Inhärentes Risiko
- Kontrollrisiko
- Entdeckungsrisiko
- Prüfungsmethode
- Einsatz von Spezialisten
- Prüfungsdokumentation
- Berichterstellung
- Prüfungsziele
- Vollständigkeit
- Bewertung
- Bildung der CGU
- Zuordnung des Goodwills
- Ermittlung des erzielbaren Betrages
- Bestehen
- Ansatz
- Eigentum
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Prüfung des Goodwills nach dem risikoorientierten Prüfungsansatz. Ziel ist es, die Besonderheiten und Herausforderungen der Goodwill-Prüfung im Rahmen einer Jahresabschlussprüfung aufzuzeigen und die relevanten Aspekte des risikoorientierten Prüfungsansatzes zu beleuchten.
- Bewertung und Prüfung des Goodwills im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
- Anwendung des risikoorientierten Prüfungsansatzes bei der Goodwill-Prüfung
- Wesentlichkeit und Prüfungsrisiko im Kontext der Goodwill-Bewertung
- Prüfungsmethoden und Einsatz von Spezialisten bei der Prüfung des Goodwills
- Prüfungsziele und -dokumentation im Hinblick auf die Goodwill-Prüfung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieses Kapitel bietet eine Einführung in die Thematik der Jahresabschlussprüfung und beleuchtet die Bedeutung des Goodwills in der Bilanzierung. Es wird zudem auf die Relevanz der internationalen Prüfungsstandards hingewiesen.
- Goodwill: Das Kapitel befasst sich mit dem Goodwill und seiner Bedeutung im Rahmen der Unternehmensbewertung. Es wird die Erstbewertung des Goodwills im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen erläutert.
- Risikoorientierter Prüfungsansatz: Dieses Kapitel behandelt den risikoorientierten Prüfungsansatz, der in der Jahresabschlussprüfung Anwendung findet. Es werden die Konzepte der Wesentlichkeit, des Prüfungsrisikos und der Prüfungsmethode detailliert dargestellt.
- Prüfungsziele: In diesem Kapitel werden die Prüfungsziele im Zusammenhang mit der Goodwill-Prüfung definiert. Es wird die Bedeutung der Vollständigkeit, Bewertung, des Bestehens, des Ansatzes und des Eigentums des Goodwills im Hinblick auf die Prüfungsziele hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Prüfung des Goodwills nach dem risikoorientierten Prüfungsansatz. Die wichtigsten Schlüsselwörter sind: Jahresabschlussprüfung, Goodwill, risikoorientierter Prüfungsansatz, Wesentlichkeit, Prüfungsrisiko, Prüfungsmethoden, Prüfungsziele, Bewertung, Unternehmenszusammenschlüsse, internationale Prüfungsstandards.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Goodwill und wie entsteht er?
Goodwill (Firmenwert) entsteht bei einem Unternehmenserwerb als Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Nettovermögenswerte.
Warum ist die Prüfung des Goodwills so risikoreich?
Aufgrund der oft erheblichen Höhe des Goodwills in der Bilanz und der Ermessensspielräume bei der Bewertung (z. B. Impairment-Test) können Fehler zu einer wesentlichen Falschdarstellung des Jahresabschlusses führen.
Was beinhaltet der risikoorientierte Prüfungsansatz?
Dieser Ansatz konzentriert sich auf Bereiche mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für wesentliche Fehler. Dabei werden das inhärente Risiko, das Kontrollrisiko und das Entdeckungsrisiko bewertet.
Was sind die zentralen Prüfungsziele beim Goodwill?
Die wichtigsten Ziele sind die Bewertung (Werthaltigkeit), Vollständigkeit, das Bestehen (Existenz), der richtige Ansatz und das rechtliche Eigentum.
Was ist eine CGU im Zusammenhang mit der Goodwill-Prüfung?
CGU steht für "Cash-Generating Unit" (zahlungsmittelgenerierende Einheit). Der Goodwill muss diesen Einheiten zugeordnet werden, um im Rahmen des Impairment-Tests den erzielbaren Betrag zu ermitteln.
Warum werden bei der Goodwill-Prüfung oft Spezialisten eingesetzt?
Da die Bewertung von Goodwill komplexe mathematische Modelle und Zukunftsprognosen erfordert, ziehen Abschlussprüfer häufig Bewertungsspezialisten hinzu, um die Plausibilität der Annahmen zu prüfen.
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- Dominik Claßen (Author), 2014, Prüfung des Goodwills nach dem risikoorientierten Prüfungsansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303719