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"Les Liaisons dangereuses" von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Eine feministische Marquise de Merteuil?

Title: "Les Liaisons dangereuses" von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Eine feministische Marquise de Merteuil?

Bachelor Thesis , 2014 , 33 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Alice Coßmann (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem 1782 erschienenen Briefroman "Les Liaisons dangereuses"von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. In den Liaisons dangereuses geht es um die boshafte Marquise de Merteuil, einer verwitweten jungen Frau, die an zwei ehemaligen Liebhabern Rache übt. Erstens beschuldigt sie Prévan, sie vergewaltigt zu haben, obwohl dies nicht den Tatsachen entspricht, und zweitens will sie dem Grafen Gercourt, der sie verlassen hat, Schaden zufügen.
Für diesen Fall schließt sie einen Pakt mit dem libertinen Vicomte de Valmont, um mit seiner Hilfe ihre Rache an dem Grafen Gercourt zu vollziehen, indem er dessen zukünftige Frau Cécile de Volange vor der Heirat entjungfern soll, was Gercourt in seiner Ehre tief treffen würde. Valmont, der den Plan, Cécile zu verführen, als seiner unwürdig befindet, erweitert den Pakt um die Verführung eines weiteren Opfers – die fromme, gottergebene Présidente de Tourvel. Denn durch die Verführung der tugendhaften Tourvel würde er sich selbst übertreffen und seinen Ruhm als Libertin vergrößern.
Zudem reizt Valmont der Wetteinsatz der Merteuil – eine Liebesnacht mit seiner Komplizin. Als die Marquise ihren Teil der Vereinbarung nicht einhält und ihn mit der Aussage abspeist, andere Pläne zu haben, schlägt die Komplizenschaft der beiden Paktpartner um in einen erbitterten Krieg gegeneinander. Aus dieser Kampfansage ergibt sich am Ende der Niedergang Valmonts durch seinen Tod, die seelische Zerrüttung der verführten Mme Tourvel, die diese in den Wahnsinn treibt und die Bestrafung der Marquise de Merteuil, deren intriganter Charakter mittels eines von ihr verfassten autobiographischen Briefes an die Öffentlichkeit gerät.
Ihre Bestrafung besteht in einer tödlichen Krankheit, den Blattern, die sie zwar überlebt, diese aber entsetzlich entstellt und aus der sie mit dem Verlust eines Auges hervorgeht. Darüber hinaus verliert sie einen Prozess, in dem es um die Richtigstellung ihrer falschen Anklage Prévans geht, er habe sie vergewaltigt, und dadurch beträchtliche Geldmittel. Die Witwe Merteuil ist die treibende Kraft in diesem grausamen Spiel um Liebe und Macht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Laclos’ Les Liaisons dangereuses

3. Die Rolle der Frau im Ancien Régime

4. Die Libertinage – ein Gesellschaftsspiel

5. Der Geschlechterkrieg in Les Liaisons dangereuses

5.1 Sprache als Kampfmittel

5.2 Hypokrisie als Machtmittel

5.3 Wandel der Komplizenschaft zum offenen Krieg

6. Merteuil - der weibliche Libertin

6.1 Der Sprachgebrauch der Merteuil und dessen Bedeutung

6.2 Der Machtwille der Merteuil und ihre Methodik zum Erreichen derselben

6.2.1 Schein und Sein

6.2.2 Die phallokratische Ordnung

6.3 Einschätzung der Merteuil

7. Sensualistischer Materialismus: Die geistige Grundlage zum Verständnis Valmonts

7.1 Valmont – der gottgleiche Libertin

7.2 Widerspiegelung des libertinen Verhaltens in seinem Sprachgebrauch

7.3 Modalitäten der Verführung der Tourvel durch Valmont

7.4 Einschätzung des Verhältnisses Valmont – Tourvel

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Figur der Marquise de Merteuil im Briefroman „Les Liaisons dangereuses“ von Choderlos de Laclos als eine feministische Gestalt interpretiert werden kann, die sich durch die bewusste Entlarvung und Untergrabung der androzentrierten Gesellschaftsordnung auszeichnet.

  • Analyse der Rolle der Frau im Ancien Régime und der gesellschaftlichen Depravationsprozesse.
  • Untersuchung der Libertinage als subtiles Instrument der psychischen Kriegsführung und Machtausübung.
  • Dekonstruktion des Sprachgebrauchs und der Hypokrisie als zentrale Herrschaftsmittel der Protagonisten.
  • Erörterung des phallokratischen Ordnungsmodells und der Subversion durch die Marquise de Merteuil.
  • Vergleich der Lebensentwürfe von Merteuil, Valmont und Tourvel im Kontext des sensualistischen Materialismus.

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Schein und Sein

Es ist die Figur der Merteuil, die Laclos dazu ernannt hat, die Wahrheit ans Licht zu bringen, eine Wahrheit, die nicht die ihre ist, sondern die Wahrheit der Gesellschaft. Sie wird zwar entlarvt und verurteilt, aber mehr als sie entlarvt sich die Gesellschaft selbst in der Öffentlichkeit der Comédie Italiente, einem Theater, als Theater, was einer Bestätigung gleichkommt, dass ihr Sein Schein ist.

Das „neugierige Auge“ der Merteuil hat als einziges den „wesensmäßigen Trugcharakter“ erkannt. Nur sie als die ebenso Trügerische kann diese Wahrheit erkennen. Durch den Schein kann sie das, was als Wahrheit hingestellt wird, als Schein identifizieren. „Die Wahrheit kann innerhalb eines ... Verblendungszusammenhangs nicht truglos zutage gefördert werden, sondern bedarf des Truges, um als Wahrheit zu erscheinen.“

Die Ironie besteht darin, dass die Merteuil die Gesellschaft demaskiert, indem sie selbst demaskiert wird. Ihr eigenes Spiegelbild demaskiert also die Gesellschaft. Die folgende Beschreibung ihres entstellten Gesichts nach der Pockenerkrankung entspricht der Entartung der Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Romans und der zentralen These, dass die Marquise de Merteuil als Feministin durch die Entlarvung gesellschaftlicher Strukturen agiert.

2. Laclos’ Les Liaisons dangereuses: Historische Einordnung des Romans als moralkritische Darstellung des korrupten Hochadels.

3. Die Rolle der Frau im Ancien Régime: Darstellung der patriarchalischen Strukturen und der Erziehungsziele, die Frauen auf den privaten Bereich beschränkten.

4. Die Libertinage – ein Gesellschaftsspiel: Erläuterung der Entwicklung der Libertinage von spielerischer Galanterie zur zerstörerischen psychischen Gewalt.

5. Der Geschlechterkrieg in Les Liaisons dangereuses: Analyse des Wandels zwischenmenschlicher Beziehungen hin zu einem bewussten Krieg der Geschlechter unter Anwendung von Sprache und Hypokrisie.

6. Merteuil - der weibliche Libertin: Untersuchung der spezifischen Methoden der Marquise, ihre Unabhängigkeit zu wahren und phallische Macht zu okkupieren.

7. Sensualistischer Materialismus: Die geistige Grundlage zum Verständnis Valmonts: Analyse der philosophischen Basis von Valmonts Handeln, das auf Eigeninteresse und der Ablehnung christlicher Moral basiert.

8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Merteuil als emanzipierte Frau und Relevanz des Romans als implizite Gesellschaftskritik.

Schlüsselwörter

Les Liaisons dangereuses, Choderlos de Laclos, Marquise de Merteuil, Valmont, Feminismus, Libertinage, Ancien Régime, Hypokrisie, phallokratische Ordnung, sensualistischer Materialismus, Geschlechterkrieg, Machtspiele, Schein und Sein, Literaturanalyse, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit primär?

Die Arbeit analysiert Choderlos de Laclos’ Roman „Les Liaisons dangereuses“ unter dem speziellen Fokus, die Marquise de Merteuil als eine feministische Protagonistin zu betrachten, die gesellschaftliche Machtstrukturen hinterfragt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert, die Funktionsweise der Libertinage als Machtinstrument, der Geschlechterkrieg sowie die philosophischen Grundlagen der Protagonisten.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der Kampf der Marquise de Merteuil gegen die weibliche Ohnmacht in der patriarchalen Gesellschaft sie zu einer feministischen Frauengestalt macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, wobei Erklärungsmodelle von Theoretikern wie Barbara Vinken und Jürgen von Stackelberg zur Interpretation der Handlungen und Sprache der Figuren herangezogen werden.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die Analyse des Briefromans, die Dekonstruktion der libertinen Sprache, die Intrigen der Merteuil sowie den Vergleich mit dem sensualistischen Materialismus.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit ist durch eine kritische Auseinandersetzung mit der männlich definierten Gesellschaftsordnung und der Subversion dieser Ordnung durch die Hauptfigur geprägt.

Welche Bedeutung kommt dem 81. Brief zu?

Dieser Brief ist der autobiographische Schlüssel zur Figur der Merteuil; er durchbricht die Ebene der Täuschung und offenbart ihre Vita sowie ihre bewusste, analytische Aneignung von Macht.

Warum wird die Merteuil als „phallokrastisch“ agierend bezeichnet?

Weil sie erkennt, dass Macht in ihrer Zeit männlich definiert ist, und sie sich diese symbolische Macht aneignet, um ihre libertinen Gegner zu kastrieren und so deren Überlegenheit zu brechen.

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Details

Title
"Les Liaisons dangereuses" von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Eine feministische Marquise de Merteuil?
College
Ruhr-University of Bochum  (Romanische Philologie)
Course
Proseminar Literaturwissenschaft
Grade
2,3
Author
Alice Coßmann (Author)
Publication Year
2014
Pages
33
Catalog Number
V303781
ISBN (eBook)
9783668022270
ISBN (Book)
9783668022287
Language
German
Tags
Feminismus Les Liaisons Dangereuses Gefährliche Liebschaften Marquise de Merteuil Choderlos de Laclos Ancien Régime féminisme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alice Coßmann (Author), 2014, "Les Liaisons dangereuses" von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Eine feministische Marquise de Merteuil?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303781
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