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Postnationale Demokratie. Regieren in den internationalen Beziehungen

Identität fernab der Nation. Das Ichbewusstsein in einer Weltgesellschaft

Title: Postnationale Demokratie. Regieren in den internationalen Beziehungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M. Sc. Desiré Dietrich (Author)

Politics - Topic: History of Inernational Relations
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Menschen identifizieren sich selten über die eigene Person und sehen sich gern als Mitglieder einer spezifischen Gruppe an. Verschiedene Dimensionen können dabei zu Hilfe genommen werden und nicht selten bietet sich dabei die Nationalität an. Die Nationalität ist ein wichtiges Konstrukt, das sich in den Köpfen der Menschen stark verfestigt und einen bedeutenden Einfluss darauf hat, wie wir uns selbst sehen und wie andere uns sehen wollen. Identitäten sollen den Umgang miteinander erleichtern, indem sie sich in stereotypen Denkweisen ausdrücken, die das Handeln innerhalb der eigenen Nation, des eigenen Kollektivs erwartbar machen.
In Zeiten der fortschreitenden wirtschaftlichen, wie inzwischen auch politischen Globalisierung rückt dieses Konzept nun auch immer weiter in den Fokus, da besonders dieser Kollektivismus dabei helfen kann, neue supranationale Politikgebilde und politische Maßnahmen zu etablieren. Wenn die Weltbevölkerung sich einander näher fühlt, ist auch die Politik ein stückweit näher am Ideal der Globalisierung, deren Notwendigkeit sich in verschiedensten Bereichen immer stärker abzeichnet.

Es gibt bereits zahlreiche Ausführungen zur Problematik der Kleinstaatlichkeit in der modernen Welt: Die großen Probleme, der sich die Politik und die Weltöffentlichkeit entgegengestellt sehen, sind nicht oder nur geringfügig auf nationaler Ebene zu bändigen, dies ist nur in größeren Dimensionen möglich:
Ein Punkt auf den dabei häufig Bezug genommen wird ist beispielsweise der Umweltschutz, aber auch das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd wird oft thematisiert.
In der Politikwissenschaft ist die Gewissheit, dass eine immer stärkere Vernetzung weltweit zwangsläufig nicht zu einer größeren Annäherung der Verhältnisse und Verständnisse, sowie zu einer verstärkten Toleranz und Akzeptanz führen muss, längst angekommen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob es im globalen Dorf nicht so etwas wie universelles Ichbewusstsein eines Weltbürgers geben kann, der nicht nach Nationalitäten unterscheidet und stereotypisiert. Kann die Politik auf eine solche Bewusstseinsschärfung, dass alle Weltbürger in einem Boot sitzen hoffen, oder muss sie sich weiter über die Grenzen der Nationalstaaten hinwegsetzen und mit egoistisch gefärbtem Gegenwind rechnen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

„Wer bin ich?“

Gegenstand

Vorgehensweise und Methodik

Die Begriffe „Nation“ und „Identität“

Der Begriff „Nation“

Definitionsversuch des Begriffs „Kultur“

Die nationale Kulturebene

Der Begriff „Identität“

Globale Probleme und Öffentlichkeit

Weltöffentlichkeit und internationale Problemstellungen

Identitätsverlust durch den Verlust nationaler Souveränität

Die Nation in der Globalisierung

Neue Identitäten in einer globalisierten Welt

Legitimität einer postnationalen Weltordnung ohne eine Weltbürgeridentität

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Globalisierung, nationaler Identität und der Vision einer Weltbürgeridentität. Ziel ist es, die Schwierigkeiten bei der Herausbildung eines globalen Zusammengehörigkeitsgefühls aufzuzeigen und zu erörtern, ob politische und ökonomische Strukturen in der Lage sind, eine postnationale Identitätsbildung zu fördern oder ob nationale Bindungen weiterhin dominieren.

  • Der Einfluss von Globalisierungsprozessen auf das Selbstverständnis des Menschen.
  • Die Funktion von Kultur und Stereotypen bei der Abgrenzung von Gruppen.
  • Die Diskrepanz zwischen globaler Vernetzung und nationalstaatlich geprägter Identität.
  • Die Rolle der politischen Führung und deren Spielräume in einer globalisierten Weltordnung.

Auszug aus dem Buch

Die nationale Kulturebene

Von tragender Bedeutung für das Selbstverständnis einer Nation ist natürlich die Art, wie der Ursprung einer Nation als Einheit definiert wird. Nach Ernest Gellner gibt es vier Vorstellungen dazu, aus welchem Ursprung heraus sich das Gebilde einer Nation definieren konnte: so kann eine Nation subjektivistisch, objektivistisch oder dekonstruktivistisch definierten Ursprungs sein, oder aber wird das Vorhandensein eines gemeinsamen ethnischen Ursprungs angenommen.

Generell gibt es sechs Ebenen, in der kulturelle Unterscheidungen und Abgrenzungen festgestellt werden können: Die kleinste Einheit, die eine kulturelle Abgrenzung erlaubt, ist dabei die der Organisation, Abteilung oder Firma; darauf folgen die größeren kulturellen Einheiten: die soziale Klasse, die einzelnen Generationen, die beiden Geschlechter und schließlich die regionale, sowie die nationale Kulturebene.

Nationen sind erfundene politische Einheiten, in die sich die gesamte Welt (theoretisch) gliedern lässt; häufig werden Nationalstaaten gleichgesetzt mit Gesellschaften; oftmals wird die Nationalität fälschlicherweise sogar dazu genutzt, einzelne Kulturen voneinander zu trennen, die Grenzen einer Nation werden also mit den Grenzen einer Kultur gleichgesetzt. Die Kräfte, die für die Integration innerhalb der Staatsgrenzen sorgen, sind auf kommunikativer, politisch-verteidigender, wirtschaftlicher und bildungspolitischer Ebene zu finden, was nur bedingt eine Übereinstimmung mit den Kriterien für die Abgrenzung eines Kulturraums hervorbringt und dennoch häufig gleichgesetzt wird: Bei der Untersuchung kultureller Unterschiede ist die Staatsangehörigkeit vorsichtig anzuwenden; Anwendung findet eine Stereotypisierung auf Basis der Nationalität dennoch häufig.

Zusammenfassung der Kapitel

„Wer bin ich?“: Einleitende Reflexion über die menschliche Tendenz zur Identifikation mit Gruppen anstelle einer rein individuellen Selbstbeschreibung.

Gegenstand: Darstellung der empirischen Relevanz von Nationalität für das Zusammengehörigkeitsgefühl in einer zunehmend globalisierten Welt.

Vorgehensweise und Methodik: Überblick über die methodische Vorgehensweise anhand theoretischer Thesen zur Kultur-, Identitäts- und Nationsbildung.

Die Begriffe „Nation“ und „Identität“: Theoretische Grundlegung und Definition der zentralen Konzepte, inklusive einer Betrachtung soziologischer Perspektiven auf Gemeinschaftsbildung.

Der Begriff „Nation“: Untersuchung der historischen und konstruktiven Entstehung von Nationen und deren Rolle für soziale Identitäten.

Definitionsversuch des Begriffs „Kultur“: Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturansätzen und deren Einfluss auf menschliche Verhaltensmuster.

Die nationale Kulturebene: Analyse der Ebenen kultureller Abgrenzung und der Problematik der Gleichsetzung von Nationalstaat und Kulturraum.

Der Begriff „Identität“: Erörterung der dialektischen Beziehung zwischen Identität und Alterität sowie der Funktion von Stereotypen.

Globale Probleme und Öffentlichkeit: Diskussion über die Grenzen globaler Identitätsbildung angesichts fortbestehender regionaler Interessen.

Weltöffentlichkeit und internationale Problemstellungen: Betrachtung der Auswirkungen globaler Vernetzung auf politische Entscheidungsprozesse.

Identitätsverlust durch den Verlust nationaler Souveränität: Analyse der Spannungsfelder zwischen politischer Globalisierung und dem Bedürfnis nach nationaler Zugehörigkeit.

Die Nation in der Globalisierung: Untersuchung der Stabilität nationaler Identität am Beispiel Europas und der zunehmenden regionalen Radikalisierung.

Neue Identitäten in einer globalisierten Welt: Philosophische Betrachtung von Weltbürgertum und der moralischen Voraussetzungen für eine postnationale Gemeinschaft.

Legitimität einer postnationalen Weltordnung ohne eine Weltbürgeridentität: Fazit zur Notwendigkeit und Umsetzbarkeit einer supranationalen Ordnung sowie der fortbestehenden Bedeutung nationaler Politikrahmen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Nation, Identität, Kultur, Stereotype, Weltbürgeridentität, Nationalstaat, Souveränität, Alterität, Multitude, politische Partizipation, soziale Identifikation, Weltgesellschaft, Gemeinschaftsbildung, soziale Strukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die der Globalisierungsprozess für nationale Identitäten und die Entstehung einer globalen Weltbürgeridentität mit sich bringt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Definitionen von Nation, Kultur und Identität, die Rolle von Stereotypen bei der Gruppenbildung sowie die politische Dimension der Globalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob eine Identität als Weltbürger in der heutigen, stark nationalstaatlich geprägten Welt realistisch ist oder ob nationale Identitäten die globale Kooperation blockieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen und philosophischen Konzepten und diskutiert diese anhand bestehender Thesen zur Globalisierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Nation und Kultur, die Funktion von Stereotypen in der europäischen Identitätsbildung und die Grenzen nationaler Souveränität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Globalisierung, nationale Identität, Kultur, Stereotype und der Begriff der Weltbürgeridentität.

Welche Rolle spielt die „Multitude“ bei Hardt und Negri?

Die „Multitude“ wird als herrschaftsfreie Gemeinschaft aktiver Individuen beschrieben, die als soziokulturelles Pendant zur klassischen Weltbürgeridentität dient.

Warum erschwert laut der Arbeit die „Skill Revolution“ die Entstehung einer Weltbürgeridentität?

Obwohl die „Skill Revolution“ Vernetzung ermöglicht, führt sie oft zur Verstärkung von Partikularinteressen und Eigennutz, was die Bildung einer allumfassenden Menschheitsidentität erschwert.

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Details

Title
Postnationale Demokratie. Regieren in den internationalen Beziehungen
Subtitle
Identität fernab der Nation. Das Ichbewusstsein in einer Weltgesellschaft
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaften und Soziologie)
Course
Postnationale Demokratie - Regieren in den internationalen Beziehungen
Grade
2,0
Author
M. Sc. Desiré Dietrich (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V303811
ISBN (eBook)
9783668034303
ISBN (Book)
9783668034310
Language
German
Tags
Identität Weltgesellschaft Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. Sc. Desiré Dietrich (Author), 2013, Postnationale Demokratie. Regieren in den internationalen Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303811
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