Diese Hausarbeit stellt das Konzept „A New Growth Path for Europe“ vor und analysiert die ökonomischen Auswirkungen, die durch Klimaschutzverpflichtungen entstehen. Zusätzlich werden die Unterschiede dieses Modells zu vorherigen Kosten-Nutzen-Analysen besprochen.
In diesem Zusammenhang wird die Low-Carbon Economy vorgestellt, bei der es sich um ein Wirtschaftssystem handelt, das auf der Grundlage von ambitionierten Klimaschutzzielen ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erzeugt, das höher ausfällt als die bisherigen europäischen Wachstumsprognosen.
Abschließend werden die hier aufgestellten Aussagen und geforderten Maßnahmen kritisch betrachtet und auf die deutsche Energiewende übertragen.
Die durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen sind laut des Weltklimarates Hauptverursacher der globalen Erderwärmung.
Neben den umweltökologischen Folgen entstehen durch den Klimawandel auch bedeutende volkswirtschaftliche Kosten. Besonders erwähnt sei hier der Stern Report der die Gesamtkosten und -risiken des Klimawandels, ohne weitergehende Maßnahmen des Klimaschutzes, auf einen Verlust von wenigstens 5% des globalen Bruttoinlandsprodukts jährlich berechnet.
Aus diesen Gründen entstehen weltweite Klimaschutzabkommen mit dem Ziel, die Erderwärmung und ihre Folgen abzuschwächen. Auch die Europäische Union verabschiedete ein Richtlinien- und Zielpaket für den Klimaschutz um den weltweiten Temperaturanstieg auf 2 °C zu beschränken. Zielsetzung ist eine Verminderung der Treibhausgasemissionen um 20 % bei einem Anteil der erneuerbaren Energien von 20 % bis 2020.
Die Studie „A New Growth Path for Europe“, die 2011 im Auftrag des „Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit“ veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit den ökonomischen Chancen, die durch Maßnahmen zum Klimaschutz und den europäischen Verpflichtungen bis 2020 im speziellen, entstehen. Sie steht damit in einer Reihe von Wachstumskonzepten mit ökologischer Basis, die im grünen Wachstum ein mögliches europäisches Wirtschaftsmodell der Zukunft sehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Roadmap 2020
2.1. EU climate and energy package
2.2. Kosten des Klimaschutzes
3. Low-Carbon-Economy
3.1. Klimaschutz nach der Weltwirtschaftskrise
3.2. Konzept des Green Growth
3.3. Nutzen des Klimaschutzes
4. Bewertung des Grünen Wachstums
4.1. Prämissen der Low-Carbon-Economy
4.2. Anwendungsbeispiele
4.3. Kritische Reflexion
4.4. Abschließende Abwägung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Konzept „A New Growth Path for Europe“ im Kontext der EU-Klimaschutzvorgaben und untersucht, inwieweit eine Low-Carbon-Economy als europäisches Wirtschaftsmodell der Zukunft dienen kann, welches ökologische Ziele mit ökonomischem Wachstum vereint.
- Klimaschutz und wirtschaftliche Folgen (Stern Report)
- EU-Roadmap 2020 und das 20/20/20-Zielpaket
- Das Konzept des "Green Growth" als Wachstumsstrategie
- Herausforderungen durch Rebound-Effekte und Preisentwicklungen
- Transfer der Ergebnisse auf die deutsche Energiewende
Auszug aus dem Buch
3.2. Konzept des Green Growth
Da die wirtschaftliche Lage fast ausreicht um die europäischen Klimaziele ohne größeren Aufwand zu erreichen, fordern die Autoren ambitioniertere Klimaschutzziele und schlagen als Ziel die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 30% statt nur 20 % des Niveaus des Treibhausausstoßes von 1990 vor.
Anders als die Studien zu den EU 20/20/20 Zielen erkennen die Autoren in der Ausweitung der Klimaschutzmaßnahmen keine zusätzlichen sozialen Grenzkosten, sondern versprechen sich neue Wachstumsimpulse. Ihrer Meinung nach ist die Ausweitung der Klimaschutzziele in Verbindung mit weitreichenden Maßnahmen um diese zu erreichen die Grundlage für ein Grünes Wachstum.
Diese Maßnahmen müssen als Einheitliche Klimapolitik aller europäischen Staaten gelten um Sicherheit für Investoren zu schaffen. Eine Ausweitung der Klimaziele der Staaten der Europäischen Union müsste zusammen mit einem Bekenntnis und Maßnahmen zur Entwicklung einer Low-Carbon-Economy entstehen. Eine klare konstante Wirtschaftspolitik auf dieser Grundlage führt laut der Studie „A New Growth Path for Europe“ zur Freisetzung von zusätzlichem Investitionskapital, das in der Entwicklung von klimafreundlicheren Technologien eingesetzt wird und zu neuen Wachstumsbranchen mit neuen Arbeitsplätzen führt.
Hierbei muss die Politik der Europäischen Union Vertrauen bei den Investoren schaffen. Die selbst gesteckten Ziele der Klima- und Wirtschaftspolitik müssen ambitioniert aber realistisch sein und konsequent verfolgt werden. Für eine ausreichende Investitionssicherheit müssen sich die europäischen Staaten zu ihren Maßnahmen verpflichten und dürfen diese dann auch nicht mehr ändern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik globaler Treibhausgasemissionen und Vorstellung des Konzepts „A New Growth Path for Europe“ als potenzielle wirtschaftliche Chance.
2. Roadmap 2020: Beleuchtung der EU-Klimaschutzziele, insbesondere des „2020 climate and energy package“, sowie der Kosten des Klimaschutzes laut bisherigen Studien.
3. Low-Carbon-Economy: Analyse der klimapolitischen Reaktionen nach der Weltwirtschaftskrise 2008 und Vorstellung des „Green Growth“-Konzepts sowie dessen vermuteter Nutzen.
4. Bewertung des Grünen Wachstums: Kritische Untersuchung der Prämissen, Anwendungsbeispiele wie die deutsche Energiewende und Herausforderungen wie der Rebound-Effekt.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des Modells hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Potenziale und seiner Herausforderungen für die europäische Klimapolitik.
Schlüsselwörter
Low-Carbon-Economy, Green Growth, Klimaschutz, EU 20/20/20 Ziele, Wirtschaftswachstum, Rebound-Effekt, Treibhausgasemissionen, Energiewende, Investitionen, Nachhaltigkeit, Kosten-Nutzen-Analyse, Strukturwandel, Industriepolitik, Beschäftigungseffekte, Europäische Union.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Konzept des grünen Wachstums („A New Growth Path for Europe“) und bewertet dessen Eignung als künftiges europäisches Wirtschaftsmodell unter Einbeziehung von Klimaschutzzielen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die EU-Klimapolitik, volkswirtschaftliche Kosten und Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen sowie die Auswirkungen von technologischem Fortschritt auf das Wirtschaftswachstum.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Kernfrage ist, ob ein radikaler Umbau der Wirtschaft in Richtung einer Low-Carbon-Economy positive Wachstumsimpulse erzeugen kann, die die Transformationskosten überwiegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch und bewertet auf dieser Basis verschiedene Modelle, Kosten-Nutzen-Analysen sowie aktuelle klimapolitische Strategien der EU.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Kritik an bisherigen Prognosemodellen, die Bedeutung von Investitionen und Lerneffekten (learning-by-doing) sowie die kritische Reflexion des grünen Wachstums mittels Rebound-Effekten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Green Growth, Low-Carbon-Economy, Energiewende, struktureller Umbau und Wohlfahrtsverluste.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der deutschen Energiewende?
Sie dient als Anwendungsbeispiel, wobei der Autor sowohl das Innovationspotenzial für Arbeitsplätze hervorhebt als auch die Schwierigkeiten durch steigende Energiekosten und internationalen Wettbewerbsdruck betont.
Was ist das Fazit des Autors bezüglich des "Green Growth"-Ansatzes?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Modell zwar positive Impulse setzen kann, aber aufgrund von Faktoren wie dem Rebound-Effekt und der notwendigen internationalen Abstimmung differenziert betrachtet werden muss.
- Arbeit zitieren
- Mark André Grashorn (Autor:in), 2015, Analyse der EU-Low-Carbon-Strategy “A New Growth Path for Europe”, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303826