Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Der erstsprachliche Pluralerwerb im Deutschen. Analyse anhand des CHILDES-Simone-Korpus

Titel: Der erstsprachliche Pluralerwerb im Deutschen. Analyse anhand des CHILDES-Simone-Korpus

Hausarbeit , 2012 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eva Lambrecht (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Erwerb des Plurals stellt einen essentiellen Teil des kindlichen Spracherwerbs dar, der bereits vielfach untersucht worden ist. Eine einheitliche Antwort darauf, wie Kinder die grammatischen Strukturen ihrer Muttersprache erlernen, hat die Wissenschaft bislang jedoch nicht geben können.
So gibt es eine Vielzahl verschiedener Ansätze, welche auf unterschiedliche, teilweise auch kontrastierende Weise den Grammatikerwerb zu erklären suchen. Diese theoretischen Modelle basieren oftmals auf der Analyse und Interpretation von empirischen Daten wie etwa kindliche Sprechdaten.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Analyse von Pluralfehlern, die aus den spontanen Sprechdaten eines Mädchens namens Simone stammen. Zunächst jedoch erfolgt eine grundlegende Darstellung des Pluralsystems im Deutschen. Diese Erläuterung beinhaltet neben den acht Pluralendungen auch einige Regelhaftigkeiten der deutschen Pluralmarkierung.
Weiterhin folgt die Vorstellung zweier Spracherwerbstheorien. Diese liefern unterschiedliche Erklärungen dafür, wie grammatische Strukturen erlernt und verarbeitet werden. Diesem theoretischen Unterbau schließt sich dann die Analyse und Besprechung der inkorrekten Pluralmarkierungen, welche Simone verwendet, an.
Nach der Vorstellung der Methodik bezüglich der Datenauswahl und Vorgehensweise folgt der eigentliche Hauptteil. Die Analyse orientiert sich neben Erklärungen, die oben genannte Erwerbsmodelle liefern, auch an den Regelhaftigkeiten des deutschen Pluralsystems. Anschließend werden die Ergebnisse der Analyse nochmals zusammengefasst präsentiert und besprochen.
Den Abschluss der Hausarbeit bildet dann das Fazit, in dem die Ergebnisse noch einmal diskutiert werden. Auch soll hier ein Ausblick in die Zukunft der Spracherwerbsforschung gewagt werden.
Im Anhang befindet sich eine detaillierte Auflistung aller von Simone verwendeten Pluralformen in den ausgewählten Transkripten. Diese beinhaltet auch die im Rahmen der Fehleranalyse besprochenen inkorrekt markierten Formen. Diese sind den einzelnen Altersstufen chronologisch zugeordnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsüberblick

2.1 Pluralsystem im Deutschen

2.2 Plural im Spracherwerb

3. Analyse von Pluralformen anhand des Simone-Korpus

3.1 Methode

3.2 Analyse

3.2.1 Auslassung

3.2.2 Ersetzung

3.2.3 Hinzufügung

3.3 Ergebnisse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den kindlichen Erstspracherwerb der deutschen Pluralmorphologie anhand von spontanen Sprechdaten eines Kindes namens Simone. Ziel ist es, inkorrekt gebildete Pluralformen zu analysieren und diese auf Basis verschiedener theoretischer Erwerbsmodelle – wie dem dualistischen Modell und dem Schema-Modell – zu erklären.

  • Grundlagen des deutschen Pluralsystems und seiner Regelhaftigkeiten.
  • Gegenüberstellung unitärer und dualistischer Spracherwerbstheorien.
  • Kategorisierung von Pluralfehlern in Auslassung, Ersetzung und Hinzufügung.
  • Empirische Untersuchung fehlerhafter Pluralmarkierungen im Simone-Korpus.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Auslassung

Wie bereits oben erwähnt, produziert Simone bei einer Auslassung das erforderliche Pluralsuffix nicht. Dies bedeutet, sie markiert den Plural entweder gar nicht und behält die Singularform bei oder eine Pluralmarkierung findet nur partiell statt.

Ersteres kommt dann vor, wenn Kinder unsicher sind, wie die korrekte Markierung lautet oder die im Lexikon abgespeicherte Pluralform während des Produktionsprozesses nicht schnell oder zuverlässig genug aktiviert werden kann. Auch handelt es sich bei der Singularform in den meisten Fällen um die salientere Form, die dauerhafter im Lexikon gespeichert wird als der Plural (Bittner & Köpcke 2000: 50). In Untersuchungen von Szagun (2008) und Bittner & Köpcke (2000) gehörte neben dem zusätzlichen Anhängen von -s und -n die fehlende Markierung des Plurals zu den häufigsten Fehlerarten. Ist dies der Fall, so sind oftmals jedoch sowohl Artikel als auch Verb für den Plural markiert. Dies trifft beim folgenden Beispiel (3098) muß doch die [/] die Gans die ham [: haben] der Menschen ham (3;1;11) zu. Hier markiert Simone Gans nicht, setzt aber sowohl den Artikel die als auch das Verb ham [:haben] in den Plural.

Allerdings finden sich auch Äußerungen, wo entweder nur der Artikel oder das Verb darauf schließen lässt, dass Simone das verwendete Nomen inkorrekt nicht flektiert. Bei den Beispielen (1267) weil du immer sagst Hunde sind Mensch (3;1;11) und (1679) weil (.) doch Kern sind (2;9;26) markiert sie lediglich das Verb, dessen Pluralform die Vermutung zulässt, dass eine entsprechende Markierung der Nomen Mensch und Kern fehlerhaft nicht erfolgt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des kindlichen Erwerbs grammatischer Strukturen ein und legt den Fokus auf die Analyse von Pluralfehlern anhand von Sprechdaten des Kindes Simone.

2. Forschungsüberblick: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Komplexität des deutschen Pluralsystems und stellt mit dem dualistischen Modell und dem Schema-Modell zwei zentrale theoretische Ansätze zum Spracherwerb vor.

3. Analyse von Pluralformen anhand des Simone-Korpus: In diesem Hauptteil werden die Methodik der Datenauswahl aus dem CHILDES-Korpus erläutert sowie die beobachteten Pluralfehler anhand der Kategorien Auslassung, Ersetzung und Hinzufügung systematisch analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Fehleranalyse zusammen und reflektiert die Limitationen der Arbeit sowie den Bedarf an weiterer linguistischer Forschung.

Schlüsselwörter

Erstspracherwerb, Pluralmorphologie, Simone-Korpus, Spracherwerbstheorien, Dual-Route-Modell, Schema-Modell, Fehleranalyse, Auslassung, Ersetzung, Hinzufügung, Flexionsmorpheme, Pluralmarkierung, Kindersprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Erwerb der deutschen Pluralmorphologie bei Kindern und analysiert dabei spezifisch die Pluralfehler in spontanen Sprechdaten eines Kindes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Modelle des Spracherwerbs (Dual-Route-Modell und Schema-Modell) sowie die empirische Klassifizierung von Fehlern in der Pluralbildung.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis des Simone-Korpus die verschiedenen Arten von Pluralfehlern zu identifizieren und diese unter Rückgriff auf anerkannte linguistische Erwerbstheorien zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der Fehleranalyse empirischer Längsschnittdaten (spontane Sprechdaten), die dem CHILDES-Korpus entnommen wurden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Analysemethode sowie die detaillierte Untersuchung und Diskussion der Fehlerkategorien Auslassung, Ersetzung und Hinzufügung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Erstspracherwerb, Pluralmorphologie, Fehleranalyse, Schema-Modell und Flexionsmorpheme.

Warum wurde das Simone-Korpus für die Analyse gewählt?

Das Korpus ermöglicht einen Einblick in einen Zeitraum, in dem Simone bereits über eine erste Pluralmorphologie verfügt, diese jedoch noch nicht fehlerfrei anwenden kann, was die Untersuchung von Fehlermechanismen ermöglicht.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Auslassung, Ersetzung und Hinzufügung?

Eine Auslassung liegt vor, wenn das obligatorische Suffix fehlt; eine Ersetzung, wenn ein falsches Suffix oder ein falscher Stammvokal verwendet wird; eine Hinzufügung geschieht durch inkorrektes Anhängen von Suffixen an bereits korrekte oder Nullmorphem-Formen.

Welche Rolle spielt das Schema-Modell bei der Erklärung der Fehler?

Das Schema-Modell erklärt die Fehler dadurch, dass das Kind versucht, Nomen nach gelernten strukturellen Mustern (Schemata) zu flektieren, wobei es bei morphologisch komplexen Wörtern zu Übergeneralisierungen oder Analogien kommen kann.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der erstsprachliche Pluralerwerb im Deutschen. Analyse anhand des CHILDES-Simone-Korpus
Hochschule
Universität Siegen  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Spracherwerb
Note
1,0
Autor
Eva Lambrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V303840
ISBN (eBook)
9783668021914
ISBN (Buch)
9783668021921
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pluralerwerb CHILDES Linguistik Pluralbildung Germanistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Lambrecht (Autor:in), 2012, Der erstsprachliche Pluralerwerb im Deutschen. Analyse anhand des CHILDES-Simone-Korpus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303840
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum