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Foucaults Panoptismus. Ein Gefängnisentwurf als Sinnbild moderner Gesellschaften

Title: Foucaults Panoptismus. Ein Gefängnisentwurf als Sinnbild moderner Gesellschaften

Term Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julian Wolff (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Wenn Foucault von Panoptismus spricht, bezieht er sich auf das Panoptikum, einen architektonischen Gefängnisentwurf des Utilitaristen Jeremy Bentham. Warum Foucault darin ein Sinnbild der modernen Disziplinargesellschaft sieht, erschließt sich erst, wenn man versteht, wie das Panoptikum aufgebaut ist und welche Mechanismen und Strukturen in ihm wirken.
Dies soll im ersten Teil dieser Arbeit erläutert werden. In einem zweiten Teil wird daraufhin zuerst Foucaults Begriff der Disziplinen sowie deren Funktionsweise erklärt. Anschließend wird dargestellt, was Foucault unter Disziplinargesellschaft versteht und wie sie seiner Theorie nach entstanden ist. Des Weiteren wird die Plausibilität des Panoptikums als Sinnbild der Disziplinargesellschaft kritisch beleuchtet, sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider herausgearbeitet. Auch Schwachstellen an Foucaults Theorie und Ansatzpunkte zur Kritik werden in diesem Teil behandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Benthams Panoptikum

3. Foucaults Panoptismus

3.1 Die Disziplinen

3.2 Die Entstehung der Disziplinargesellschaft

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Michel Foucaults Konzept der "Disziplinargesellschaft" unter Rückgriff auf Jeremy Benthams architektonischen Entwurf des Panoptikums. Ziel ist es, die Funktionsweise moderner Machtmechanismen, die durch ständige Überwachung und die Internalisierung von Normen zur Selbstdisziplinierung der Individuen führen, theoretisch zu erschließen und kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse der Funktionsweise und Architektur des Benthams-Panoptikums.
  • Erarbeitung der von Foucault definierten Begriffe "Disziplinen" und "Disziplinargesellschaft".
  • Untersuchung des Wandels von repressiver Macht hin zu automatisierter, entindividualisierter Kontrolle.
  • Kritische Beleuchtung der Anwendbarkeit und Schwachstellen von Foucaults Gesellschaftstheorie.
  • Einordnung der Theorie in den Kontext moderner gesellschaftlicher Strukturen und Entwicklungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Disziplinen

Grundsätzlich bezeichnet Foucault die Disziplinen als einen „Machttypus“ (Foucault 1976, S. 276). Dieser steht als „Machtmaschinerie“ (ebd., S. 176) im Kontrast zur personifizierten, hierarchischen und in der Regel gewalthaltigen Macht des Absolutismus.

Die Disziplinen dienen dabei als Technologie oder Mechanismus, der die Menschen in eine bestimmte Richtung formen und ihnen einen bestimmten gesellschaftlichen Platz zuordnen soll. Ziel ist die Steigerung der individuellen und gesamtgesellschaftlichen Produktivität. Notwendig sind dafür die Strukturierung aller interpersonellen Beziehungen und intrapersonellen Entwicklungsprozesse der Gesamtgesellschaft. Die Vielfalt der Gesellschaft soll auf diese Weise regiert werden und die einzelnen Individuen nutzenmaximierend angepasst und angeordnet werden (vgl. Raffnsoe et al 2011, S. 212). Dies wird durch verschieden Wirkungsmechanismen der Disziplinen erreicht.

Zum ersten ist eine „räumliche Parzellisierung“ (ebd., S. 212) notwendig. Der Raum wird in einzelne Parzellen aufgeteilt und jedes Individuum wird in die Parzelle eingeteilt, in der es seine Funktion für die Gesamtheit erfüllen soll. Jedes Individuum ist also zweifelsfrei lokal zu identifizieren. Die Soldaten in der Kaserne, die Arbeiter in der Fabrik, die Kinder in der Schule. Die Parzellisierung geht aber noch weiter. In der Schule ist jedes Kind in seiner Klasse und am besten auf seinem persönlich zugeordneten Sitzplatz. Die Parzellisierung geht somit immer weiter ins Detail bis hin zum einzelnen Individuum. Hier zeigt sich eine erste Gemeinsamkeit zu Benthams Panoptikum. Auch dort sind die Insassen einzeln in ihrer individuell vorgesehenen Zelle inhaftiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Foucaults provokante These der "Disziplinargesellschaft" ein und legt das Ziel der Arbeit fest: die Erklärung der panoptischen Mechanismen und deren Bedeutung für das moderne Individuum.

2. Benthams Panoptikum: Dieses Kapitel erläutert Jeremy Benthams architektonischen Gefängnisentwurf als ein System, das durch eine unsichtbare Überwachung zur Selbstdisziplinierung der Gefangenen führt.

3. Foucaults Panoptismus: Hier wird der Transfer von Benthams Architektur auf gesellschaftliche Machtstrukturen vollzogen und der Begriff des Panoptismus als Ausdruck postsouveräner Machtmechanismen etabliert.

3.1 Die Disziplinen: Dieser Abschnitt analysiert die Disziplinen als Technologien zur räumlichen und zeitlichen Optimierung des menschlichen Verhaltens und der Steigerung von Produktivität.

3.2 Die Entstehung der Disziplinargesellschaft: Dieses Unterkapitel beschreibt die historische Genese der Disziplinierung – beginnend bei Maßnahmen gegen die Pest bis hin zur dauerhaften Etablierung in modernen Institutionen.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel fasst die wesentlichen Argumentationslinien zusammen, bewertet die Theorie kritisch und diskutiert deren Relevanz für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Panoptismus, Disziplinargesellschaft, Überwachung, Bentham, Macht, Selbstdisziplinierung, Normierung, Disziplin, Produktivität, Sozialwissenschaften, Gesellschaftsstruktur, Machtmechanismen, Moderne, Kontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Foucaults Konzept der Disziplinargesellschaft und dessen Herleitung aus Jeremy Benthams Panoptikum, um moderne gesellschaftliche Machtstrukturen zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machttheorie, Überwachungsmechanismen, der Wandel von Strafsystemen und die Disziplinierung des menschlichen Körpers in Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis für Foucaults Theorie der panoptischen Maschine und deren Auswirkungen auf das Individuum zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, primär gestützt auf Foucaults "Überwachen und Strafen" sowie Benthams "Panoptikum".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Funktionsweise der Disziplinen (räumliche/zeitliche Parzellisierung) und die historische Entwicklung der Disziplinargesellschaft detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Foucault, Panoptismus, Überwachung, Selbstdisziplinierung, Macht und Disziplinargesellschaft.

Wie unterscheidet sich die Disziplinargesellschaft vom Absolutismus?

Während die Macht im Absolutismus personifiziert und gewalthaltig war, wirkt sie in der Disziplinargesellschaft automatisiert, strukturell und entindividualisiert.

Warum wird Bentham als Referenz für Foucault genutzt?

Foucault nutzt das Panoptikum als architektonische Metapher, um die psychologische Wirkung der ständigen Überwachungsmöglichkeit auf die Insassen zu illustrieren.

Wo sieht der Autor aktuelle Bezüge zur Theorie?

Der Autor verweist unter anderem auf das Bildungssystem (z.B. Bologna-System) und die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes als Indizien für eine zunehmende gesellschaftliche "Formung".

Lassen sich Foucaults Theorien empirisch falsifizieren?

Die Arbeit stellt fest, dass Foucaults Theorie als philosophisches Modell kaum falsifizierbar ist, da sie komplexe gesellschaftliche Gesamtzusammenhänge beschreibt und nicht primär für die Vorhersage spezifischer Einzelereignisse gedacht ist.

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Details

Title
Foucaults Panoptismus. Ein Gefängnisentwurf als Sinnbild moderner Gesellschaften
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Julian Wolff (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V304027
ISBN (eBook)
9783668023864
ISBN (Book)
9783668023871
Language
German
Tags
foucaults panoptismus gefängnisentwurf sinnbild gesellschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Wolff (Author), 2015, Foucaults Panoptismus. Ein Gefängnisentwurf als Sinnbild moderner Gesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304027
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