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Begierde bei Paulus

Title: Begierde bei Paulus

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Christoph Hufeisen (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Im Folgenden werde ich untersuchen, auf welche Art Paulus den Begriff
„Begehren“ verstanden hat. Mein besonderes Interesse gilt dabei dem Punkt, dass
häufig lediglich eine Verdammung der Sexualität aus den paulinischen Briefen
herausgelesen wurde, so dass eine verheerende Einstellung gegenüber der eigenen
Körperlichkeit entstand. Ich möchte prüfen ob der Begriff nicht allumfassender
gebraucht wurde und ob manches Begehren nicht auch für Paulus positive Kräfte
freisetzt. Außerdem scheint auch die Frage nach seinem Bild der Körperlichkeit
hiermit im engen Zusammenhang zu stehen.
Die Abfassungsverhältnisse der Brieftexte müssen dabei Bestandteil dieser
Untersuchung sein, denn sonst wird die Absicht des Autors nur unzureichend
ermittelt.1 Paulus vertraute seiner brieflichen Argumentation offenbar mehr als
persönlicher Anwesenheit und insgesamt lassen sich die Briefe der Gattung der
„beratenden Rede“ zuordnen. 2
Weiterhin werde ich nach einem kurzen Abschnitt zur Quellenlage die von Paulus
im Zusammenhang mit der Begierde benutzen Wörter einer Untersuchung
unterziehen. Der damalige Gebrauch mag einiges von der Intention des Paulus bei
ihrer Verwendung verraten.
Im weiteren Verlauf der Arbeit möchte ich auf die psychologischen
Anschauungen Paulus eingehen. Der Begriff „Leib“ ist zu bestimmen wenn man
sich der Begierde nähern will. Außerdem ist wichtig zu ergründen, warum Paulus
uns heutigen Lesern so emotionslos erscheint.
Das Verhältnis Trieb, Gesetz, Begierde und Sünde wird später beleuchtet, ebenso
das von Geist und Begierde.
Der Sexualität bei Paulus ist ein eigener Abschnitt gewidmet, da er sie „exklusiv
unter dem Aspekt der Begierde“3 versteht.
Interessant ist natürlich auch, ob sich das Verständnis der Begierde in seine Lehre
weiterentwickelte, oder eine festgesetzte Größe war, dazu werde ich in den
Schlussbetrachtungen Stellung nehmen.
Sofern nicht anders angegeben werde ich mit der „Revidierten Elberfelder Bibel“4
arbeiten, da diese meist nahe an den Übersetzungen der Kommentare bleibt.
1 Vgl. Conzelmann, Hans; Lindemann, Andreas: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, Tübingen,
2000, S. 42
2 Vgl. ebd. S. 224 f.
3 Berger, Klaus: Historische Psychologie des Neuen Testaments, Stuttgart, 1991, S. 283

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Die Quellen

Zuordnung dieser Textstellen

BEGEHREN

Leib und Selbst

Der „innere Mensch“ bei Paulus

Gefühle bei Paulus

Begierde

Die Herrschaft der Begierde

Gegen Fehldeutungen

Psychologische und theologische Bedeutung von Begierde

Psychologische Schlussfolgerungen

Der dämonische Charakter der Begierde

Begierde und Gesetz

Der Heide und die Begierde

Der Mensch von Gesetz, Begierde und Sünde befreit

SEXUALITÄT BEI PAULUS

SCHLUSSBETRACHTUNGEN

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Verständnis des Begriffs „Begehren“ bei Paulus, um der häufig einseitigen Interpretation einer leibfeindlichen Sexualethik entgegenzuwirken und zu prüfen, ob der Begriff bei Paulus umfassender und teilweise sogar positiv konnotiert verwendet wird.

  • Analyse des paulinischen Begriffsgebrauchs von „Begehren“ unter Berücksichtigung historischer und philologischer Aspekte.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Leib, Begierde, Gesetz und Sünde.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der paulinischen Sexualethik im Kontext der damaligen Gemeindeanfragen.
  • Psychologische und theologische Einordnung der Begierde im Rahmen der paulinischen Anthropologie.
  • Reflektion über die Aktualität und die Wirkungsgeschichte paulinischer Aussagen zur Ehe und Sexualität.

Auszug aus dem Buch

Begierde

Wir kennen eine Reihe von Worten, die das innere Sich- Ausstrecken des Menschen nach einem personalen, dinglichen oder auch erlebnismäßigem Ziel samt zugehöriger Handlung bezeichnen.

Im Griechischen ist es ähnlich und ich werde im Folgenden versuchen, das verschiedene Begehren bei Paulus und seinen Gebrauch der entsprechenden griechischen Wörter zu untersuchen.

Das Substantiv ‚epithym?a’ benutzt Paulus nur in Phil 1,23 und 1Thes 2,17 positiv beziehungsweise wertneutral und drückt damit ein besonders starkes Verlangen beziehungsweise eine Sehnsucht aus.

‚epithym?a’ im negativen Sinne von Paulus gebraucht ist eine Äußerung der den Menschen beherrschenden Sünde.

In Galater 5,16 drängt sie zur Tat, strebt nach Erfüllung. Die Begierden können sich auf vieles (geschlechtliche Lust, Befriedigung materieller Bedürfnisse, den Besitz des anderen) richten und den Mensch ganz unter ihre Kontrolle zwingen (Röm 6,12) und beherrschen.

Auf den Dekalog hin betrachtet könnte sie eine Verletzung des Eigentums anderer beinhalten.

Die Begierde scheint für Paulus Trieb zu sein, erst durch das Gesetz wird sie zur bewussten Sünde (Röm 7,7f.). Die göttliche Gegenmacht ist der Geist, durch ihn kann man der Begierde wiederstehen, indem man ihm zur bestimmenden Kraft im Leben werden lässt. „Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen.“ (Gal 5,16)

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Autorin legt das Ziel dar, das paulinische Verständnis von „Begehren“ neu zu bewerten und die oft unterstellte einseitige Leibfeindlichkeit zu hinterfragen.

Die Quellen: Es wird die Auswahl der als authentisch geltenden Paulusbriefe begründet und eine zeitliche Einordnung vorgenommen.

Zuordnung dieser Textstellen: Die relevanten Bibelstellen werden nach inhaltlichen Kriterien in positive und negative Begehrensformen sortiert.

BEGEHREN: Grundlegende Erläuterung des paulinischen Begriffsgebrauchs und dessen Einordnung zwischen Trieb und Sünde.

Leib und Selbst: Erörterung der paulinischen Anthropologie, bei der der Leib als sozialer und göttlicher Wirkungsbereich verstanden wird.

Der „innere Mensch“ bei Paulus: Untersuchung der Spannung zwischen Wollen und Tun innerhalb der paulinischen Briefe.

Gefühle bei Paulus: Analyse der eher rationalen Grundhaltung des Paulus gegenüber emotionalen Aspekten der Existenz.

Begierde: Detaillierte Betrachtung der Wortverwendung von ‚epithym?a’ bei Paulus.

Die Herrschaft der Begierde: Beschreibung, wie das Begehren die Sünde und den Tod im Menschen befördert.

Gegen Fehldeutungen: Korrektur von Interpretationen, die Paulus pauschal Leibfeindlichkeit unterstellen.

Psychologische und theologische Bedeutung von Begierde: Reflexion über das Leben im Geist als Alternative zur fleischlichen Begierde.

Psychologische Schlussfolgerungen: Auseinandersetzung mit Thesen von Klaus Berger zur Rolle des Glaubens als Gegensatz zur Begierde.

Der dämonische Charakter der Begierde: Untersuchung der Vorstellung, dass negative Begierde eine übermenschliche, gottferne Kraft darstellt.

Begierde und Gesetz: Analyse der Rolle des Gesetzes, welches die Sünde im Menschen erst bewusst macht.

Der Heide und die Begierde: Darlegung, wie sich der Heide durch die Vertauschung von Schöpfer und Geschöpf der Begierde ausliefert.

Der Mensch von Gesetz, Begierde und Sünde befreit: Aufzeigen der durch Christus ermöglichten Neuausrichtung des Menschen.

SEXUALITÄT BEI PAULUS: Analyse der konkreten paulinischen Aussagen zu Ehe und Sexualität als Schutz vor unkontrollierbarer Begierde.

SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Fazit über die paulinische Anthropologie und die bleibende Bedeutung des Begehrens als ambivalente menschliche Grundkraft.

Schlüsselwörter

Paulus, Begierde, Sexualität, Leib, Geist, Gesetz, Sünde, Askese, Theologie, Anthropologie, Epithymia, Korinth, Fleisch, Erlösung, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit dem paulinischen Begriff des „Begehrens“ auseinander, um das paulinische Menschenbild und die Sexualethik besser zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt das Verhältnis von Begehren, Leib, Gesetz, Sünde und Geist sowie die spezifischen paulinischen Anweisungen zur Sexualität und Ehe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die paulinischen Briefe nicht auf eine pauschale Verdammung der Leiblichkeit reduziert werden dürfen, sondern dass Begierde bei Paulus ambivalenter verstanden wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologisch-exegetische Untersuchung, die mit Quellenanalysen, Exegese der entsprechenden Briefstellen und dem Einbezug weiterführender fachwissenschaftlicher Literatur arbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Begriffe wie „Leib“, „innerer Mensch“ und „Begierde“, ordnet biblische Zitate ein und diskutiert die psychologische und theologische Bedeutung dieser Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Paulus, Begierde, Leib, Gesetz, Sexualethik und Anthropologie charakterisiert.

Wie unterscheidet Paulus zwischen positivem und negativem Begehren?

Positives Begehren äußert sich bei Paulus etwa als Verlangen nach Gemeinschaft mit Christus oder den Gemeinden, während negatives Begehren als Ausdruck einer destruktiven, gottfernen Macht verstanden wird, die unter die Herrschaft der Sünde führt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Leibes bei Paulus?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Paulus nicht leibfeindlich im modernen Sinne ist, sondern den Leib als einen Bereich betrachtet, der entweder Gott oder der Sünde untersteht, und den es zu heiligen gilt.

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Details

Title
Begierde bei Paulus
College
University of Applied Sciences Freibug  (Religionspädagogik)
Grade
1,2
Author
Christoph Hufeisen (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V30406
ISBN (eBook)
9783638316705
Language
German
Tags
Begierde Paulus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Hufeisen (Author), 2004, Begierde bei Paulus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30406
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