Kulturelle Prägung und Wandel des Frauenbildes in Usbekistan durch den Islam


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 1,5
Anonym

Leseprobe

Gliederung

0 Einleitung

1 Ausprägung des Islams
1.1 Geschichtlicher Hintergrund
1.2 Unterstützung des Staates
1.3 Statistiken zum Vergleich

2 Wandel der Frau in Usbekistan
2.1 Rechte/Pflichten eines Moslems
2.2 Frauen in der Stadt
2.3 Frauen auf dem Land
2.4 Einflussfaktoren

3 Die Frau als „Instrument“

4 Fazit

I. Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Jedes Land hat andere kulturelle Prägungen. Was für uns seltsam erscheint ist für andere etwas völlig normales. Sei es die Sprache, die einen Kulturunterschied hervorruft, die Stellung der Familie oder die Stellung der Frau in der Gesellschaft, all diese Unterschiede sind gegeben und verhelfen den Menschen unterschiedlich zu leben. Die Religion ist ebenso ein Faktor, der uns nach bestimmten Regeln leben lässt und für Milliarden von Menschen ist die Religion ein wichtiger Begleiter und Ruhepol. Für 1,6 Milliarden1 Menschen der Weltbevölkerung ist der Islam als zweitgrößte Weltreligion eine Glaubensrichtung, welche ihnen zu einer anderen Lebensweise verhilft. Laut einer weltweiten Untersuchung des US-amerikanischen pew Forschungsinstututs, leben 62% der weltweit 1,6 Milliarden Muslimen in Asien oder im pazifischen Raum. Dort ist der Islam, nicht wie anzunehmen in den arabischen Ländern, am meisten verbreitet. In Usbekistan, Zentralasien, leben 88% der Bevölkerung nach dem Islam. Die Stellung der Frau ist in Usbekistan, durch die absolute Mehrheit von Muslimen ganz besonders interessant, denn keine andere der 5 Weltreligionen, außer dem Islam, sorgt weltweit vorallem durch die Stellung der Frau für Gesprächsthemen, Diskussionen und Vorurteile. Für einige Menschen ist die Unterdrückung der Frau eine vom Islam vorgegebene „Normalität“. Doch trifft diese „Normalität“ tatsächlich zu oder lassen wir uns durch das hörensagen von bestimmten Situations-, und Personenbedingten und vorallem zeitlich Bedingten Erfahrungen beeinflussen und bilden somit Vorurteile?!

In meiner Hausarbeit besteht mein Hauptziel vorallem darin den Islam vorzustellen und näher auf den Wandel der Frau in Usbekistan, geprägt durch die Kultur und der Religion, einzugehen.

Im Ersten Abschnitt wird die Ausprägung des Islams in Usbekistan behandelt. Geschichtliche Hintergründe der Religion und die Lebensweise der Bevölkerung werden nähergebracht. Zur Konkretisierung werden Statistiken aufgeführt.

Der zweite Abschnitt handelt von der „Rolle der Frau“. Regeln und Pflichten, welche die Religion der Frau vorgibt werden erläutert und Unterschiede von „Stadtfrauen“ und „Landfrauen“ werden spezifiziert.

Abschließend, werden im letzten Abschnitt spezielle Fälle, wie Frauenhandel und Zwangssterilisation in Usbekistan beschrieben.

1. Ausprägung des Islams

1.1 Geschichtlicher Hintergrund in Usbekistan

Nach dem Tod des Propheten Mohammdes breitete sich der Islam im Zuge der militärischen Eroberung arabischer Truppen aus und war in Zentralasien von besonders großer Bedeutung für die islamische Welt.

Binnen weniger Jahrzehnte streckten sich die Truppen bis nach Samarkand und Buchara und zahlreiche andere Gebiete fielen an die Eroberer. Mit dieser Eroberung etablierte sich der Islam auch in die Städte der Seidenstrasse. Mit der islamischen Eroberung veränderte sich Zentralasien zu einem Zentrum mit neuen kulturellen Kontakt-und Kommunikationsbereichen für die islamische Welt.

„Es war die Islamisierung, welche die Vorstellung einer kulturellen Gemeinschaft mit sich brachte, aus der heraus man nunmehr international kommunizierte und handelte“.(Dr.Chiari, Pahl, 2009: 137)

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Seidenstrasse von einer Verbindungsstelle zwischen den Kulturen zu einem zentralen Punkt eines neuen Reiches.

In den städlichen Gebieten Usbekistans verbeitete sich der Islam schnell während die Menschen in den ländlichen Gebieten eher selten auf Händler oder Geistliche stießen. In einigen Gebieten nördlich von Zentralasien erfolgte die Islamisierung durch den Kontakt zu Städten erst Jahrhunderte später. Erst als lokale Eliten, und somit auch deren Untertanen, anfingen nach dem Islam zu leben verbreitete sich der Islam noch rasanter im zentralasiatischen Raum.

Doch die Verbreitung und das Ausleben des Islams war in Usbekistan nicht immer einfach und friedlich. Die jahrzehntelange Sowjetherrschaft, welche ein offiziell atheistisches Gesellschaftsystem pflegte, kämpfte mit anti-religiösen Kampagnen gegen die Religion. Mitte 1920 - Ende 1930 kam es zur Schließung von religiösen Einrichtungen, wie Moscheen, die Verschleierung der Frauen wurde zum Streitpunkt und eine Schriftreform führte dazu, das die jahrhundertelang gültig gewesene arabische Schrift durch ein verändertes Latein ersetzt wurde. Um Muslime noch weiter von ihrer Religion zu distanzieren wurde auch der Kontakt zwischen Glaubensangehörigen in anderen Städten unterbunden. Dies sollte dazu dienen jede weitere Generation von ihrem religiösen Erbe zu distanzieren. Im Zweiten Weltkrieg wurde die „Islampolitik“ aufgelockert. Einige Moscheen wurden geöffnet und 1943 wurde die „Geistlichen Verwaltung“ ins Leben berufen. Diese geplante „Auflockerung“ Seitens der Sowjetherrschaft sollte den Einfluss auf islamisch geprägte Gesellschaften haben, die Vertreter der „Geistlichen Verwaltung“ sollten als „Botschafter“ agieren und die islamischen Eliten sowohl die Bevölkerung sollte für den „vaterländischen Krieg“ gewonnen werden. Die Jahre 1958-1964 waren hingegen wieder die Jahre indennen die „Anti-Islampolitik“ wieder zum vorschein kam. Moscheen wurden geschlossen und Wallfahrten zu Heiligtümern unterbunden. Die 70er Jahre verdeutlichten jedoch das die Muslime nicht aufgehört hatten ihre Religion auszuüben und durch die „Islamische Revolution“ im Iran verbreitete sich innerhalb der Bevölkerung Mut, Solidarität und Selbstbewusstsein. Gegen Ende der 80er Jahre, unter der Führung von Michail Gorbatschow, wurde der Staat demokratisiert. Es waren die Zeiten der „Perestroika“, einer Umstrukturierung von Politik und Gesellschaft2. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetherrschaft wurde 1991 die Unabhängigkeit Usbekistans gefeiert und Islam Karimow zum Präsidenten gekührt. Der Wandel der Muslime war deutlicher denn je. Die Muslime bauten mit und ohne Hilfe Moscheen, die Freitagsgebete wurden von noch mehr Muslimen besucht, Islamkurse wurden angeboten und die Zahl der verschleierten Frauen stieg stetig. (Dr. Chiari, Pahl, 2009: 137-159)

1.2 Unterstützung des Staates

Die Welt kritisiert den usbekischen Präsidenten Islam Karimov für seine Greueltaten und seine Präsidialdemokratie ausgeübt in Form einer Diktatur.

Doch im Zusammenhang mit dem Islam, d.h. für die Muslime in Usbekistan weist Islam Karimov auch positive Eigenschaften vor.

Durch die Abgabe des Amtseids auf dem Koran und seine Pilgerfahrt nach Mekka 1992 erklärte er den Islam offiziell zur nationalen Identität. (Dr. Chiari, Pahl, 2009: 139)

In den Jahren der Unabhängigkeit wurden 60.000 Bürgern von der Seite des Staates durch Organisation von Sonderflügen, Gewährleistung der medizinischen Versorgung und schnelle sowie problemlose Bestätigung eines Visums die Pilgerfahrt nach Mekka ermöglicht.

Desweiteren, erklärte der Präsident religiöse Feste wie das Opfer- und das

Zuckerfest für Ruhetage. Um den Blinden-Gläubigen die Möglichkeit zu bieten ihre Religion durch das Studieren der Heiligen Schrift, dem Koran, zu praktizieren, wurde der Koran in Blindenschrift veröffentlicht. Alle Bibliotheken und Internatsschulen werden auf Wunsch mit dem Koran in Blindenschrift versorgt. Hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist, das Usbekistan das dritte Land ist, welches den Koran in Blindenschrift anbietet.

Zudem, wurde der Koran in die usbekische Sprache übersetzt und mehrere Auflagen wurden herausgegeben. (Dr. Mamirov, 2008: 8)

Ein Internationales Zentrum für Islam-Forschung, islamische Universitäten, islamische Institute und islamische Schulen sind Seitens des Staates auch gegeben. Die Übergabe von institutionellen Einrichtungen an Muslime bilden auch einen Ausdruck des stark religiösen Lebens. Zeitschriften und Magazine, die über den Islam informieren sind ebenfalls zugänglich.

Die Gründung von staatlich geförderten Arbeitsgemeinschaften fördern das Zusammenleben und die Kommunikation von unterschiedlichen Kulturgruppen.

[...]


1 US-amerikanisches pew Forschungsinstitut

2 Definition von der Bundeszentrale für politische Bildung

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kulturelle Prägung und Wandel des Frauenbildes in Usbekistan durch den Islam
Hochschule
Hochschule Bremen  (Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,5
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V304108
ISBN (eBook)
9783668024489
ISBN (Buch)
9783668024496
Dateigröße
834 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturelle, prägung, wandel, frauenbildes, usbekistan, islam
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Kulturelle Prägung und Wandel des Frauenbildes in Usbekistan durch den Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304108

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