"Unde sit malum?" Diese Frage, die Augustin sich in den "Confessiones" mehrmals stellt, wird in dieser Arbeit anhand des zweiten Buches erarbeitet.
Der junge Augustinus, noch dem Manichäismus zugehörig (373-382), sich aber schon früh gegen die typisch dualistische Denkweise wehrend, sieht den Ursprung des Bösen nicht rein als ein quasigöttliches Gegenprinzip, sondern bezieht auch das biblische Konzept des "malum", von Sünde und Errettung aus dem Unheil, in seine Überlegungen mit ein.
Durch seine intensive Auseinandersetzung mit seiner Selbsterfahrung kommt er zu dieser Zeit zu dem Schluss, dass das lateinische Wort "malum" zwei Bedeutungen inne hat. Einerseits ist es das Böse, im Hinblick auf Zerstörung, Tod und böse Taten, andererseits ist es das Übel, die Erfahrung von Leid, also das subjektiv Schlechte. So gibt er in seinem Werk "Confessiones" zwei mögliche Antworten auf die Frage "unde malum?"
Beide Antworten sind letztlich eng miteinander verbunden in dem Begriff der Sünde.
Für die Erarbeitung der Frage nach der Sünde als Ursprung des Bösen nach Augustinus, sollen die Gegebenheiten und Erfahrungen, die Augustinus im zweiten Buch der "Confessiones" schildert, als primäre Textgrundlage dienen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Augustinus' Ethik
- Confessiones II
- Die Natur der Sünden am Beispiel des Birnendiebstahls
- Die Barmherzigkeit Gottes
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Frage nach der Sünde in Augustinus' Confessiones, insbesondere anhand des zweiten Buches und des Birnendiebstahls. Sie beleuchtet Augustinus' Verständnis von Sünde im Kontext seiner Ethik und seiner Auseinandersetzung mit dem Manichäismus.
- Augustinus' Ethik und das Streben nach Glückseligkeit
- Die Natur der Sünde als Mangel an Gutem und die Bedeutung des Willens
- Die Erbsündenlehre und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Willen
- Die drei Aspekte der Begierde: Fleischeslust, Augenlust und Hochmut
- Die Rolle der Barmherzigkeit Gottes in Augustinus' Denken
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und stellt die zentrale Frage nach dem Bösen und der Sünde in Augustinus' Confessiones. Augustinus' Ethik wird in Kapitel 2 skizziert, wobei das Streben nach Glückseligkeit, die Rolle des Willens und die Erbsündenlehre beleuchtet werden. Kapitel 3 widmet sich dem zweiten Buch der Confessiones, insbesondere dem Birnendiebstahl, und analysiert Augustinus' Beschreibung der menschlichen Sünden und der Begierde in ihren verschiedenen Formen. Der Abschnitt über die Barmherzigkeit Gottes in Kapitel 3.2 zeigt Augustinus' Reflexionen auf die göttliche Strafe und seine eigene Verantwortung für seine Sünden.
Schlüsselwörter
Augustinus, Confessiones, Sünde, malum, Ethik, Glückseligkeit, Wille, Erbsünde, Begierde, Fleischeslust, Augenlust, Hochmut, Barmherzigkeit Gottes, Birnendiebstahl.
Häufig gestellte Fragen zur Sünde bei Augustinus
Was bedeutet „malum“ bei Augustinus?
Augustinus unterscheidet zwei Bedeutungen: das Böse als zerstörerische Tat und das Übel als subjektive Erfahrung von Leid. Beides wurzelt für ihn im Begriff der Sünde.
Warum ist das Beispiel des Birnendiebstahls so zentral?
Der Diebstahl dient Augustinus als Beweis für die „reine Lust am Bösen“. Er stahl die Birnen nicht aus Hunger, sondern um des Verbotenen und der Gemeinschaft im Sündigen willen.
Wie definiert Augustinus das Wesen der Sünde?
Sünde ist für ihn ein Mangel an Gutem (privatio boni) und eine Abkehr des menschlichen Willens von Gott hin zu vergänglichen Dingen.
Was sind die drei Aspekte der Begierde?
Augustinus nennt Fleischeslust (Sinnlichkeit), Augenlust (Neugier/Wissensdrang) und Hochmut (Stolz), die den Menschen zur Sünde verleiten.
Welche Rolle spielt die Barmherzigkeit Gottes?
Trotz der Schwere der Sünde betont Augustinus, dass Gottes Barmherzigkeit die Errettung ermöglicht, sofern der Mensch seine Schuld erkennt und bekennt.
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- Annabel Baade (Author), 2013, De malum. Die Sünde in Augustinus "Confessiones", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304185