Im Zuge einer immer stärker durch die modernen Medien geprägten Gesellschaft ist in den letzten Jahren häufiger die Entwicklung zu beobachten, dass aufsehenerregende Gerichtsverfahren, und insbesondere Strafverfahren, immer öfter in den Fokus der Bericht erstattenden Massenmedien gelangt sind.
Durch das besondere Interesse der Öffentlichkeit an solchen Verfahren, bzw an den betroffenen Personen, lässt sich vermehrt erkennen, dass, unter rechtswissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, relativ unspektakuläre Verfahren derart aufgebauscht werden, dass bisweilen der Eindruck einer Abhängigkeit zwischen Ausgang des Verfahrens und dem Fortbestehen der gesellschaftlichen Ordnung entsteht.
Inhaltsverzeichnis
Litigation-PR - oder Prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit im Strafverfahren
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der prozessbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit, bekannt als Litigation-PR, im deutschen Strafverfahren und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen medialer Berichterstattung, dem Schutz von Verfahrensbeteiligten und der angestrebten Objektivität der Justiz.
- Historische und technische Entwicklung der Medienpräsenz in Strafprozessen.
- Differenzierung der Akteure in "Laien" und "Profis" sowie deren rechtliche Rahmenbedingungen.
- Die Gefahren der Vorverurteilung und der sogenannten Verdachtsberichterstattung.
- Funktionsweise und Aufgaben der Litigation-PR als Instrument der Krisenkommunikation.
- Rechtsvergleich und Zukunftsperspektiven der Litigation-PR unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Waffengleichheit.
Auszug aus dem Buch
Litigation-PR - oder Prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit im Strafverfahren
Im Zuge einer immer stärker durch die modernen Medien geprägten Gesellschaft ist in den letzten Jahren häufiger die Entwicklung zu beobachten, dass aufsehenerregende Gerichtsverfahren, und insbesondere Strafverfahren, immer öfter in den Fokus der Bericht erstattenden Massenmedien gelangt sind. Durch das besondere Interesse der Öffentlichkeit an solchen Verfahren, bzw. an den betroffenen Personen, lässt sich vermehrt erkennen, dass, unter rechtswissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, relativ unspektakuläre Verfahren derart aufgebauscht werden, dass bisweilen der Eindruck einer Abhängigkeit zwischen Ausgang des Verfahrens und dem Fortbestehen der gesellschaftlichen Ordnung entsteht.
Aufgrund der immer weiterzunehmenden technischen Möglichkeiten hat sich auch die Arbeitsweise der Medien grundlegend geändert. Waren die Bürger vor nicht einmal 30 Jahren noch dazu gezwungen, aktuelle Nachrichten klassisch über Print, TV und Radio zu beziehen, um ihr Informationsbedürfnis zu befriedigen, so haben wir heute die Möglichkeit Informationen mithilfe der Neuen Medien in millionenfach und in sekundenschnelle via SMS, E-Mail, Twitter und Co. an interessierte und uninteressierte Personen weiterzuleiten.
Zusammenfassung der Kapitel
Litigation-PR - oder Prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit im Strafverfahren: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende mediale Aufmerksamkeit bei Strafprozessen und die daraus resultierende Notwendigkeit, professionelle Kommunikation in juristischen Verfahren zu hinterfragen.
Schlüsselwörter
Litigation-PR, Strafverfahren, Öffentlichkeitsarbeit, Medien, Verdachtsberichterstattung, Justiz, Krisen-PR, Waffengleichheit, Rechtsgrundsätze, Prozessbeteiligte, Vorverurteilung, Öffentlichkeitsfahndung, Strafprozessordnung, Mandantenschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Litigation-PR, also der prozessbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit, und deren Auswirkungen sowie Notwendigkeit im deutschen Strafrechtssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel der Medienlandschaft, die rechtlichen Risiken für Verfahrensbeteiligte durch Medienberichte und die ethische sowie rechtliche Einordnung von PR-Strategien in Prozessen.
Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob und wie Litigation-PR sinnvoll eingesetzt werden kann, um Mandanten zu schützen, ohne dabei die Unabhängigkeit der Justiz zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine juristische Analyse der geltenden Gesetzeslage, ergänzt durch die Auswertung relevanter Fachliteratur und aktueller Fallbeispiele aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Akteursgruppen ("Laien" vs. "Profis"), die Gefahren der Vorverurteilung durch die Presse und die spezifischen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit bei Strafverfahren.
Welche Rolle spielen die "Laien" in diesem Prozess?
Laien, wie Zeugen oder Angeklagte, sind oft Risiken durch unbedachte Äußerungen ausgesetzt, weshalb für sie der Grundsatz "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" von besonderer Bedeutung ist.
Wie unterscheidet sich die PR-Arbeit von Staatsanwaltschaft und Verteidigung?
Während Staatsanwaltschaften gesetzlich zur Auskunft verpflichtet sind und oft passiv agieren, fungiert die Litigation-PR der Verteidigung als aktive Krisenkommunikation, um Schaden vom Mandanten abzuwenden.
Was ist das Fazit bezüglich der Einflussnahme auf Gerichtsverfahren?
Das Fazit betont, dass Litigation-PR ungenutztes Potenzial zur Kontrolle der Justiz bietet, jedoch gesetzliche Rahmenbedingungen benötigt, um Missbrauch und Gefahren für die Wahrheitsfindung zu minimieren.
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- Michael Meißner (Autor), 2014, Litigation-PR. Prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit im Strafverfahren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304212