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Griechische Päderastie und moderne Homosexualität. Ein Kulturvergleich

Title: Griechische Päderastie und moderne Homosexualität. Ein Kulturvergleich

Seminar Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sophie Thümmrich (Author)

History - Basics
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„Schwulsein bedeutet, daß diese Entscheidung das ganze Leben durchdringt, das bedeutet auch, vorgeformte Lebensweisen abzulehnen, das bedeutet, aus seiner sexuellen Wahl den Motor für eine Veränderung seiner ganzen Existenz zu machen.“
Ausgehend von diesem Zitat von Michel Foucault möchte ich das Thema dieser Seminararbeit vorstellen. Es wird die griechische Päderastie im antiken Griechenland der im vorangegangenen Zitat „modernen“ Auffassung von Homosexualität gegenübergestellt. Des Weiteren wird erfragt, ob die Griechen in Bezug auf die Päderastie sich auch mit solch vorgeformten Lebensweisen auseinander setzen mussten.
Anfangs wird dargestellt, was genau unter „Knabenliebe“ zu verstehen ist, wie diese aussah, und welche Formen es gab. Überdies wird die Stellung und Bedeutung in der Gesellschaft geklärt. Anschließend werden die zwei Formen der Päderastie genauer beschrieben. Im dritten Gliederungspunkt ist die Homosexualität die zentrale Thematik. Hier wird ein kurzer Abriss der Geschichte der Homosexuellen gegeben und es wird verdeutlicht, wie diese in der heutigen Gesellschaft gesehen werden. Den Begriff „moderne Homosexualität“ möchte ich dabei auf die Gegenwart in Bundesrepublik Deutschland beschränken. Vorrangig geht es um männliche, als um weibliche Homosexuelle. Zum Abschluss wird die griechische Knabenliebe der Homosexualität gegenüber gestellt und ein Fazit mit Hinblick auf den aktuellen Forschungsstand gegeben.
Grundlegende Literatur für das Thema der Päderastie war „Die griechische Knabenliebe“ von Harald Patzer, sowie das Werk „Homosexualität in der griechischen Antike“ von Kenneth J. Dover. Außerdem gab der Aufsatz „Päderastie und Pädagogik im antiken Griechenland“ von Roland Baumgarten aus dem Sammelband „Jugend in der Vormoderne“ Aufschluss über den Forschungsstand. Ferner waren für die Thematik der Homosexualität „Rosa Zeiten für rosa Liebe“ von Helmut Blazek und der Aufsatz „Homosexualität? Die Liebe zum eigenen Geschlecht in der modernen Konstruktion“ von Rüdiger Lautmann in dem Sammelband von Helmut Puff wichtige Literaturgrundlage.
Die Inhalte der Begriffe „Päderastie“ und „Knabenliebe“ basieren auf den Definitionen aus dem neuen Pauly und der Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaften.
Quellenbasis sind verschiedene Motive auf Vasen oder Schalen, sowie das „Symposion“ von Platon, als auch das „Symposion“ von Xenophon.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Päderastie im antiken Griechenland

2.1 Die dorische Knabenliebe

2.2 Die klassische Knabenliebe

3. Homosexualität

4. Ein Kulturvergleich

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist ein fundierter Kulturvergleich zwischen der antiken griechischen Päderastie und der modernen Auffassung von Homosexualität, um herauszuarbeiten, inwieweit es sich hierbei um grundlegend verschiedene Phänomene handelt. Dabei wird untersucht, wie soziale Konstruktionen und institutionelle Rahmenbedingungen das Verständnis von gleichgeschlechtlicher Liebe in unterschiedlichen historischen Epochen geprägt haben.

  • Historische Analyse der Päderastie in Sparta, Kreta und im klassischen Athen.
  • Untersuchung der sozialen und institutionellen Funktion der Knabenliebe.
  • Abriss der Geschichte der Homosexualität und ihrer rechtlichen Verfolgung in Deutschland.
  • Gegenüberstellung der antiken Rollenverteilung mit modernen Konzepten der Homosexualität.
  • Einordnung des aktuellen Forschungsstandes zur Päderastie und Homosexualität.

Auszug aus dem Buch

2. Päderastie im antiken Griechenland

Zunächst ist unter der Päderastie nicht vorrangig eine sexuelle oder homosexuelle Beziehung zu verstehen. Sie ist eher als eine gesellschaftliche und staatliche Institution zu begreifen. Die Päderastie war fest in der Gesellschaft integriert und unterlag strengen Regeln. Das Verhältnis fand immer zwischen einem erwachsenem Mann und einem heranwachsenden Knaben statt.

Der Eromenos (Geliebter) begann die Beziehung mit dem Erastes (der ältere Partner) mit ungefähr 12 Jahren, wobei als Zeichen der erste Bartwuchs galt, und es endete als er 18 Jahre alt war. Der Erastes konnte mit erst 20 Jahren selbst noch sehr jung sein oder ein älterer ausgewachsener Mann, der meist mit kräftigem Körperbau und Bartwuchs dargestellt wurde. Die grundlegende Bedingung war die durch das Alter bedingte geistige Ungleichheit der Partner. Die Beziehung zwischen Erastes und Eromenos hatte immer eine Richtung, sie ging stets vom Erastes aus. Er war der aktive Part in der Beziehung, während sich der Eromenos passiv verhielt.

Vordergründig war die seelische Verbundenheit zwischen Erastes und dem Knaben, es ging nicht unbedingt um körperliche, sexuelle Zuneigung. Der ältere Partner musste sich um den Eromenos bemühen. Der umworbene Knabe durfte sich nicht einfach hingeben. Auf der Seite des Eromenos galt, dass er sexuelles Verlangen ausschloss. Dieses ging allein vom Erastes aus, ob und wann der Knabe dann darauf einging, war allein seine Entscheidung. Wenn der Eromenos rein sexuelle Handlungen bezwecken wollte, hätte er unendlich geduldig sein müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der griechischen Päderastie und deren Abgrenzung zum modernen Homosexualitätsbegriff mittels eines Zitats von Michel Foucault.

2. Päderastie im antiken Griechenland: Darstellung der Päderastie als gesellschaftliche Institution mit Fokus auf die Rollen von Erastes und Eromenos sowie die Unterscheidung zwischen dorischer und klassischer Knabenliebe.

2.1 Die dorische Knabenliebe: Beschreibung des älteren, stark institutionalisierten Typus der Päderastie in Sparta und Kreta, bei dem kriegerische Tugenden im Zentrum standen.

2.2 Die klassische Knabenliebe: Analyse des jüngeren athenischen Modells, das weniger auf Ritualen basierte und bei dem Schönheit sowie geistige Werte in den Vordergrund rückten.

3. Homosexualität: Historischer Abriss der Entwicklung des Homosexualitätsbegriffs, der rechtlichen Diskriminierung durch den § 175 und der gesellschaftlichen Stellung von Homosexuellen in Deutschland.

4. Ein Kulturvergleich: Synthese der Ergebnisse, die Päderastie und moderne Homosexualität als deutlich unterschiedliche Kulturphänomene entlarvt.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Forschungsarbeit und Hinweis auf die Notwendigkeit weiterer Studien, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Päderastie, Knabenliebe, Homosexualität, Kulturvergleich, Erastes, Eromenos, Antike, Griechenland, § 175, Sozialgeschichte, Institution, Philia, Schenkelverkehr, Sexualität, historische Konstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen der antiken griechischen Institution der Päderastie und dem modernen Verständnis von Homosexualität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die antike Sozialstruktur, die rechtliche und gesellschaftliche Geschichte der Homosexualität in Deutschland sowie der kulturwissenschaftliche Vergleich beider Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die griechische Knabenliebe kein Vorläufer der modernen Homosexualität ist, sondern ein eigenständiges, zeitgebundenes Kulturphänomen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse auf Basis klassischer Quellen und aktueller sexualwissenschaftlicher sowie historischer Forschungswerke.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Päderastie, einen historischen Abriss der Homosexualität von der Kaiserzeit bis heute sowie einen expliziten Vergleich beider Phänomene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Päderastie, Erastes, Eromenos, griechische Antike, Homosexualität, Kulturvergleich und historische Konstruktion.

Inwiefern unterscheidet sich die dorische von der klassischen Knabenliebe?

Die dorische Form war stark an kriegerische Ausbildung und Rituale gebunden, während die klassische Form in Athen eher ästhetische und geistige Ideale betonte.

Welche Rolle spielte der § 175 für die moderne Homosexualität?

Der § 175 war ein Strafrechtsparagraph, der homosexuelle Handlungen zwischen Männern in Deutschland jahrzehntelang kriminalisierte und maßgeblich zur Diskriminierung und Verfolgung beitrug.

Warum war Päderastie laut Autorin keine Homosexualität im modernen Sinne?

Da die Griechen nicht in modernen Kategorien dachten, die Beziehung eine klare institutionelle Rolle hatte und ein Altersgefälle zwingend war, entspricht sie nicht dem heutigen Verständnis von gleichaltriger, privater Homosexualität.

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Details

Title
Griechische Päderastie und moderne Homosexualität. Ein Kulturvergleich
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar Einführung in die Alte Geschichte: Die griechische Knabenliebe
Grade
1,0
Author
Sophie Thümmrich (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V304313
ISBN (eBook)
9783668026100
ISBN (Book)
9783668026117
Language
German
Tags
Griechische Knabenliebe Päderastie Homosexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Thümmrich (Author), 2010, Griechische Päderastie und moderne Homosexualität. Ein Kulturvergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304313
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