Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Möglichkeiten eines gelingenden Lebens auf der Grundlage der Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers

Title: Möglichkeiten eines gelingenden Lebens auf der Grundlage der Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers

Bachelor Thesis , 2015 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Donth (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Literatur zu Lebenshilfe und Lebensglück hat heute Hochkonjunktur. In großer Zahl stapeln sich Bücher zu diesem Thema in den Philosophie-Abteilungen der Buchhandlungen. Wie man leben soll, um glücklich zu werden, dieses Thema ist so alt wie die Philosophie selbst und wird den Menschen wohl auch in Zukunft beschäftigen. Schon Aristoteles suchte nach dem höchsten Gut, wonach alle Menschen streben, und nannte diese Gut εὐδαιμονία (eudaimonía), ein Wort, das meist mit 'Glück' oder 'Glückseligkeit' übersetzt wird.
Was kann uns ein Pessimist, der das Leben verneint, wie Arthur Schopenhauer es tat, über ein gelingendes und glückliches Leben sagen? Nach seiner Philosophie steht der Mensch vor der Wahl, das Leben entweder zu bejahen oder es zu verneinen. Letzterer Weg wird in seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung zum summum bonum, dem absoluten Gut erklärt. Mit Radikalität findet Schopenhauer in seinem Weg der Lebensverneinung „jene Zufriedenheit [...], die nicht wieder gestört werden kann, [die] allein welterlösend ist.“ (WI, 322) Eine solch extreme und pessimistische Sichtweise auf das Leben mag abschreckend wirken., aber man muss der Radikalität Schopenhauers nicht folgen. Sich auf ihn einzulassen, eröffnet Perspektiven: Seine Metaphysik über den Willen zum Leben gibt Anreize, das eigene Wollen und seine Resultate für das eigene Lebensglück zu überdenken. Nicht in der extremen Lebensverneinung findet sich dann Erlösung, sondern in der Tendenz der Willensbeschwichtigung.
Diese Arbeit will darstellen, inwiefern Schopenhauers Philosophie trotz ihres Pessimismus' als Anleitung zu einem gelingenden Leben beitragen kann.
Neben seinem Hauptwerk finden sich zahlreiche andere Schriften, u.a. die Aphorismen zur Lebensweisheit und Die Kunst glücklich zu sein. Diese Schriften stehen in einer gewissen Spannung zu seinem Hauptwerk, denn er lässt sich dort „von dem höheren, metaphysisch-ethischen Standpunkte, zu welchem [seine] eigentliche Philosophie hinleitet“ (AL, 11) herab und erörtert die Glücksmöglichkeiten, welche sich eröffnen, wenn man trotz aller Einsicht, die seine Philosophie liefert, das Leben bejaht. Doch die Gemeinsamkeit der Schriften ist größer. Die Welt als Wille und Vorstellung stellt den radikalen Weg dar, während die Aphorismen und Lebensregeln jene Tendenz der Willensbeschwichtigung ausdrücken, von der ausführlich die Rede sein wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frage nach dem guten Leben

3. Die Welt als Wille und Vorstellung

3.1 Die Welt als Vorstellung

3.2 Die Welt als Wille

3.3 Lebensbejahung und Unsterblichkeit

3.4 Ein gelingendes Leben als bejahter Wille

4. Das Leiden

4.1 Leiden durch endloses Streben und Langeweile

4.2 Perspektivenwechsel

4.3 Leiden durch Egoismus und dem daraus resultierenden Kampf der Individuen

4.4 Lebensverneinung

4.5 Willensbeschwichtigung

5. Aphorismen zur Lebensweisheit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Arthur Schopenhauers pessimistische Philosophie trotz ihrer radikalen Ausrichtung Ansätze für eine Anleitung zu einem gelingenden Leben bieten kann. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie durch eine graduelle Verneinung des Willens oder eine Veränderung der Lebensperspektive Glücksmöglichkeiten innerhalb einer schopenhauerischen Weltanschauung erschlossen werden können.

  • Willensmetaphysik als Grundlage menschlicher Existenz
  • Analyse der Leidensquellen: Streben, Langeweile und Egoismus
  • Die Rolle der Lebensbejahung versus Lebensverneinung
  • Methoden zur Willensbeschwichtigung und inneren Ruhe
  • Integration von Kontemplation und Erkenntnis in die Lebensführung

Auszug aus dem Buch

4.1 Leiden durch endloses Streben und Langeweile

In §56 unterstellt Schopenhauer dem Willen ein endloses Streben, das kein Ende und keine Befriedigung erreichen kann. Auf allen Stufen der Erscheinungen des Willens besitzt der Wille kein letztes Ziel und keinen Endzweck. Zur Darstellung dieses Sachverhaltes beschränke ich mich auf die vollkommenste Erscheinungen des Willens, den Menschen, denn in ihm wird nach Schopenhauer das Leiden am größten und dies mit wachsender Intelligenz: „[D]er, in welchem der Genius lebt, leidet am meisten.“ (WI, 277)

Man könnte aus der schopenhauerischen Sicht das menschliche Leben mit einem Hamsterrad vergleichen. Unaufhörlich rennt der Mensch den Objekten seines Wollens hinterher und findet keine endgültige Befriedigung. „Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist; keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens.“ (WI, 276f) „Was alle Lebenden beschäftigt und in Bewegung erhält, ist das Streben nach Daseyn. Mit dem Daseyn aber, wenn es ihnen gesichert ist, wissen sie nichts anzufangen: daher ist das Zweite, was sie in Bewegung setzt, das Streben, die Last des Daseyns los zu werden.“ (WI, 279) Der Mensch strebt danach, sich am Leben zu erhalten. So verspüren wir Hunger und trachten danach, unseren Hunger zu stillen. Haben wir etwas gegessen, dann erlangen wir Befriedigung, diese ist aber nur von kurzer Dauer. Nach Schopenhauer ist das erreichte Ziel lediglich der Anfangspunkt eines neuen Strebens. Mit anderen Worten: Das nächste Hüngerchen kommt bestimmt. Nach dieser Art von Lebensperspektive befinden wir uns in einem Hamsterrad des immer wiederkehrenden Wollens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und philosophische Problematik des Lebensglücks ein und stellt die Relevanz von Schopenhauers Pessimismus für die Suche nach einem gelingenden Leben dar.

2. Die Frage nach dem guten Leben: Dieses Kapitel verortet die philosophische Suche nach dem guten Leben ausgehend von Aristoteles und reflektiert über die Herausforderung, allgemeingültige Glücksdefinitionen zu finden.

3. Die Welt als Wille und Vorstellung: Hier werden die metaphysischen Grundlagen Schopenhauers dargelegt, insbesondere die Unterscheidung zwischen der Welt als Vorstellung und dem Willen als dem eigentlichen Ding an sich.

4. Das Leiden: Das Kapitel analysiert die drei primären Leidensquellen in Schopenhauers Philosophie: das endlose Streben, den egoistischen Kampf der Individuen und die daraus resultierende Notwendigkeit der Willensverneinung.

5. Aphorismen zur Lebensweisheit: Die Aphorismen werden als Schrift untersucht, die einen empirischen Standpunkt einnimmt und trotz der metaphysischen Radikalität des Hauptwerks Anknüpfungspunkte für Glücksmöglichkeiten bietet.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass eine graduelle Verneinung des Willens ein heilsames Mittel zur Bewältigung des Lebens und zur Steigerung des Glücksempfindens darstellt.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, Willensmetaphysik, gelingendes Leben, Lebensverneinung, Leiden, Egoismus, Wille zum Leben, Vorstellung, Kontemplation, Glück, Ethik, Existenz, Aphorismen, Resignation, Erkenntnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie man trotz der pessimistischen Weltsicht Arthur Schopenhauers, die das Leben als grundlegendes Leiden definiert, ein gelingendes und glückliches Leben führen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Willensmetaphysik, die Ursachen des menschlichen Leidens, die Möglichkeiten der Lebensbejahung sowie die ethische Relevanz der Willensverneinung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Schopenhauers Philosophie als Anleitung für ein gelingendes Leben dienen kann, insbesondere durch die Verschiebung der Perspektive auf das Leben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philosophische Textanalyse und Interpretation der Hauptwerke Schopenhauers, um daraus eine kritische Perspektive für die individuelle Lebensführung zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der metaphysischen Basis, die Analyse der Leidensquellen wie Streben und Egoismus sowie die Diskussion verschiedener Wege der Willensverneinung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Willensmetaphysik, Lebensverneinung, Egoismus, Kontemplation und das gelingende Leben charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Glück" bei Schopenhauer von einem modernen Verständnis?

Während modernes Glück oft positiv definiert ist, betrachtet Schopenhauer Glück rein negativ als die vorübergehende Abwesenheit von Leid und Mangel.

Warum ist laut Autor der Egoismus eine Hauptquelle des Leidens?

Egoismus führt zum Kampf aller gegen alle, da jedes Individuum sich als Mittelpunkt der Welt sieht und die Bedürfnisse anderer dem eigenen Willen unterordnet.

Welche Rolle spielt die Intelligenz für das Glück laut den Aphorismen?

Intelligenz ermöglicht den Zugang zu geistigen Genüssen in der Kontemplation, die frei von Leiden und dem Dienst am Willen sind.

Excerpt out of 35 pages  - scroll top

Details

Title
Möglichkeiten eines gelingenden Lebens auf der Grundlage der Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Grade
1,0
Author
Michael Donth (Author)
Publication Year
2015
Pages
35
Catalog Number
V304467
ISBN (eBook)
9783668027961
ISBN (Book)
9783668027978
Language
German
Tags
Glück Schopenhauer Arthur Schopenhauer Lebensglück gelingendes Leben Zufriedenheit Wille
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Donth (Author), 2015, Möglichkeiten eines gelingenden Lebens auf der Grundlage der Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304467
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  35  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint