Evaluationsmethoden in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Die AktivPause am KIT


Seminararbeit, 2014

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Betriebliche Gesundheitsförderung in der Literatur
2.1 Methodik zur Findung bestehender Studien
2.2 Das Re- Aim Modell
2.3 Vorstellung und Einordnung der Studien
2.3.1 Evaluation of a workplace intervention to promote commuter cycling: a RE-AIM analysis, 2013
2.3.2 Promoting walking among office employees - evaluation of a randomized controlled intervention with pedometers and e-mail messages, 2012
2.3.3 The impact of disseminating the whole-community project '10,000 Steps': a RE-AIM analysis, 2011
2.4 Diskussion der Literatur
2.5 Diskussion des Re-Aim Modells

3 Evaluation der „AktivPause“ am KIT nach Chen
3.1 Programmtheorie nach Chen
3.2 Vorstellung der AktivPause
3.3 Interviewpartner
3.4 Einordnung in die Programmtheorie nach Chen

4 Diskussion
4.1 Inhaltliche Diskussion
4.2 Methodik
4.3 Fazit und Ausblick

5 Literatur

1 Einleitung

Ein schwäbisches Sprichwort besagt: „Schaffe, schaffe, Häusle baue“. Immer häufiger arbeiten Arbeitnehmer immer mehr. Doch dies birgt auch große Gefahren für die Gesundheit. Büroangestellte sitzen den ganzen Tag, Lagerarbeiter heben schwere Lasten. Betrachtet man den vollständigen bundesweiten Gesundheitsreport 2014 der DAK, so sieht man, dass Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, des Atemsystems und psychische Erkrankungen mehr als die Hälfte aller Krankheitstage ausmachen. (Vgl. DAK - Gesundheit, 2014). Gerade was die Erkrankungen des Muskel- Skelett- Systems betrifft, ließe sich dies relativ einfach durch regelmäßige und ausreichende Bewegung ausgleichen und somit vermindern oder sogar komplett eliminieren. Doch in der schnelllebigen Welt in der wir heute leben, bleibt für sportliche Aktivität kaum Zeit. Und wenn man abends doch einmal früher aus der Arbeit kommt, gibt es so viele andere Dinge die man erledigen muss oder es fehlt einfach die Motivation um seinem Körper durch Bewegung noch etwas Gutes zu tun.

Im Folgenden sollen nun verschiedene Interventionsansätze in Betrieben mit Hilfe des Re-Aim Modells betrachtet werden, welches in Kapitel 2 näher erläutert wird. Anschließend wird das Gesundheitsprogramm „AktivPause“ am KIT in Karlsruhe unter Zuhilfenahme der Programmtheorie nach Chen selbstständig evaluiert und näher erläutert

2 Betriebliche Gesundheitsförderung in der Literatur

Es wurden bereits zahlreiche Studien im Bezug auf Betriebliche Gesundheitsförderung erstellt und auch in vielen Betrieben werden heutzutage entsprechende Interventionen durchgeführt um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern und gegeben falls zu verbessern. Häufig werden diese Interventionen allerdings nur durchgeführt, aber nicht auf ihre Zielsetzung oder Wirksamkeit evaluiert. Die folgenden Studien legen dar wie gesundheitliche Förderungsprogramme mit dem Re-Aim Modell evaluiert wurden.

2.1 Methodik zur Findung bestehender Studien

Die Literaturrecherche zum großen Themenfeld Betriebliche Gesundheitsförderung wurde in der Onlinedatenbank Pubmed durchgeführt. Hierbei wurden folgende Suchbegriffe verwendet: re-aim [All Fields] AND ("Exercise"[Mesh] OR "Motor Activity"[Mesh] OR "Physical Fitness"[Mesh] OR "Sports"[Mesh]). Die Suche mit bestimmten Mesh- Begriffen steht hierbei für bestimmte kontrollierte Artikel durch Pubmed. Sie ermöglichen eine genauere und differenziertere Suche. Sinnvoll sind diese Begriffe in so fern, dass das große Feld des Sports im englischen nicht unbedingt etwas mit dem deutschen Verständnis von Sport zu tun haben muss. Hieraus ergibt sich dann eine Treffermenge von n= 29. Diese Treffermenge enthält alle Studien in der Datenbank im Hinblick auf die relevanten Kriterien: Körperliche Aktivität und das Re-Aim Modell.

Einige der gefundenen Ergebnisse konnten direkt ausgeschlossen werden. Der Großteil aufgrund dessen, dass sie nichts mit dem Themenfeld Betriebliche Gesundheitsförderung zu tun hatten. Explizit wurden die nicht verwendeten Artikel aufgrund folgender Punkte ausgeschlossen: Das Setting des Artikels in der Schule (5), im Bereich des Sports mit Älteren (3) oder im Bereich der Prävention angesiedelt (5). Ein weiterer Ausschlussgrund war die Tatsache, dass der Artikel keinen Zusammenhang mit körperlicher Aktivität hatte (3). Auch einige Reviews (3) waren in der gesamten Treffermenge enthalten. Auch einige Artikel (5) die im Prinzip den Kern der Suche trafen, aber nicht im Betrieb angesiedelt waren, wurden im weiteren Vorgehen nicht berücksichtigt. Der letzte Ausschlusspunkt war eine bessere Vergleichbarkeit von anderen Artikel (2), was schlussendlich dazu führte, dass im Endeffekt noch genau drei Studien über blieben, die im Folgenden auf die Durchführung des Re-Aim Modells untersucht werden.

2.2 Das Re- Aim Modell

Das Re-Aim Modell ist eine theoretische Vorgehensweise zur Evaluation, Überprüfung und Verbesserung von Interventionen und Programmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Re- Aim Modell (Brach, 2013)

Der Kreislauf des Re-Aim Modells betrachtet alle Dimensionen die notwendig sind, damit die Intervention als erfolgreich eingestuft werden kann. Es deckt lückenhafte Bereiche einer Intervention auf und hilft bei der Verbesserung und Weiterentwicklung.

Betrachtet man die Dimension Reach, so stellt man sich die Frage, wie erreiche ich diejenigen, die die Intervention benötigen? Die Überlegungen gehen also in Richtung der Erreichbarkeit der Zielgruppe. Die Effectiveness bezieht sich auf den Wirkungsgrad der Intervention. Eine wichtige Frage hierbei ist: Woher weiß ich, ob meine Intervention effektiv ist? Die Dimension der Adoption untersucht die Annahme des Programms durch die Zielpersonen aber auch die der Settings oder Einrichtungen. Wie entwickele ich eine organisatorische Unterstützung, um meine Intervention zu entwickeln? In der Dimension der Implementation dreht sich alles um die Kontinuität, den Aufwand und Gewährleistung der korrekten Ausführung der Intervention.. Wie gewährleiste ich, dass diese Intervention angemessen durchgeführt wird? Der letzte Schritt, die Maintenance beschäftigt sich mit der Aufrechterhaltung der Interventionseffekte bei den Interventionsteilnehmern und den Settings. Wie lasse ich diese Intervention einfließen, damit sie langfristig wirkt? Dies wäre eine mögliche Fragestellung. (Vgl. Brach, 2013).

2.3 Vorstellung und Einordnung der Studien

2.3.1 Evaluation of a workplace intervention to promote commuter cycling: a RE-AIM analysis, 2013

Diese Intervention wurde in Belgien durchgeführt und lief dort unter dem Slogan „Bike to work: Cyclists are rewarded“. Es handelte sich hierbei um zwei Radrennen, einem Online-Programm, bei welchem es darum ging „Radpunkte“ zu sammeln und die Verbreitung von diversen Informationen über Ordner, Newslettern, Postern, und einer eigenen Website.

Insgesamt wurden 12 kleine und mittelgroße Unternehmen angefragt, in welchen insgesamt 5080 potentielle Probanden tätig sind. 5 dieser Unternehmen erklärten sich nicht bereit, die Intervention in ihrem Betrieb umzusetzen. Die Gründe waren hierbei der Zeitmangel und der Personalmangel zur Betreuung der Intervention. Von den Teilnehmern waren insgesamt 65% (422 Teilnehmer) vollständig über die Intervention informiert. Diese Einordnung lässt sich in dem Re-Aim Modell unter der Bezeichnung Reach wiederfinden. Betrachtet man die Adoption so ergibt sich, dass 58% der Angestellten zu einer Teilnahme bereit waren, dass ergibt eine Teilnehmerzahl von 649. 42% hingegen waren nicht bereit teilzunehmen. Dies sind 467 Angestellte. Die Effectiveness wurde anhand der Einstellung zum Radfahren generell und der Häufigkeit des Radfahrens gemessen. Die Implementation entspricht bei dieser Studie der Ebene Reach, wenn man die organisatorische Ebene betrachtet. Insgesamt 7 Unternehmen haben das Programm genau so übernommen, wie es ausgearbeitet wurde. Betrachtet man die individuelle Ebene, so kann man erkennen, dass 34% auch nach Ende der Intervention noch mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhren. Nur 1% hörte sofort wieder auf, wohingegen 3% noch unentschlossen waren. Bei insgesamt 62% änderte das Programm langfristig nichts an ihrem Verhalten. Betrachtet man die Fortführung des Programms nach Ende der Intervention so beschlossen insgesamt 5 Unternehmen eine eigenständige Fortführung, wohingegen 2 Unternehmen noch unentschlossen waren. Diese Ergebnisse lassen sich der Ebene der Maintenance zuordnen.

Alles in allem lässt sich anhand dieser Studie sagen, dass die Evaluation der Intervention zur Förderung von Fahrradpendlern ein positives Ergebnis ergeben hat. Die Intervention lässt sich leicht in den Arbeitsalltag einordnen und ist an nahezu jedem Arbeitsplatz durchführbar. Auch die interne Evaluation, die von den Angestellten und Teilnehmern mit Hilfe von Fragebögen durchgeführt wurde, wurde sehr positiv abgeschlossen. Für die Zukunft ist es notwendig die Langzeit-Effektivität und Nachhaltigkeit weiterhin überprüft und dann wieder ausgewertet werden. (Vgl. Dubuy, De Cocker, De Bourdeaudhuij, Maes, Seghers et Al., 2013).

2.3.2 Promoting walking among office employees - evaluation of a randomized controlled intervention with pedometers and e-mail messages, 2012

Es handelt sich um eine Intervention zur Förderung des Walking bei Büroangestellten in Süd-Finnland und wurde in verschiedenen Betrieben über 6 Monate am Arbeitsplatz durchgeführt. Hierzu wurden die Teilnehmer willkürlich in zwei Gruppen eingeteilt. Die STEP-Gruppe hatte im Vorfeld ein Informationstreffen. Desweiteren trugen sie einen Schrittzähler und führten ein Bewegungstagebuch. Eine monatliche Email war ein weiterer Bestandteil der Intervention in dieser Probandengruppe. Die COMP-Gruppe hatte nach der Intervention ein Informationstreffen und sammelte während der Intervention die entsprechenden Daten per Computer.

[...]

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Details

Titel
Evaluationsmethoden in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Die AktivPause am KIT
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Sport und Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar Evaluationsforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V304550
ISBN (eBook)
9783668030084
Dateigröße
703 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
evaluationsmethoden, betrieblichen, gesundheitsförderung, aktivpause
Arbeit zitieren
Katrin Keyerleber (Autor), 2014, Evaluationsmethoden in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Die AktivPause am KIT, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304550

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