Die Informatik hat die Gesellschaft durch die Entwicklung des Internets, die als eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte betrachtet werden kann, erheblich verändert. Ausschlaggebend für den Erfolg und die schnelle Verbreitung des Internets war dabei in erster Linie das World Wide Web (WWW). Das World Wide Web ist ursprünglich entstanden, um einen Informationsaustausch zwischen verteilt arbeitenden Forschern zur verbessern und zu erleichtern. Dazu wurden verteilt vorliegende Informationen zu einem Ganzen (Hypertext) verknüpft. Durch diese grundlegende Idee erfolgte die substanzielle Prägung der Informationsgewinnung in der heutigen Informationsgesellschaft. Durch das Internet ist es einfacher als jemals zuvor, schnell und problemlos neueste Informationen zu erhalten. Das hat dazu geführt, dass viele Menschen diverse Aspekte ihres Lebens zum Teil in die virtuellen und vernetzten Welten des Internets verlagern. „In Netzwelten wird gekauft und verkauft, ein großes Spektrum an Themen diskutiert, Wissen mit anderen geteilt und erworben, miteinander gespielt und vieles mehr. Das gilt sowohl für berufliche als auch private Belange.“ Auch für Forscher spielen die Möglichkeiten des World Wide Web heute eine immer größere Rolle. So verwenden Forscher, wie andere Internetnutzer auch, soziale Netzwerke, wie Facebook oder LinkedIn, um beispielsweise Kooperationspartner zu finden, sich und ihre Forschung zu präsentieren oder mit anderen Forschern zusammenzuarbeiten. Für Recherchen müssen keine Bibliotheken mehr aufgesucht werden, stattdessen können wissenschaftliche Suchmaschinen im Internet genutzt werden.
Mittlerweile existieren diverse, direkt an Forscher gerichtete Netzwerke, wie ResearchGate oder Academia. Das Spektrum derartiger Services umfasst sowohl kommerzielle als auch öffentlich geförderte Plattformen. Derartige Angebote bieten neue, innovative Ansätze für das Betreiben von Forschung. Sie ermöglichen es Forschern, institutionelle, geografische, kulturelle und disziplinäre Grenzen zu überwinden. Unabhängig davon, welchen Dienst oder welches Netzwerk Forscher nutzen wollen, müssen sie allerdings zunächst eine digitale Identität (auch Account) anlegen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Abgrenzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Soziale Netzwerke
2.2 Abgrenzung des Forscher- bzw. Wissenschaftlerbegriffs
2.3 Scholarly Identity Management
2.3.1 Begriff
2.3.2 Gründe für ein Scholarly Identy Management
2.3.3 (Forscher)profile
2.3.4 Ausgewählte (informationstechnische) Grundlagen zum Identitätsmanagement
2.3.4.1 Arten von Identitäten
2.3.4.2 Technische Anforderungen an ein Identitätsmanagement-System
2.3.4.3 Aufbau/Bestandteile von IDM
2.3.4.4 Föderatives Identitätsmanagement
2.3.5 Aktuelle Problemfelder und Herausforderungen des Scholarly Identity Management
3 Bewertung von Profildatenbanken anhand ausgewählter Kriterien
3.1 Grundzüge der Erstellung von Kriterienkatalogen
3.2 Konzeption eines Kriterienkatalogs für die Bewertung von Profildatenbanken
3.3 Untersuchung ausgewählter Profildatenbanken anhand der entwickelten Kriterien
3.3.1 RePEc Author Services (RAS)
3.3.1.1 Kurzbeschreibung
3.3.1.2 Kriteriengeleitete Analyse
3.3.2 Nature Network
3.3.2.1 Kurzbeschreibung
3.3.2.2 Kriteriengeleitete Analyse
3.3.3 VIAF/GND
3.3.3.1 Kurzbeschreibung
3.3.3.2 Kriteriengeleitete Analyse
3.3.4 ResearchGate
3.3.4.1 Kurzbeschreibung
3.3.4.2 Kriteriengeleitete Analyse
3.3.5 Mendeley
3.3.5.1 Kurzbeschreibung
3.3.5.2 Kriteriengeleitete Analyse
3.3.6 ORCID
3.3.6.1 Kurzbeschreibung
3.3.6.2 Kriteriengeleitete Analyse
3.4 Zusammenführung der Untersuchungsergebnisse: Vergleich, Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.4.1 Charakteristika der Systeme
3.4.2 Funktionsweise der Systeme
3.4.3 Umgang mit Problemen
3.4.4 Erfüllung der Nutzeranforderungen
4 Gestaltungsempfehlungen zum Scholarly Identity Management
4.1 Empfehlungen im Hinblick auf allgemeine Systemcharakteristika
4.2 Empfehlungen im Hinblick auf die Funktionsweise der Systeme
4.3 Empfehlungen zum Umgang mit Problemfeldern
4.4 Empfehlungen zur Verbesserung der Unterstützung der Zielgruppenanforderungen
5 Fazit
6 Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit analysiert den Status quo von Scholarly Identity Management Systemen für Forscher und Wissenschaftler, um ausgehend von einer kriteriengeleiteten Untersuchung Verbesserungspotenziale und Gestaltungsempfehlungen für zukünftige Systeme zu erarbeiten.
- Identitätsmanagement im akademischen Kontext
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Evaluation von Profildatenbanken
- Vergleichende Analyse von Systemen wie RePEc, Nature Network, VIAF, ResearchGate, Mendeley und ORCID
- Herausforderungen wie Namensdoppeldeutigkeit und Reputationsaufbau
- Gestaltungsempfehlungen für zukünftige Scholarly Identity Management Lösungen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 RePEc Author Services (RAS)
Den Mittelpunkt des Projektes bildet eine dezentrale bibliografische Datenbank von Arbeitspapieren, Zeitschriftenartikeln, Büchern, Buchkapiteln und Software-Komponenten. Die gesammelten Daten werden in diversen Services genutzt. Einer davon ist RePEc Author Service.
Grundlage des RePEC Author Service ist RePEc. Die Abkürzung RePEc steht für “Research Papers in Economics”. RePEc ist eine gemeinschaftliche Bemühung von Hunderten Freiwilligen aus mehr als 75 Ländern, die die Ausbreitung wirtschaftswissenschaftlicher Forschung und verwandter Gebiete fördern wollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Abgrenzung der Arbeit und Erläuterung des methodischen Aufbaus.
2 Theoretische Grundlagen: Erörterung der Grundlagen von sozialen Netzwerken, Identitätsmanagement sowie der spezifischen Anforderungen an Forscherprofile.
3 Bewertung von Profildatenbanken anhand ausgewählter Kriterien: Konzeption eines Kriterienkatalogs und detaillierte kriteriengeleitete Analyse ausgewählter Systeme, gefolgt von einem Vergleich der Ergebnisse.
4 Gestaltungsempfehlungen zum Scholarly Identity Management: Ableitung konkreter Empfehlungen für zukünftige Systeme basierend auf den identifizierten Schwachstellen und Verbesserungspotenzialen.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
6 Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Literatur- und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Scholarly Identity Management, Identitätsmanagement, Forscherprofile, Profildatenbanken, Wissenschaftskommunikation, RePEc, ResearchGate, Mendeley, ORCID, VIAF, Nutzeranforderungen, Systemcharakteristika, Forschungsorientierung, Namensidentifikation, Profilpflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Wissenschaftler und Forscher ihre digitalen Identitäten in verschiedenen Systemen und Netzwerken verwalten können und welche Anforderungen diese Systeme erfüllen müssen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Themen sind die Grundlagen des Identitätsmanagements, die spezifischen Bedürfnisse von Forschern bei der Selbstdarstellung, technische Anforderungen sowie der Umgang mit Problemfeldern wie Namensvarianten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Stand der verfügbaren Systeme zu analysieren, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und Empfehlungen für eine bessere Unterstützung der Zielgruppe zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wurde ein systematischer Kriterienkatalog entwickelt, anhand dessen sechs ausgewählte Plattformen (RePEc, Nature Network, VIAF, ResearchGate, Mendeley, ORCID) qualitativ bewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgen die theoretische Einbettung, die Konzeption des Kriterienkatalogs sowie die detaillierte Analyse der einzelnen Plattformen unter Berücksichtigung ihrer Charakteristika und Funktionsweisen.
Welche Kriterien sind zur Charakterisierung der Systeme wichtig?
Wichtige Kriterien umfassen die Größe des Systems, den Betreiber, die wissenschaftliche Ausrichtung, den Funktionsumfang, die Zielsetzung sowie den Umgang mit Problemfällen und die Erfüllung von Nutzeranforderungen.
Warum spielt die Namensproblematik eine so große Rolle für Forscher?
Aufgrund von Homonymen (gleiche Namen), Namensänderungen durch Heirat oder unterschiedlicher Schreibweisen ist die eindeutige Zuordnung von Publikationen zu einer Person ohne Identitätsmanagement schwierig.
Wie unterscheiden sich die analysierten Systeme voneinander?
Die Arbeit differenziert in Bibliothekssysteme (z. B. VIAF), reine Profildatenbanken (z. B. ORCID, RAS) und Community-Plattformen (z. B. ResearchGate), die unterschiedliche Grade an Vernetzung und Funktionalität bieten.
Welche Rolle spielt die Verifizierung als Forscher?
Die Verifizierung ist ein zentrales Instrument, um die Qualität und Validität der im System hinterlegten Daten sicherzustellen, wobei die Mechanismen je nach System (z. B. E-Mail-Überprüfung via Institut) stark variieren.
- Arbeit zitieren
- Florian Stühler (Autor:in), 2013, Identitätsmanagementsysteme (Scholarly Identity Management Systeme) für Wissenschaftler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304611