Die soziale Konstruktion der deutschen Industrie in der politisch diskursiven Praktik


Masterarbeit, 2014

111 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Industrie
2.1 Zum Sachbegriff
2.2 Die Geographie der Industrie

3. Diskurstheoretische Ansätze

4. Wissenssoziologische Diskurstheorie
4.1 Diskurs als Kopplung zwischen Wissenselement und Begriff durchzogen von Macht
4.1.1 Differenzierung durch Sinn
4.1.2 Bedeutung
4.1.3 An Wissen geknüpfte Werte
4.2 (Re-)Produktion von Wissen
4.2.1 Das Dispositiv – Sozialisierung, Institutionalisierung, Materialisierung
4.2.2 Veränderung der Sinnhaftigkeit durch neue Diskursangebote
4.3 Macht der Diskurslenkung und Pluralität der Ursprünge

5. Wissenschaftlich- methodische Praktik über Diskurs

6. Methodische Eingrenzung des Untersuchungskorpus
6.1 Plenarreden des deutschen Bundestages als Raum diskursiver Praktik
6.1.1 Legitimierung von Diskurskoalitionen und Subjektpositionen
6.1.2 Symbolischer Kampf um Deutungen
6.2 Eingrenzung auf den Zeitraum 2007 bis 2011
6.3 Thematische/Analytische Eingrenzung

7. Methodische Konzeption zur wissenspolitischen Diskursanalyse
7.1 Methodenauswahl: Deutungsmusteranalyse
7.1.1 Annäherung an das Datenmaterial
7.1.2 Die Bildung von Deutungsfiguren und Deutungsmustern
7.1.3 Nachdrücklichkeitsanalyse der Deutungsmuster
7.1.4 Analyse der Beeinflussung des Diskursfeldes Industrie durch spezielle Industriebranchen
7.2 Diskursanalyse

8. Ergebnisse der Deutungsmusteranalyse
8.1 Deutungsmuster
8.1.1 Deutungsmuster: Arbeit
8.1.2 Deutungsmuster: Ökologie
8.1.3 Deutungsmuster: Zukunft
8.1.4 Deutungsmuster: Gefahr, Risiko
8.1.5 Deutungsmuster: Leistung
8.1.6 Deutungsmuster Geld, Wohlstand
8.1.7 Deutungsmuster: Macht
8.1.8 Deutungsmuster: Sozial
8.1.9 Deutungsmuster: Vertrauen
8.1.10 Deutungsmuster Stabilität
8.1.11 Sonstige Deutungsmuster
8.2 Zusammenfassung der Deutungsmusteranalyse

9. Ergebnisse der Diskursanalyse
9.1 Auffälligkeiten innerhalb der Tagesnennungen der Deutungsmuster
9.1.1 Auffälligkeiten innerhalb einzelner Diskursmuster
9.1.2 Auffälligkeiten innerhalb der Tagestendenzen aller Deutungsmuster
9.2 Gründe für Auffälligkeiten
9.3 Zusammenfassung der Diskursanalyse

10. Fazit

11. Quellen

1. Einleitung

Am 17. März 2011 wurde die nordwestfälische Industrie-Initiative „In|du|strie“ gestartet, die es sich, als Zusammenschluss von rund 80 Industrieunternehmen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region, zum Ziel gesetzt hat das Bewusstsein für die Bedeutung der Industrie zu stärken. Aus der bloßen Duldung der Industrie sollte sich durch die Kampagne Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber der Industrie entwickeln (IHK Nord Westfalen 17.01.2011). Die Notwendigkeit einer solchen Kampagne wurde aus der NRW-Studie ‚Einstellungen der Bevölkerung zur Industrie in NRW‘ abgeleitet, der zufolge „75 Prozent der Bürger der Industriebranche neutral gegenüber [stehen], 15 Prozent […] ‚Totalverweigerer‘ [sind], [und] nur zehn Prozent […] die Industrie positiv [bewerten]“ (Deiters nach Wittenberg 2011). Eine Folgewirkung dieser Positionierung zur Industrie wird von Deiters (Vizepräsident der IHK Nord Westfalen) in Problemen bei der Anwerbung von Nachwuchs für die Industrie gesehen: „Die Industrie wird zu Unrecht oft in eine Schmuddelecke gedrängt. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den dringend benötigten Nachwuchs. Wer möchte sich schon auf einem Sektor engagieren, der in der Gesellschaft nur wenig anerkannt ist?“ (Deiters nach IHK Nord Westfalen 19.05.2011). Die nach den Ergebnissen der zitierten NRW-Studie eher negative Bewertung des sozialen Konstrukts der Industrie (siehe oben: laut Umfrageergebnissen nur 10 Prozent positive Bewertung) hat demnach direkte Auswirkungen in der Praxis, obgleich das (Un-)Wissen, welches sich in der Bewertung des Konstrukts widerspiegelt, nach Auffassung der Vertreter der Industrie nicht mehr den heutigen Gegebenheiten entspricht.

Angeregt durch die Feststellungen der IHK Westfalen Nord zu den Befragungsergebnissen der NRW-Studie soll in dieser Arbeit untersucht werden, welche Bedeutung Industrie zugeschrieben wird bzw. welches Wissen um Industrie erzeugt wurde oder noch wird.

Interessant erscheinen hierbei vor allem die Fragen: Welches Wissen über die Industrie wird vermittelt? Wie oft wird die Industrie positiv, wie oft negativ belegt? Welche negativ gewerteten Attribute werden der Industrie zugeschrieben? Werden der Industrie auch positiv bewertete Bedeutungen zugeschrieben? Wenn ja, welche? Welches Wissen wird besonders nachdrücklich (re)produziert? Lassen sich Wissensformationen analysieren, die im Untersuchungszeitraum nur phasenweise und damit nicht konstant übermittelt wurden? Lassen sich Ereignisse herausfiltern, die die Veränderung des Wissens um Industrie in eine identifizierbare Richtung stimuliert haben?

Ziel der Arbeit ist es, durch Untersuchung der Wissenszuschreibungen über Industrie ein Verständnis für die in der NRW-Studie dargestellten generalisierenden Negativbewertungen zu gewinnen und so Wissen darüber zu erzeugen, was hinter der Aussage steht, misstrauisch gegenüber der Industrie oder gar industriefeindlich zu sein. Nur so ist es der Politik und/oder der Industrie (bzw. deren Verbänden) möglich, an den gesamtgesellschaftlichen Diskurs sinnvoll anzuknüpfen und ihre Kampagne In|du|strie weiter zu optimieren.

Hypothetisch wird davon ausgegangen, dass es mehrere Bedeutungszuschreibungen die Industrie betreffend gibt, die negativen Zuschreibungen jedoch besonders nachdrücklich – d. h. häufig – vermittelt werden (demnach ist es auch notwendig positive Werte quantitativ zu ermitteln), was zu den genannten Problemen bei der Industrie geführt hat.

Zur Prüfung der Hypothese und zur Erreichung des Ziels stützt sich die Arbeit auf den theoretisch-konzeptionellen Ansatz der Diskursforschung. Erst aus einer diskurstheoretischen Konzeptionalisierung ergibt sich der Sinn einer Arbeit, die nach einem Begriff fragt, der vermeintlich evident erscheint. In der Diskursforschung wird betont, „dass im praktischen Zeichengebrauch der Bedeutungsgehalt von Phänomenen sozial konstruiert und diese damit in ihrer gesellschaftlichen Realität konstituiert werden“ (Keller 2011: 9).

Sind Wahrheiten und Wirklichkeiten aber sozial erzeugt und ergeben sich nicht aus einer direkten und klaren Sicht auf die Welt, so wird klar, dass diese kontingent und somit veränderbar sind. Aus der Veränderbarkeit ergibt sich der Anspruch der Diskursforschung, vermeintlich objektive Wahrheiten bzw. Zuschreibungsmuster auf und zwischen spezifischen gesellschaftlichen, überindividuellen Ebenen aufzudecken und bewusst zu machen, dass auch andere Wahrheiten gedacht werden können, um so auf Bedeutungsstrukturen Einfluss nehmen zu können, die dem menschlichen Handeln zugrunde liegen (Glasze und Matthissek 2009, Füller und Marquardt 2009: 99). Dies impliziert, dass der Forschungsfokus auf Konstruktionen liegen sollte, die das Verhalten von Menschen bemerkbar beeinflussen. Einen solchen Fokus bietet das soziale Konstrukt der Industrie, dessen negative Auslegung nach Deiters (IHK Nord Westfalen) bereits zu Problemen bei der Nachwuchsrekrutierung führt.

Die negativen Zuschreibungen zu dem Begriff ‚Industrie‘ deuten einen weiteren Schwerpunkt an, dem die rein inhaltlich-sachliche Beschreibung des Begriffs nicht gerecht wird. Die Sachebene des Begriffs Industrie ist durch die Verknüpfung mit bestimmten Attributen, denen gute oder schlechte Eigenschaften beigemessen werden, in Wert gesetzt. Über diese Zuschreibungen verfügt das soziale Konstrukt Industrie somit über eine auch gesellschaftliche Wertebene, die nicht vernachlässigt werden darf, soll ermittelt werden, welches Wissen um Industrie auf welche Weise erzeugt wird und wieso das (Un-)Wissen über ein spezielles Konstrukt handlungsleitend sein kann.

Werden Wert und Sachlichkeit, ein Diskursfeld Industrie betreffend, sozial konstruiert, ergibt sich die Frage, wer die Macht hat Konstruktionen zu gestalten, wenn sie nicht durch eine reale Sicht auf die Dinge hergestellt werden. Die Macht, soziale Konstruktionen zu verändern, liegt dabei nicht bei einem Mächtigen, bei Institutionen oder bei einer Gruppe, sondern Macht ist „die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen“ (Foucault 1977: 113f). Entsprechend kann auch die vorliegende Arbeit einen Beitrag dazu leisten den untersuchten Diskurs zu verändern, indem sie zunächst untersucht, welches (Wert- und Sach-)Wissen über Industrie vermittelt wird. Ohne das Wissen um das (Un-)Wissen über Industrie können keine Handlungen anknüpfend an Vermitteltes aufgebaut werden, die zu einer Veränderung der Diskurse führen können. Zudem ist es notwendig ein Verständnis darüber zu entwickeln, nach welchen Ereignissen sich industrielle Diskurse im zeitlichen Verlauf verändert haben, um Aufschluss darüber zu bekommen welche Geschehnisse sich auf Diskurse auswirken könnten. Dabei ist es nicht Anspruch der vorliegenden Arbeit einen Ursprung des Diskurses, ein nicht vorhandenes Zentrum der Macht (Füller und Marquardt 2009), aufzufinden, sondern Reize die Veränderungen mitgeprägt haben freizulegen. Dass es wichtig ist die Genealogie des Begriffs Industrie zu berücksichtigen, zeigt sich in der Aussage der Industrievertreter, wonach das Wissen zur Industrie nicht mehr den heutigen Gegebenheiten entspreche, trotz allem aber offensichtlich nach veralteten Zuschreibungen gehandelt werde (siehe Probleme bei der Nachwuchsrekrutierung), so dass sich die Industrie veranlasst sieht sich gegen jene ‚alten‘ Zuschreibungen zu wehren.

Als Forschungsansatz eignet sich dabei die wissenssoziologische Diskursanalyse[1]. Sie „untersucht […] gesellschaftliche Praktiken und Prozesse der kommunikativen Konstruktion, Stabilisierung und Transformation symbolischer Ordnungen sowie deren Folgen: Gesetze, Statistiken, Klassifikationen, Techniken, Dinge oder Praktiken bspw. sind in diesem Sinne Effekte von Diskursen und ‚Voraus‘-Setzungen neuer Diskurse“ (Keller 2011: 59). Jede Praktik ist dabei auf zu einem gewissen Grad legitimiertes und objektiviertes Wissen zurückführbar, denn Machtausübung produziert nicht nur Wissen, sondern Wissen erzeugt auch eine spezielle Ausübung der Macht (Foucault 1977: 120). Entsprechend soll im Mittelpunkt der Untersuchung nicht die Analyse von Machtverhältnissen stehen, sondern „die Rekonstruktion der Durchsetzung themenspezifischer Deutungsmuster“ (Pieper 2006: 276), also einer spezifischen Wissensstruktur. Da die wissenssoziologische Diskursanalyse zwischen der soziologischen Wissenstheorie von Berger und Luckmann, der Diskurstheorie nach Foucault sowie der kulturalistischen Diskursanalyse verortet ist, bietet sie einen passenden theoretischen Unterbau. Durch die Verankerung der Diskursanalyse in ein sozial-interpretatives, vor allem hermeneutisches Paradigma, ist es zudem möglich auf die Methodenvielfalt der Soziologie zurückzugreifen (Keller 2011, Keller 2001).

Um das gesellschaftliche Konstrukt der Industrie empirisch handhabbar zu machen, ist es zunächst notwendig einen Korpus abzugrenzen.

Untersucht werden sollen in der diskursiven Praktik der Plenarreden des Deutschen Bundestages (Sach- und Wert-)Zuschreibungen zum Begriff ‚Industrie‘[2].

Neben der Festlegung des gesellschaftlichen Raumes der diskursiven Praktik, muss der Korpus zeitlich eingegrenzt werden, obgleich herausgehoben werden muss, dass keine Null-Stunde bzw. kein Ursprung als zeitliche Begrenzung dienen kann, da eben diese/r nicht erfassbar/vorhanden ist. Diskurse sind kontingent, und daher ist eine Momentaufnahme nicht ausreichend, um die Jetzt-Situation zu erklären. „Statt Machteffekte von historischen Epochen ausgehend zu generalisieren“ (Füller, Marquardt 2009: 97), soll das Material im Sinne Foucaults nach Praktiken strukturiert werden. Ausgewählt werden soll der Zeitraum zwischen dem Beginn der Weltwirtschaftskrise ab 2007 und dem Kampagnenbeginn der Industrie-Initiative „In|du|strie“ im März 2011.

Um ein Grundverständnis über den vermeintlich klaren Begriff der Industrie zu erlangen, soll in Kapitel 2 zunächst die auf den Terminus eingegangen werden. Zudem soll innerhalb des Kapitels 2 der geographische Bezug des Untersuchungsfeldes Industrie deutlich gemacht werden.

Kapitel 3 widmet sich in der gebotenen Kürze der Vielzahl an diskursiven Ansätzen und den für alle Diskurstheorien geltenden Grundannahmen. Kapitel 3 ist somit als eine kurze Einführung in die Diskurstheorie zu verstehen.

Im Näheren wird sich innerhalb des Kapitels 4 der wissenssoziologischen Diskurstheorie zugewendet, die als theoretische Basis dieser Forschungsarbeit zu verstehen ist. Das Kapitel beinhaltet eine Ausführung für den verwendeten Diskursbegriff, über theoretische Annahmen der Wissens(re)produktion und über die Theorie der Pluralität von Ursprüngen und ihre Bedeutung für diese Forschungsarbeit.

Um auf theoriegeleitete Problematiken aufmerksam zu machen, findet sich in Kapitel 5 eine Erläuterung wie den theoretischen Anforderung einer Diskursanalyse Rechnung getragen werden soll.

Ab Kapitel 6 folgt der methodische Teil der Arbeit. Innerhalb der Arbeit wird klar zwischen Diskurstheorie (bis einschließlich Kapitel 4) und theoretischer Diskursanalyse (beginnend ab Kapitel 5) differenziert. Kapitel 6 umfasst die klare Eingrenzung und Begründung eines Untersuchungskorpus. Auch die thematische Eingrenzung wird hier auf den theoretischen Grundlagen durch Fragestellungen erneut spezifiziert.

Das methodische Vorgehen wird in Kapitel 7 beschrieben. Im genauen handelt es sich dabei um die Ausführung des Vorgehens bei einer Deutungsmusteranalyse auf der aufbauend eine Diskursanalyse aufgebaut werden kann. Ab Kapitel 8 folgt der Ergebnisteil.

2. Zum Begriff der Industrie

2.1 Zum Sachbegriff

„Es gibt Begriffe, die jedermann problemlos gebraucht und mit denen er auch vermeintlich klare Vorstellungen verbindet. Beim Versuch einer präzisen Definition ergeben sich jedoch Schwierigkeiten. Das trifft auch auf den Begriff der Industrie zu“ (Brösse 1999: 9). Die Problematik eine Definition der ‚Industrie‘ betreffend, ergibt sich bereits aus den unterschiedlichen Gebrauchsweisen des Begriffes. Die prozessuale Fertigung beschreibt ein Verfahren, dass aus historischer Sicht eine Maschinen gestützte Herstellung beschreibt, die arbeitsteilig fungiert und Rohstoffe oder Fabrikate weiterverarbeitet (Brösse 1999, Schmidt 2001). Brösse (1999: 10) beschreibt die historische, industrielle Produktion zudem als Merkmalsträger von Massenproduktion, anonymen Absatzmärkten, großen Zahlen von Beschäftigten, die oftmals gering qualifiziert sind, als ein Träger von hohem Energieverbrauch, einer Fertigung ohne Serviceleistungen, ein spezialisierter, automatisierter und rationalisierter Apparat. Ob und wie fern diese Merkmale auf die heutige Industrie zutreffen ist fraglich.

Wie auch die genaue Eingrenzung der Eigenschaften der Industrie, lässt sich der Wirtschaftssektor Industrie längst nicht mehr klar zum Land- und Forstwirtschaftlichen Sektor und zur Dienstleistung abgrenzen. Maschineneinsatz ist alltäglich, Arbeitsteilung in einer globalisierten Welt unabdingbar und große Zahlen von Beschäftigten sind jedem Sektor zu finden. Auch setzt die Industrie längst nicht mehr ausschließlich auf geringer qualifizierte Facharbeiter. Massenprodukten deuten nicht zwangsläufig auf Industrie hin und im Umkehrschluss produziert Industrie nicht immer in Massen. Servicestellen vermeintlich reiner Industriebetriebe sind auf Grund spezieller Technologien nicht mehr weg zu denken (z. B. Wartung und Reparatur), so dass eine Definition der Industrie als produzierendes Gewerbe nicht mehr ausreichend erscheint um Industrie abzugrenzen. Macht bereits eine sachliche Beschreibung von Industrie Probleme, wird die Komplexität des Begriffes weiter erhöht, fragt man nach dem Wert der Industrie. Ist z. B. Massenproduktion, die historisch der Industrie zugeschrieben wird, negativ, positiv oder wird sie neutral bewertet? Wie bewertet man einen Terminus Industrie, wenn keine Klarheit darüber besteht, ob ein ihr historisch zugeschriebenes Attribut als Grundlage für eine Bewertung herangezogen werden kann? Wie bewertet man einen Gegenstand, von dem man nicht weiß, was er ist und der nicht bleibt, was er zu einem Zeitpunkt war? Der einzige Zugang zu einem solchen Gebilde erscheint „ein zunächst in heuristischer Absicht gesetztes ‚Thema‘ Industrie, dessen Passung und diskursive Konstitution erst in und aus der Rekonstruktionsarbeit am Datenmaterial erschlossen wird“ (Keller et al. 2010: 11).

2.2 Die Geographie der Industrie

Eben jene Rekonstruktionsarbeit soll in dieser Arbeit vollbracht werden. Eine Annäherung an den Begriff Industrie ist nicht nur von Belang, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, als was Industrie gesehen wird und wie es so zu einer eher negativen Bewertung dieser in der NRW-Studie kommen konnte. In zahlreichen medialen Berichten wird das Industrieland Deutschland erwähnt. Industrie scheint etwas zu sein, dass nicht nur ein wirtschaftliches, produktives Geschehen beschreibt, sondern Industrie steht auch für eine Gesellschaftsform (Industriegesellschaft). „Präsent ist Industriegesellschaft zunächst als materiales Ensemble von Produktionsstätten, Produktion und Infrastruktur: Industrie zeigt sich in den "Fabriklandschaften" des Ruhrgebietes, der Pittsburgh-Area oder in Lothringen, Industrie zeigt sich als technisches Produkt, vor allem als Massengüter, seien es nun Uniformen, Schreibmaschinen, Automobile oder Lego-Steine […] und Industrie zeigt sich in Form von shopping malls und Groß-Kliniken, aber auch in der Siedlungsstruktur ganzer Regionen und im Verkehrswegenetz. Soweit ist Industrie insbesondere auch als Technik. als technische Konfiguration und als technische Aggregate - und im erweiterten Sinne als "technische" Lebensweltbasis - identifiziert“ (Schmidt 2001: 306). Industrie ist ein offensichtlich den Raum Deutschland und die in ihr wohnende Gesellschaft prägendes Element. Wird ein Begriff Industrie nun eine eher negative Bewertung zu teil, hat dieses auch Auswirkungen auf die Beurteilung eines Raumes, von dem man nicht mehr will, dass er industriell ist. Ein Verständnis über Industrie bringt somit auch eine Vorstellung darüber, was sich für einen Raum Deutschland gewünscht wird. Wünscht man sich für den Industriestandort Deutschland gar keine Industrie mehr? Wünscht man sich für ihn nur bestimmte Industrien? Wie soll der industrielle Standort Deutschland zukünftig aussehen?

3. Diskurstheoretische Ansätze

Die Ausführungen in Kapitel 2 machen deutlich: Industrie kann nicht als ein klar abgrenzbarer Gegenstand gesehen werden. Vielmehr ist Industrie verankert in einem komplexen Gefüge der Sprache, dem sich die Wissenschaft durch die Diskursforschung zu nähern versucht. Angenommen wird, dass sich Wirklichkeiten[3], auch jene über Industrie, über Sprache konstituieren. Sprache besitzt somit einen performativen Charakter; kann durch ihren Gebrauch Wirklichkeiten erzeugen (Keller et al. 2010: 11). Obgleich Sprache einen performativen Charakter besitzt, darf nicht angenommen werden, dass jede Äußerung eine konstruierende Wirkung entfaltet. Zunächst sind Äußerungen als einmaliges Aussageereignis zu verstehen (Keller 2011: 68), das von einem Individuum ausgeht. Erst das Teilen und Verbreiten von Darstellungen, die dem Begriff ‚Industrie‘ zugeordnet werden können, schaffen Wirklichkeiten durch überindividuell anerkannte und somit gültige, wahre Aussagen. Es ist nicht Ziel der Diskursforschung „extrahieren zu wollen, wie Individuen quasi „aus sich selbst heraus“ je spezifische Zielvorstellungen und Rationalisierungen entwickeln, sondern wie die unterschiedlichen Darstellungen dieser sich zu Mustern zusammenfügen lassen“ (Füller und Marquardt 2009: 99). Demnach enthält erst das wiederholte Auftreten inhaltlich übereinstimmender Äußerung eine Aussage, die dem sprachlichen Gefüge über ‚Industrie‘ zugeordnet werden kann. Unterschiedliche Aussagen bzw. Darstellungen, die an den Begriff ‚Industrie‘ geknüpft sind, bilden so netzwerkartige, komplexe Muster.

Interessant für die Diskursforschung sind auf Grund der Betonung der Wichtigkeit von intersubjektiv geteiltem Wissen, welches sich in Aussagen wiederspiegelt, die „Häufigkeiten und Regelhaftigkeiten, mit der Aussagen erscheinen“ (Martschukat 2010: 74). Das Entstehen von Aussagen impliziert, dass sie nicht konstant sind. Wären sie konstant, wäre ein Erscheinen und Vergehen von Darstellungen nicht möglich, d. h. sie wären durchgehend vorhanden, was ein Untersuchen von Regelhaftigkeiten nichtig machen würde. Diese nicht starre Konsistenz von Diskursen begründet unter anderem, weshalb das Begriffsgefüge um Industrie nicht eindeutig erkannt und zeitlos definiert werden kann. Dieses Phänomen weist auf einen wichtigen diskurstheoretischen Ansatz hin: Aussagenmuster haben keine fixe, sondern eine bewegliche, veränderbare Struktur. Sie sind kontingent und temporär (Nonhoff 2006: 34, Glasze und Mattissek 2009). Sie sind veränderbar, unterliegen als Muster jedoch einer Genealogie. Sie entstammen einstmaligen Aussagen, und an sie schließen sich sinnhafte weitere Aussagen an. Welche Begriffszuschreibungen zur Industrie sich herausbilden, ist Ergebnis vielseitiger, evolutionärer Machteinflüsse, die die verschiedenen Elemente eines Gefüges konstruieren, stabilisieren, hegemonial oder marginal werden lassen. Auch können die Begriffszuschreibungen zur Industrie je nach gesellschaftlichem, historischem und kulturellem Kontext unterschiedlich ausfallen, was der sozialen Entstehung geschuldet ist. Industrie offenbart sich nach dieser Theorie als ein kontingentes Macht-Aussagen-Gefüge.

In der Diskursforschung ist die soziale Konstruktionsleistung eines Begriffs der Industrie, der durch Machteinflüsse beeinflusst wird, jedoch mehr, als eben jener obgleich komplexe Begriff. Die sprachliche Erzeugung von etwas, was Industrie ist, bedeutet, dass gesellschaftliche Wahrheiten und Wirklichkeiten konzeptionalisiert werden, d. h. ‚Fakten‘ an denen sich menschliches Handeln orientiert. Verweissysteme, Kategorien, Bewertungen, aber auch Objekte[4], die der ‚Industrie‘ zugeordnet werden, stellen so einen Teil einer sozialen Welt her (Glasze und Mattissek 2009: 30f).

Überindividuelle Aussagesysteme entwickeln auf Grund eines bestimmten als wirklich befundenen Wissens explizite und implizite Handlungsorientierungen in Form von Normen, Verboten, Beschränkungen, Alltagspraktiken und materielle Arrangements (Glasze und Mattissek 2009: 20), die wiederum bestimmte Aussagen eines Gefüges festigen können.

Entsprechend interessiert sich die Diskursforschung für den „tatsächlichen Gebrauch von (geschriebener oder gesprochener) Sprache[5] und anderen Symbolformen in gesellschaftlichen Praktiken“ (Keller 2011: 9), für die hieraus resultierende (Re-)Produktion des sprachlichen Gefüges, die Machtkonstellationen, die sich auf das gesamte sprachliche System auswirken und vor allem für die Auswirkungen auf die sozialen Akteure und die Beeinflussung des menschlichen Verhaltens, die aus sozial konstruierten, nie konstanten Wirklichkeiten entstehen (Füller und Marquardt 2009: 84).

Durch die theoretische Annahme, dass Wahrheiten und soziale Wirklichkeiten kontingent sind, ergibt sich ein Verständnis darüber, dass diese dadurch auch variabel sind. Hier zeigen sich das verbindende Ziel der unterschiedlichen Ansätze in der Diskursforschung: „Auf der Basis diskurstheoretischer Ansätze kann soziale Wirklichkeit als kontingent, d. h. prinzipiell veränderbar, konzeptionalisiert werden. Damit können scheinbar gegebene und als „normal“ akzeptierte Strukturierungsprinzipien der Gesellschaft problematisiert und Handlungsspielräume in scheinbar eindeutigen Situationen aufgezeichnet werden. […] [Demgemäß kann] auch die Veränderbarkeit bestimmter Verhältnisse gezeigt werden und damit entscheidende Grundlagen für deren Veränderung geliefert werden“ (Glasze und Mattissek 2009. 43f). Wie die soziale Welt konstruiert wird und wie Einfluss auf sie genommen werden kann bzw. in wie weit bereits auf sie eingewirkt wird (durch Macht bzw. Mächte), ist durch divergierende theoretischen Ansatz und Forschungsschwerpunkte nicht einheitlich geklärt. Die Vielzahl der theoretischen Ansätze[6] kann im Rahmen dieser Arbeit nicht ausgeführt werden und beschränkt sich daher auf die in Kapitel 4 ausgewählte Theorie. Für einen näheren Einblick in die theoretischen Ansätze der Diskursforschung sind die Handbücher der Sozialwissenschaftlichen Diskursanalyse (Keller et al. 2010, Keller et al. 2001) zu empfehlen.

Dem Forschenden offenbart die Diskursforschung ein weites, uneinheitliches theoretisches Feld, das sich durch unterschiedlichste theoretische Ansätze auszeichnet, die untereinander Verschränkungen aufweisen und sich teilweise stark divergierenden Forschungsfragen widmen. Methoden, die den einzelnen Theorien zugeordnet werden können, müssen durch den Forschenden selbst aufgetan werden, denn es gibt keine einheitliche Vorstellung über das methodische Vorgehen innerhalb der Diskursforschung. Somit ist klar das auch in dieser Forschungsarbeit zwischen Diskurstheorie und Diskursanalyse zu unterscheiden ist, obgleich sich beide wechselseitig stützen: „Während Diskurstheorien allgemeine theoretische Grundlagenperspektiven auf die sprachförmige Konstituiertheit der Sinnhaftigkeit von Welt entwickeln, konzentrieren sich Diskursanalysen auf die empirische Untersuchung von Diskursen. Mit dem Begriff der Diskursanalyse wird allerdings keine spezifische Methode, sondern eher eine Forschungsperspektive auf besondere, eben als Diskurse begriffene Forschungsgegenstände bezeichnet“ (Keller 2011: 8f).

Die speziellen theoretischen Überlegungen sind somit Ausgangspunkt für eine bestimmte Forschungsperspektive, wodurch es möglich ist zur Perspektive passende Methoden auszuwählen oder zu entwickeln. Demnach erscheint es sinnvoll erst nach einer theoretischen Einbettung des zu untersuchenden Gefechtes der Industrie eine erneute thematische Eingrenzung des Themas vorzunehmen und tiefergehende Fragestellungen[7] zu entwickeln, die gemäß der Theorie sinnhaft beantwortet werden können.

Aus den hier aufgezeigten allgemein gültigen Ansätzen der Diskursforschung lassen sich jedoch bereits einige Herangehensweisen an das komplexe Gefüge der Industrie ausschließen, die anderen Disziplinen zuzuordnen sind und eine Abgrenzung zur Diskursforschung aufzeigen. Diskursforscher konzentrieren sich in ihren Arbeiten (vor allem aus pragmatischen Gründen) zwar vor allem auf das geschriebene Wort bzw. das schriftlich festgehaltene gesprochene Wort (Protokolle, Transkriptionen, Medienberichte usw.), legen ihren Fokus hier allerdings anders als die Textlinguistik auf Text und Kontext des tatsächlich Geäußerten. Die Textlinguistik untersucht hingegen die sprachlichen Strukturen eines Textes ohne den Kontext außerhalb des Geschriebenen zu analysieren (Nonhoff 2006: 25). Die „sozialstrukturellen Formungen des Sprachgebrauchs“ (Keller 2011: 9) ist für die Diskursforschung nicht von Interesse.

Die Verbindung zwischen Text und Kontext lässt die Diskursforschung als eine hermeneutische Disziplin erscheinen. Zunächst soll die objektive Hermeneutik zur Diskursforschung abgegrenzt werden. Die objektive Hermeneutik betrachtet einen Text als ihr Untersuchungsobjekt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Text eine Aussage transportiert und diese vollständig. Die Diskursforschung geht davon aus, dass einzelne Texte lediglich Fragmente des Untersuchungsgefüges transportieren. (Keller 2001: 136). Demnach ist es zur Untersuchung einer sozial konstruierten Wirklichkeit einen Begriff betreffend unumgänglich einen Untersuchungskorpus festzulegen der eine Vielzahl dieser Fragmente enthält. Eine vollständige Erhebung eines sprachlichen Gefüges wird dabei auch auf Grund seiner Kontingenz und strukturellen Einbindung in das sprachliche Gefüge als unmöglich betrachtet.

Nach diesen Abgrenzungen wäre es möglich die Diskursforschung als eine Art Inhaltsanalyse zu betrachten, was jedoch den zeitlichen Verlauf einer Argumentation nicht berücksichtigen würde.

Eine weitere Abgrenzung betrifft die interpretative Sozialforschung. Auch diese lässt sich zur Diskursforschung abgrenzen, obgleich sie sich an ähnlichen Prinzipien orientiert wie diese. Statt des Paradigmas des ‚Verstehens‘, auf dem die Hermeneutik beruht, liegt der Diskursanalyse eigentlich das ‚Erklären‘ näher“ (Waldschmidt 2010: 153). So will auch diese Forschungsarbeit versuchen sprachlich fundierte Gründe (die letztlich auch ausdrücken, wie die Welt verstanden wird) dafür zu finden weshalb es in der NRW-Studie zu einer eher negativen Bewertung der Industrie kommt. Dabei wird nicht versucht eine hinter dem Text liegende Bedeutung des geschriebenen Wortes zu analysieren, den Text also vollendet zu verstehen, wie vom Autor gedacht, sondern das Gesagte wird so genommen wie tatsächlich gebraucht. Zudem soll versucht werden zu erklären, wie es zu Veränderung innerhalb des sprachlichen Gefüges der Industrie im zeitlichen Verlauf kommt. Das heißt, die Diskursforschung versucht nicht in den Geist eines Menschen zu schauen, sondern betrachtet vielmehr jenes, was den Geist eines Menschen beeinflusst und zu bestimmten Aussagen verleitet.

Des Weiteren kann die Diskursforschung gegenüber der Handlungstheorie abgegrenzt werden. Die Handlungstheorie beforscht das Subjekt und seine Wirkmächtigkeit (Waldschmidt 2010: 151f). In der Diskurstheorie wird davon ausgegangen, dass das Subjekt alleine keinen Einfluss auf das System zu nehmen vermag, da es durch dieses bestimmt wird. Das Subjekt kann sich zwar frei Aussagen über ‚Industrie‘ anschließen und sich so innerhalb des sprachlich Vorgegebenen bewegen, kann auch aufbauend auf der Genealogie eines Begriffes neue Ideen bezüglich der ‚Industrie‘ formulieren, kann jedoch nicht ohne intersubjektive Akzeptanz, das heißt ohne Gesellschaft, neue wirklichkeitsprägende Aussagen entwickeln. Rationalität wird nicht einem Subjekt zugesprochen, sondern entsteht intersubjektiv.

Schlussendlich soll in dieser Forschungsarbeit auch die Diskursethik von Habermas außerhalb der Diskursforschung gesehen werden. Seiner Auffassung nach „wird ein Diskurs als rationales Gespräch zwischen aufgeklärten und gleichberechtigten Subjekten in einem herrschaftsfreien Raum verstanden, bei dem allein die besseren Argumente entscheiden und Konsens herbeiführen. Diskurse in diesem Sinne basieren auf „kommunikativer Vernunft“, haben Verständigung zum Ziel und implizieren ein rationales Subjekt, das den Diskurs zu kontrollieren vermag. […] [Demnach wäre das Subjekt ein] selbstständiges Geistesgebilde, das fernab der Lebenswirklichkeit […] schwebt“ (Martschukat 2010: 72f), daher nicht Teil dieser sozial konstruierten Wirklichkeit, die eben hier untersucht werden soll.

Was ist nun jenes Gebilde namens Diskurs, auf das sich hier Theorie und Analyse richtet? Je nach Forschungsschwerpunkt wird anderes unter einem Diskurs verstanden, da zwar eine „vergleichsweise große Übereinstimmung über grundsätzliche Fragemöglichkeiten und potentielle Daten besteht, […] doch die Annahmen darüber [divergieren], was sinnvollerweise im Forschungsprozess rekonstruiert werden kann und sollte“ (Keller et al. 2010: 12). Demnach ist es auch in dieser Forschungsarbeit nach einer Ausführung der Ansätze der Diskursforschung unerlässlich aufzuzeigen, mit welcher Theorie und welchem Verständnis von Diskursen hier gearbeitet werden soll.

Wie beim Diskurs selbst finden sich bezüglich der Entwicklung eines Diskurses und der Prägung von Diskursen durch bestimmte Machteffekte unterschiedliche, teilweise sich widersprechende theoretische Fundamente. Es ist daher unumgänglich auf den theoretischen Unterbau einzugehen. Um ein Verständnis über die Herstellung und somit auch über die Einflussmöglichkeiten in einem diskursiven Prozess zu erzeugen, ist es nach einer Erläuterung der dem Diskurs inhärenten Eigenschaften notwendig, auf (Re-)Produktionsprozesse von Diskursen einzugehen. Um den Be­zug zur Forschungsarbeit zu gewährleisten, wird daher nach jedem Kapitel kurz erläutert, welche Auswirkungen sich aus der Theorie für die Forschungsarbeit oder Folgearbeiten herleiten lassen.

4. Wissenssoziologische Diskurstheorie

Ziel dieser Forschungsarbeit ist es wie einleitend erklärt durch die Untersuchung der Wissenszuschreibungen ergänzend zur NRW-Studie dazu beitragen ein Verständnis über die negative Bewertung der Industrie zu erzeugen und so ein Wissen darüber, was hinter der Aussage steht, ‚industriefeindlich’ zu sein, um so auf ‚Falschaussagen‘[8] reagieren zu können. Demnach macht es Sinn an eine Diskurstheorie anzuknüpfen, die Anschluss an die Theorien zur Wissensproduktion, institutionelle Stabilisierung von Wissensvorräten und subjektiver Wissensaneignung (Janssen 2009: 12) liefert. Dieses bietet das Konzept der wissenssoziologischen Diskurstheorie. Ihr „Ausgangspunkt [findet sich] in der soziologischen Wissenstheorie von Peter Berger und Thomas Luckmann nimmt und von dort aus einen Brückenschlag zwischen den […] kulturalistischen Ansätzen der Diskursforschung und den […] Diskurstheorien, insbesondere derjenigen von Foucault“ (Keller 2011: 58). Die wissenssoziologische Perspektive ist der französischen Schule der Diskursanalyse zuzuordnen, die ihren Fokus auf die Untersuchung großflächiger gesellschaftlicher Sinn- bzw. Wissensformationen setzt und in Abgrenzung zur angloamerikanischen Ausprägung der discourse analysis zu sehen ist, die sich der ‚language in use‘ widmet (Nonhoff 2006: 26). Ziel dieser Arbeit ist es nicht eine Gesprächs- oder Konversationsanalyse durchzuführen, sondern den „Blick […] auf den Zusammenhang von überindividuellen Wissensordnungen und diskursiven Praktiken“ (Keller et al. 2001: 12) zu richten, wie es die wissenstheoretische Diskursforschung ermöglicht. Sprache ist für die Diskursforschung dennoch entscheidend, denn durch Sprache wird Wissen aufgenommen und gestaltet: „When we talk, we use ‘language’ (words, terms, jargon, etc.) which is conceptualized as ‘both constituting and constitutive’ (epistemology and ontology are social constructions) and, through language use, inanimate objects such as written reports (etc.) are animated and made meaningful and consequential” (Samra-Fredericks 2005: 809).

Ein umfangreicher Textkorpus ist auch in dieser Arbeit eine unumgängliche Basis, um nach der foucault’schen Vorgehensweise archäologisch Wissensmuster zu analysieren. Einen archäologisch Charakter nimmt die Vorgehensweise nach Foucault an, da sie theoretisch davon ausgeht, dass schriftliche Werke (die als Untersuchungskorpus dienen) keinen ‚Schnappschuss‘ der Zeit darstellen, sondern durch frühere Handlungen, Prozesse und Macht-Wissens-Komplexe mitbestimmt werden (Keller 2011: 50f). Ein Werk ist daher nie ahistorisch, ebenso wenig wie das Gedankenwerk eines Subjekts. Demnach sind Gedanken eines Subjekts nach der foucault’schen Theorie nie frei von Intersubjektivität, da sie auch anerkanntes, demnach intersubjektives Wissen einschließen. Ist die Rede vom Wissen eines Subjektes, so soll diese Intersubjektivität im Folgenden mitgedacht werden. Dieses trifft entsprechend auch auf das Wissen um Industrie zu. Aus Nicht-Wissen kann kein neues Gedankengut entstehen. „Alles, was wir wahrnehmen, erfahren, spüren, auch die Art, wie wir handeln, ist über sozial konstruiertes, typisiertes, in unterschiedlichen Graden als legitim anerkanntes und objektiviertes Wissen vermittelt[9]. Dieses Wissen ist nicht auf ein ‚angeborenes‘ kognitives Kategoriensystem rückführbar, sondern auf gesellschaftlich hergestellte symbolische Systeme. Solche symbolischen Ordnungen werden überwiegend in Diskursen gesellschaftlich produziert, legitimiert, kommuniziert und transformiert; sie haben gesellschaftlich-materiale Voraussetzungen und Folgen“ (Keller 2001: 113). Trotz der Kritik an Foucault, wird dem Subjekt durch diesen theoretischen Ansatz nicht seine Existenz abgesprochen. Subjekte wie z. B. Experten oder Genies werden durch gesellschaftliche Praktiken als Sprecher legitimiert (z. B. durch bildungsbedingte Qualifikationen, Wahlen). Da gesellschaftliche Praktiken Sprecher und ihr Gedankengut legitimieren und somit auch das ausgesprochene oder schriftlich niedergeschriebene Wissen, erklärt sich, dass gesellschaftliche Praktiken Macht auf unsere sozial konstruierte Wirklichkeit haben. Macht ist dabei eine Vielzahl von Kräfteverhältnissen (Keller 2011: 50f). Aus dieser Perspektive kann nicht klar analysiert werden, welche Kräfte welchen Einfluss auf die sozial hergestellten Wirklichkeiten haben. Zudem darf aus der Perspektive von Foucault nicht vernachlässigt werden, dass sich Praktiken auch aus und auf Grund einer bestimmten Sicht auf die Welt entwickelt haben. Die soziale Welt bewegt sich so in einem Wechselspiel ihrer selbst. Die Mächte entwickeln sich aus diskursiven Strukturen, die Entwicklung diskursiver Strukturen wird durch die Mächte beeinflusst.

Da Praktiken eine filternde Wirkung auf Wissen haben ist es dennoch wichtig herauszustellen, wie die Praktiken, aus denen das Korpusmaterial extrahiert wird, funktionieren, wie sie Wissen filtern und neues intersubjektives Wissen bilden und welchem gesellschaftlichen Zweck sie dabei dienen (siehe Kapitel 6.1).

Die Untersuchung der Praktik, in der Wissen sozial erzeugt wird, namentlich die diskursive Praktik und ihre institutionelle Einbettung fordert auch die kulturalistische Diskursanalyse (Keller 2011: 38). Auch sie betont den Habitus der Wahrnehmung, des Denkens, des Sprechens und des Handelns von Subjekten, hebt aber die aktiven und interpretativen Leistungen von sozialen Akteuren hervor (Keller 2011), die bei Foucault erst durch die gesellschaftliche Legitimierung von Einzelpersonen für diskursive Untersuchungen in Frage kommen, denn kontingente Erscheinungen sind sozial konstruiertes, intersubjektiv anerkanntes Wissen – in dieser Forschungsarbeit das spezielle Wissen um Industrie. Nur eben jenes sozial verfestigte Wissen ist in der Diskursforschung von Interesse, nicht aber subjektiven Neukombinationen von Wissenselementen – die auch ausgesprochen oder schriftlich festgehalten nicht mehr sind als erstmalige Äußerungen, die zunächst durch soziale Praktiken in ihrem Wahrheitsgehalt geprüft werden müssen. Auch die wissenssoziologische Diskursforschung ist nicht an subjektiven Sinnzuschreibungen oder Wissensvorräten interessiert, sieht diese jedoch mit den Prozessen des intersubjektiven Wissens verbunden. Aus diesem Grund wird ihr oft Inkonsistenz vorgeworfen, da sie zwar auf poststrukturalistischen Vorstellungen aufbaut, jedoch an der Idee des prädiskursiven intentionalen Subjekts festhält (Angermüller 2005 nach Glasze und Mattissek 2009: 32).

Diese Kritik kann aufgelöst werden, macht man sich bewusst, dass auch das Subjekt durch bereits erwähnte sozialen Praktiken geprägt ist, die wiederum durch gesellschaftliches Wissenselemente bestimmt werden, welche (re)produziert werden, so dass ein nie endendes Wechselspiel zwischen gesellschaftlich eingebundenen Subjekten, Wahrheit und Wissen gegeben ist. Obgleich intersubjektiv anerkannte Wissenselemente ihren Ausgangspunkt in Subjekten und ihren Ideen (von Wissen kann hier nicht geredet werden) haben, werden diese Ideen erst sozial als Wissenselemente anerkannt.

Zusammenfassend bedeuten diese theoretischen Annahmen für die vorliegende Forschungsarbeit, dass es nicht genügt die Werke eines Autors zu untersuchen, auch nicht dann, wenn über einen zeitlichen Verlauf untersucht wird. Ein Autor bildet durchaus intersubjektives Wissen ab, aber nicht ausschließlich. Nicht immer ist eindeutig, ob es sich bei dem Ausgedrückten um eigene, obgleich intersubjektiv mitgeprägte, Gedankengänge handelt, oder um Äußerungen anderer, die durch Wiederholung bestätigt werden. Keinesfalls darf man ihm zusprechen ‚die‘ einzig wahre Wirklichkeit zu vermitteln. Sinnvoller erscheint es eingesetzte Sprecher, die für eine Vielzahl von Leuten sprechen, d. h. nicht nur ihre eigenen Gedankengänge weitergeben, zu Analysezwecken heranzuziehen. Möchte man, wie es in dieser Arbeit der Fall ist, intersubjektiv anerkanntes Wissen untersuchen, erscheint es sinnvoll sich auf Sprecher zu beschränken, da sie durch andere Akteure zur Vertretung eingesetzt und legitimiert sind. Auch sie sind nicht in der Lage ‚die‘ Wahrheit zu äußern, aber sie vermitteln intersubjektiv anerkannte Wirklichkeiten, d h. in dieser Forschungsarbeit das intersubjektive Wissen einer bestimmten Akteursgruppe um Industrie. Auf Grund von Vorgaben innerhalb einer diskursiven Praktik (z. B. Redezeit) sind auch die Sprecher nicht immer in der Lage das intersubjektive Wissen komplett zu äußern.

Auf Grund der nie gegeben Ahistorie eines Sprachakts, muss dabei ein fester Zeitraum zu Analysezwecken gewählt werden. Nur so wird man der Annahme gerecht, dass sich Diskurs fortwährend ändert und entsprechend auch geändert werden kann, indem Wissen über Industrie verbreitet wird, obgleich das Wissen einer Akteursgruppe nicht zwangsläufig anerkannt werden muss.

Ein Verständnis darüber zu erlangen auf welche Weise sich Diskurse verändern ist auf Grund der Vielzahl von Kräfteverhältnissen hingegen schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu ermitteln. Für die vorliegende Arbeit bedeutet dieser theoretische Sachverhalt, dass lediglich auf experimentelle Weise versucht werden kann, solche Machtkomplexe aufzufinden, die Diskurse in eine bestimmte Richtung stimulieren können.

4.1 Diskurs als Kopplung zwischen Wissenselement und Begriff durchzogen von Macht

Diskurs soll hier als solches Wissen definiert werden, das sich in einer Aussage wiederfindet. Nicht jeder Sprachgebrauch, wird er noch so oft wiederholt entspricht somit einem Diskurs (etwa Begrüßungen). Ritualisierte soziale Praktiken sind demnach kein Diskurs, auch wenn sie einen Sprachgebrauch beinhalten. Diskurse drücken viel mehr das in Beziehung setzen zu etwas aus. Die Äußerung einer alltäglichen Begrüßungsformel vermag dieses nicht, eine Aussage durchaus. So könnte eine Äußerung mit einer bestimmten Aussage (eine Aussage ohne Äußerung ist nicht möglich) sein: „Industrie stößt Stoff x aus. Schadstoffe sind umweltschädlich und müssen daher reduziert werden.“ Der Begriff Schadstoff x ist hier an den Begriff Industrie gekoppelt. Zunächst enthält die Äußerung „Industrie stößt einen Stoff x aus“ lediglich eine Information, die durch Kenntnisse um das Wirken von Stoffes x durch das Subjekt als (umwelt)schädlich eingestuft wird. Diese Einstufung begründet sich darauf, dass diese „information [is] laden with experience, truth, judgment, institution and values“ (Malecki 2000: 385). Eben jene Aufladung und Verarbeitung von Informationen auf Basis von bereits verinnerlichtem Wissen und die Kenntnis darüber, wie mit diesem verarbeiteten Material umgegangen werden kann, ist Wissen. Sagt der Begriff umweltschädlich uns nichts, so wissen wir auch nicht, wie mit ihm umgegangen werden kann/ soll. Eine Handlung auf Basis dieser Unkenntnis, ist nicht möglich. Wissen hingegen führt zu Handlungen, hier der Aufforderung Schadstoffe zu reduzieren. Der Diskurs umfasst nicht nur das oberflächlich ausgedrückte Wissen durch eine Aussage, sondern auch das Wissen welches zu dieser Aussage führt. Wissen führt so zu Wissen. Das Wissen, welches hinter einer Aussage steckt, muss dabei nicht zwangsläufig bewusst sein, bildet über eine Äußerung aber dennoch Wissen ab. Dabei muss nicht das komplette Wissen über einen Zusammenhang geäußert werden. Auch hinter der Aussage „Industrie ist umweltschädlich“ steckt Wissen, jedoch wird nur ein Teil jenes auch verinnerlichten Wissens, d. h. ein Wissenselement, abgebildet.[10]

Ebenso wenig bewusst müssen für das Subjekt die Machtstrukturen sein, die dazu geführt haben, dass das Subjekt, aufbauend auf einem bestimmten machtdurchdrungenen Wissen (welches ausgesprochen selber Macht ausübt) selbst wiederum Wissen erzeugt.

Das Wissen, das ein Subjekt, eine Gruppe oder eine Gesellschaft hat, bildet Wirklichkeit. Wissen ist intersubjektiv geglaubte Wahrheit so Finke (2005: 28). Entsprechend sind Aussagen, die jenes Wissen beinhalten, nie rein subjektiv. Aussagen sind der „typisierbare und typische Gehalt […] der sich in zahlreichen verstreuten Äußerungen rekonstruieren lässt“ (Keller 2011: 68), so dass auch ein Diskurs als etwas Typisches erscheint.

Welches Wissen als eigene intersubjektive Wahrheit akzeptiert oder getragen wird, hängt von den Machtstrukturen ab, die die sozialen Akteure prägen. Ob nun von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen, auch als Diskurskoalitionen bezeichnet, als wahr empfunden oder nicht: jedes Wissen kann Diskurse ausbilden, mal mit mehr, mal mit weniger starkem Geltungsanspruch. Jede soziale Gruppe kann spezifische Wissenselemente anerkennen, in dieser Gruppe real und legitim werden lassen. Anders als im Positivismus wird die Quelle von Wissenselementen nicht in der Wissenschaft gesehen (Maasen 2009: 21). Scheler hält das Wissen der Wissenschaft weder für die einzige noch die wesentliche Form des Wissens: „Alles Wissen, und vor allem das gemeinsame Wissen um dieselben Gegenstände, bestimmt ferner irgendwie das Sosein der Gesellschaft in allen möglichen Hinsichten“ (Scheler 1980: 52). Es kann also angenommen werden, dass es innerhalb einer Gesellschaft mehrere Wahrheiten die ‚Industrie‘ betreffend gibt: „Den herkömmlichen Begriff einer absolut konstanten natürlichen Weltanschauung hat daher die Soziologie des Wissens glatt abzulehnen. Aber sie muß und darf einen anderen Begriff dafür einführen, denjenigen der <<relativ natürlichen Weltanschauung >> […] daß es eine, und eine konstante natürliche Weltanschauung <<des>> Menschen überhaupt nicht gibt, sondern daß die Verschiedenheit des Weltbildes in die kategorialen Strukturen des Gegebenen selbst hineinreicht.“ (Scheler 1980: 61). Die ‚evident truths‘ (Laclau und Mouffe 2001: 1) gibt es nicht. Anstelle einer relativ natürlichen Weltanschauung wird innerhalb dieser Arbeit der Begriff der Diskurse verwendet, denn erst in Diskursen werden Wirklichkeiten sichtbar.

Auf Grund unterschiedlicher, sich auch widersprechender Wahrheiten über Industrie innerhalb eines Diskursfeldes und auf Grund einer stetigen Neuverknüpfung und (Re-)Produktion sind Diskursfelder durch Bedeutungsüberschuss gekennzeichnet, der nur durch soziale Interaktionen reduziert werden kann. Nur durch kommunikative Aushandlungsprozesse kann das Feld der Diskurse über Industrie eingegrenzt werden, wobei es nie gelingen kann eine völlige Geschlossenheit dieses sprachlichen Systems zu erreichen, so dass es sich fortlaufend verändern kann. Eine Totalität kann es so nicht oder nur für den Moment geben (Laclau und Mouffe 2001: 104). Ideengut von Subjekten kann allerdings nicht beliebig variieren, entsprechend kann auch die Komplexität eines Diskursfeldes Industrie nicht endlos ausgedehnt werden. Einem diskursiven Feld können nicht beliebige Wissenselement zugeschrieben werden, da eine Kopplung an einen Begriff Industrie, d. h. das in Beziehung setzen zu Wissenselementen, Sinn ergeben muss (Nonhoff 2006: 42). Gerade als Eingrenzung eines Diskursfeldes erscheint Sinn dabei „in der Form eines Überschusses von Verweisen auf weitere Möglichkeiten“ (Luhmann 1985: 93), die, ausgesprochen und weitergegeben, ebenfalls in das Diskursfeld Industrie eingehen.

Bevor näher auf den Begriff Sinn eingegangen wird, soll zunächst herausgestellt werden, was diese theoretischen Annahmen für die vorliegende Forschungsarbeit bedeuten. Zunächst soll während dieser Arbeit nicht jede Äußerung in die Analyse einfließen, sondern nur solche, aus denen klar eine Bewertung hervorgeht, denn erst Informationen, die mit Werten, Erfahrungen usw. aufgeladen sind, sind Wissen und fließen als ein Diskurs in das Diskursfeld Industrie ein. Sachinformationen (z. B. „Industrie stößt Stoffe aus“) oder eine Bewertung ohne Kopplung an ein anderes diskursives Feld (z. B. „Industrie ist zu erhalten“) sind nicht relevant, da wegen fehlender Bewertung nicht handlungsleitend oder auf Grund fehlender Kopplung nicht prüfbar, daher auch nicht kritisierbar. Diskurse über Industrie zu untersuchen bedeutet, dass immer auch von der Möglichkeit ausgegangen wird, dass widersprüchliches Wissen über Industrie vorliegt. Welches Wissen dabei wahr und welches falsch ist, kann nicht herausgestellt werden, so dass aus diskurstheoretischer Sicht kein Unwissen vorliegt. Entsprechend ist es keinesfalls Ziel dieser Arbeit herausgestelltes Wissen zu kritisieren oder zu befürworten. Dies bleibt Diskurskoalitionen mit ihrem Wissen vorbehalten.

4.1.1 Differenzierung durch Sinn

Bei Sinn geht es zunächst nicht um einen höheren Sinn hinter den Dingen, sondern um das sinnhaft erfassbar machen von etwas. Der Sinn um etwas – hier den Begriff Industrie – hat nicht nur den Zweck der gesellschaftlichen Legitimierung von Aussagen oder Aktivitäten sondern auch jenen die Komplexität zu reduzieren (Luhmann 1987 nach Nonhoff 2006 33), so dass der Mensch handlungsfähig wird. Wie über Industrie herausgestellt, handelt es sich dabei um einen Begriff der mit einem komplexen sprachlichen Gefüge verwoben ist (siehe Kapitel 3). Anknüpfungen an den Begriff Industrie können sich innerhalb des zeitlichen Verlaufes lösen oder gelockert werden oder durch Kommunikation neu entstehen oder verstärkt werden. Diese Bindungen an den Begriff Industrie stellt die kontingente Wirklichkeit über Industrie dar. Ohne Differenzierung könnte der Industrie dabei jeder Begriff des sprachlichen Systems zugeordnet werden. Es wäre nicht mehr möglich auszudrücken was unter Industrie zu verstehen ist, da Industrie alles Ausdrückbare wäre. Erst eine Differenzierung gibt ein sprachliches Gefüge durch Herstellung eines diskursiven Feld Industrie Sinn (Luhmann 1985). Gibt es jedoch mehrere Wirklichkeiten über Industrie, gibt es auch mehrere Sinnabgrenzungen, weitere Möglichkeiten, wie Industrie gedacht werden kann, vieles, vor allem auch widersprüchliches, was Industrie ist, so dass Industrie ihren Sinn, die Grenze ihres Systems zu verlieren scheint, obgleich die Sinngrenzen nie statisch gedacht werden dürfen. Um Sinn und die ‚passende‘ Reduktion wird daher gestritten. Eines ist jedoch klar festzuhalten: solange Industrie Sinn hat, können ihr eine oder mehrere Bedeutungen zugeschrieben werden. Diese können auch widersprüchlich sein, da es nicht ‚den‘ Sinn gibt. Alle Bedeutungen mit ihren Differenzierungen bilden das diskursiven Feld Industrie. Eine Aufdeckung von Zuschreibungen zu dem Begriff Industrie, um im Anschluss ein Verständnis über die Bewertung innerhalb der NRW-Studie zu erlangen, ist demnach nur möglich solange der Begriff Industrie gesellschaftlich als sinnvoll erscheint. Differenzierung zu anderen Elementen macht also Sinn und Sinn sorgt dafür, dass etwas Bedeutung haben kann. Begriffe, wie der der Industrie, sind nicht aus sich selbst heraus Elemente in einem sprachlichen Gefüge, sie sind Sinnelemente in diesem und produzieren gleichzeitig weitere Sinnelemente.

Gibt es Industrie schließt dieses ein, dass es auch etwas nicht Industrielles geben muss, das die Sinngrenzen bildet. Dabei ist „Sinn […] ein Prozessieren nach Maßgaben von Differenzen, und zwar von Differenzen, die als solche nicht vorgegeben sind, sondern ihre operative Verwendbarkeit [...] allein aus der Sinnhaftigkeit selbst gewinnen“ (Luhmann 1985: 101). Wieso etwas genau auf diese Weise als zu differenzierendes Sinnelement entsteht bleibt offen, dient doch gerade die Diskursforschung dazu, Erklärungen über die Entstehung von Diskursfeldern zu ergründen.

Lassen sich Diskursfelder durch Differenzierung zu anderen Feldern abgrenzen, so lässt sich das Wissen um ein Sinnelement bzw. einen Begriff klassifizieren. Industrie wird zuordenbar und zugleich lässt sich etwas Industrie zuordnen. Industrie ist ein System und selber Teil von anderen Systemen. Dabei ist das diskursive Feld der Industrie nicht in sich geschlossen, sondern ist an das sprachliche Gesamtsystem gekoppelt. Eine Kopplung an die sprachliche Umwelt ist unabdingbar, um Differenzierungen zum Inneren des Industrie-System zu bilden, denn ohne Sinndifferenzierung würde das System Industrie seine gesellschaftliche Bedeutung verlieren. Es wäre schlicht weg nicht existent. „Soziale Systeme operieren in der Form von Kommunikation und erzeugen damit sich selbst als gegenüber ihrer Umwelt abgeschlossene Systeme: und das erst macht es möglich, aber auch notwendig laufend andere Unterscheidungen zu suchen – in ihrer Umwelt oder in sich selbst.“ (Luhmann 1995: 180 nach Maasen 2009: 54). So ist Industrie kein geschlossenes aber abgeschlossenes soziales System, denn es (re)produziert sich durch Kommunikation zwischen sozialen Akteuren. Das erklärt auch weshalb es möglich ist, dass ein diskursives Feld Industrie sich widersprechende Diskurse enthält, die Ausdruck eines (Re)Produktionsprozesses eines Sinnsystems Industrie sind. Es bilden sich durch Kommunikation fortlaufend neue Unterscheidungen eines Sinnsystems aus, die es abgrenzen und gleichzeitig beschreiben. Je nach gesellschaftlicher Einbindung können andere Akzente des Sinnsystems Industrie betont werden[11], jedoch gibt es kein Wissenselement, welches allein einer sozialen Gruppe zurechenbar ist, da soziale Akteure nicht in einer Gruppe isoliert leben. Entsprechend umfasst eine Diskurskoalition Menschen unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen.

„Die Dynamik und permanente Bewegung, die Offenheit und Interaktion der Diskursfelder immer mitgedacht werden […]. Sie sind es letztlich auch, die Veränderungen im Denken und Dasein der Menschen ermöglichen“ (Foucault 1994: 34f, 39 nach Martschukat 2010: 74). Sinn zeichnet sich also nicht nur durch Differenzierung und Instabilität aus, sondern auch durch Offenheit zur Umwelt des sprachlichen Systems. Sinn bzw. das „Sinngeschehen ist Autopoiese par excellence“ (Luhmann 1985: 101).

Differenziert werden kann auf verschiedene Weisen, d. h. Sinn wird nicht nur auf eine ‚X ist anders als Y‘-Differenzierung rückführbar, sondern kann verschiedene Formen annehmen:

- X ist anders als Y (Differenzierung)
- X hat absolut nichts mit Y zu tun (Superdifferenzierung)
- X ist anders als Y, ist aber durch Z mit Y verbunden (Äquivalenz)
- X und Y sind anders, stehen aber in Bezug zu a in Konkurrenz, um y zu erreichen

(Nonhoff 2006: 86ff).

Durch diese Typologien wird eine sinnhafte Wissensordnung hergestellt, die vor allem eines zeigt: Soziale Akteure erfassen die Welt durch Differenzierung (Abgrenzung nach außen) und Klassifizierung (Zuordnung von Wissenselementen nach innen) und schaffen durch eigene Wahrnehmungs- und Kommunikationssysteme eine menscheneigene ‚Realität‘. Dieses schließt eine außerhalb dieses Systems vorkommende, objektive Welt nicht aus, doch wären wir ohne Sprache nicht dazu in der Lage sie auszudrücken oder einzufangen. Jene Realität die wir durch intersubjektives Wissen wiedergeben, gibt so Aufschluss auf die soziale Ebene, nicht auf eine objektive Realität (siehe auch semiotisches Dreieck von Nöth 2000: 140 nach Nonhoff 2006: 64). Für diese Arbeit von Belang ist die Bedeutung der Sinneinheit Industrie, d. h. jene Wissenselemente, die der Industrie zugeordnet werden.

Aus der Theorie um den Sinn als Differenzierung lässt sich für die Forschungsarbeit folgendes schließen: Das Wissen um Industrie, welches während der Diskusanalyse ermittelt werden soll, ist nicht etwas, was den Begriff Industrie definiert, sondern es besteht aus Elementen, die an Industrie gekoppelt sind. Daraus ergibt sich erneut, wieso innerhalb dieser Forschungsarbeit keine Bewertungen der Industrie ohne Kopplung an einen Begriff erfasst werden. Dass Kopplungen an Industrie ermittelt werden können, ist nach dieser Theorie ohne Zweifel, da ein Begriff nur Sinn macht, solange ihm Bedeutungen zugeschrieben werden können. Problematisch für eine eindeutige Beschreibung der Industrie ist vielmehr die Tatsache, dass es durch unterschiedliches Wissen auch zahlreiche Sinnabgrenzungen gibt, so dass das Diskursfeld Industrie sich zu einem zwar sinnvollen, aber nicht mehr sinnhaften Feld aufbläht. Um jedoch Handlungen die Industrie betreffend vollführen zu können, bedarf es einer Reduzierung dieses aufgeblähten Feldes. Reduziert wird, indem der Sinn einer Sache bestritten wird. Durch das Bestreiten wird ein Diskurs in eine sinnhafte Richtung gedrängt, z. B. in die Richtung Industrie ist im Wesentlichen „nicht ökologisch, das ist schlecht“, woraus sich die Handlungsaufforderung ergibt, dass Industrie ökologischer werden muss. Die Theorie zeigt, dass auch durch Kampagnen Kritik ausgeübt und so Industrie in eine bestimmte Richtung gelenkt werden kann. Auf welche Weise kritisiert wird ist dabei unerheblich, solange die Aussage deutlich wird.

Auf Grund der offenen Grenzen zu der sprachlichen Umwelt, können Industrie immer wieder neue Bedeutungen zugeschrieben werden (dazu mehr im folgenden Kapitel). Daraus ergibt sich, dass die Bewertung der Industrie nicht allein von der Richtung, in welche ein Diskurs gelenkt wird, abhängt, sondern sich auch dadurch verändern kann, dass neue Bedeutungen ab- oder zugeschrieben werden. Für die vorliegende Arbeit ergibt sich daraus, dass ein zu erstellendes Kategoriensystem nie als abgeschlossen angesehen, noch unreflektiert auf andere Korpus­eingrenzungen übertragen werden darf. Eben dieses gilt auch für die Bewertung, d. h. innerhalb dieser Arbeit wird ausschließlich die Bewertung der Industrie im Zeitraum von 2007 bis 2011 betrachtet.

4.1.2 Bedeutung

Bedeutung ist nicht gleich dem Sinn einer Sache. Bedeutung ist die Eigenschaft und die Bewertung eines sinnhaften Elements, welche durch Diskurse verbreitet wird.

Zwar bedarf es zur Herstellung von Sinn einer Bedeutung[12], diese kann sich jedoch z. B. auf Grund von neuen Resultaten oder Ereignissen verändern. So ist Industrie z. B. längst nicht mehr der einzige Sektor der seine Arbeit durch Maschinen vereinfacht (siehe Kapitel 2.1). Macht es keinen Sinn mehr einen Begriff beizubehalten wie er ist, wird Kritik an seiner Sinnhaftigkeit geübt, so verändert sich die innere Bedeutung durch eine neue Außendifferenzierung gegenüber der sprachlichen Umwelt (Nonhoff 2006). Wissen wird angezweifelt und muss intersubjektiv neu ausgehandelt werden. Das Diskursfeld Industrie verändert sich. Die Differenzierung ist dabei vom Subjekt erfassbar und ausdrückbar. So kann Industrie sicher oder unsicher sein[13], Industrie ist kein Handwerk und keine Dienstleistung usw.. Der Inhalt bzw. die Bedeutung, die hinter zugeschriebenen Begrifflichkeiten steht, ist jedoch nicht klar auszudrücken (Nonhoff 2006: 110f). Was beispielsweise ist ‚unsicher‘? Auch von dem Diskursfeld ‚unsicher‘ oder ‚Unsicherheit‘ ist wieder nur die Differenzierung zu erfassen usw. Die Analyse des wirklichen Kerns einer Sache würde ewig weiter führen und würde letztlich zur einer Erfassung des gesamten, sprachlichen Systems führen, nicht aber zur Erfassung des eigentlichen Wesens, d. h. dem Inhalt oder der Bedeutung eines sozial konstruierten Begriffes der Industrie. Gesucht ist also nicht das wahre Wesen eines Begriffes, die objektive Realität, die man hinter den Dingen zu erfassen glaubt (obgleich man letztlich nur das Wesen des sprachlichen Systems erfassen würde), sondern die Begrifflichkeiten, die es abgrenzen bzw. erst abgrenzbar machen, aber dennoch beschreiben.. Die zu analysierenden Zuordnungen zum Diskursfeld Industrie sind demnach keine objektive Realität, sondern eine soziale Realität, die das Diskursfeld veränderlich macht.

Wenn nun aber lediglich die Zuschreibungen und so die Differenzierung zu einem Begriff erfassbar sind, wie ist es dann möglich Gründe für die Negativbewertung eines Begriffes zu finden. Wieso kann es zu einer tendenziellen Ablehnung der Industrie? Wie bewerten wir, dass etwas eher gut oder eher schlecht ist? Hier spielen Werte eine ausschlaggebende Rolle.

Ein Begriff kann nicht objektiv als gut oder schlecht bewertet werden, entsprechend kann die Zuordnung eines Begriffes zum Diskursfeld Industrie dieses nicht zu etwas machen, dass negativ oder positiv ist. Wissenselemente, wie beschrieben, sind deskriptive Elemente (deskriptive Bedeutungskomponenten), Ablehnung und Befürwortung sind deontische Bedeutungskomponente (Klein 1991: 61 nach Nonhoff 2006: 89). Bedeutungen bzw. Bedeutungszuschreibungen sind demnach nicht nur Anknüpfungen von sprachlichen Komponenten zu einem Begriff der Industrie, sondern bauen zugleich auf einer Bewertung auf.

Die vorliegende Arbeit liefert demnach keine Findung einer klaren Definition, was Industrie ist. Ein Kern des Begriffs Industrie herauszustellen ist nach der wissenssoziologischen Diskurstheorie nicht möglich. Vielmehr werden auch Definitionen als bloßes Sachwissen angesehen, das sich auch ohne weitere Bewertung und damit Erhalt einer Bedeutung, wandeln kann, demnach selber nie den Kern der Industrie treffen kann. Durch diese Arbeit wird nicht versucht, eine nicht vorhandene objektive Realität der Industrie zu entschlüsseln, sondern die intersubjektive Realität. Klar ist, dass es nach der Theorie auch keine objektive Bewertung geben kann. Entsprechend muss sich auch die Industrie gefallen lassen, nach dem Diskurs inhärenten intersubjektiven Werteurteilen, der einzig erfassbaren Realität, kritisiert oder gelobt zu werden.

4.1.3 An Wissen geknüpfte Werte

„Bewertung heißt Stellung beziehen zu einem Sachverhalt (Sachebene) von einer Vorstellung (Wertebene) aus“ (Haber et al. 1993: 166). Möchte man nun also ein Verständnis über die Bewertung von Industrie erlangen, ist es notwendig zu analysieren, wie Kopplungen zwischen zwei Begriffen (z. B. Industrie und Sicherheit) bewertet werden (z. B. Industrie ist zu unsicher, da…; ist ausreichend sicher, da…; ist beispielhaft, was die Sicherheit betrifft, da…). Die Bewertung ist von entscheidender Wichtigkeit, denn sie ist handlungsleitend. Nicht die Verknüpfung der Industrie mit dem Themenfeld Sicherheit sorgt für die Problematik des nicht arbeiten Wollens in der Industrie (siehe Kapitel 1), sondern, so kann nun hypothetisch angenommen werden, die Belegung des Diskursfeldes Industrie mit vorwiegend negativen Bedeutungszuschreibungen. Auf Grund der hinter der Bedeutung stehenden Bewertung, kann auch davon ausgegangen werden, dass Industrie ein Wert zu- oder abgesprochen wird oder aber zu- oder abgesprochen wird als wirtschaftlicher Akteur Wertvolles zu leisten, zu schützen oder zu liefern und so selber eine hohe Bedeutung zu erlangen.

[...]


[1] „Während Diskurstheorien allgemeine theoretische Grundlagenperspektiven auf die sprachförmige Konsti­tu­iertheit der Sinnhaftigkeit von Welt entwickeln, konzentrieren sich Diskursanalysen auf die empirische Untersuchung von Diskursen. Mit dem Begriff der Diskursanalyse wird allerdings keine spezifische Methode, sondern eher eine Forschungsperspektive auf besondere, eben als Diskurse begriffene Forschungsgegenstände bezeichnet.“ (Keller 2011: 8f)

[2] Da vom Forschenden vorab nicht erfassen werden kann, was wann als Industrie verstanden wurde (z. B. sind landwirtschaftliche Großbetriebe Industrie oder Landwirtschaft?) – sondern eben dieses durch unter anderem die Diskursforschung erfasst werden soll – muss Abstand davon genommen werden ein Untersuchungskonstrukt Industrie festzulegen, das z. B. zu jeder Zeit landwirtschaftliche Großbetriebe unter ‚Industrie‘ subsumiert. Entsprechend sind nur solche Passagen der Plenarreden relevant, die explizit den Begriff ‚Industrie‘ verwenden.

[3] Es gibt nicht die einzig wahre Wirklichkeit. Daher muss von Wirklichkeiten gesprochen werden. Es wird jedoch angenommen, dass eine Realität außerhalb des momentan Erfassbaren besteht.

[4] Objekte können als Symbol auch der Sprache zugeordnet werden.

[5] Ein tieferer Sinn hinter dem Ausgesprochenen oder Geschriebenen wird nicht gesucht.

[6] [6] Discourse analysis, (Diskursethik), Diskurstheorie, kulturalistische Diskursanalyse, Kritische Diskursanalyse, critical discourse analysis, strukturalistische Diskursforschung, poststrukturalistische Diskursforschung, wissenssoziologische Diskursforschung, Diskurslinguistik.

[7] Ausholende Forschungsfragen, die wiederum die Auswahl der Theorie begründen, finden sich in der Einleitung.

[8] Nach der Diskurstheorie gibt es lediglich ein intersubjektiv anerkanntes oder abgelehntes Wissen. Ein klares richtig oder falsch kann es demnach nicht geben.

[9] Selbst Erfahrungswissen unterliegt intersubjektivem Wissen darum, ob etwas als relevante Erfahrung erkannt wird. So wurden früher viele Forschungsergebnisse aus Unwissenheit als nichtig abgetan und Jahre später als Durchbruch erkannt.

[10] Möchte das Subjekt ausschließlich mit diesem Wissen argumentieren, ist dieses nicht möglich. Es fehlt die Information, auch als Sachwissen bezeichnet, weshalb Industrie als umweltschädlich eingestuft werden kann, ebenso wie ein sich daraus ergebendes Verhalten. Entsprechend muss für einen diskursiven Aushandlungspro­zess z. B. das Thema der Umweltverträglichkeit im idealen Fall ein kompletter Diskurs geäußert werden, die eine Aussage begründet und sinnhaft macht.

[11] Unter Industriellen mag anderes über Industrie geredet werden, als z. B. in Behörden.

[12] Ohne Bedeutung wäre eine Differenzierung nicht möglich und ohne Differenzierung gibt es keinen Sinn. Nicht Sinnhaftes hat keine Bedeutung.

[13] Während des diskursiven Aushandlungsprozesses von Wahrheit kann Industrie sowohl sicher oder unsicher sein. Der Aushandlungsprozess selbst dient letztlich jedoch dazu ein eindeutiges Wissen durchzusetzen und so eine klare Differenzierung zu gewährleisten.

Ende der Leseprobe aus 111 Seiten

Details

Titel
Die soziale Konstruktion der deutschen Industrie in der politisch diskursiven Praktik
Hochschule
Universität Osnabrück  (Institut für Geographie (IfG))
Veranstaltung
Wirtschafts- und Sozialgeographie
Note
1,5
Autor
Jahr
2014
Seiten
111
Katalognummer
V304649
ISBN (eBook)
9783668028364
ISBN (Buch)
9783668028371
Dateigröße
816 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskursanalyse, soziale Konstruktion, Industrie, politischer Diskurs, Diskurs Industrie, gesellschaftliches Wissen
Arbeit zitieren
Andrea Galonska (Autor), 2014, Die soziale Konstruktion der deutschen Industrie in der politisch diskursiven Praktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304649

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die soziale Konstruktion der deutschen Industrie in der politisch diskursiven Praktik



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden