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Erhebung und Analyse der sakkadischen Augenbewegungen, unterstützt durch vegetative Parameter der Probanden- Wahrnehmung in visuellen Szenarien in Gesundheitseinrichtungen

Title: Erhebung und Analyse der sakkadischen Augenbewegungen, unterstützt durch vegetative Parameter der Probanden- Wahrnehmung in visuellen Szenarien in Gesundheitseinrichtungen

Bachelor Thesis , 2014 , 101 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Jo Peedikayil-Varghese (Author)

Medicine - Other
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Summary Excerpt Details

„Die Augen sind wohl das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Wenn sie richtig funktionieren, öffnen sie uns täglich die Tür zur Welt und verschaffen uns vielfältige
optische Eindrücke, manchmal sogar visuelle Genüsse"

Die meisten Patienten würden die Aussage „visuelle Genüsse“ nicht mit einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis in Verbindung bringen. Es sind eher Wörter wie „Tod“ oder „Krankheit“, die in Verbindung mit Gesundheitseinrichtungen gebracht werden.

Diese abschreckende Wahrnehmung von Gesundheitseinrichtungen steht mit dem Verständnis von einem Dienstleister, der in der öffentlichen Darstellung nicht negativ wahrgenommen werden möchte, im Konflikt. Dies lässt sich bedingt durch die Art der Dienstleistung nur schwer realisieren.

Ein Ansatz, um die Wahrnehmung dieser Einrichtungen zu verbessern, ist es die visuellen Strukturen eines Krankenhauses bzw. einer Arztpraxis an den Patienten der im selben Moment auch die Rolle des Kunden einnimmt, anzupassen. Der Patient soll nicht zusätzlich zu seinem Leiden noch durch die visuelle Wahrnehmung seiner Behandlungsstätte belastet werden.

Um sich bei der Raumgestaltung an der visuellen Wahrnehmung der Patienten zu orientieren ist es zuerst notwendig ein Auswertungsverfahren zu entwickeln, um die
Wahrnehmungseffekte von visuellen Szenarien zu messen. Dafür wurden in dieser Studie unter Laborbedingungen an einem Probandenkollektiv visuelle- und vegetative Parameter mit Hilfe eines Eye-Tracking-Verfahrens erhoben. Um letztendlich Aussagen über das visuelle Verhalten bzw. die Wahrnehmung zu treffen, wurden mehrere Auswertungsmethoden herangezogen und zum Teil auch miteinander verglichen. Ziel dieser Studie ist es zu erfahren wie sich bestimmte Objekte, sei es ein Gemälde, Behandlungsinstrument oder eine Objektkonstellation, auf die Sakkaden und die Wahrnehmung der Probanden auswirken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Allgemeine Rahmeninformationen

2.1 Anatomie und Funktionsweise des menschlichen Auges

2.1.1 Anatomischer Aufbau des menschlichen Auges

2.1.2 Funktionsweise des menschlichen Auges

2.2 Sakkaden

2.3 Die Pupille und ihre vegetative Beeinflussung

2.4 Psychologische Aspekte der menschlichen Wahrnehmung

2.4.1 Gesetze der menschlichen Wahrnehmung

2.4.2 Eye-Mind-Hypothese

2.5 Eye-Tracking

2.5.1 Head-Mounted und Table-Mounted Eye-Tracking Systeme

2.5.2 Eye-Tracking Techniken

2.5.3 Funktionsweise des X60 Eye-Tracker und der restlichen Komponenten

2.6 Die Gesundheitseinrichtungen

2.6.1 Kieferorthopädische Fachzahnarztpraxis Dr. Soja Hübert

2.6.2 Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling

3. Hypothesen dieser Studie

4. Methodik

4.1 Erstellung der Fotos

4.2 Versuchsaufbau und Ablauf

4.3 Probanden-Rekrutierung

4.4 Visualisierungsmethoden und Area of Interest

4.5 Auswertung der Fragebögen, Pupillometrie und Fixationsanzahl

5. Deskriptive und analytische Auswertung der erhobenen Daten

5.1 Das Probandenkollektiv

5.1.1 Geschlechterverhältnis

5.1.2 Altersverteilung

5.1.3 Anzahl der Arzt oder Krankenhausbesuche

5.1.4 Rechts- und Linkshändigkeit

5.1.5 Die Datenqualität der Probanden

5.2 Auswertung der subjektiven Bewertung der Bilder

5.3 Auswertung der Pupillometriedaten

5.3.1 Metrische Auswertung des Pupillendurchmessers

5.3.2 Relative Auswertung des Pupillendurchmessers

5.4 Vergleich der subjektiven und objektiven Bewertungsmethoden

5.5 Auswertung der Fixationszahlen

5.6 Exemplarische Einzelauswertung des Pupillendurchmessers im Zusammenhang zum Fixationspunkt

5.7 Auswertung der Bilder mit der Heat Map Darstellung

5.8 Analyse der Area of Interest (AOI)

5.9 Bewegungsmuster der Sakkaden

5.10 Ökonomisierung der Sakkaden

5.11 Subgruppenanalyse

5.11.1 Subgruppenanalyse (Geschlecht) mit der Heat Map

5.11.2 Subgruppenanalyse (Geschlecht) anhand der Fixationsanzahl

6. Fazit

7. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das visuelle Verhalten von Probanden bei der Betrachtung von Szenarien in Gesundheitseinrichtungen, um Erkenntnisse für eine patientenorientierte Raumgestaltung zu gewinnen. Das Hauptziel ist die Erhebung und Analyse sakkadischer Augenbewegungen sowie vegetativer Parameter, um objektive Rückschlüsse auf die visuelle Wahrnehmung von Objekten und Objektkonstellationen in Krankenhäusern und Arztpraxen zu ziehen.

  • Anwendung des Eye-Tracking-Verfahrens unter Laborbedingungen
  • Vergleich der visuellen Wahrnehmung von Regelleistungs- und Wahlleistungsbereichen
  • Analyse des Einflusses von Objekten (z.B. Kunst, medizinische Geräte) auf das Blickverhalten
  • Vergleich subjektiver Bewertung durch Fragebögen mit objektiven Pupillometriedaten
  • Untersuchung von Subgruppen-Unterschieden hinsichtlich des Geschlechts

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Gesetze der menschlichen Wahrnehmung

Die menschliche Wahrnehmung unterliegt im Allgemeinen mehreren Gesetzmäßigkeiten, und bestimmt so die Reihenfolge der Sakkaden. Das menschliche Gehirn ist hierbei das Kernelement. Es können zum Beispiel aus zweidimensionalen Bildern, die auf unsere Netzhaut projiziert werden, durch die Einordnung von nah oder fern Tiefeneindrücke in unserem Gehirn erzeugt werden. Diese Gesetzmäßigkeiten werden bei der Erstellung der Testfotos für die Probanden und deren Auswertung berücksichtigt. Im folgenden Teil dieses Abschnittes werden einige für diese Studie relevanten Gesetze der menschlichen Wahrnehmung aus dem Handbuch „Visuelle Mediengestaltung vorgestellt“.

Figur- und Grund Beziehung: Hierbei werden optische Reize nach bekannten Mustern geordnet. Dabei wird das, was zuerst wahrgenommen wird, zu einem Bild geformt und der Rest wird als Hintergrund ausgeblendet. Geschlossene Flächen, kleinere Flächen, symmetrische Konturen, einfache Formen oder Flächen die mit Texturen/Strukturen verziert sind, werden bevorzugt als gedankliche Figur wahrgenommen.

Gesetz der Nähe: Wenn mehrere Elemente in einer engen räumlichen Nähe zueinander stehen wirken sie als eine Einheit. Bei Texten ist dies gut zu erkennen, wenn der Inhalt durch Absätze getrennt wird, wirken die Texte vor und nach dem Absatz als eine Einheit. Oder auch bei medizinischen Apparaten, die aus einer Vielzahl von Einzelteilen bestehen aber als eine Einheit wahrgenommen werden.

Gesetz der Geschlossenheit: Formen die geschlossen sind werden bevorzugt als eine Einheit wahrgenommen. Aber auch Formen, die Lücken aufweisen oder unvollständig sind, werden meist als eine Einheit wahrgenommen. Das menschliche Gehirn ergänzt gedanklich die Lücken durch Scheinkanten und fügt die Form so zusammen, dass die lückenhafte Form eine Einheit darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Patientenwahrnehmung in Gesundheitseinrichtungen und definiert das Ziel, visuelle Strukturen mittels Eye-Tracking messbar zu optimieren.

2. Allgemeine Rahmeninformationen: Vermittelt anatomische und psychologische Grundlagen der visuellen Wahrnehmung sowie technische Hintergründe zur Eye-Tracking-Methodik.

3. Hypothesen dieser Studie: Formuliert die Annahmen über den Zusammenhang zwischen visuellen Szenarien, der subjektiven Bewertung und physiologischen Reaktionen der Probanden.

4. Methodik: Erläutert den Versuchsaufbau, die Probandenrekrutierung und die verwendeten Analyseparameter wie Pupillometrie und Heat Maps.

5. Deskriptive und analytische Auswertung der erhobenen Daten: Detaillierte Darstellung und Interpretation der Testergebnisse, einschließlich Subgruppenanalysen und des Vergleichs verschiedener Bilderpaare.

6. Fazit: Resümiert die Ergebnisse und diskutiert die Übereinstimmungen sowie Diskrepanzen zwischen objektiven Daten und subjektiven Empfindungen.

7. Ausblick: Gibt Empfehlungen für zukünftige Studien, insbesondere zur Verfeinerung der methodischen Störfaktorenkontrolle.

Schlüsselwörter

Eye-Tracking, Sakkaden, Pupillometrie, visuelle Wahrnehmung, Gesundheitseinrichtungen, Wahrnehmungspsychologie, Fixationsdauer, Blickverhalten, Heat Map, Gaze Plot, Area of Interest, Patientenwahrnehmung, Subgruppenanalyse, Gestaltungsgesetze, physiologische Parameter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Patienten und Besucher die visuelle Gestaltung von Räumen in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Zahnarztpraxen wahrnehmen und ob diese Wahrnehmung messbar durch gezielte optische Anpassungen beeinflusst werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Anatomie und Psychologie der Wahrnehmung, die technische Funktionsweise von Eye-Tracking-Systemen sowie die Anwendung dieser Technik zur Evaluierung von Interieur-Design in medizinischen Umgebungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Entwicklung und Anwendung eines Verfahrens, um mittels Sakkaden-Analyse und Pupillometrie zu messen, welche Objekte oder Raumgestaltungen im Gesundheitswesen eine positive oder negative Wirkung auf den Betrachter haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische Studie unter Laborbedingungen durchgeführt, bei der 42 Probanden visuelle Szenarien betrachten, während ihre Augenbewegungen (Sakkaden, Fixationen) und Pupillenreaktionen aufgezeichnet und mittels Gaze Plots und Heat Maps visualisiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Erstellung der Testbilder, der Versuchsaufbau, die Datenaufbereitung sowie die detaillierte analytische Auswertung der Ergebnisse der zehn Bilderpaare und die anschließende Interpretation durch Abgleich mit theoretischen Wahrnehmungsgesetzen behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Eye-Tracking, Sakkaden, Pupillometrie, Wahrnehmungspsychologie, Patientenwahrnehmung, Fixationsdauer und Heat Maps sind die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielt die Pupille in dieser Untersuchung?

Die Pupille dient als vegetativer Indikator: Eine Verengung (Miosis) wird hier als Zeichen für Stress oder negative Wahrnehmung interpretiert, während eine Weitung (Mydriasis) als Anzeichen für Entspannung oder positive Wahrnehmung gewertet wird.

Welche Bedeutung hat das Leopardenbild im Versuch?

Das Leopardenbild wird als Beispiel genutzt, um zu zeigen, dass die Präsenz von Kunst oder ästhetischen Elementen die Aufmerksamkeit massiv auf sich zieht und die Fixationsmuster der Probanden im Vergleich zu leeren Wänden signifikant verändert.

Warum wird eine Subgruppenanalyse nach Geschlecht durchgeführt?

Die Autorin untersucht, ob geschlechtsspezifische Unterschiede im Blickverhalten bestehen, um festzustellen, ob weibliche und männliche Probanden beispielsweise medizinische Geräte oder Dekorationen unterschiedlich priorisieren.

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Details

Title
Erhebung und Analyse der sakkadischen Augenbewegungen, unterstützt durch vegetative Parameter der Probanden- Wahrnehmung in visuellen Szenarien in Gesundheitseinrichtungen
College
University of Applied Sciences Köln RFH
Course
Medizinökonomie
Grade
1,1
Author
Jo Peedikayil-Varghese (Author)
Publication Year
2014
Pages
101
Catalog Number
V304704
ISBN (eBook)
9783668028685
ISBN (Book)
9783668028692
Language
German
Tags
Pupillometrie Sakkaden Klinische Studie Medizin Eye tracking Eyetracking Krankenhaus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jo Peedikayil-Varghese (Author), 2014, Erhebung und Analyse der sakkadischen Augenbewegungen, unterstützt durch vegetative Parameter der Probanden- Wahrnehmung in visuellen Szenarien in Gesundheitseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304704
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