Einführung und Darstellung in das linguistische Gebiet der Thema-Rhema-Gliederung mit zusätzlicher "praktischer" Anwendung an Sachtexten
Die Thema-Rhema-Gliederung, die thematische Progression, die funktionale Satzperspektive oder die thematisch-rhematische Progression ist nicht nur in ihrer allgemeinen Begriffsdefinierung problematisch. Allein schon die Definition des Begriffs „Thema“ weist Schwierigkeiten auf und erschwert die Benutzung, Verwendung und Interpretation der Thema -Rhema-Gliederung.
Der erste Abschnitt dieser Hausarbeit befasst sich deswegen mit der Erläuterung des „Themas“, den verschiedenen Formen der Thema-Rhema-Gliederung sowie der Kritik daran. Dies ist unerlässlich zum Verständnis und zur Benutzung der Thema-Rhema-Gliederung und verlangt nach einer exponierten und umfassenden Darstellung. Anhand von Schemata und Beispielen soll die Verwendung des Begriffs „Thema“, sowie die Grenzen eben dieses verdeutlicht werden. Die Autorin bezieht sich dabei in der Darstellung hauptsächlich auf die Darstellung von Brinke, der sich wiederum auf die Ausführungen von V. Dane, einer der führenden Linguisten zur thematischen Progression, beruft. Die Kritik an der Thema- Definition sowie die Ausführungen zum Fächerfixierungsmodell wurde beispielhaft von Heidrun Gerzymisch-Arbogast dargestellt, einer Linguistin, die über die thematische Progression in amerikanischen Wirtschaftstexten promovierte. Ihr Aufsatz wurde richtungsweisend für diese Darstellung der Thema-Rhema-Gliederung. Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich deswegen mit der Thema -Rhema-Gliederung von informationstragenden Sachtexten mit Hilfe des Fächerfixierungsmodells. Zwei Lexikonartikel zur selben Thematik sollen die unterschiedliche thematische Gliederung verdeutlichen und auf den unterschiedlichen Informationsgehalt bzw. die unterschiedliche Informationsvermittlung hinweisen. Gleichzeitig bietet die Verfasserin damit einen theoretischen Teil, der von einer praktischen Übung begleitet wird und somit die im ersten Teil gemachten Erkenntnisse zur Anwendung und weiteren Verdeutlichung bringt. Der vorgegebene Umfang der Hausarbeit von 10-12 Seiten wurde überschritten, was aber vor allem an den schematischen Darstellungen der verschiedenen Arten der Thema- Rhema- Gliederung und der behandelten Texte liegt. Ohne diese Schemata würde der Umfang eingehalten werden, weshalb sie in diesem Fall wie Zitate behandelt werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Thema – Rhema: Definitionen, Erläuterungen, Beispiele
a) Was ist das Thema?
b) Was ist das Rhema?
c) Was ist die Thema – Rhema – Gliederung?
d) Was ist die thematisch – rhematische Progression?
e) Kritik an der thematischen Progression
f) Die Identifikationsproblematik der Thema -Definition
2. Die Thema -Rhema-Gliederung in Sachbuchtexten
a) Das Fächer-Fixierungs-Modell
b) Analyse des Lexikonartikels „Der große Bauernkrieg“ (Text 1)
c) Analyse des Lexikonartikels „Der Bauernkrieg“ (Text 2)
d) Zusammenfassung der Ergebnisse
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendung der Thema-Rhema-Gliederung (funktionale Satzperspektive) in informationstragenden Sachtexten. Ziel ist es, die Definitionsschwierigkeiten der Begriffe "Thema" und "Rhema" aufzuzeigen und mittels des Fächerfixierungsmodells zu analysieren, wie die thematische Struktur die Informationsvermittlung in Sachtexten beeinflusst.
- Theoretische Abgrenzung und Definition von Thema und Rhema
- Darstellung und Kritik der thematisch-rhematischen Progression
- Methodische Untersuchung von Lexikonartikeln zum Bauernkrieg
- Analyse des Einflusses von thematischer Struktur auf die Textverständlichkeit
- Einsatz des Fächerfixierungsmodells zur Analyse von Sachbuchtexten
Auszug aus dem Buch
a) das Fächerfixierungsmodell (FFM)
Gerzymisch-Arbogast benutzt zur Untersuchung ihrer Beispielstexte in Ermangelung einer durchgehend anwendbaren Definitionsmethode das „Fächerfixierungsmodell“ (FFM), welches von folgenden Grundlagen ausgeht:
1. Die Basis der Thema-Rhema-Gliederung sind Äußerungen, die vor dem Hintergrund des Informationsstandes von Rezipient/Empfänger ausgehen. Hierbei wird ein gemeinsamer Informationsstand beider Teilnehmer vorausgesetzt, weiterhin, dass der Schreiber gewisse Vermutungen über den Informationsstand des Empfängers macht und dass der Informationsstand des Empfängers grundsätzlich geringer ist als der des Schreibers.
2. Die Thema-Rhema-Gliederung ist demnach eine Informationsgliederung vor dem Hintergrund des Schreiber-/ Empfängerwissens, die vor der Verbalisierung der Äußerung stattfindet.
3. Aus dem Informationsstand des Schreibers kann im Falle einer Äußerung ein Teilbereich ausgegliedert werden, auf den der Schreiber und somit auch der Empfänger besonderen Wert legt. Innerhalb dieses Aufmerksamkeitsbereichs vollzieht sich dann die Kommunikation.
4. Die Mitteilung, die der Schreiber dem Empfänger machen will, die Neuigkeit also, steht in einer Relation zu einem Sachverhalt aus dem Aufmerksamkeitsbereich. Dabei ist zu beachten, dass der Ausgangspunkt keine dem Empfänger bekannte Größe darstellen muss.
5. Thema und Rhema werden somit nicht als absolute, sondern als relationale Größen verstanden: die Bekanntheit der Objekte ist für sich genommen nicht relevant für die Thema-Rhema-Gliederung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Problemstellung der Thema-Rhema-Gliederung erläutert und die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise skizziert.
1. Thema – Rhema: Definitionen, Erläuterungen, Beispiele: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Aufarbeitung der Fachtermini, stellt die verschiedenen Typen der thematischen Progression vor und kritisiert gängige Definitionsansätze.
2. Die Thema -Rhema-Gliederung in Sachbuchtexten: Hier wird das Fächerfixierungsmodell eingeführt und anhand zweier Lexikonartikel zum Bauernkrieg praktisch angewendet, um die Informationsstruktur zu analysieren.
Ausblick: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Grenzen der Untersuchung und schlägt Ansätze für zukünftige Forschungsarbeiten vor.
Schlüsselwörter
Thema-Rhema-Gliederung, funktionale Satzperspektive, thematische Progression, Fächerfixierungsmodell, Sachtexte, Informationsstruktur, Textlinguistik, Mitteilungsgegenstand, kommunikative Dynamik, Textverständlichkeit, Referenzbezug, Bauernkrieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der Thema-Rhema-Gliederung in Sachtexten, um die funktionale Satzperspektive besser zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretische Bestimmung von Thema und Rhema, die verschiedenen Modelle der thematischen Progression sowie die Analyse von Sachtexten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Definitionsproblematik dieser Konzepte aufzuzeigen und durch die Anwendung des Fächerfixierungsmodells die Informationsstruktur von Sachbuchtexten zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Textanalyse durchgeführt, die primär auf dem sogenannten Fächerfixierungsmodell nach Mudersbach und Gerzymisch-Arbogast basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Begriffe und eine praktische Anwendung der Methode auf zwei Lexikonartikel über den Bauernkrieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Thema-Rhema-Gliederung, funktionale Satzperspektive, Fächerfixierungsmodell und Sachtexte charakterisiert.
Warum wird das Fächerfixierungsmodell für die Analyse gewählt?
Es wird gewählt, weil in Ermangelung einer universell anwendbaren Definitionsmethode dieses Modell eine strukturierte Untersuchung des Informationsstandes von Schreiber und Empfänger ermöglicht.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der beiden analysierten Texte?
Die Autorin stellt fest, dass der zweite Text durch eine klarere Hierarchisierung und weniger konkurrierende Themen eine höhere Verständlichkeit für den Leser aufweist als der erste Text.
- Quote paper
- Franziska Irsigler (Author), 2004, Zur Definition und Erklärung der Thema-Rhema-Gliederung und Analyse von informationstragenden Sachtexten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30472