Untersuchung verschiedener Kriterien und Modelle bei der Partnerwahl


Hausarbeit, 2014
13 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Kriterien der Partnerwahl
2.1 Räumliche Nähe
2.2 Physische Attraktivität
2.3 Ähnlichkeit
2.4 Einfluss der Herkunftsfamilie

3 Erklärungsmodelle
3.1 Evolutionstheoretischer Ansatz und geschlechtsspezifische Unterschiede
3.2 Ökonomische Ansätze
3.2.1 Partnermarktwert-Theorie
3.2.2 Equity-Theorie
3.3 Psychoanalytischer Ansatz

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Viele Menschen wollen ihr Leben in der heutigen modernen Gesellschaft frei und unabhängig gestalten, trotzdem sind Paarbeziehungen für die meisten Menschen noch immer ein wichtiger Bestandteil ihres Wohlbefindens, denn viele menschliche Bedürfnisse, wie z. B. Nähe und Sexualität, können am ehesten in einer verlässli- chen Beziehung zu einer Vertrauensperson befriedigt werden. Die Partnerwahl ist dabei eine interpersonelle Entscheidungshandlung, die dem Prozess der Paarbil- dung vorausgeht und in der Regel nicht nur einmal stattfindet, da viele Menschen im Leben oft mehrere Partnerschaften genießen. Bereits im jungen Erwachsenenalter ist die Partnerwahl von großer Bedeutung und stellt eine weitere Entwicklungsauf- gabe zum Erwachsenenalter dar. In unserer westlichen Gesellschaft ist die Auswahl des Partners in der Regel frei und unterliegt, anders als in traditionellen Kulturen, keinen sozialen bzw. familiären Zwängen. In diesen traditionellen Kulturen wird die Partnerwahl meistens mit Hilfe arrangierter Ehen durch die Familie bestimmt, wobei die Sicherung von Status und Wohlstand das oberste Auswahlkriterium darstellt. Die Wahl des Lebenspartners hat Konsequenzen für verschiedene Lebensbereiche, wie für die Beziehungszufriedenheit und Familiengründung, und wird deshalb als so wichtig eingeschätzt. Oft werden glückliche Beziehungen dem Schicksal bei der zufälligen Begegnung zugeschrieben, dabei scheint es bestimmte Kriterien zu ge- ben, die bei dieser oftmals unbewussten Wahl eine entscheidende Rolle spielen. Partnerwahl wird demnach von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, wobei es verschiedene Modelle gibt, die sich mit der Frage beschäftigen, wieso jemand eine bestimmte Person zum Partner wählt. (Klein et al. 2001, S. 265ff.)

In dieser Arbeit soll die Frage geklärt werden, welche sozialen und psychologischen Determinanten bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle spielen. Dafür wird zuerst ein kurzer Überblick von möglichen Einflussfaktoren gegeben und im An- schluss ausgewählte theoretische Befunde zur Partnerwahl vorgestellt und näher erläutert. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Partnerwahl bei hete- rosexuellen Menschen, da es sich bei dem Thema Homosexualität und Partner- schaft um noch ein sehr junges Forschungsgebiet handelt und es somit an empiri- sche Untersuchungen diesbezüglich mangelt. Dieses umfassende Themenfeld be- darf einer separaten Bearbeitung.

2 Kriterien der Partnerwahl

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene soziale und psychologische Einflussfakto- ren bei der Partnerwahl. Im folgenden Abschnitt wird dabei auf räumliche Nähe und physische Attraktivität eingegangen. Außerdem werden die Ähnlichkeits- und Kom- plementaritätshypothese vorgestellt und deren Bedeutung für die Partnerwahl erläu- tert.

2.1 Räumliche Nähe

Das Zusammentreffen mit dem potentiellen Partner muss vor der eigentlichen Part- nerwahl gewährleistet sein. Die Kontakthäufigkeit und die räumliche Nähe erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffens und Kennenlernens. Sie bilden so- mit eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen sozialer Beziehungen. Zum Bei- spiel kann schon ein bloßer wiederholter Blickkontakt zur Erhöhung der Sympathie zwischen zweier fremde Menschen führen. Wer im gleichen Land, in der gleichen Stadt oder im gleichen Viertel lebt, hat eine viel größere Wahrscheinlichkeit Kontakt aufnehmen zu können und somit als Partner gewählt zu werden. Zu den Orten, an denen man potentielle Partner kennenlernen könnte, zählen nicht nur Diskotheken und Lokale. Auch die Ausbildungsstätte, wie Schule und Uni bzw. der Arbeitsplatz sind an dieser Stelle zu nennen. Genauso wie bei Vereinen, bei denen durch ähnli- che Freizeitinteressen die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens erhöht wird, werden hier Gelegenheiten zu gemeinsamen Erfahrungen geboten. Natürlich kann der potentielle Partner auch an jedem anderen Ort getroffen werden, wie z. B. In- nenstädte, Kinos, Schwimmbäder oder Theater. (vgl. Langerer 2001, S. 133f.; vgl. Leopold 2000, 86f.)

2.2 Physische Attraktivität

In der Phase der Kontaktaufnahme und des Kennenlernens ist die Partnerwahl stark von der Attraktivität des potentiellen Partners abhängig. Die physische Attraktivität spielt gerade für die anfängliche Sympathie eine entscheidende Rolle, die mit der Vertiefung der Beziehung eher in den Hintergrund rückt. Dabei bevorzugen Frauen sowie Männer gutaussehende Sozialpartner. Verschiedene Umfragen zeigen, dass viele Menschen physisch attraktiven Menschen positive Persönlichkeitsmerkmale zuschreiben. Man hält sie sowohl für sympathischer, klüger und erfolgreicher, als auch für glücklicher. Schöne Menschen werden oftmals besser eingeschätzt, egal in welchen Lebensbereichen. (vgl. Grammer 1995)

Ein weiterer Erklärungsansatz besagt, dass Attraktivität eng mit Evolution und Fort- pflanzung verknüpft sei. Die bestmögliche Reproduktion der Gene zur evolutionsbio- logischen Arterhaltung liegt im Vordergrund. Aus diesem Grund wirken vor allem Körpermerkmale, die auf junge und gesunde Partner schließen lassen, auf Andere attraktiv. Der Evolutionsbiologe und Verhaltensforscher Prof. Karl Grammer sagt, dass Attraktivität weit mehr umfasst als nur Äußerlichkeiten und spricht von neun Säulen der Attraktivität: Jugendlichkeit, Symmetrie, Zustand von Haut und Haar, Bewegung, Geruch, Stimme, Körpergröße, die Hormonmarkierungen, wie weibliche Rundungen oder männliche Muskeln, und Durchschnittlichkeit. (vgl. Grammer, zit. in Förster, www.fitforfun.de)

Die Ansicht über Schönheit hat sich im Laufe der Zeit in verschiedenen Kulturen verändert. Für die Anfangsphase einer Beziehung spielt die Attraktivität eine relativ große Rolle, die sich mit der Vertiefung der Beziehung verringert. (Mörth 1998, www.soziologie.soz.uni-linz.ac.at)

Physische Attraktivität spielt bei der Partnerwahl für beide Geschlechter eine unterschiedlich große Rolle. Dies soll mit Hilfe des evolutionstheoretischen Ansatzes im folgenden Kapitel 3 aufgezeigt und näher erläutert werden.

2.3 Ähnlichkeit vs. Komplementarität

Oftmals beantwortet man die Frage nach der Wahl seines Partners mit dem Sprich- wort „Gegensätze ziehen sich an“. Robert F. Winch führte die Komplementaritätshy- pothese in den 1950er Jahren ein und sagte: „In mate-selection each individual seeks within his or her field of eligibles for that person who gives the greatest prom- ise of providing him or her with maximum need gratification." (Winch 1952, S. 406) Die Bedürfnisse einer Person werden dann maximal befriedigt, wenn der Partner Bedürfnisse hat, die zu den eigenen ergänzend wirken. Diese Hypothese konnte durch weitere Studien allerdings nicht bestätigt werden. (vgl. Lenz 2009, S. 72ff.)

Die aktuelle Forschung richtet ihren Blick auf das Gesetz der Ähnlichkeit. In zahlreichen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass sich Partner bezogen auf verschiedene Merkmale ähnlich sind, was als Homogamie bzw. Endogamie bezeichnet wird. Es tritt Ähnlichkeit hinsichtlich Alter, Bildungsniveau, Religionszugehörigkeit, physische Attraktivität, Einstellung und Meinung, Gesundheit sowie einige Persönlichkeitsmerkmale auf. (vgl. Klein 1995)

Es gibt viele Erklärungen für die Ähnlichkeitshypothese. Zum einen sind uns Perso- nen, die eine ähnliche Meinung und Einstellung teilen, sympathischer.

[...]

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Details

Titel
Untersuchung verschiedener Kriterien und Modelle bei der Partnerwahl
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Erziehungswissenschaft)
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V304761
ISBN (eBook)
9783668030428
ISBN (Buch)
9783668030435
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
untersuchung, kriterien, modelle, partnerwahl
Arbeit zitieren
Maria Krasel (Autor), 2014, Untersuchung verschiedener Kriterien und Modelle bei der Partnerwahl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304761

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