Die Familie ist eine der bedeutungsvollsten Sozialisationsinstanzen für den heranwachsenden Menschen. Die Erziehung der Kinder ist dabei eine der schwierigsten Angelegenheiten, dennoch ist sie in der heutigen Zeit durch gesellschaftliche Eindrücke und Einflüsse noch schwerer als je zuvor. Kinder brauchen zum einen klare Grenzen und Regeln, um ihren Alltag zu bewältigen und sollen sich zum anderen in der heutigen Gesellschaft frei entfalten können. Ein selbständiger lebensfähiger Mensch soll heranwachsen, der sich seiner Grenzen bewusst ist.
Eine wichtige Rolle spielen bei der Entwicklung der individuellen Persönlichkeit die Erziehungsstile der Eltern. Vor allem beeinflussen die Erziehungsmethoden der Eltern das weitere Leben von der Kindheit über die Jugend hinaus. Laut moderner Erziehung sollen sich Kinder zu glücklichen, selbstbewussten und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln. Bei der Umsetzung dieses Ziels sind sich Eltern allerdings nicht ganz einig. Die elterliche Erziehung unterscheidet sich somit durch verschiedene Stile. Gibt es dabei einen Erziehungsstil, der als „idealster“ bezeichnet werden kann bzw. der am meisten geeignet ist, um seine Kinder zu einem emanzipierten und mündigen Menschen zu erziehen?
Zur Klärung dieser Frage werden zunächst Erläuterungen zur Erziehung und zu Erziehungsstilen im Allgemeinen gegeben. Es wird hierbei auch kurz auf den Wandel der Erziehung in den letzten Jahrzehnten eingegangen. Im Anschluss sollen die Erziehungsstile sowie deren Auswirkungen geklärt werden. Zum Schluss werden die fünf Säulen von Tschöpe-Scheffler vorgestellt. Mit Hilfe dieser fünf entwicklungsfördernden Merkmalen des Erziehungsverhaltens soll ein abschließendes Fazit zur Beantwortung der Fragestellung gegeben werden.
Um das weitläufige Thema einzugrenzen, wird hierbei nur auf die vier von Maccoby und Martin (1983) beschriebenen elterlichen Erziehungsstile eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erziehung und Erziehungsstile
2.1 Definition Erziehung
2.2 Definition Erziehungsstil
2.3 Klassifikation Erziehungsstil
2.4 Erziehung im Wandel
3 Erziehungsstile und ihre Auswirkung
3.1.1 Autoritativer Erziehungsstil
3.1.2 Auswirkung
3.2.1 Autoritärer Erziehungsstil
3.2.2 Auswirkung
3.3.1 Permissiver Erziehungsstil
3.3.2 Auswirkung
3.4.1 Vernachlässigender Erziehungsstil
3.4.2 Auswirkung
4 Fünf Säulen einer guten Erziehung
4.1 Emotionale Wärme vs. Kälte bzw. Überhitzung
4.2 Achtung und Respekt vs. Missachtung
4.3 Kooperation vs. Dirigismus
4.4 Struktur und Verbindlichkeit vs. Chaos
4.5 Allseitige vs. Einseitige Förderung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener elterlicher Erziehungsstile auf die kindliche Entwicklung, mit dem Ziel zu klären, ob es einen als ideal zu bezeichnenden Erziehungsstil gibt, um Kinder zu emanzipierten und mündigen Individuen zu erziehen.
- Theoretische Grundlagen von Erziehung und Erziehungsstilen
- Der Wandel elterlicher Erziehung im historischen Kontext
- Differenzierte Analyse der vier Erziehungsstile nach Maccoby und Martin (1983)
- Vorstellung der fünf Säulen einer guten Erziehung nach Tschöpe-Scheffler
- Bewertung der Auswirkungen von Erziehungsverhalten auf die kindliche Kompetenzentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Autoritativer Erziehungsstil
Der autoritative Erziehungsstil kennzeichnet sich vor allem durch ein hohes Maß an emotionaler Zuwendung sowie gleichzeitig durch ein hohes Maß an Kontrolle. Das heißt, die Eltern sind zum einen liebevoll gegenüber ihrem Kind, zum anderen formulieren sie aber auch klare Anforderungen und feste Regeln, die es einzuhalten gilt. Dabei sind Strafen maßvoll, konsequent und sachbezogen. Autoritative Eltern haben erreichbare Erwartungen an ihr Kind und legen großen Wert auf die Entfaltung von Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.
Die eigene Verantwortung ist ihnen bewusst und trotzdem lassen sie ihrem Kind die Möglichkeit viele Dinge selbst zu probieren. Autoritative Familien besitzen eine offene Kommunikation, die auch die Position des Kindes berücksichtigt. Relevante Entscheidungen werden gemeinsam besprochen. Eltern und Kind begegnen sich somit auf gleicher Ebene.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Familie als Sozialisationsinstanz ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem "idealsten" Erziehungsstil.
2 Erziehung und Erziehungsstile: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Erziehung sowie Erziehungsstil und ordnet diese historisch sowie theoretisch ein.
3 Erziehungsstile und ihre Auswirkung: Hier werden die vier zentralen Erziehungsstile nach Maccoby und Martin detailliert charakterisiert und ihre Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung aufgezeigt.
4 Fünf Säulen einer guten Erziehung: Die fünf entwicklungsförderlichen Merkmale nach Tschöpe-Scheffler werden vorgestellt und ihren hemmenden Gegenpolen gegenübergestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein autoritativ geprägter Erziehungsstil die besten Entwicklungschancen für Kinder bietet.
Schlüsselwörter
Elterliche Erziehungsstile, Kindliche Entwicklung, Erziehung im Wandel, Autoritativer Erziehungsstil, Autoritärer Erziehungsstil, Permissiver Erziehungsstil, Vernachlässigender Erziehungsstil, Sozialisation, Fünf Säulen der Erziehung, Tschöpe-Scheffler, Emotionale Zuwendung, Erziehungskompetenz, Kindeswohl, Selbstständigkeit, Bindungsverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von elterlichem Erziehungsverhalten auf die Entwicklung von Kindern und der Identifizierung förderlicher Erziehungsmerkmale.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Definition von Erziehungsstilen, die Differenzierung zwischen verschiedenen Erziehungsansätzen und die Vorstellung des Konzepts der "fünf Säulen der Erziehung".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, welcher Erziehungsstil am besten geeignet ist, um Kinder zu selbstbewussten und mündigen Menschen zu erziehen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender familienpsychologischer Literatur sowie Forschungsergebnisse, insbesondere von Baumrind sowie Maccoby und Martin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die vier spezifischen Erziehungsstile (autoritativ, autoritär, permissiv, vernachlässigend) hinsichtlich ihrer Merkmale und Wirkungen auf das Kind.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Erziehungsstile, Bindung, soziale Kompetenz, elterliche Kontrolle und emotionale Wärme charakterisiert.
Warum wird der autoritative Erziehungsstil als besonders positiv hervorgehoben?
Er kombiniert hohe emotionale Zuwendung mit einer unterstützenden Kontrolle, was nach den Ausführungen der Autorin zu einem positiven Selbstbild und hoher Sozialkompetenz führt.
Welche Rolle spielen die "fünf Säulen der Erziehung" für die Argumentation der Autorin?
Sie dienen als praktische Leitlinien für Eltern, um eine entwicklungsförderliche Umgebung zu schaffen und die negativen Folgen von Fehlentscheidungen in der Erziehung zu minimieren.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen autoritärem und autoritativem Erziehungsverhalten?
Während der autoritäre Stil durch Strenge, Befehle und geringe emotionale Wärme geprägt ist, basiert der autoritative Stil auf offener Kommunikation, gegenseitigem Respekt und der Förderung der Selbstständigkeit bei klaren Regeln.
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- Maria Krasel (Author), 2014, Elterliche Erziehungsstile und deren Auswirkung auf die Entwicklung des Kindes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304763