Sport und Depression. Behandlungsstrategien und Methoden durch die Sporttherapie


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2004

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krankheitsbild Depression
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Epidemiologische Aspekte
2.3 Die Problematik bei der diagnostischen Einordnung
2.4 Klassifikationen depressiver Erkrankungen

3. Sporttherapie
3.1 Definition und Abgrenzung
3.2 Ansätze der Körpertherapien
3.3 Konzentrative Bewegungstherapie
3.4 Integrative Bewegungstherapie
3.5 Inhalte der Sporttherapie in der Psychiatrie
3.6 Laufen (Jogging) als depressionsspezifischer Therapieansatz

4. Endorphine

5. Zusammenfassung und Reflexion

6 Literatur

1. Einleitung

Mit dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in das Krankheitsbild der Depressionen geben. Ich möchte über Definition, Entstehung, Probleme der Diagnose und Behandlungsstrategien eingehen. Dabei möchte ich auf eine sehr wichtige, zum Teil auch neuartige Behandlungsstrategie zu sprechen kommen, die Therapie mit Sport. Sporttherapie ist, durch viele wissenschaftliche Studien belegt, ein adäquates und vor allem auch effektives Mittel, um den Depressionen Herr zu werden. Ferner bietet der Sport die Möglichkeit, wie keine andere Medikation (ich spreche in diesem Zusammenhang vom Medikament Sport und nicht einfach nur von einem motorischen Handlungsvollzug) Verhaltensweisen auf Dauer zu ändern und daraus völlig neue Betrachtungs- und Bewertungsweisen des Lebens zu gewinnen.

2. Krankheitsbild Depression

2.1 Definition und Abgrenzung

Sicherlich haben alle Menschen, auch wir, Phasen in denen wir im Leben traurig sind, niedergeschlagen, ziellos und verzweifelt. Uns quält eine bedrückende Stimmung und manchmal wissen wir weder woher sie kommt, noch wie man sie wieder loswird. Diese Zustände sind völlig normal und gehören zum normalen Leben einfach dazu. Nach einer gewissen Zeit verschwinden sie, man gibt sich neuen Zielen hin, entdeckt neue Dinge und freut sich wieder des Lebens. Bei manchen Menschen leider geht der vorher beschriebene Zustand jedoch über das Normale hinaus. Traurigkeit und Verstimmung werden zur Qual. Häfner (1983) versucht sich an folgender Definition: „Krankheit im allgemeinen Sinne bezeichnet einen Zustand unwillkürlich gestörter Lebensfunktionen eines Individuums, der eine Zeitdimension aufweist – Beginn und Verlauf – und in der Regel eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zur Folge hat.“ Aus diesem Definitionsversuch von Krankheit lässt sich klar erkennen, dass es sich bei einer Depression klar um eine solche handeln muss. Sie bezeichnet sowohl unwillkürlich gestörte Lebensfunktionen, verfügt über eine Zeitdimension, besitzt Beginn und Verlauf und wirkt sich sehr einschränkend auf die Leistungsfähigkeit aus. Ferner sind manche Patienten überhaupt nicht mehr leistungsfähig. Sie ergeben sich ihrer eigenen Apathie und machen meist gar nichts mehr. Wenn wir hier über Krankheit sprechen müssen wir auch erwähnen, dass jede Krankheit auch gewisse Begleiterkrankungen mit sich bringt. Dies ist bei einer Depression ganz besonders. Viele „gewöhnliche“ Krankheiten sind sichtbar, man erkennt sie optisch oder sie sind messbar. Depressionen hingegen sind tückisch, man erkennt sie oft schlecht und leugnet sie. Meistens erkennt man eine Depression erst an ihren Beleiterkrankungen, denn auch Depressionen haben Auswirkungen auf den Organismus. Sie schwächen das Immunsystem, sie haben einen großen Einfluss auf das kardiale System, sowie auf endokrine Faktoren. Es ist keine Seltenheit, dass depressive Patienten an arterieller oder pulmonaler Hypertonie zum Beispiel erkranken. Dieser Zustand kann bis zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen und die Patienten so sehr beeinflussen, dass man sie der NYHA-Klasse 3 bis 4 einzuordnen hat. Wir sehen also, dass die Psyche einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden hat und wenn dieses Gleichgewicht, so wie die Chinesen so schön sagen, ausgelenkt ist, ist dies genauso zu bewerten, als wenn ein primärer Organschaden oder eine Infektion vorliegen würde.

2.2 Epidemiologische Aspekte

„Depression ist die Krankheit unserer Epoche“ (Spiegel, Nr.51, S.179). Auf ähnliche Verheißungen stößt man, wenn man sich etwas näher mit den einschlägigen Massenmedien auseinandersetzt. Geht man von globalen Aussagen aus sind cirka 100-200 Millionen Menschen depressiv und vor allem behandlungsdüftig. Auf die Bundesrepublik Deutschland bezogen bedeutet dies eine Zahl von 1,8 bis 3 Millionen depressiver Menschen. Im Längsschnitt zeigt sich das depressive Erkrankungen zunehmen. Dieser Anstieg ist vor allem sichtbar in drei ganz signifikanten Bereichen. Der erste Bereich umfasst die neurotischen Störungen, Persönlichkeitstörungen und psychosomatische Störungen. Der zweite Bereich befasst sich mit den depressiven Störungen und der dritte Bereich umfasst den Alkoholmissbrauch. (Vgl. Huber, 1990. S.11f)

2.3 Die Problematik bei der diagnostischen Einordnung

Wenn wir hier vom Krankheitsbild der Depression sprechen müssen wir immer bedenken, dass es keine isolierte einzelne Krankheit ist, sondern sie sich aus einer Vielzahl depressiver Syndrome zusammensetzt, die jeweils unterschiedlich stark zum Vorschein treten können. Es gibt auch bis heute hinsichtlich der Syndrome keine einheitliche Ordnung der Erscheinungsvariationen und somit ist hier noch ein großes Gebiet, welches wissenschaftlich aufbereitet werden muss. Fast alle Krankheitsbilder in der Psychiatrie, auch das der Depression, entziehen sich der Betrachtungsweise eines verursachenden Morbus. Somit ist es unheimlich schwer Depressionen richtig einzuordnen oder zu erkennen, da man lediglich als Diagnosemittel das äußere Erscheinungsbild hat. Lediglich der Verlauf kann noch zu diagnostischen Zwecken mit verwendet werden. Trotzdem muss man, auch schon aus klinischer Sicht die Depression in bestimmte Klassen oder Stadien einteilen. Eine dabei wesentliche Gefahr dieser Klassifizierung besteht darin, durch das Etikettieren eines Patienten mit der Diagnose wichtige Informationen auszufiltern. Eine psychiatrische Diagnose muss daher sehr viel Komplexer sein, als die ledigliche Symptomatik es vorgibt. Hierzu werden Daten benötigt wie: aktuelle Konflikt- und Belastungssituation, prämorbide Persönlichkeit, Lebensgeschichte, psychische und körperliche Befunde, sowie beruflicher, familiärer und ökonomischer Rahmen. (Vgl. Huber, 1990, S.20f)

2.4 Klassifikationen depressiver Erkrankungen

Die praxisbezogene Einteilung des Krankheitsbildes umfasst 3 Bereiche. Der erste Bereich beschreibt die somatogenen Depressionen. Dabei handelt es sich um depressive Erkrankungen, die sich im Zusammenhang mit organischen Krankheitsbildern einstellen. Die Zahl der Erkrankungen, die von einer organischen Symptomatik begleitet werden ist erstaunlich groß. Leider gelangen solche Erkrankungen eher selten in den Blickpunkt der modernen Medizin, da naturgemäß der Schwerpunkt auf der Behandlung des organischen Schadens gerichtet wird. Nur selten wird gleichzeitig mit Antidepressive oder ähnlichem behandelt. Die zweite große Gruppe bilden die so genannten endogenen Depressionen. Für dieses Krankheitsbild gibt es in der einschlägigen Literatur eine Unmenge an Synonymen. Diese Spanne der Begrifflichkeiten reicht von Melancholie bis Begriffen wie periodische, phasische, circadiane oder bipolare Depression. Dabei soll auch das Zusammenspiel endogener Erkrankungen mit manischen Phasen hervorgehoben werden. Als wesentlichster und bedeutendster Faktor für endogene Depressionen werden Störungen biochemischer Abläufe, sowie Störungen cerebraler Stoffwechselvorgänge angenommen. Die dritte große Gruppe umfasst die psychogenen Depressionen, die in der Regel Reaktionen auf kurz- oder langfristige Umweltveränderungen darstellen. Hier ist die Verabreichung von Psychopharmaka nicht immer erwünscht und man sollte hier eher zu psychotherapeutischen Maßnahmen greifen. (Vgl. Huber, 1990, 21-24)

3. Sporttherapie

3.1 Definition und Abgrenzung

Gottschalk, Kabisch und Schüler (1986) definieren Sporttherapie wie folgt:

„Sporttherapie (körperlich-sportliches Training als therapeutische Maßnahme) beinhaltet alle medizinisch dosierbaren physischen Beanspruchungen, die bei psychosomatisch und pathophysiologisch bedingten Störungen während und nach einer Erkrankung bzw. im Verlauf von chronischen Krankheiten zur Wiedergewinnung, Erhaltung und Verbesserung der allgemeinen physischen und physischen Leistungsfähigkeit eingesetzt werden. Ihr Ziel stellt somit eine Erweiterung eingeschränkter Funktionsamplituden und Erzielung funktioneller und morphologischer Adaptationen dar, die der Pathogenese des Patienten entgegenwirken und den Heilungsprozess aktiv unterstützen.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sport und Depression. Behandlungsstrategien und Methoden durch die Sporttherapie
Hochschule
Universität Leipzig  (RSB)
Veranstaltung
Psychologie im Sport
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V30488
ISBN (eBook)
9783638317405
ISBN (Buch)
9783638760928
Dateigröße
1801 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Abhandlung über Sport und Depressionen. Vor allem wird auf neueste Erkenntnisse, Behandlungstrategien und Methoden durch die Sporttherapie eingegangen.
Schlagworte
Sport, Depression, Sporttherapie, Baustein, Behandlungskonzeptes, Depressionen, Psychologie, Sport
Arbeit zitieren
Dipl. Sportlehrer, stud. med. Mario Heinrichs (Autor), 2004, Sport und Depression. Behandlungsstrategien und Methoden durch die Sporttherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30488

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