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Hartmann von Aue: Iwein. Ein Analyse zum "literarischen Ich" im 'Iwein'

Title: Hartmann von Aue: Iwein. Ein Analyse zum "literarischen Ich" im 'Iwein'

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sabine Heinichen (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Das Spätwerk Hartmanns von Aue ist wohl unbestritten eines der Bedeutendsten der deutschen Artusdichtung des späten Mittelalters. Der "Iwein" wurde vermutlich um 1205 geschrieben, bzw. beendet und beruht auf der Vorlage von Chrestién de Troyes "Yvain". Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit Hartmanns Spätwerk beschäftigen und soll vorrangig betrachten, in welchen unterschiedlichen Funktionsweisen das literarische Ich auftaucht und inwieweit /ob sich der Autor im Werk durch das literarische Ich zu erkennen gibt. Ich werde also auch versuchen herauszufinden, inwieweit der Dichter Hartmann die Wertungen etc. vornimmt und sich nicht nur hinter seiner Erzählerrolle versteckt. Um die Hausarbeit in einem vernünftigen Rahmen zu halten, werde ich mich bei der Beschäftigung mit dem Originaltext an jene Stellen halten, an denen das dichterische/erzählerische "ich" explizit "ich" (oder auch "mich") genannt wird (einbezogen werden auch die Verse, in denen Hartmanns Name zusätzlich zum literarischen Ich oder auch extra genannt wird), wohlwissend, dass zu einer ausführlichen Betrachtung der Erzählerbemerkungen und des literarischen Ichs auch Gedankenreferate, Erzählfloskeln, rhetorische Fragen u. ä. gehören. Außerdem halte ich die genannten Stellen auch für die, bei denen die Trennung zwischen Erzähler und Autor am schwersten fällt und wo somit eine genauere Untersuchung vonnöten ist. Bevor ich mich mit dem Auftreten des literarischen Ichs und dem Verhältnis Hartmanns zu seinem Werk "Iwein" bzw. seiner möglichen Offenbarung darin beschäftige, möchte ich zunächst einmal bestimmte Fakten als Voraussetzung für die spätere Untersuchung zum Verhältnis Autor – Erzähler – literarisches Ich anführen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorkenntnisse

2.1. Was wissen wir von Hartmann von Aue?

2.2. Autorenschaft und Literatur im späten Mittelalter

3. Das literarische Ich – Funktionen und Verhältnis zu Autor und Erzähler

3.1. Erzählsituation im Iwein

3.2. Das literarische Ich im Iwein

a) Prolog (V. 1 – 30)

b) Nachsatz zum Prolog (V. 47 – 58)

c) Überleitungen, Einleitungen kurzer Exkurse (V. 1107, 1135, 2716, 3031, 3036, 7125f.)

d) Deutungen, Abstraktionen und allgemeine Ratschläge (V. 1298-1300, 2716-2721, 3812-3817, 4949f., 5586-5590)

e) Rekapitulationen (V. 3928, 6939-6951)

f) Große Exkurse, fingierte Gespräche (V. 1872-1888, 2971-3024, 7015-7074)

g) Understatements des dichterischen/erzählerischen Wissens, Verweise auf die Überlieferung (V. 1113, 2980, 3025f., 7144, 8160-8163)

h) Persönliche Eigenschaftszuweisungen und ausdrückliche Nennung des Namens (V. 2974, 2982, 3015, 3098-3100, 7027)

3.3. Steht das literarische Ich für den Autor oder den Erzähler?

4. Abschlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Analyse

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionsweisen des "literarischen Ichs" in Hartmanns von Aue Werk "Iwein". Ziel ist es zu ergründen, inwiefern sich der Dichter Hartmann durch dieses Ich im Werk zu erkennen gibt und ob er sich hinter seiner Erzählerrolle verbirgt oder eine persönliche Note einbringt.

  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Autor, Erzähler und literarischem Ich.
  • Kategorisierung der Auftretensmöglichkeiten des literarischen Ichs (z. B. Prologe, Exkurse, Kommentare).
  • Analyse der expliziten Namensnennungen Hartmanns innerhalb des Werks.
  • Vergleich der Erzählweise mit der Vorlage von Chrestien de Troyes.
  • Reflexion der didaktischen und rhetorischen Funktionen des Erzählers im Spätmittelalter.

Auszug aus dem Buch

3.2. Das literarische Ich im Iwein

Im gesamten Werk habe ich 21 ein- oder mehrversige Stellen gefunden, an denen das literarische Ich und/oder Hartmanns Name auftaucht. Diese Stellen möchte ich zunächst einmal gruppieren (teilweise muss ich dafür auch Verse aus der zugehörigen Stelle auslösen und noch einmal gesondert aufführen) und nach ihrem erzählerischen Wert analysieren, um ihre vielfältige Auftretensmöglichkeiten und Funktionsweisen darzustellen, bevor ich sie als Ganzes im nächsten Kapitel dahingehend untersuche, inwieweit es der Erzähler oder Hartmann selber ist, der sich da in das Geschehen einbringt.

Grundsätzlich ist nach Kramer zu Erzählerbemerkungen zu sagen, dass sie "[i]hrer Natur nach [...] einerseits zwischen Erzähler und Erzählgegenstand [stehen], denn dieser wird nicht direkt, sondern vermittelt dargestellt, zum anderen [stehen sie] zwischen Erzähler und Publikum, denn dieses wird angesprochen."

Der Erzähler bzw. hier das literarische Ich hat grundsätzlich die Möglichkeit, sich und den Gegenstand zu verbinden und auch eine Ebene zu bringen (durch Anteilnahme, Personifizierungen etc. s.u.) oder auch Distanz zu schaffen durch Ironie oder Abstraktionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Untersuchung dargelegt, die Funktionen des literarischen Ichs im "Iwein" im Hinblick auf eine mögliche Identität zwischen Autor und Erzähler zu analysieren.

2. Vorkenntnisse: Dieses Kapitel liefert biografische Eckdaten zu Hartmann von Aue sowie einen Überblick über die literarischen Konventionen des späten Mittelalters.

3. Das literarische Ich – Funktionen und Verhältnis zu Autor und Erzähler: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Erscheinungsformen des Ich-Erzählers im Text und diskutiert deren Funktion für die narrative Struktur.

4. Abschlussbemerkungen: Das Fazit stellt fest, dass der Einsatz des literarischen Ichs bei Hartmann bemerkenswert ist, wenngleich eine endgültige Identifizierung von Autor und Erzähler aufgrund der distanzierenden Prologstruktur schwierig bleibt.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Iwein, literarisches Ich, Auktoriales Erzählen, Autor-Erzähler-Verhältnis, Mittelhochdeutsche Literatur, Artusdichtung, Erzählerrolle, Chrestien de Troyes, Bescheidenheitsformel, Exkurse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Auftreten des "literarischen Ichs" in Hartmanns von Aue Werk "Iwein" und analysiert, welche Funktionen diese Ich-Nennungen für die Erzählung haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Erzählerbemerkungen, der Vergleich mit der französischen Vorlage von Chrestien de Troyes und die Frage nach der Identität von Autor und Erzähler.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Hartmann von Aue durch das literarische Ich eine persönliche Ebene im Werk etabliert oder ob er sich bewusst hinter der fiktiven Erzählerrolle versteckt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, bei der sie 21 spezifische Textstellen identifiziert, gruppiert und im Hinblick auf ihren erzählerischen Wert sowie ihre Funktion untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestimmung der Erzählsituation, eine detaillierte Gruppierung der Ich-Stellen (wie Prolog, Exkurse, Rekapitulationen) und eine theoretische Diskussion über das Verhältnis von Autor und Erzähler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Analyse?

Die wichtigsten Begriffe sind Hartmann von Aue, literarisches Ich, Auktoriales Erzählen, Artusdichtung und Erzählerrolle.

Wie unterscheidet sich Hartmanns Einsatz des "Ich" von dem von Chrestien de Troyes?

Die Arbeit zeigt auf, dass Hartmann das literarische Ich weitaus häufiger einsetzt und ihm eine persönlichere Note verleiht, während Chrestien an vielen Stellen, an denen Hartmann das "Ich" oder seinen Namen verwendet, darauf verzichtet.

Welche Bedeutung hat die Nennung des Namens "Hartmann" innerhalb des Werks?

Die Namensnennung wird als Mittel gewertet, um sich in der Erzählerrolle zu legitimieren und eine direkte Verbindung zum Publikum sowie eine höhere Glaubwürdigkeit für das Geschehen zu erzeugen.

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Details

Title
Hartmann von Aue: Iwein. Ein Analyse zum "literarischen Ich" im 'Iwein'
College
http://www.uni-jena.de/  (INstitut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Hartmann von Aue: Iwein
Grade
1,7
Author
Sabine Heinichen (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V30513
ISBN (eBook)
9783638317634
Language
German
Tags
Hartmann Iwein Analyse Iwein Hartmann Iwein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Heinichen (Author), 2001, Hartmann von Aue: Iwein. Ein Analyse zum "literarischen Ich" im 'Iwein', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30513
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