Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein vom Verfasser entwickeltes und durchgeführtes Unterrichtsvorhaben als problemorientierten Handlungsentwurf für die Schulpraxis in der Sekundarstufe II darzustellen und zu begründen. Erkenntnisleitender Ansatz ist es, ein in sich eigenständiges und zugleich erweiterbares modularisiertes Exkursionskonzept exemplarisch für die Jahrgangsstufe 12 gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, welches sich im Schulleben des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums in Siegen als außerschulische Lernveranstaltung etablieren soll und als Basis dafür dienen kann, von Fachkollegen in den kommenden Jahren durchgeführt und erweitert zu werden.
Zunächst wird der Begriff der „Exkursion“ auch dahingehend erörtert, wie dieser mit der Unterrichtspraxis in der gymnasialen Oberstufe in Einklang zu bringen ist. Anschließend werden die Konzeption und die Hintergründe des Unterrichtsvorhabens behandelt, indem unter anderem auf Besonderheiten der Ausbildungsschule und die spezifische Klassensituation eingegangen wird. Des Weiteren werden die Strukturierung der Unterrichtsreihe und didaktisch-methodische Spezifika besprochen. Hier sind neben den Aspekten der Stadtgeographie auch die Grundlagen der Exkursionsdidaktik sowie die Methodenvielfalt zur Bearbeitung außerschulischer Lernorte zu nennen. Im Anschluss daran wird die Umsetzung des Unterrichtsvorhabens behandelt. Hier stehen zunächst die beiden für die Realisierung der Unterrichtsreihe elementaren Lehrerfunktionen „Organisieren“ und „Unterrichten“, aber auch die Lehrerfunktionen „Erziehen“ und „Innovieren“ im Vordergrund. Im nächsten Schritt wird der Verlauf der Exkursion beschrieben. Der nächste Gliederungspunkt bezieht sich auf die Evaluation des Vorhabens. Hier stehen neben den Evaluationskriterien und der Lernzielrealisation aufgetretene Problemstellungen und damit verbundene Verbesserungsmöglichkeiten im Focus. Abschließend wird das Unterrichtsvorhaben nochmals im Ganzen kritisch reflektiert und es erfolgt ein Ausblick bezüglich der möglichen Generalisierbarkeit in anderen unterrichtlichen Kontexten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Exkursion
2.2 Theoretische Grundlagen
2.3 Problemstellungen in der Praxis
3 Problemstellung im Kontext der Schule
3.1 Das Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Siegen
3.2 Begründung der Themenwahl
3.3 Lehrerfunktionen
3.3.1 Unterrichten
3.3.2 Organisieren
3.3.3 Erziehen
3.3.4 Innovieren
4 Entwicklung des Konzeptes unter Berücksichtigung pädagogischer und didaktischer Überlegungen
4.1 Pädagogische Überlegungen unter Einbezug der Richtlinien und Lehrpläne des Landes NRW
4.1.1 Richtlinien für Exkursionen in NRW
4.1.2 Lehrplan des Faches Erdkunde für NRW
4.1.3 Weitere pädagogische Überlegungen
4.2 Didaktisch-methodische Überlegungen
4.2.1 Methodenkonzept
4.2.2 Sozialformen
4.2.3 Lehrerverhalten
5 Erprobung des Konzeptes in der Praxis
5.1 Vorbereitung
5.1.1 Unterrichtliche Vorbereitung
5.1.2 Konzeptbezogene allgemeine Vorbereitung
5.1.3 Vorbereitung der einzelnen Module
5.2 Durchführung der Exkursion
5.2.1 Modul „Kreativkai“
5.2.2 Modul „Lincoln-Quartier“
5.3 Nachbereitung
6 Evaluation und Reflexion im Hinblick auf die Anwendbarkeit des erstellten Konzeptes
6.1 Rahmen der Reflexion/Evaluation
6.2 Ergebnisse und Reflexion des Konzeptes
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung und Erprobung eines modularisierten, schülerorientierten Exkursionskonzepts für den Geographieunterricht in der Sekundarstufe II, das durch aktive Partizipation der Lernenden eine nachhaltige Wissensvermittlung außerhalb des Klassenzimmers ermöglicht.
- Entwicklung eines modularisierten Exkursionskonzepts
- Forschung zur Wirksamkeit schülerorientierter Exkursionen
- Implementierung pädagogischer Lehrprinzipien (z.B. Selbsttätigkeit, Ganzheitlichkeit)
- Stadtgeographische Analyse am Beispiel von Münster
- Evaluation und Reflektion der Praxistauglichkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Exkursion
Wenn man über modernen Erdkundeunterricht spricht, dann kommt man in der heutigen Zeit kaum noch an dem Begriff „Exkursion“ vorbei. Die Exkursion (lat. „excurrere“ = herauslaufen) wird in der Literatur in den verschiedensten Bedeutungszusammenhängen beschrieben. So findet man neben dem häufig verwendeten Begriff „Außerschulischer Lernort“ noch Begriffe wie „Projektarbeit“, „Geländegang“ und „Geländeunterricht“, „Lehrwanderung“ und „originale Begegnung“. Gerade im schulischen Bereich spricht man auch von einem „Wandertag“ bzw. von einer „Klassenfahrt“.
„Wenn wir also den Schülern wahres und zuverlässiges Wissen von den Dingen einpflanzen wollen, so müssen wir alles durch eigene Anschauung und sinnliche Demonstration lehren.“
Dieses Zitat könnte den aktuellen Forschungen zu schülerorientierten Exkursionen entnommen sein. Es entstammt jedoch dem Werk „Didacta Magna“ aus dem Jahre 1657. Johann Amos Comenius (1592-1670), der Verfasser der „Didacta magna“, forderte die Naturbegegnung und den direkten Umgang mit den Dingen, also den Lehrgegenständen.
Diese Forderung war lange Zeit, zumindest in der Schulpraxis, weitgehend in Vergessenheit geraten und erst mit den neuen Ansätzen zur Exkursionsdidaktik aus den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts erhielten die Vorgaben der „Didacta magna“ neue Aktualität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein modularisiertes Exkursionskonzept für die gymnasiale Oberstufe zu entwickeln und methodisch zu begründen.
2 Grundlagen und Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie die Exkursion geklärt und theoretische exkursionsdidaktische Modelle, insbesondere von Michael Hemmer, vorgestellt.
3 Problemstellung im Kontext der Schule: Es wird die Ausgangssituation am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium beleuchtet und die spezifische Lehrerrolle bei der Durchführung von Exkursionen definiert.
4 Entwicklung des Konzeptes unter Berücksichtigung pädagogischer und didaktischer Überlegungen: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Anforderungen mit den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW und erarbeitet ein methodisches Konzept.
5 Erprobung des Konzeptes in der Praxis: Die praktische Durchführung der Exkursion nach Münster, gegliedert in die Module „Kreativkai“ und „Lincoln-Quartier“, wird detailliert dargestellt.
6 Evaluation und Reflexion im Hinblick auf die Anwendbarkeit des erstellten Konzeptes: Die Ergebnisse der Evaluation werden reflektiert und das Konzept hinsichtlich seiner Stärken und Optimierungspotenziale kritisch bewertet.
7 Fazit und Ausblick: Eine abschließende Zusammenfassung zeigt den Mehrwert des Konzepts auf und gibt einen Ausblick auf künftige Erweiterungsmöglichkeiten, auch fächerübergreifend.
Schlüsselwörter
Exkursionsdidaktik, Stadtgeographie, Münster, Schülerexkursion, Modulares Konzept, Sekundarstufe II, Erdkundeunterricht, Selbsttätigkeit, Kooperatives Lernen, Schülerorientierung, Außerschulischer Lernort, Methodenkompetenz, Evaluation, Raumstrukturen, Unterrichtsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines problemorientierten und modularisierten Exkursionskonzepts für das Fach Erdkunde in der gymnasialen Oberstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Stadtgeographie, moderne Exkursionsdidaktik, schülerzentriertes Lernen und die praktische Umsetzung didaktischer Prinzipien im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein eigenständiges Exkursionsmodell zu entwickeln, das Schülerinnen und Schüler stärker zu selbsttätigen Akteuren ihres Lernprozesses macht und als Grundlage für zukünftige Exkursionen am Gymnasium dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem handlungsorientierten Ansatz, der durch eine empirische Evaluation (mittels Fragebögen) der durchgeführten Exkursion reflektiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Planung unter Berücksichtigung von Lehrplänen, die praktische Erprobung der Module „Kreativkai“ und „Lincoln-Quartier“ sowie die Analyse der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Exkursionsdidaktik, Schülerorientierung, Modulares Konzept, Stadtgeographie und Methodenkompetenz.
Warum wurde Münster als Exkursionsziel gewählt?
Münster wurde aufgrund seiner stadtgeographischen Vielfalt und des hohen Bezugs zum Thema „Stadt der Zukunft“ gewählt, wobei das Vorwissen des Verfassers die Durchführung erleichterte.
Inwiefern unterscheidet sich dieses Modell von klassischen Wandertagen?
Im Gegensatz zu passiven Wandertagen basiert dieses Konzept auf aktiver Planung und Durchführung durch die Schüler, die als „Expertengruppen“ die Module selbstständig erarbeiten.
- Arbeit zitieren
- Kai Kramer (Autor:in), 2008, „Münster – Kreative Stadt der Zukunft?“ Eine modularisierte Exkursion für den Erdkundegrundkurs der Jahrgangsstufe 12, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305293