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Kriegserfahrung und Sprache. Aspekte des Ersten Weltkriegs und ihre lyrische Verarbeitung in Stramms Kriegsgedichten

Title: Kriegserfahrung und Sprache. Aspekte des Ersten Weltkriegs und ihre lyrische Verarbeitung in Stramms Kriegsgedichten

Term Paper , 2015 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Stielow (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

August Stramms Kriegsgedichte stechen schon aufgrund ihrer formalen Besonderheit aus dem überwiegenden Teil der Weltkriegslyrik hervor: Einwortzeilen, Reduktion von Worten auf den Wortstamm, Neologismenbildung, Verwendung ungewöhnlicher Komposita, Infinitivreihungen sowie weitestgehender Verzicht auf grammatikalische Korrektheit sind nur einige Merkmale seiner Gedichte. Dabei deutet Stramms biografischer Hintergrund zunächst wenig auf seine „eigenwillige Sprachgestaltung“ hin.

August Stramm wurde 1874 im westfälischen Münster geboren und war damit deutlich älter als seine expressionistischen Dichterkollegen. Es war jedoch nicht nur Stramms Alter, das ihn von den anderen Expressionisten unterschied; im Gegensatz zu diesen war er fest im bürgerlichen Leben etabliert. Er machte Karriere der Reichspostverwaltung, heiratete eine Journalistin und Unterhaltungsschriftstellerin und war aktiv in der militärischen Reserve. Vom Einjährig-Freiwilligendienst über den Leutnantsgrad stieg er 1913 zum Hauptmann auf, der höchsten Stellung eines Reserveoffiziers. Mit Kriegsbeginn wurde Stramm umgehend eingezogen. Er diente zunächst im Elsass, bevor er im Frühjahr 1915 an die Ostfront versetzt wurde. Am 1. September 1915 fiel Stramm bei Kämpfen am Bug bei Horodec im heutigen Weißrussland.

In der vorliegenden Arbeit geht der Autor der Frage nach, inwieweit Stramms Kriegserlebnisse sich auf seine Lyrik ausgewirkt haben. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kriegserfahrung und Sprache Stramms? Auf welche thematische Weise nähert sich der Autor dem Krieg? Und welche historischen Hintergründe des Krieges finden sich in seinem Werk?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Interpretationen

Werttod

Patrouille

Angriff

Granaten

Frage

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht, wie der Autor August Stramm seine individuellen Kriegserlebnisse des Ersten Weltkriegs in seiner Lyrik verarbeitet und ob sich darin ein direkter Zusammenhang zwischen Kriegserfahrung und sprachlicher Gestaltung feststellen lässt.

  • Analyse der formalen Besonderheiten in Stramms Kriegsgedichten (z. B. Neologismen, Reduktion).
  • Untersuchung von fünf repräsentativen Gedichten aus verschiedenen Kriegsschauplätzen.
  • Darstellung der Entwicklung von Stramms Sichtweise auf das Kriegsgeschehen.
  • Deutung der Verquickung von Tod und Eros sowie der negativen Endstimmung in den Werken.
  • Einordnung der Gedichte in den historischen und biografischen Kontext der Jahre 1914/1915.

Auszug aus dem Buch

Granaten

Das Wissen stockt

Nur Ahnen webt und trügt

Taube täubet schrecke Wunden

Klappen Tappen Wühlen Kreischen

Schrillen Pfeifen Fauchen Schwirren

Splittern Klatschen Knarren Knirschen

Stumpfen Stampfen

Der Himmel tapft

Die Sterne schlacken

Zeit entgraust

Sture weltet blöden Raum.

Den weitaus größten Raum in Stramms Kriegsgedichten nehmen die Darstellung von Kriegsgewalt, Verwundung und Tod ein. Das Gedicht „Granaten“ schildert zum einen das äußere Kriegsgeschehen, zum anderen das Innenleben des diesem ausgelieferten Subjekts und weitet die Szene schließlich ins Kosmische aus.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Biografie August Stramms, seine Etablierung im expressionistischen Kreis um Herwarth Walden und seine Fronteinsätze, die maßgeblich seine avantgardistische Sprachgestaltung beeinflussten.

Interpretationen: Die fünf ausgewählten Gedichte „Werttod“, „Patrouille“, „Angriff“, „Granaten“ und „Frage“ werden einzeln auf ihre formale Struktur, ihre inhaltliche Aussage und ihren Bezug zum realen Kriegsgeschehen analysiert.

Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Stramm den Krieg durch radikale sprachliche Verknappung, Neologismen und eine destruktive Metaphorik verarbeitet, die den industriellen Krieg als entmenschlichtes und auswegloses Inferno erfahrbar macht.

Schlüsselwörter

August Stramm, Erster Weltkrieg, Kriegslyrik, Expressionismus, Tropfblut, Sprachgestaltung, Neologismen, Kriegserfahrung, Tod, Eros, Frontalltag, Avantgarde, Kriegsgedichte, Interpunktion, Sinnverlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kriegslyrik von August Stramm und untersucht, wie er seine persönlichen Erfahrungen an der Front in eine avantgardistische und innovative Formensprache übersetzt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Darstellung von Kriegsgewalt, die Entmenschlichung durch moderne Waffentechnik, das Verhältnis von Individuum und Kriegsgeschehen sowie die Rolle der Sprache als Ausdruck des Schreckens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den biografischen Kriegserlebnissen Stramms und seiner spezifischen „eigenwilligen Sprachgestaltung“ zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich seine Haltung zum Krieg in der Lyrik niederschlägt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Interpretation der fünf ausgewählten Gedichte, ergänzt durch historische Kontexteinordnung und den Vergleich mit Stramms privaten Briefen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von fünf Gedichten, wobei die formale Reduktion, die Lautmalerei und die Verwendung von Metaphern wie der „Sexuellen Triebhaftigkeit“ im Kontext des Krieges exploriert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Expressionismus, Sprachskepsis, Kriegslyrik, Entmenschlichung und das Werk „Tropfblut“ definieren.

Wie unterscheidet sich Stramms Kriegslyrik von der seiner Zeitgenossen?

Im Gegensatz zu nationalistischen „Hurra-Patriotismus“-Dichtern verzichtet Stramm auf heroische Idealisierungen und präsentiert eine desillusionierte, kritische Sicht, die den Krieg als wertloses „Nichts“ entlarvt.

Welche Rolle spielt das Motiv des „Nichts“ am Ende der Gedichte?

Das „Nichts“ fungiert als Endpunkt der sprachlichen und existentiellen Verzweiflung Stramms und spiegelt sein wachsendes Verstummen angesichts der Sinnlosigkeit des Krieges wider.

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Details

Title
Kriegserfahrung und Sprache. Aspekte des Ersten Weltkriegs und ihre lyrische Verarbeitung in Stramms Kriegsgedichten
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Christian Stielow (Author)
Publication Year
2015
Pages
22
Catalog Number
V305298
ISBN (eBook)
9783668033726
ISBN (Book)
9783668033733
Language
German
Tags
kriegserfahrung sprache aspekte ersten weltkriegs verarbeitung stramms kriegsgedichten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Stielow (Author), 2015, Kriegserfahrung und Sprache. Aspekte des Ersten Weltkriegs und ihre lyrische Verarbeitung in Stramms Kriegsgedichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305298
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