Johann Wolfgang von Goethes Faust ist aus dem Deutschunterricht nicht mehr wegzudenken. Er ist fester Bestandteil des Kanons für den Deutschunterricht. Zahlreiche didaktische Zugänge wurden bereits zu diesem Werk entwickelt, um den Schülern den literarischen Klassiker nahezubringen. Auch in der Filmwelt wurde der Faust bereits mehrmals thematisiert, unter anderem die Theaterverfilmung von Gustaf Gründgens' legendärer "Faust I"-Inszenierung 1957 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.
In der 11. Jahrgangsstufe sieht der Lehrplan Werke der Klassik vor. Schüler sollen „im Rahmen eines breit gefächerten Lektüreangebots Goethes Faust I […] im Unterricht zu behandeln“. Zudem sollen sie die „ Grundkonzeption der literarischen Klassik: Rezeption der Antike, ästhetische Konzeption, Menschenbild, Bildungsidee, Humanitätsideal“ begreifen und die Werke „kennen und Interpretieren“.
Im Folgenden wird ein didaktischer Zugang zu Goethes Faust im Deutschunterricht dargelegt. Zudem wird auf die Verfilmung von Alexander Sokurow eingegangen. Der Film soll als Medium verstanden werden, welches die Schüler zum Nachdenken und eigenständigen und selbstständig gestalteten Arbeiten anregt. Anschließend werden Methoden zur aktiven Filmarbeit mit Schülerinnen und Schülern und abschließend hilfreiche Internetseiten vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Konzeption der Unterrichtseinheit
Der Film im Deutschunterricht
Goethes Faust im Deutschunterricht
Der Film Faust von Alexander Sokurow im Deutschunterricht
Überlegungen zur aktiven Filmarbeit mit Schülerinnen und Schülern
Aktive Filmarbeit anhand eines inszenierten Gerichtsverfahrens
Aktive Filmarbeit anhand einer inszenierten Talkshow
Kommentar zu hilfreichen Internetseiten:
Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, einen didaktischen Zugang zu Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ im Deutschunterricht zu entwickeln, der über die reine Textanalyse hinausgeht und die Verfilmung von Alexander Sokurow als Medium zur Förderung der Medienkompetenz und kreativen Auseinandersetzung einbezieht.
- Integration von Film als ästhetisches Medium in den Deutschunterricht
- Förderung der Medienkompetenz durch Analyse, Kritik und eigene Gestaltung
- Aktive Filmarbeit durch Methoden wie das szenische Spiel und inszenierte Formate
- Verbindung von Literaturrezeption und Filmanalyse
- Nutzung von digitalen Angeboten zur Unterrichtsgestaltung
Auszug aus dem Buch
Der Film im Deutschunterricht
Eine zentrale Aufgabe des Deutschunterrichts ist es, Filme so zu integrieren und didaktisch aufzuarbeiten, dass Schüler sie verstehen und nicht lediglich passiv zusehen, ohne jeglichen Wissenserwerb. Als didaktische Ziele der Medienkompetenz werden Analyse, Kritik, Nutzung und Gestaltung definiert. Die Schüler sollen lernen ein Medium genau zu betrachten, zu bewerten und zu produzieren. „Die Schüler gehen zunehmend selbständig mit den Medien um. Sie setzen sich mit der Entwicklung und Bedeutung der neuen Medien auseinander und reflektieren deren ästhetische Dimensionen. Die Schüler verwenden die elektronischen Medien zielgerichtet und effektiv, sie setzen sie auch in kreativer Weise ein.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Goethes Faust im Kanon des Deutschunterrichts dar und führt in die Absicht ein, den Stoff durch die Verfilmung von Alexander Sokurow mediendidaktisch zu ergänzen.
Die Konzeption der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Voraussetzungen für die Unterrichtseinheit, insbesondere die Textkenntnis und die Einstiegsphasen zur Wiederholung der Inhaltsangabe und Figurenkonstellation.
Der Film im Deutschunterricht: Hier werden die didaktischen Ziele der Medienkompetenz definiert und die Notwendigkeit begründet, Filme aktiv und nicht passiv im Unterricht zu rezipieren.
Goethes Faust im Deutschunterricht: Dieses Kapitel beschreibt den Einsatz von Stimmskulpturen zur Auseinandersetzung mit der Innenwelt der Figuren und bereitet auf die Gruppenarbeit vor.
Der Film Faust von Alexander Sokurow im Deutschunterricht: Es wird dargelegt, warum Sokurows Film eher für eine Analyse der filmischen Mittel als für einen direkten Textvergleich geeignet ist.
Überlegungen zur aktiven Filmarbeit mit Schülerinnen und Schülern: Das Kapitel bietet eine theoretische und praktische Reflexion über Methoden, um Schüler aktiv in die Filmarbeit einzubinden.
Aktive Filmarbeit anhand eines inszenierten Gerichtsverfahrens: Es wird beispielhaft aufgezeigt, wie durch die Nachstellung einer Gerichtsverhandlung zur Schuldfrage Gretchens die Filmarbeit konkretisiert werden kann.
Aktive Filmarbeit anhand einer inszenierten Talkshow: Dieses Kapitel beschreibt das Format der Talkshow zur vertiefenden Diskussion zentraler Motive wie Religion anhand von Sokurows Faust-Verfilmung.
Kommentar zu hilfreichen Internetseiten: Hier werden digitale Ressourcen wie „Treffpunkt Filmkultur“, „Kinofenster“ und „Schulkinowoche“ für Lehrkräfte zur Unterstützung der Unterrichtsplanung vorgestellt.
Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die intermediale Vernetzung von Buch und Film die Medienkompetenz der Schüler fördert und einen ästhetischen Blick auf das Werk ermöglicht.
Schlüsselwörter
Goethes Faust, Alexander Sokurow, Deutschunterricht, Filmanalyse, Medienkompetenz, Szenisches Spiel, Literaturverfilmung, Unterrichtseinheit, Gerichtsverhandlung, Talkshow, Figurenkonstellation, Filmdidaktik, Intermedialität, Klassik, Medienpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufbereitung von Goethes Drama „Faust“ im Deutschunterricht unter Einbeziehung der filmischen Interpretation durch Alexander Sokurow.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Vermittlung von Medienkompetenz, die Analyse filmischer Mittel, die szenische Interpretation literarischer Stoffe und die Förderung aktiver kreativer Arbeit der Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein didaktisches Konzept zu entwerfen, das Schüler durch den Einsatz von Film und aktiven Methoden zum eigenständigen Nachdenken und zum kreativen Umgang mit literarischen Texten anregt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die auf Literatur- und Filmanalysen sowie mediendidaktischen Methoden basiert, um einen Unterrichtsvorschlag zur Verknüpfung von Buch und Film zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine methodische Konzeption der Unterrichtseinheit, die Anwendung von Stimmskulpturen, spezifische Ansätze zur aktiven Filmarbeit (Gericht/Talkshow) und eine Vorstellung unterstützender Internetplattformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Filmdidaktik, Medienkompetenz, szenisches Spiel, intermediale Vernetzung und kreative Unterrichtsgestaltung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Sokurows Verfilmung für den Unterricht von anderen?
Sokurows Film weicht stark von der literarischen Vorlage ab, weshalb er sich weniger für einen inhaltlichen Textvergleich, sondern exzellent für die Analyse filmischer Mittel, Ästhetik und Bildkomposition eignet.
Warum ist die „aktive Filmarbeit“ ein Kernaspekt der Arbeit?
Die Autorin argumentiert, dass durch aktive Produktion (z.B. Kameraführung, Inszenierung) ein tieferes Verständnis für das Medium Film und die ästhetischen Dimensionen entwickelt wird als durch bloßes passives Betrachten.
Welchen Zweck haben die „Motivkarten“ in der Gruppenarbeit?
Die Motivkarten dienen den Schülern als Hilfestellung und Denkanstoß während der Erarbeitung von Dialogen zu den Figurenkonstellationen, um die Komplexität des Dramas greifbarer zu machen.
Welche Rolle spielt der „Stimmchor“ in diesem didaktischen Konzept?
Der Stimmchor, basierend auf Ingo Scheller, ermöglicht es Schülern, sich intensiv mit den Emotionen, dem Innenleben und den unterschiedlichen Lesarten einer Figur auseinanderzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Natascha Meindl (Autor:in), 2015, Didaktisierung Faust. Unterrichtseinheit zum Thema Faust und dem gleichnamigen Film von Alexander Sokurow, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305312