Grüne Logistik im Straßengüterverkehr. Definition, Motivation und Handlungsfelder


Hausarbeit, 2013
27 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Logistik und Straßengüterverkehr

3 Auswirkungen des Straßengüterverkehrs auf die Umwelt

4 Grüne Logistik
4.1 Grüne Logistik – Begriffsdefinition
4.2 Motivation zur Fokussierung auf die Grüne Logistik
4.3 Handlungsfelder und deren Beurteilung nach ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten
4.3.1 Technische Ansätze im Bereich der Kraftfahrzeuge
4.3.2 Personalbezogene Maßnahmen
4.3.3 Transportseitige Ansätze
4.3.4 Alternative Verkehrsträger im Transportprozess

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: TUL-Prozesse der Logistik

Abbildung 2: Transportleistung einzelner Verkehrsträger im Güterverkehr in Deutschland im Jahr 2012

Abbildung 3: Menge des Primärenergieverbrauchs des deutschen Güterverkehrs im Jahr 2006 nach Verkehrsträgern

Abbildung 4: Einordnung Grüner Logistik ins Nachhaltigkeitsdreieck

Abbildung 5: Anspruchsgruppen an eine Grüne Logistik

1 Einleitung

In den letzten Jahrzehnten sind die Themen Umweltschutz und Ressourcenknappheit immer weiter ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Dies ist nicht zuletzt gegenwärtiger Vorkommnisse und deren Tragweite sowie verschiedener Umweltkatastrophen aus jüngerer Vergangenheit geschuldet. Zudem zwingt der bislang sorglose Umgang mit nicht-erneuerbaren Ressourcen die Gesellschaft, im Hinblick auf zukünftige Probleme und etwaige Engpässe, zum Umdenken.

Dieser Verantwortung müssen sich Politik und Wirtschaft gleichermaßen stellen. Nur die Durchführung zielgerichteter Reformen und die Schaffung der normativen Rahmenbedingungen auf politischer Ebene ermöglichen der Wirtschaft das Handeln im Sinne des Umweltschutzes. Diese Entwicklung betrifft sämtliche Branchen und Wirtschaftszweige. Gerade im Bereich der Logistik, welcher durch den Güterverkehr erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat, sind Maßnahmen im Sinne der ökologischen Verbesserung durchaus notwendig, was zur Entstehung der so genannten Grünen Logistik geführt hat. Dabei stehen die Reduktion von Emissionen sowie der sorgsame Umgang mit fossilen Brennstoffen im Vordergrund.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung der Grünen Logistik im Kontext des Straßengüterverkehrs wie auch die ökologische und ökonomische Bewertung dahin führender Maßnahmen aus verschiedenen Handlungsfeldern. Der erste Abschnitt setzt sich mit den allgemeinen Begriffsdefinitionen der Logistik und des Straßengüterverkehrs auseinander. Im nächsten Schritt werden die Auswirkungen des Straßengüterverkehrs auf die Umwelt näher beleuchtet. Danach wird auf das Begriffsverständnis zur Grünen Logistik eingegangen und die Beweggründe der Unternehmen dargestellt, sich mit Grüner Logistik auseinanderzusetzen. Abschließend erfolgen eine Beschreibung der relevanten Handlungsfelder sowie die Bewertung der damit zusammenhängenden Maßnahmen nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten.

2 Logistik und Straßengüterverkehr

Die Logistik findet ihren Ursprung im militärischen Bereich, wo sie als Sammelbegriff für alle Aufgaben benutzt wurde, die der Versorgung der Streitkräfte mit Material und Personal dienten.[1] Heute hingegen umfasst die Logistik nahezu alle betrieblichen Bereiche und wird als Querschnittsfunktion innerhalb des gesamten Unternehmens betrachtet.[2] Die Vielzahl der wissenschaftlichen Definitionen der Logistik zeigt, dass sich der Begriff nicht eindeutig abgrenzen lässt.

Exemplarisch soll hier auf die Definition von Professor Harald Ehrmann eingegangen werden, der die Logistik in ihrer allumfassenden Bandbreite beschreibt:

„Logistik stellt die aus den Unternehmenszielen abgeleiteten planerischen und ausführlichen Maßnahmen und Instrumente zur Gewährleistung eines optimalen Material-,Wert- und Informationsflusses im Rahmen des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses dar, […] von der Beschaffung von Produktionsfaktoren und Informationen über deren Bearbeitung und Weiterleitung bis zur Distribution der erstellten Leistungen […]. Die Logistikprozesse erstrecken sich nicht allein auf das eigene Unternehmen, sondern erfassen ebenso die Kunden- und Lieferantenbeziehungen zur Schaffung unternehmensübergreifender optimaler Geschäftsprozesse.“[3]

Andere Logistikdefinitionen unterscheiden sich vor allem durch eine Beschränkung auf bestimmte Arten von logistischen Systemen und Objekten.

Eine weitgehende Gemeinsamkeit der verschiedenen Definitionen des Logistikbegriffs ist jedoch die zusammenfassende Beschreibung der Transport-, Lager- und Umschlagsprozesse, ausgerichtet an der bedarfsgerechten Verfügbarkeit von Gütern oder Informationen.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: TUL-Prozesse der Logistik[5]

Im Rahmen dieser Arbeit wird vordergründig auf den Straßengüterverkehr eingegangen, welcher dem Bereich der Transportprozesse zugeordnet wird. Die originäre Aufgabe des Transports liegt darin, den Ort eines Gutes zu verändern bzw. das Gut von einer Quelle zu einer Senke zu befördern.[6] Werden diese Ortsveränderungsprozesse dann durch kraftmaschinengetriebene Fahrzeuge über die vorhandene Verkehrsinfrastruktur durchgeführt, so bezeichnet man jenen Transport als Straßengüterverkehr.[7] Innerhalb dieser Transportart wird zwischen dem Werksverkehr und dem gewerblichen Güterverkehr unterschieden. Beim Werksverkehr handelt es sich um den innerbetrieblichen Transport, beim gewerblichen Güterverkehr hingegen spricht man von der geschäftsmäßigen oder entgeltlichen Beförderung von Gütern.[8] Der Straßengüterverkehr hat in Deutschland eine herausragende Stellung innerhalb der Transportlogistik, was den verschiedenen Vorteilen im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern, geschuldet ist. Nach Ehrmann sind dies beispielsweise:

- „Permanent möglicher Einsatz in der Haus-zu-Haus-Beförderung
- Hohe Flexibilität im Hinblick auf die Annahme-, Ablieferungs– und Transporttermine
- Relativ hohe Schnelligkeit
- Rationale Flächenbedienung“[9]

Diese Vorteile begründen unter anderem die ungebrochene Nachfrage der verladenden Wirtschaft nach Transportleistungen, die durch Lastkraftwagen durchgeführt werden. Der Stellenwert des Straßengüterverkehrs, gemessen am gesamten Güterverkehr bzw. im Vergleich zu alternativen Beförderungsmöglichkeiten, wird durch die folgende Abbildung noch einmal veranschaulicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Transportleistung einzelner Verkehrsträger im Güterverkehr in Deutschland im Jahr 2012[10]

Die Nachteile des Straßengüterverkehrs im Vergleich zu den anderen Verkehrsträgern ergeben sich nicht nur aus dem eingeschränkten Transportvolumen und der starken Abhängigkeit von der jeweiligen Wetterlage, sondern auch aus den Risiken und Auswirkungen für die Umwelt.[11]

3 Auswirkungen des Straßengüterverkehrs auf die Umwelt

Der Straßengüterverkehr hat in vielfältiger Weise Einfluss auf die Umwelt. Unterschieden wird in diesem Zusammenhang in direkte und indirekte Auswirkungen. Als direkte Auswirkungen bezeichnet man jene, die beim eigentlichen Transportieren entstehen, beispielsweise Emissionen und Kraftstoffverbrauch. Indirekte Auswirkungen auf die Umwelt hängen hingegen nicht unmittelbar mit dem Transport zusammen, sondern schaffen die Voraussetzungen, Güter zu transportieren. Ein entsprechendes Beispiel hierfür ist die Bereitstellung der Verkehrsinfrastruktur.[12] Der Fokus dieser Arbeit liegt insbesondere auf den direkten Auswirkungen des Straßengüterverkehrs auf die Umwelt. Diese sind hauptsächlich den folgenden Oberbegriffen zuzuordnen:

- Schadstoffemissionen
- Feinstaubbelastung
- Lärm
- Ressourcenverbrauch

Schadstoffemissionen

Als Schadstoffe, bedingt durch den Einsatz von Verbrennungsmotoren, werden Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Kohlendioxid (CO2) und andere organische Verbindungen bezeichnet.[13] Der Emission dieser Schadstoffe werden folgende Umweltbelastungen zugeschrieben:

- „Teibhauseffekt (Erwärmung der Erdatmospähre)
- Ozonloch (Ozonabbau in der Stratosphäre) und
- Veränderungen der troposphärischen Luftchemie (z.B. Smog)“[14]

Feinstaubbelastung

Der Einsatz von Verbrennungsmotoren, speziell Dieselmotoren im Straßengüterverkehr, sind nicht nur für den Ausstoß gasförmiger Schadstoffe mitverantwortlich, sondern es entstehen durch den Verbrennungsprozess Rußpartikel, die zum so genannten Feinstaub gehören. Die Auswirkungen des Feinstaubs können beim Menschen zu Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Atemwege führen. Ferner kann es zur Auslösung von verschiedenen Krebserkrankungen beitragen.[15]

Lärm

Als eines der größten Umweltprobleme, bedingt durch den Güterverkehr, wird die Umweltbeeinträchtigung durch den entstandenen Lärm bezeichnet. Speziell in Stadtbereichen wird diese Belastung am stärksten empfunden.[16] In der Literatur wird Lärm als unerwünschter oder gesundheitsschädlicher Schall definiert.[17]

Bedingt durch das wachsende Aufkommen im Güterverkehr, äußert sich die Belastung durch den entstandenen Lärm in verschiedenen Arten von Störungen oder Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit:

- Schlafstörungen
- Kommunikationsstörungen
- Rekreationsstörungen
- Leistungsstörungen

Ferner kann die Summe der genannten Auswirkungen beim Menschen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.[18]

Ressourcenverbrauch

Ein weiterer Einfluss des Straßengüterverkehrs auf die Umwelt ist der durch den Betrieb von Fahrzeugen erzeugte Ressourcenverbrauch. In diesem Zusammenhang spricht man vom Bedarf an Rohstoffen, die die Energie liefern, um einen Transport durchzuführen. Hauptsächlich handelt es sich hier um die nicht-erneuerbaren Rohstoffe, wie beispielsweise Öl.[19] Gerade die vergleichsweise starke Nutzung des Lastkraftwagens im Gegensatz zu alternativen Transportmitteln macht den überproportionalen Ressourcenverzehr durch den Straßengüterverkehr deutlich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Menge des Primärenergieverbrauchs des deutschen Güterverkehrs im Jahr 2006 nach Verkehrsträgern[20]

[...]


[1] Vgl. Arnold et al. (2008), S. 3.

[2] Vgl. Heisereich (1999), S. 1.

[3] Ehrmann (2008), S. 25.

[4] Vgl. Arnold et al. (2008), S. 3.

[5] Gillert (2009).

[6] Vgl. Gillert (2009).

[7] Vgl. Stanger (o. J).

[8] Vgl. Ehrmann (2008), S. 196.

[9] Ehrmann (2008), S. 195.

[10] Kraftfahrtbundesamt zitiert nach de.statista.com.

[11] Vgl. Stanger (o. J.).

[12] Vgl. Fiedler (2010), S. 30.

[13] Vgl. Buchholz et al. (1998), S. 300.

[14] Buchholz et al. (1998), S. 300.

[15] Vgl. Deutscher Naturschutzbund e.V. (o. J.).

[16] Vgl. Buchholz et al. (1998), S. 304.

[17] Vgl. Fiedler (2010), S. 35.

[18] Vgl. Fiedler (2010), S. 35.

[19] Vgl. Spitz (2011), S. 23.

[20] Institut für Energie- und Umweltforschung (2006) zitiert nach de.statista.com.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Grüne Logistik im Straßengüterverkehr. Definition, Motivation und Handlungsfelder
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V305430
ISBN (eBook)
9783668035126
ISBN (Buch)
9783668035133
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grüne, logistik, straßengüterverkehr, definition, motivation, handlungsfelder
Arbeit zitieren
Andreas Mayer (Autor), 2013, Grüne Logistik im Straßengüterverkehr. Definition, Motivation und Handlungsfelder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305430

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