Was bedeutet Nachhaltigkeit generell und im betrieblichen Umfeld? Wie können Aspekte von Öko-Effizienz und Öko-Effektivität in das Produktionsumfeld integriert werden? Was hat Sozio-Effektivität mit Sustainable Design und Innovation zu tun?
Das sind Themenfelder, die in diesem Kompendium ausgeleuchtet werden. Der Bogen wird weit gespannt von internationalen Nachhaltigkeitszielen zu unternehmerischen Strategien, von der Triple-Bottom-Line zur Quadruple-Bottom-Line, von bekannten Modellen wie Cleaner Production und Kreislaufwirtschaft zu (noch) weniger verbreiteten Ansätzen wie zum Beispiel jenem von Produkt-Service-Systemen, von (ko-)kreativer Ideenfindung zu Methoden der interdisziplinären Projektumsetzung und der Ökobilanzierung.
Leser und Leserinnen bekommen von der Mitbegründerin des CSR-Führerscheins konkretes Handwerkszeug für das Aufsetzen eines betrieblichen Umfelds, in dem nachhaltigkeitsorientierte Produktion voll integriert ist und zum Erfolgsgarant wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Nachhaltigkeit im Allgemeinen
2.1 Ausgangssituation – Befindlichkeit unseres Planeten
2.2 Ursprung und zentrale Begriffe der Nachhaltigkeit
2.2.1 Kernprobleme und Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung
2.2.2 Entstehungsgeschichte der nachhaltigen Entwicklung
2.2.3 Europäische Nachhaltigkeitsstrategien
2.3 Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.4 Generelle Nachhaltigkeitsstrategien
2.5 Nachhaltigkeitsziele und Zukunftsideen
2.5.1 Ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsziele
2.5.2 Zukunftsfähigkeit durch die Integration der Nachhaltigkeitsdimensionen
2.5.3 Zukunftsfähigkeit durch Entkopplung von quantitativem Wachstum und qualitativer Entwicklung
3 Betriebliche Nachhaltigkeit
3.1 Nachhaltiges Unternehmenleitbild – Strategische Aspekte
3.1.1 Nachhaltige Leitideen – von der Triple Bottom Line zur Quadruple Bottom Line
3.1.2 Von reaktiver CSR zu strategischer Corporate Sustainability
3.1.3 Stakeholder und deren Perspektiven
3.2 Operationalisierung betrieblicher Nachhaltigkeit
3.2.1 Sustainable Balanced Scorecard (SBSC)
3.2.2 Sustainable Excellence (S-EFQM)
3.2.3 Zunehmende Prozess- und Projektorientierung
3.3 Nachhaltigkeits- und Umweltmanagementsysteme
3.3.1 Überblick
3.3.2 ISO 14001, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), PCDA-Zyklus
3.3.3 EMAS
3.3.4 Umweltrechnungswesens (UWR) – Environmental Accounting
3.3.5 Kennzahlen zur Messung der Nachhaltigkeitsleistung
4 Nachhaltigkeitsorientierte Produktion
4.1 Produktion im Unternehmenssystem
4.2 Geschichte des Umweltschutzes in der Produktion
4.3 Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS) – Cleaner Production (CP)
4.3.1 Leitprinzipien von Cleaner Production – Öko-Effizienz
4.3.2 Strategien von Cleaner Production
4.3.3 Methoden zur Vermeidung von Abfällen und Emissionen
4.3.4 Cleaner Production als Teil des betrieblichen Umweltmanagementsystems
4.3.5 Cleaner Production in der Praxis
4.4 Ökologisierung von Stoff- und Energieströmen, Kreislaufwirtschaft
4.4.1 Leitprinzipien der Kreislaufwirtschaft – Öko-Effektivität
4.4.2 Blue Economy / Bionik
4.4.3 Cradle to Cradle®
4.5 Sustainable Design und Innovation
4.5.1 Leitprinzipien von Sustainable Design – Öko- und Sozio-Effektivität
4.5.2 Quellen und Kriterien für Sustainable Innovations
4.5.3 Voraussetzungen und Fragen für ko-kreative Ideenfindung
4.5.4 Kreativ-Methoden / Ko-Kreation
4.5.5 Sustainable Design Umsetzungs-Methoden – von der Idee zur Innovation
4.5.6 Nachhaltigkeitsmanagement und Sustainable Design
4.6 Ökobilanz – Umweltbilanz
4.6.1 Input-Output-Bilanz / Stoffstrommanagement / Material- und Energieflussrechnung
4.6.2 Energieanalyse
4.6.3 Full Life Cycle Assessment (LCA)
4.6.4 Methoden zur Bewertung der Umweltleistung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit dient als umfassender Leitfaden für die betriebliche Integration ökologischer und sozialer Verantwortung in Produktionsprozesse. Sie zielt darauf ab, ein tiefgreifendes Verständnis für Nachhaltigkeit zu schaffen und konkrete Managementansätze sowie Werkzeuge bereitzustellen, um Unternehmen zukunftsfähig und öko-effektiv auszurichten.
- Grundlagen der ökosozialen Verantwortung und Nachhaltigkeitsstrategien
- Methoden betrieblicher Nachhaltigkeit (z.B. SBSC, ISO 14001, EMAS)
- Strategien und Leitprinzipien der Cleaner Production und Kreislaufwirtschaft
- Innovative Ansätze für Sustainable Design und ko-kreative Ideenfindung
- Instrumente zur Bewertung der Umweltleistung, wie Ökobilanzierung und Carbon Footprint
Auszug aus dem Buch
Cradle to Cradle®
„Cradle to Cradle“ kann ins Deutsche mit Von der Wiege in die Wiege übersetzt werden und definiert sich so in Abgrenzung vom Gedanken des „Cradle to Grave“ (also Von der Wiege bis ins Grab), der Wegwerfprodukten zugrunde liegt.
Abfall wird damit gleichbedeutend mit Nahrung, Ressourcen bleiben dauerhaft erhalten. Dies impliziert auch eine grundsätzlich andere Sichtweise im Vergleich zur Öko-Effizienz, welche Schadstoffe und negative ökologische Auswirkungen minimiert. Ein Beispiel: Öko-Effizienz reduziert THG-Emissionen, Öko-Effektivität setzt Kohlendioxid als Nährstoff ein.
Der Cradle to Cradle® Ansatz von Dr. Michael Braungart (vgl. braungart.com 2015 & EPEA GmbH 2012a) beschreibt zwei verschiedene öko-effektive Kreisläufe für die Herstellung von Produkten. Die Kompatibilität mit ökologischen Systemen wird dabei maximiert, es entsteht Öko-Effektivität (vgl. EPEA Switzerland 2015). Das erste Cradle to Cradle® Design-Prinzip lautet im Einklang mit dem Konsistenz-Ansatz: „Alle Produkte werden als Nährstoffe angesehen, die in biologischen oder technischen Kreisläufen fließen“ (vgl. Braungart.com 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
Nachhaltigkeit im Allgemeinen: Vermittlung eines Grundverständnisses für ökosoziale Verantwortung sowie Darstellung der Entstehung und der Dimensionen nachhaltiger Entwicklung.
Betriebliche Nachhaltigkeit: Aufzeigen von Möglichkeiten und Managementsystemen zur konkreten betrieblichen Umsetzung unternehmerischer Verantwortung.
Nachhaltigkeitsorientierte Produktion: Detaillierte Darstellung von Strategien, Werkzeugen und Methoden zur Planung, Umsetzung und Bewertung ökologischer Produktionsweisen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Produktion, Öko-Effizienz, Öko-Effektivität, Kreislaufwirtschaft, Cleaner Production, Umweltmanagementsysteme, ISO 14001, EMAS, Ökobilanz, Cradle to Cradle, Sustainable Design, CSR, Carbon Footprint, Unternehmensverantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Das Dokument bietet einen strukturierten Wegweiser für Unternehmen, um ökologisch und sozial verantwortliche Produkte sowie Produktionsweisen erfolgreich einzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen das allgemeine Verständnis von Nachhaltigkeit, die betriebliche Nachhaltigkeitssteuerung und die praxisorientierte Anwendung nachhaltigkeitsorientierter Produktionstechniken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von Konzepten, Strategien und Werkzeugen, mit denen Unternehmen ihre Umweltperformance messen und aktiv verbessern können, um den Anforderungen einer zukunftsfähigen Wirtschaft gerecht zu werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden etablierte Methoden wie das 3-Säulen-Modell, die Balanced Scorecard (SBSC), Life Cycle Assessment (LCA) sowie spezifische Bewertungskriterien wie MIPS oder die CML-Methode behandelt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, betriebliche Managementsysteme sowie spezifische Produktionsmethoden wie Cleaner Production, Kreislaufwirtschaft und Sustainable Design.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeit, Öko-Effizienz, Kreislaufwirtschaft, Cleaner Production, Umweltmanagementsysteme und Ökobilanzierung.
Welche Rolle spielen die 17 Sustainable Development Goals (SDGs)?
Die SDGs dienen als neuer globaler Orientierungsrahmen, der Unternehmen dabei unterstützen soll, ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen strategisch auszurichten und durch einen SDG-Kompass in die Praxis zu übertragen.
Wie unterscheidet sich "End-of-Pipe" von "Cleaner Production"?
End-of-Pipe-Technologien sind nachgeschaltete Verfahren, die lediglich Symptome lindern, während Cleaner Production durch integrierte, präventive Strategien bereits an der Quelle ansetzt, um Umweltbelastungen gänzlich zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Mag.a, MBA Sustainability Management Annemarie Schallhart (Autor:in), 2015, Nachhaltigkeit in der Produktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305499