Die gesundheitlichen Folgen von Arbeitslosigkeit


Hausarbeit, 2014

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesundheitliche Folgen von Arbeitslosigkeit

3. Konzepte der Prävention

4. Zusammenfassung/Fazit

1. Einleitung

Der Verlust von Arbeit, besonders über einen längeren Zeitraum ist für eine Vielzahl von Menschen ein einschneidendes negatives Ereignis und kann u. a. verschiedene gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. „Arbeit ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Integration. Wer seinen Arbeitsplatz (dauerhaft) verliert, läuft Gefahr, an den Rand der Gesellschaft zu geraten oder ganz aus dieser herauszufallen.“ (Belwe, 2008, S.2) Die nachstehende Hausarbeit wird sich dieser Thematik widmen und neben der Betrachtung der durch die Arbeitslosigkeit entstandenen gesundheitlichen Belastungen auch bereits bestehende präventiv wirkende Programme vorstellen.

2. Gesundheitliche Folgen von Arbeitslosigkeit

Im November 2013 meldete die Bundesagentur für Arbeit 2.806.143 Menschen in Deutschland, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Das sind 54.663 Menschen mehr als im Vorjahresmonat (vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2013, Statistik).

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts beschrieb wissenschaftliche Literatur Zusammenhänge zwischen Arbeitsverlust und Gesundheit (vgl. RKI, 2003, Heft 13, S.5).

Gesundheit wurde 1948 in der Konstitution der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschrieben als „Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als das Freisein von Krankheit und Gebrechen“.

„Die Ergebnisse vieler Studien verdeutlichen, dass Arbeitslose im Vergleich zu Erwerbstätigen einen schlechteren Gesundheitszustand haben (Berth et al. 2008, Brenner 2006, Elkeles 1999, Hanisch 1999, Lampert et al. 2011, RKI 2003, Weber et al. 2007, zit. nach GBE kompakt, März 2012)“

Arbeitslosigkeit beeinträchtigt vielfach “(…) Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit, erzeugt bei vielen Betroffenen Gefühle der Niedergeschlagenheit und Leere und führt häufig zu einem Anstieg von depressiven und Angstsymptomen die im Extremfall in Suizidalität münden können.” (Rogge, 2007, S.1 zit. nach Udris 2005, S. 13-19)

Arbeit ist für eine Vielzahl von Menschen identitätsstiftend. Dies kann an einem kleinen Beispiel aufgezeigt werden. “Fragt man jemanden, den man gerade kennen gelernt hat, danach, was er “ist”, so bekommt man im Regelfall die Antwort, die auf die Ausbildung oder die Beschäftigung des oder der Betreffenden verweist.” (Kadler-Neuhausen, 2012, S.53)

Kommt es zu dem Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet dies neben finanzieller Einschränkungen und einer veränderten sozialen Einbettung, den Verlust der Tagesstruktur auch eine erhebliche Minderung des Selbstwertgefühls. Der Austausch mit der Kollegenschaft fehlt, durch Schamgefühle kommt es zu Rückzugstendenzen und vielfach schlussendlich zu sozialer Isolation (vgl. Kieselbach, 2007, S.1-35).

Hinzu kommen Risikoverhaltensweisen, wie erhöhter Tabak- und Alkoholkonsum, Vernachlässigung einer ausgewogenen Ernährung, Medikamentenmissbrauch…

All diese Faktoren können sich auf den Gesundheitszustand auf unterschiedlichste Art und Weise auswirken.

Abbildung 1 zeigt, dass arbeitslose Frauen und Männer im Vergleich zu Berufstätigen erheblich mehr Antidepressiva verordnet bekommen. Dies lässt den Rückschluss auf eine starke psychische Belastung durch die Arbeitslosigkeit zu.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Grafik Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2010

http://www.presseportal.de/pm/6910/2406314

“Aus den Ergebnissen der Arbeitslosenforschung lässt sich entnehmen, dass der Verlust des Arbeitsplatzes folgende sofortige wie auch langfristige, d.h. zu chronischen Erkrankungen führende Effekte auf körperliche und psychische Gesundheit ausübt:

- Veränderung des Blutdrucks und des Körpergewichts, Störungen des vegetativen Nervensystems, Schwächung des Immunsystems.
- Anstieg von Nervosität, Ängstlichkeit, Gereiztheit und depressive Verstimmungen, Konzentration- und Schlafstörungen.
- Erhöhung des Zigaretten-, Alkohol- und Tabakkonsums
- Zunahme psychosomatischer Erkrankungen (Magen-Darm-Erkrankungen,
- asthmatische Beschwerden, Rücken- und Kopfschmerzen, Gelenkrheumatismus)
- Zunahme von Suiziden und Suizidgefährdungen. (Gegenüber Beschäftigten weisen Arbeitslose eine bis zwanzigfache Rate von Selbstmordversuchen auf.)” (Wolski-Prenger/Rothardt,1996, S.95)

„In Abbildung 2 ist das Verhältnis der gemeldeten Krankheitstage von arbeitslosen und angestellten Frauen und Männern nach Diagnosen differenziert dargestellt. Dabei zeigt sich, dass Arbeitslose vor allem von psychischen und Verhaltensstörungen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems sowie von Krankheiten des Nervensystems stärker betroffen sind.“ (BKK Gesundheitsreport, 2010)

Abbildung 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_aid=17432129&p_uid=gasts&p_sprache=D&p_knoten=FID&p_suchstring=14911#fid14813

2010 berechnet Hollederer mit Hilfe der Datensammlung des Mikrozensus 2005 (N=35.425), dass Arbeitssuchende deutlich höhere Krankenstände vorweisen als Erwerbstätige. Der Unterschied fällt besonders in der mittleren und höheren Altersstufe auf (vgl. Hollederer, 2010).

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die gesundheitlichen Folgen von Arbeitslosigkeit
Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Note
2,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V305589
ISBN (eBook)
9783668035706
ISBN (Buch)
9783668035713
Dateigröße
829 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
folgen, arbeitslosigkeit
Arbeit zitieren
Doreen Adam (Autor), 2014, Die gesundheitlichen Folgen von Arbeitslosigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305589

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