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Soziologische Systemtheorie - Eine handlungstheoretische Grundlage und der Aspekt des Case Management

Title: Soziologische Systemtheorie - Eine handlungstheoretische Grundlage und der Aspekt des Case Management

Intermediate Examination Paper , 2003 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandra Starke (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss der Systemtheorie auf die Soziale Arbeit – speziell auf die Familienarbeit – und den daraus resultierenden Ergebnissen sowie mit dem Aspekt des Case Managements in der systemischen Familienarbeit. Bezug wird dabei insbesondere auf die systemtheoretischen Ausarbeitungen Niklas LUHMANNS genommen. Die Arbeit wird darlegen, weshalb die Systemtheorie eine Berechtigung in der sozialen (Familien-)Arbeit als handlungstheoretische Grundlage findet und welches die Methoden sind, mit der die Theorie in die Praxis umgesetzt werden kann. Da sie ein enorm hohes Abstraktionsvermögen voraussetzt, ist eine empirische Überprüfbarkeit ihrer Verwertbarkeit kaum möglich. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Terminologie dar: In der Fachsprache wurde zu Beginn der Entwicklungen dieses Handlungsmodells von „systemischer Familientherapie“ gesprochen. Mittlerweile hat sich jedoch die Bezeichnung „systemischer Therapie“ überwiegend durchgesetzt. Der Grund dafür liegt in „der latenten Pathologisierung der gesamten Familie.“ (HUSCHKE-RHEIN 1988, S.84) Analog verhält es sich mit den Begriffen „Systemische Familienarbeit“ und „Systemische (Familien-)Therapie“. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass der intervenierende „Therapeut“ durch die systemischen Methoden auf eine Art und Weise in die Familie eingreift, dass ihm ein gewisser Therapiestatus nicht abgesprochen werden kann. Dies ist zu beobachten, je stärker der systemische Ansatz umgesetzt wird. Demzufolge kann von einer „Therapeutisierung der Familienberatung“ (SICKENDIECK 1999, S.170) gesprochen werden, womit der Begriff der „Systemischen Therapie“ wieder gerechtfertigt wäre. Somit sind die Begriffsdefinitionen abhängig von dem Theorieverständnis und dessen Bezug auf die Praxis. Ich werde mich im Verlauf der Arbeit auf den Begriff der „Systemischen Familienarbeit“ beziehen, erkenne damit aber nicht den therapeutischen Aspekt ab, weshalb ich die professionellen Mitarbeiter auch als Therapeuten bezeichnen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1 – Die soziologische Systemtheorie Luhmanns

1. Niklas Luhmann – Biographie und Talcott Parsons

2. Die Soziologische Systemtheorie – Grundlagen

2.1. Systeme und Umwelt

2.2. Autopoiesis und Selbstreferenz

2.3. Soziale Systeme

3. Berechtigung der Soziologischen Systemtheorie als handlungstheoretische Grundlage für die Soziale Arbeit am Beispiel des Systems Familie

Kapitel 2 – Geschichtliche Entwicklung der Systemischen Familienarbeit

Kapitel 3 – Methoden der Systemischen Familienarbeit

1. Menschenbild und Ziele

2. Anforderungen an die SozialarbeiterInnen

3. Methoden der Systemischen Familienarbeit

3.1. Familienskulptur

3.2. Fragen

3.3. Genogramm

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann auf die soziale Familienarbeit und analysiert, wie diese Theorie als handlungstheoretische Grundlage dienen kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung systemischer Methoden und der Bedeutung des Case Managements für die Effizienz und Strukturierung sozialer Hilfeprozesse.

  • Grundlagen der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann
  • Historische Entwicklung der systemischen Familienarbeit
  • Methoden in der systemischen Familienarbeit (Skulptur, Genogramm, Fragetechniken)
  • Integration von Case Management zur Optimierung sozialer Hilfeprozesse
  • Reflexion der Anwendbarkeit systemischer Ansätze in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3. Berechtigung der Soziologischen Systemtheorie als handlungstheoretische Grundlage für die Soziale Arbeit am Beispiel des Systems Familie

Die Systemtheorie als handlungstheoretische Grundlage heranzuziehen, ist wohl insbesondere auf ihre Unterscheidung System-Umwelt zurückzuführen; diese entspricht genau dem, was seit Jahrzehnten in der Theorie der Sozialen Arbeit das Grundmodell bildet: die Austauschbeziehungen von Mensch und Umwelt, deren wechselseitige Bedingtheit und die Verpflichtung der Sozialen Arbeit, nicht nur die menschlichen Anpassungspotentiale und Bewältigungsmuster zu verbessern, sondern auch auf unzureichende Umweltbedingungen Einfluss zu nehmen. Das systemische liegt zum einen darin, die Menschen im Zusammenhang mit den sie umgebenden Systemen zu betrachten und zum anderen darin, die Komplexität realer Lebenssituationen, die vielfältigen Abhängigkeiten und Wirkungsdimensionen, die ein biopsychosoziales Problem konstituieren, zu erschließen und über die Klientenbeziehung hinaus zu denken. Der systemtheoretische Ansatz in der Sozialen Arbeit, insbesondere in der Familienarbeit, aber auch in Einzeltherapie und Beratung, stellt nicht das Individuum mit seinen Problemen in den Mittelpunkt, sondern die Familie als ein kommunikatives System.

Sie ist entsprechend dem systemtheoretischen Denken ein regelgeleitetes System, das in erster Linie nicht aus Personen, sondern aus Informationen und Kommunikationen besteht: Es entwickeln sich im Laufe der Zeit (oft auch unausgesprochene) Regeln, die die Verhaltensspielräume der einzelnen Mitglieder beschreiben und begrenzen. Jedes Familienmitglied hat seine eigenen Verarbeitungsmodi in Bezug auf Informationen, Kommunikationen und Regeln, die wiederum ins System einfließen. Dies soll an einem Beispiel verdeutlicht werden: Ein magersüchtiges Familienmitglied wird nicht als der kranke Patient betrachtet, sondern als ein Symptomträger für (z.B.) Kommunikationsschwierigkeiten innerhalb der Familie. Durch die Entkoppelung von Familiensystem und Familienmitglied – jedes für sich ist autonom und autopoietisch – sind Einschließungen und Ausschließungen aus einem System möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 – Die soziologische Systemtheorie Luhmanns: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Systemtheorie nach Niklas Luhmann, einschließlich der Konzepte Autopoiesis, Selbstreferenz und der Unterscheidung zwischen System und Umwelt.

Kapitel 2 – Geschichtliche Entwicklung der Systemischen Familienarbeit: Hier wird der historische Kontext der systemischen Arbeit dargestellt, beginnend bei der Erforschung von Schizophrenie in den USA bis hin zur Etablierung systemischer Konzepte in Deutschland.

Kapitel 3 – Methoden der Systemischen Familienarbeit: Das Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung durch Methoden wie Familienskulptur, Genogrammarbeit und Fragetechniken sowie der Integration von Case Management in die systemische Praxis.

Schlüsselwörter

Soziologische Systemtheorie, Niklas Luhmann, Familienarbeit, Case Management, Autopoiesis, Selbstreferenz, Systemische Therapie, Sozialpädagogik, Familienskulptur, Genogramm, Hilfe zur Selbsthilfe, Interaktionssysteme, Ressourcenorientierung, Kommunikation, System-Umwelt-Differenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die soziologische Systemtheorie nach Niklas Luhmann eine tragfähige theoretische Basis für die soziale Familienarbeit darstellt und wie systemische Methoden in der Praxis angewendet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören die Systemtheorie Luhmanns, die Geschichte der systemischen Familienarbeit, der Einsatz spezifischer Methoden sowie die Rolle des Case Managements in modernen sozialen Einrichtungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es darzulegen, warum die Systemtheorie als handlungstheoretische Grundlage für die soziale Arbeit legitim ist und mit welchen spezifischen Methoden sie in die Praxis umgesetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um Systemtheorie, fachliche Ansätze der Familienarbeit und Methoden des Case Managements miteinander in Bezug zu setzen und kritisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Einführung in die Luhmannsche Theorie, einen geschichtlichen Abriss der systemischen Familienarbeit sowie eine detaillierte Darstellung praktischer Instrumente wie Genogramm und Familienskulptur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Systemtheorie, Familienarbeit, Case Management, Autopoiesis, Selbstreferenz und Ressourcenorientierung.

Wie unterscheidet sich das systemische Case Management vom klassischen Vorgehen?

Das systemische Case Management betont die Vernetzung von Ressourcen und den Fokus auf soziale Wirklichkeitskonstruktionen, anstatt das Individuum isoliert als "Problemträger" zu betrachten.

Welche Bedeutung haben "zirkuläre Fragen" in der systemischen Beratung?

Zirkuläre Fragen dienen dazu, Kommunikationsmuster und Beziehungen innerhalb des Familiensystems aufzudecken, um Klienten neue Perspektiven und alternative Wirklichkeitskonstruktionen zu ermöglichen.

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Details

Title
Soziologische Systemtheorie - Eine handlungstheoretische Grundlage und der Aspekt des Case Management
College
Dresden Technical University  (Sozialpädagogik/Sozialarbeit)
Grade
1,0
Author
Sandra Starke (Author)
Publication Year
2003
Pages
52
Catalog Number
V30564
ISBN (eBook)
9783638317993
ISBN (Book)
9783638702423
Language
German
Tags
Soziologische Systemtheorie Eine Grundlage Aspekt Case Management
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Starke (Author), 2003, Soziologische Systemtheorie - Eine handlungstheoretische Grundlage und der Aspekt des Case Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30564
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