Globalisierung und eine hohe Dynamik der Märkte führen unter anderem zu veränderten Anforderungen an die Arbeitnehmer. Stichworte wie lebenslanges Lernen, Flexibilität, Mobilität, ständige Erreichbarkeit sowie eine immer schnellere Kommunikation und die dadurch gestiegene Informationsmenge setzen die Menschen unter Druck und können nur von geistig und körperlich leistungsfähigen und gesunden Menschen bewältigt werden.
Neue Krankheitsbilder wie Burnout, Boreout und Co. von denen immer mehr Arbeitnehmer betroffen sind, aber auch der akute Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung die hauptverantwortlich für vielerlei Zivilisationskrankheiten sind, nehmen stetig zu und führen zu meist langen Ausfallzeiten bzw. zu einer Arbeitsunfähigkeit.
Dies wirkt sich negativ auf das Gesundheitssystem und auf die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft aus. Betrachtet man zusätzlich noch die zukünftige Entwicklung in Bezug auf die Altersstruktur der Bevölkerung wird deutlich, dass aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung und dem fehlenden Nachwuchs, präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ergriffen und gefördert werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensbeschreibung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Gesundheit und Gesundheitsförderung
2.2 Kaufmännische Mitarbeiter
2.3 Motivation
2.4 Volition
3 Theorien und Modelle in Bezug auf einen gesunden Lebensstil
3.1 Sozial - kognitive Theorie von Bandura
3.2 Transtheoretisches Modell nach Prochaska und DiClemente
3.3 Sozial – kognitives Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens nach Schwarzer
3.4 Zusammenfassung
4 Ausblick im Rahmen der Mitarbeiterführung
4.1 Gesundheitskultur integrieren
4.2 Mitarbeiter zu Verhaltensänderung motivieren
5 Schlussbetrachtung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über motivations- und verhaltenstheoretische Ansätze im Kontext der Gesundheitsförderung zu geben und aufzuzeigen, wie kaufmännische Mitarbeiter im betrieblichen Setting gezielt zu einem dauerhaft gesunden Lebensstil motiviert und in der Umsetzung unterstützt werden können.
- Theoretische Grundlagen von Motivation und Volition im Rahmen der Verhaltensänderung
- Analyse sozial-kognitiver Theorien und Stufenmodelle zur Gesundheitsförderung
- Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung bei der Etablierung gesunder Lebensstile
- Strategien zur Integration einer gesundheitsorientierten Unternehmenskultur
- Praktische Maßnahmen zur Motivierung von Mitarbeitern zu Verhaltensänderungen
Auszug aus dem Buch
Sozial - kognitive Theorie von Bandura
Die Sozial - kognitive Theorie von Albert Bandura ist eine häufig angewandte Theorie zur Erklärung und Vorhersage von Verhalten, die insbesondere bei sportspezifischen Fragestellungen in der Gesundheitspsychologie angewandt wird. Ursprünglich stammt das Konzept aus der sozialen Lerntheorie wurde jedoch Ende der 80er Jahre zur sozial – kognitive Theorie modifiziert. Der Grundgedanke der Theorie ist das sich Verhalten, Umwelteinflüsse und intraindividuelle Faktoren gegenseitig beeinflussen. Das gesamte Konzept basiert dabei auf der Annahme das kognitive, motivationale, emotionale und aktionale Abläufe und Zielsetzungen hauptsächlich durch persönliche Überzeugung gesteuert werden. Einen hohen Stellenwert nimmt dabei die Selbstwirksamkeitserwartung ein. Die Selbstwirksamkeitserwartung bzw. die subjektive Kompetenzerwartung ist einer der Hauptfaktoren wenn es um die Erklärung und Beeinflussung von Verhaltensweisen in allen Bereichen geht. Ebenfalls entscheidend für eine Verhaltensänderung, neben der Intention bzw. Zielsetzung, ist die Handlungs – Ergebnis – Erwartung bzw. Konsequenzerwartung und sogenannte soziostrukturelle Faktoren.
Aus der Abbildung wird die wesentliche Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung ersichtlich. Sie wirkt auf allen Ebenen auf das gewünschte bzw. angestrebte Verhalten. Laut Literatur ist die Selbstwirksamkeitserwartung definiert als ein persönlich empfundenes Vertrauen, Erwartung und Beurteilung neue oder schwierige Aufgabenstellungen aufgrund der eigenen Kompetenzen meistern zu können. Das Konzept beruhte ursprünglich lediglich auf der individuellen Kompetenzerwartung und wurde später um die kollektive Kompetenzerwartung erweitert. Die kollektive Kompetenzerwartung wird definiert als die Überzeugung, Erwartung einer Gruppe mit den vorhandenen gemeinsamen Fähigkeiten, bestimmte Handlungen zu koordinieren und umzusetzen um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Dabei ist die kollektive Kompetenzerwartung nicht die reine Aufsummierung der subjektiven Kompetenzerwartungen sondern als eigenständiges Konstrukt zu sehen, erklärt durch die zusätzlichen Einflussfaktoren auf eine Gruppe wie z.B. die Qualität der Gruppenleitung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Anforderungen an Arbeitnehmer sowie die Zunahme psychosomatischer Erkrankungen und verdeutlicht die Notwendigkeit betrieblicher Gesundheitsförderung vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Gesundheit, Salutogenese, Motivation, Volition sowie das spezifische Berufsbild des kaufmännischen Mitarbeiters definiert, um ein einheitliches Verständnis der Arbeit zu schaffen.
3 Theorien und Modelle in Bezug auf einen gesunden Lebensstil: Das Kapitel bietet eine wissenschaftliche Analyse zentraler psychologischer Ansätze wie der sozial-kognitiven Theorie nach Bandura, dem Transtheoretischen Modell sowie dem HAPA-Modell von Schwarzer zur Erklärung von Gesundheitsverhalten.
4 Ausblick im Rahmen der Mitarbeiterführung: Hier werden praktische Handlungsfelder für Unternehmen aufgezeigt, um Gesundheitskultur zu implementieren und Mitarbeiter durch zielgerichtete Unterstützung zur nachhaltigen Verhaltensänderung zu motivieren.
5 Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit resümiert die theoretischen Ergebnisse und betont die Notwendigkeit eines Umdenkens in den Unternehmen hin zu einer langfristigen Investition in die Mitarbeitergesundheit statt kurzfristiger Kostenminimierung.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Motivation, Volition, Selbstwirksamkeit, Verhaltensänderung, HAPA-Modell, Bandura, Salutogenese, Mitarbeiterführung, Gesundheitskultur, Arbeitsfähigkeit, Lebensstil, Prävention, Risikowahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung des persönlichen Gesundheitspotenzials bei kaufmännischen Mitarbeitern und untersucht, wie diese zu einem dauerhaft gesunden Lebensstil motiviert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themenfelder umfassen die psychologischen Grundlagen von Motivation und Volition, etablierte gesundheitspsychologische Modelle sowie praktische Ansätze für betriebliches Gesundheitsmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Erkenntnisse Möglichkeiten aufzuzeigen, wie kaufmännische Angestellte im Arbeitsalltag unterstützt werden können, um gesundheitsförderliche Verhaltensweisen dauerhaft zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einem ausführlichen Literaturstudium, in dem aktuelle Theorien und Modelle der Gesundheitspsychologie analysiert und für den praktischen Kontext der Mitarbeiterführung aufbereitet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Definitionen und psychologische Theorien zur Verhaltensänderung) und die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die Gestaltung einer gesundheitsfördernden Unternehmenskultur.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Selbstwirksamkeit, Verhaltensänderung, HAPA-Modell, betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitskultur charakterisieren.
Warum wird das HAPA-Modell nach Schwarzer in der Arbeit favorisiert?
Der Autor favorisiert das HAPA-Modell, da es als Hybridmodell die Stärken von Kontinuums- und Stufenmodellen vereint und durch die Integration motivationaler und volitionaler Variablen besonders gut zur Erklärung von Verhaltensänderungen geeignet ist.
Welche Rolle spielt die Selbstwirksamkeitserwartung bei der Verhaltensänderung?
Die Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Faktor: Sie bestimmt, ob eine Person sich zutraut, ein neues Verhalten überhaupt zu beginnen und auch bei auftretenden Hindernissen oder Rückschlägen konsequent am Ziel festzuhalten.
Warum fällt es vielen Mitarbeitern trotz Motivation schwer, ihre Gesundheit zu fördern?
Dies liegt häufig an der "Intentions-Verhaltens-Lücke", bei der es zwar einen Vorsatz gibt, aber ein Mangel an Volition bzw. an konkreten Handlungs- und Bewältigungsplänen die Umsetzung im Alltag verhindert.
Wie sollten Unternehmen laut Autor ihre Gesundheitsangebote gestalten?
Angebote sollten individuell und partizipativ gestaltet sein, wobei der Fokus auf offener Kommunikation, der Bereitstellung von Ressourcen sowie der Unterstützung bei der Erarbeitung von persönlichen Handlungsplänen liegen sollte.
- Citar trabajo
- Alexander Deml (Autor), 2015, Förderung des persönlichen Gesundheitspotenzials bei kaufmännischen Mitarbeitern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305858