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Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Beziehung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen

Titel: Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Beziehung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen

Seminararbeit , 2015 , 25 Seiten

Autor:in: Sebastian Engel (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit behandelt die von mir aufgeworfene Fragestellung, welche Auswirkungen die massiven Kursverluste an der New Yorker Börse im Oktober 1929 auf die Beziehung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei hatte. Ich untersuche dieses Thema aufgrund meines persönlichen Bezuges und allgemeinen Interesses daran. Außerdem ist das Thema prinzipiell sehr aktuell, in Bezug auf die Weltwirtschaftskrise, die seit 2007 in der Welt für steigende Arbeitslosenquoten, Staatsinflation und Staatsverschuldung sorgt.

Ich versuche in dieser Arbeit herauszufinden, ob die Wirtschaftskrise vom Oktober 1929 und die dadurch entstandene vergleichsweise lange Krisenzeit – die Boykottbewegung in der Tschechoslowakei und andere gegenseitige wirtschaftliche Diskriminierungen – die ausschlaggebenden Gründe für den endgültigen Bruch zwischen diesen beiden Völkern waren. In dieser Arbeit werde ich daher vielmehr auf die allgemeine Volkswirtschaft der Ersten Tschechoslowakischen Republik und die Folgeerscheinungen der Wirtschaftskrise auf die Bevölkerung eingehen, als andere bisherige Arbeiten, die zum Thema Sudetendeutsche und Tschechen geschrieben wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Volkswirtschaft der Ersten Tschechoslowakischen Republik: Vergleich böhmischer, mährischer und karpatenukrainischer Wirtschaft

3. Weltwirtschaftskrise 1929-33

3.1 Auswirkungen auf die tschechoslowakische Wirtschaft

3.2 Auswirkungen auf die sudetendeutsche Wirtschaft

3.3 Populistischer Vorwurf bezüglich Staatsauftragsvergabe

4. "Erweiterte" Wirtschaftskrise 1933-1936

4.1 Wirtschaftliche Destabilisierung durch das NS-Regime

4.2 Prager Boykottbewegung

5. Zusammenfassung

6. Literaturliste

6.1 Onlineressourcen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise ab 1929 auf das Zusammenleben von Tschechen und Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei und analysiert, ob wirtschaftliche Diskriminierung und Krisenfolgen maßgeblich zum politischen Bruch zwischen den beiden Völkern beitrugen.

  • Wirtschaftliche Entwicklung der Ersten Tschechoslowakischen Republik
  • Folgen der Weltwirtschaftskrise für verschiedene Regionen und Industriezweige
  • Die Rolle staatlicher Auftragsvergabe und wirtschaftlicher Boykottbewegungen
  • Einfluss politischer Spannungen und des NS-Regimes auf die interethnischen Beziehungen

Auszug aus dem Buch

3.2 Auswirkungen auf die sudetendeutsche Wirtschaft

Unter der Weltwirtschaftskrise litt nicht nur die tschechoslowakische Wirtschaft, sondern auch die stark exportorientierte Verbrauchsgüterindustrie, die sich in den Bezirken mit überwiegend deutschsprachiger Bevölkerung im Norden und Westen der Tschechoslowakei konzentrierte. Gerade wegen der Exportorientiertheit der sudetendeutschen Wirtschaft waren es in hohem Maße krisenanfällige Betriebe, die industriegeschichtlich rückständig waren und die „alten“ Branchen der Leichtindustrie darstellten.

Deswegen waren auch die höchsten Arbeitslosigkeitsfälle im deutschsprachigen Grenzgebiet vorzufinden. Es ist natürlich schwierig, Vergleiche anzustellen, ob die Sudetendeutsche Bevölkerung wirklich, wie von negativistischen Parteien behauptet, von der Prager Regierung bewusst im Stich gelassen wurde. Ein Vergleich zwischen deutschen und tschechischen Bezirken mit ähnlichen Wirtschaftsstrukturen ergab aber tatsächlich eine weitaus höhere Arbeitslosigkeit in den deutschen Bezirken. Zwei Beispiele zum veranschaulichen dieser Thematik. Die Bezirke Friedland und Jilemnice beide hatten zirka 40.000 Einwohner, aber der einzige Unterschied die Stadt Friedland hatte im Januar 1935 um 3,6% mehr Arbeitslose in ihrem Bezirk, als das Tschechisch-sprachige Jilemnice. Weitaus deutlicher und gravierender fällt der Unterschied zwischen dem deutschen Komotau und dem tschechischen Hradec aus, beide Bezirke haben mit zirka 90.000 beinahe dieselbe Anzahl an Einwohnern aber während Hradec 3% Arbeitslose zu verbuchen hat, sind es in Komotau 11,3%.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise äußerten sich bei den Sudetendeutschen nicht nur bei der viermal höheren Arbeitslosigkeit als bei den Tschechen. Die weitaus gravierenden Folgen waren die soziale Verelendung des Mittelstandes und die dadurch entstehende Anfälligkeit für Radikalismen, wie sie Konrad Henlein und die Sudetendeutsche Heimatfront vertraten. Weiters bedeutete diese Krise das endgültige Ende des sudetendeutschen Aktivismus und dem Willen der deutschsprachigen Bevölkerung zusammen mit den anderen Bevölkerungsteilen der Republik einen Staat mitzugestalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der persönlichen Motivation zur Untersuchung der sozioökonomischen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf das tschechisch-sudetendeutsche Verhältnis.

2. Die Volkswirtschaft der Ersten Tschechoslowakischen Republik: Vergleich böhmischer, mährischer und karpatenukrainischer Wirtschaft: Analyse der wirtschaftlichen Heterogenität des neugegründeten Staates und der Herausforderungen durch das nationale Staatskonzept.

3. Weltwirtschaftskrise 1929-33: Darstellung des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der steigenden Arbeitslosigkeit und der zunehmenden innenpolitischen Spannungen zwischen den Volksgruppen.

3.1 Auswirkungen auf die tschechoslowakische Wirtschaft: Erläuterung der krisenbedingten Radikalisierung und der Versuche, den Arbeitsmarkt durch restriktive Maßnahmen zu schützen.

3.2 Auswirkungen auf die sudetendeutsche Wirtschaft: Aufzeigen der überproportionalen wirtschaftlichen Not in den deutschsprachigen Grenzgebieten und deren politische Konsequenzen.

3.3 Populistischer Vorwurf bezüglich Staatsauftragsvergabe: Untersuchung der Anschuldigungen gegenüber der Regierung bezüglich einer einseitigen Bevorzugung tschechischer Betriebe bei öffentlichen Aufträgen.

4. "Erweiterte" Wirtschaftskrise 1933-1936: Analyse der langsamen Erholung und der zunehmenden Isolation durch einen forcierten Wirtschaftsnationalismus.

4.1 Wirtschaftliche Destabilisierung durch das NS-Regime: Beschreibung der negativen Einflüsse der nationalsozialistischen Autarkiepolitik auf das bilaterale Verhältnis zur Tschechoslowakei.

4.2 Prager Boykottbewegung: Analyse der gesellschaftlichen Unruhen, insbesondere am Beispiel der „Prager Tonfilmaffäre“ als Symptom für wachsende ethnische Spannungen.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die eine Verschärfung des sozialen und politischen Bruchs durch die Krisenjahre belegen.

Schlüsselwörter

Weltwirtschaftskrise, Erste Tschechoslowakische Republik, Sudetendeutsche, Tschechen, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsnationalismus, Protektionismus, Staatsaufträge, Prager Tonfilmaffäre, Nationalsozialismus, Minderheitenpolitik, Industriekrise, Radikalisierung, Zwischenkriegszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise (1929-1933) und der nachfolgenden Jahre auf die wirtschaftliche und politische Beziehung zwischen der tschechischen Mehrheitsbevölkerung und der sudetendeutschen Minderheit in der Tschechoslowakei.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die sozioökonomische Situation, die Folgen der Arbeitslosigkeit, die Rolle von Staatsaufträgen als politisches Streitthema sowie die Auswirkungen von Boykottbewegungen und der NS-Autarkiepolitik auf das Zusammenleben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob die wirtschaftliche Krise und gegenseitige Diskriminierung die ausschlaggebenden Faktoren für den endgültigen politischen Bruch zwischen den Völkern in der Tschechoslowakei darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse unter Verwendung von Statistiken, zeitgenössischen Berichten und einer Aufarbeitung relevanter wissenschaftlicher Literatur zur Wirtschaftsgeschichte der Tschechoslowakei.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der wirtschaftlichen Unterschiede innerhalb des Staates, die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf unterschiedliche Industriebereiche und die politische Instrumentalisierung von Wirtschaftsdaten und Staatsaufträgen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Weltwirtschaftskrise, Sudetendeutsche, Tschechoslowakei, Wirtschaftsnationalismus, Arbeitslosigkeit und ethnische Diskriminierung.

Welche Rolle spielte die „Prager Tonfilmaffäre“ in der Arbeit?

Sie dient als konkretes Beispiel für eine Boykottbewegung, die zeigte, wie schnell soziale Perspektivlosigkeit durch radikale Akteure für nationalistische Agitation instrumentalisiert werden konnte.

Warum wurde die sudetendeutsche Wirtschaft laut dem Autor besonders schwer getroffen?

Aufgrund ihrer starken Exportorientierung in den „alten“ Branchen der Leichtindustrie war die sudetendeutsche Wirtschaft anfälliger für die globalen Markteinbrüche als die stärker auf den Binnenmarkt ausgerichtete tschechische Schwerindustrie.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Regierung bei der Staatsauftragsvergabe?

Der Autor arbeitet heraus, dass es zwar massive Vorwürfe seitens der deutschen Wirtschaft gab, diese jedoch oft mit der wirtschaftlichen Sachlage (Konkurrenzfähigkeit) und weniger mit einer bewussten, böswilligen Diskriminierung erklärbar waren, auch wenn die Politik zunehmend unter Generalverdacht stand.

Wie veränderte sich die Situation nach 1933 durch das NS-Regime?

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland verschärfte sich das Klima massiv, da die Autarkiepolitik des Deutschen Reiches und der Druck des NS-Regimes das bilaterale Verhältnis belasteten und innerhalb der Tschechoslowakei zum Misstrauen gegenüber allen deutschen Staatsbürgern führte.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Beziehung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen
Hochschule
Universität Salzburg
Veranstaltung
PS Zeitgeschichte Die Tschechoslowakei / Tschechien von der Ersten Republik bis zur Gegenwart
Autor
Sebastian Engel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V305894
ISBN (eBook)
9783668038059
ISBN (Buch)
9783668038066
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen weltwirtschaftskrise beziehung tschechen sudetendeutschen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Engel (Autor:in), 2015, Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Beziehung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305894
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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