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Die Wüstungsperiode. Ursachen und widersprüchliche Entwicklungen

Titel: Die Wüstungsperiode. Ursachen und widersprüchliche Entwicklungen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kerstin Köck (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Wüstungsperiode ist eine der wichtigsten Erscheinungen des späten Mittelalters. Mit Beginn des 14. Jahrhunderts kann ein deutlicher Anstieg an Wüstungen festgestellt werden. Diese wüst gewordenen Dörfer und Siedlungen sind vor allem im Zuge einer „Um- und Entsiedlung“ entstanden. Es wird angenommen, dass in Deutschland etwa ein Viertel aller Siedlungen verschwanden.

Selbst heute noch, nach vielen Jahrhunderten, erinnern uns Reste in „Wald und Flur“ an verlassene Dörfer, Siedlungen und ehemalige Ackerflächen. Jedoch haben nicht selten Witterungsverhältnisse und auch Menschen dazu beigetragen, dass diese Zeugnisse der Vergangenheit unkenntlich gemacht wurden und somit für die Nachwelt regelrecht verwischten.

Die vorliegende Arbeit soll auf den Begriff der Wüstungen näher eingehen. Außerdem werden die Gründe für die Entstehung der Wüstungen ausführlicher erläutert und auch deren Widersprüche aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wüstungen

2.1 Definition

2.2 Der Wüstungsquotient

3 Zeitliche Einordnung

3.1 Die Vorgeschichte

3.2 Landesausbau

3.3 Ostkolonisation

4 Die Ursachen der Wüstungsperiode

4.1 Die Kriegstheorie

4.2 Die Sicherheitstheorie

4.3 Die Fehlsiedlungstheorie

4.4 Die Gesellschafts-Krisentheorie

4.5 Die Seuchentheorie

4.6 Die Abnahme der Bevölkerungszahl

4.7 Die Agrarkrisentheorie

4.8 Die steigenden Löhne in den Städten

5 Die Ausbreitung der Wüstungen

6 Die Nutzungsmöglichkeiten für die Wüstungen

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode, analysiert deren Entstehungsursachen und beleuchtet die sozioökonomischen Hintergründe, die zum dauerhaften Verlassen zahlreicher Siedlungen führten.

  • Definition und wissenschaftliche Einordnung des Wüstungsbegriffs
  • Analyse der demographischen und klimatischen Bedingungen des Spätmittelalters
  • Untersuchung verschiedener theoretischer Erklärungsansätze für Wüstungsvorgänge
  • Ausbreitung und regionale Besonderheiten von Wüstungen in Deutschland
  • Nutzungsänderungen ehemaliger Siedlungsflächen und landwirtschaftlicher Strukturwandel

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Kriegstheorie

Die Kriegstheorie besagt, dass zahlreiche Kriege und Fehden in dieser Zeit Schuld an der Zerstörung von Siedlungsland und Ackerland waren und es somit zu Wüstungen kam. In Preußen herrschte der Kampf gegen Polen, die plündernden Hussiten zogen durch Bayern, Sachsen, Schlesien und Brandenburg. Die Türken und Mongolen fielen in die Ostmark ein. In einer Mainzer Chronik zum Jahre 1371 heißt es: „In jenen Tagen raubte, wer stärker war, den andern aus, und es flohen die umwohnenden Bauern, weil Weltliche und Geistliche, Nonnen und Mönche aller Orden ohne Unterschied plünderten.“ Jedoch spricht laut Abel gegen die Kriegstheorie, dass die Heere und Horden, die raubend und plündernd durch das Land zogen, eher selten den Weg in die Höhen der deutschen Mittelgebirge fanden, wo die Wüstungsdichte die größte war. Bei der Kriegstheorie handelt es sich also nur um einen hinzutretenden Faktor, der die Wüstungen begünstigte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der spätmittelalterlichen Wüstungen und die Problematik ihrer Erfassung anhand spärlicher schriftlicher Quellen.

2 Wüstungen: Klärung der fachsprachlichen Definition von Orts- und Flurwüstungen sowie Einführung des Wüstungsquotienten zur statistischen Erfassung.

3 Zeitliche Einordnung: Untersuchung des Beginns der Wüstungsperiode ab dem 14. Jahrhundert im Kontext von Vorgeschichte, Landesausbau und Ostkolonisation.

4 Die Ursachen der Wüstungsperiode: Detaillierte Analyse verschiedener Theorien, von Krieg und Sicherheit über Seuchen bis hin zur Agrarkrise.

5 Die Ausbreitung der Wüstungen: Analyse der regionalen Unterschiede und Schwierigkeiten bei der räumlichen Bestimmung des Wüstungsgrades.

6 Die Nutzungsmöglichkeiten für die Wüstungen: Beschreibung der Umnutzung verlassener Flächen für die Weidewirtschaft und Aufforstung.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ursachenvielfalt und des Forschungsstandes zur Wüstungsperiode.

Schlüsselwörter

Wüstungen, Spätmittelalter, Agrarkrise, Pest, Bevölkerungsrückgang, Landesausbau, Ostkolonisation, Siedlungsgeschichte, Wüstungsquotient, Wirtschaftsgeschichte, Siedlungsforschung, Landflucht, Grenzertragsböden, Agrarlandschaft, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Ursachen der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode, in der zahlreiche Dörfer und Siedlungen in Deutschland aufgegeben wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die demographische Entwicklung, die Auswirkungen von Pestepidemien und Klimaveränderungen, die Agrarstruktur des Spätmittelalters sowie sozioökonomische Faktoren wie Lohn-Preis-Gefüge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verschiedenen Theorien zur Entstehung von Wüstungen zu bewerten und darzulegen, welche Faktoren tatsächlich ausschlaggebend waren und welche nur einen verstärkenden Einfluss hatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein historisch-analytischer Ansatz verfolgt, der auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und geografischer Verteilungen von Wüstungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Definition von Begriffen verschiedene Ursachentheorien – etwa die Kriegs-, Sicherheits-, Seuchen- und Agrarkrisentheorie – kritisch gegeneinander abgewogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Wüstungen, Spätmittelalter, Agrarkrise, Pest und Siedlungsgeschichte definieren.

Warum wird der Pest eine so große Rolle zugeschrieben?

Die Pest wird als Hauptursache für den massiven Bevölkerungsrückgang angesehen, der wiederum zu einer sinkenden Nachfrage nach Getreide und einer daraus resultierenden Agrarkrise führte.

Wie wurden wüst gefallene Flächen nachgenutzt?

Viele der verlassenen Ackerflächen wurden in Weideflächen für Rinder und Schafe umgewandelt oder durch Aufforstung für die Waldmast von Schweinen genutzt.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Wüstungsperiode. Ursachen und widersprüchliche Entwicklungen
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut: Mittlere Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar: Die ländliche Gesellschaft von der Karolingerzeit bis zum Ende des Mittelalters
Note
1,3
Autor
Kerstin Köck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V305902
ISBN (eBook)
9783668040465
ISBN (Buch)
9783668040472
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wüstungsperiode ursachen entwicklungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kerstin Köck (Autor:in), 2011, Die Wüstungsperiode. Ursachen und widersprüchliche Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305902
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Leseprobe aus  19  Seiten
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