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Positive Diskriminierung? Vor- und Nachteile der gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen

Die gesellschaftliche Akzeptanz des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst

Titel: Positive Diskriminierung? Vor- und Nachteile der gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen

Seminararbeit , 2015 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Henry Starck (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Vorstände und Aufsichtsräte deutscher Unternehmen sind zum Großteil noch immer reine Männerdomänen. So lag Ende 2014 der Frauenanteil in den Vorständen der deutschen Top-200-Unternehmen bei 5,4%. Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, da Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung und mehr als die Hälfte der Uni-Absolventen ausmachen.
Darüber hinaus stellen empirische Studien immer wieder fest, dass Unternehmen mit einer höheren Zahl von Frauen im Führungskreis deutlich positivere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen, als Unternehmen, die nur einen geringen Anteil an Frauen in der Führungsebene aufweisen. Auch konnten Studien beweisen, dass mit einer zunehmenden Anzahl von Frauen die Innovationsleistung der Unternehmen zunimmt und Frauen ebenfalls positiven Einfluss auf den finanziellen Erfolg des Unternehmens haben.

Am 27. März 2015 hat der Bundesrat das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst gebilligt. Erarbeitet wurde das Gesetz unter der Federführung der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig (SPD) und dem Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas (SPD). Ziel des Gesetzes ist es, den Frauenanteil in den Führungspositionen der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltungen zu erhöhen. Die Einführung der gesetzlichen Quote ist somit ein wichtiger Schritt zur Chancengleichheit von Frauen und Männern.

Die gesetzliche Regulierung des Frauenanteils in verschiedenen Ämtern stößt neben positiver aber auch auf negative Kritik. Denn obwohl der Beweis erbracht zu sein scheint, dass zum Beispiel ein höherer Frauenanteil in Führungspositionen positive Wirkungen auf die Unternehmensperformance hat, sehen Kritiker in einer gesetzlichen Regulierung einen unnötigen staatlichen Eingriff, der u.a. das Risiko falscher Personalentscheidungen steigen lässt.

Ziel dieser Seminararbeit soll es daher sein die wesentlichen Argumente, die für und gegen die gesetzliche Frauenquote sprechen, herauszustellen. Anhand der Forschungsergebnisse soll ferner ein aktuelles Meinungsbild erfasst werden, aus dem hervorgeht, ob die gesetzliche Regulierung der Frauenquote von der Gesellschaft tendenziell befürwortet oder abgelehnt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Forschungsfrage

1.2 Methode

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst

2.1 Feste Geschlechterquote von 30% im Aufsichtsrat

2.2 Pflichten zur Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil

3. Pro und Contra einer gesetzlichen Frauenquote

4. Empirische Untersuchung zur Akzeptanz der gesetzlichen Frauenquote

4.1 Studiendesign

4.2 Forschungsergebnisse

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Akzeptanz und die kontroversen Standpunkte zur gesetzlichen Frauenquote in Deutschland, die 2015 zur Förderung der Gleichberechtigung in Führungspositionen eingeführt wurde. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Bewertung des Gesetzes durch die Gesellschaft unter Berücksichtigung von Argumenten für und gegen die Quotenregelung.

  • Analyse der gesetzlichen Grundlagen der Frauenquote (30%-Quote und Zielgrößen)
  • Gegenüberstellung der Pro- und Contra-Argumente im Diskurs
  • Empirische Erhebung zum gesellschaftlichen Meinungsbild
  • Untersuchung der Geschlechterdifferenzen bei der Bewertung der Maßnahme
  • Kritische Reflexion der Wirksamkeit staatlicher Eingriffe in den Arbeitsmarkt

Auszug aus dem Buch

2.1 Feste Geschlechterquote von 30% im Aufsichtsrat

Wie bereits erwähnt, gilt die fixe Geschlechterquote von 30% im Aufsichtsrat nur für die Unternehmen, die nach § 3 Abs. 2 AktG börsennotiert sind und zum anderen der paritätischen Mitbestimmung unterliegen. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen entweder in den Anwendungsbereich des MitbestG, des Montan-MitbestG oder des MitbestErgG fallen muss. Davon sind jedoch nur etwas mehr als 100 Unternehmen in Deutschland betroffen. Dies liegt daran, dass die paritätische Mitbestimmung nur für Unternehmen mit mindestens 2.000 Mitarbeitern bzw. im Bereich der Montan-Mitbestimmung mit mindestens 1.000 Mitarbeitern gilt. Folglich sind kleinere börsennotierte Unternehmen von der fixen Frauenquote nicht betroffen.

Wie die Sitze im Aufsichtsrat quotenmäßig zu besetzen sind, ist grundsätzlich anhand der sogenannten „Gesamterfüllung" zu ermitteln. Dabei errechnen sich die zu besetzenden Sitze im Aufsichtsrat durch Multiplikation der Anzahl der Gesamtsitze mit dem Faktor 0,3. Das Ergebnis ist mathematisch auf- oder abzurunden. Bei der „Gesamterfüllung“ ist es also durchaus möglich, dass das Geschlechterverhältnis zwischen den beiden Aufsichtsratsbänken der Arbeitnehmer und der Anteilseigner ungleich verteilt ist.

Dieses Vorgehen ist jedoch in einigen Fällen problematisch, da Arbeitnehmer und Aktionäre nicht gleichzeitig Ihre Aufsichtsratsmitglieder wählen. Die „Gesamterfüllung“ kann also dazu führen, dass die zuerst wählende Seite mehr Frauen bestellen muss, um die Frauenquote von 30% im gesamten Aufsichtsrat zu erfüllen. § 96 Abs. 2 S. 3 AktG sieht daher ein Widerspruchsrecht gegen die „Gesamterfüllung" vor. Die Seite der Arbeitnehmervertreter oder der Anteilseigner im Aufsichtsrat können demnach vor der Wahl der „Gesamterfüllung" widersprechen. Dies führt im Ergebnis dazu, dass die Quote von 30% auf beide Bänke separat angewendet werden muss. In diesem Fall spricht man von der „Getrennterfüllung“. Schulz geht davon aus, dass die „Getrennterfüllung" in der Praxis dominieren wird, da die „Gesamterfüllung“ viele Unwägbarkeiten für die einzelnen Aufsichtsratsbänke beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen und führt in die 2015 eingeführte gesetzliche Frauenquote als Instrument zur Erhöhung des Frauenanteils ein.

2. Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst: Dieses Kapitel erläutert die regulatorischen Instrumente der Quote, insbesondere die 30%-Regelung im Aufsichtsrat und die Pflicht zur Festlegung von Zielgrößen.

3. Pro und Contra einer gesetzlichen Frauenquote: Es werden die zentralen Argumente von Befürwortern und Kritikern gegenübergestellt, wobei Aspekte wie Chancengleichheit, Diskriminierung und wirtschaftliche Effizienz behandelt werden.

4. Empirische Untersuchung zur Akzeptanz der gesetzlichen Frauenquote: Hier wird das Design und die Ergebnisse einer Online-Umfrage vorgestellt, die das Meinungsbild zur Frauenquote in der Gesellschaft widerspiegelt.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflektion der Ergebnisse, die zeigt, dass die Quote gesellschaftlich kontrovers diskutiert wird und insbesondere geschlechterspezifische Unterschiede bei der Bewertung bestehen.

Schlüsselwörter

Frauenquote, Führungspositionen, Aufsichtsrat, Chancengleichheit, Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe, Privatwirtschaft, Empirische Untersuchung, Geschlechterquote, Zielgrößen, Mitbestimmung, Management, Karriereförderung, gläserne Decke, Wirtschaftliche Ergebnisse, Akzeptanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der im Jahr 2015 in Deutschland eingeführten gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen und deren Pro- und Contra-Argumenten sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Maßnahme.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen der Quote, die theoretische Debatte um ihre Sinnhaftigkeit und führt eine empirische Umfrage zur Bewertung durch die Gesellschaft durch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die wesentlichen Argumente für und gegen die gesetzliche Frauenquote herauszuarbeiten und mittels einer Befragung ein aktuelles Meinungsbild zur Wirksamkeit und Akzeptanz des Gesetzes zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine schriftliche Online-Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse anschließend quantitativ und qualitativ ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesetzlichen Regelungen für die Privatwirtschaft, eine Diskussion der Argumente von Befürwortern und Kritikern sowie die Darstellung der empirischen Untersuchungsergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frauenquote, Führungspositionen, Aufsichtsrat, Chancengleichheit, Mitbestimmung und die gesellschaftliche Akzeptanz staatlicher Eingriffe.

Wie unterscheidet sich die "Gesamterfüllung" von der "Getrennterfüllung" bei der Quote?

Bei der Gesamterfüllung wird die Quote von 30% auf den gesamten Aufsichtsrat angewendet, während bei der Getrennterfüllung die Quote für die Banken der Anteilseigner und der Arbeitnehmer separat gilt.

Warum wird die Frauenquote in der Arbeit als kritisch angesehen?

Kritiker führen an, dass sie Diskriminierung gegen Männer darstellt, das Risiko von Fehlbesetzungen erhöht, das Image einer "Quotenfrau" schafft und nicht die tieferliegenden Probleme wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie löst.

Was ergab die empirische Untersuchung zum Thema Chancengleichheit?

Ein Großteil der Befragten sieht keine reale Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen im Berufsleben, wobei Männer und Frauen diese Frage geschlechterspezifisch unterschiedlich bewerten.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Positive Diskriminierung? Vor- und Nachteile der gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen
Untertitel
Die gesellschaftliche Akzeptanz des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst
Hochschule
(IU Internationale Hochschule)
Note
1,0
Autor
Henry Starck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
31
Katalognummer
V305953
ISBN (eBook)
9783668041370
ISBN (Buch)
9783668041387
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenquote Führungspositionen Diskriminierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henry Starck (Autor:in), 2015, Positive Diskriminierung? Vor- und Nachteile der gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305953
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Leseprobe aus  31  Seiten
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