In den vergangenen Jahren hat sich der Gebrauch des Internets stark in der Bevölkerung verbreitet und nimmt als digitales Medium in unserem Leben mittlerweile einen unverzichtbaren Status im Bereich der Information und Kommunikation ein. Somit gilt es auch als selbstverständlich, dass in Folge des medialen Wandels im Internet die unterschiedlichsten interaktiven Dienste und Dienstleistungen unter dem Begriff „Beratung“ angeboten werden. Online-Beratung ist also das Produkt des Aufeinandertreffens von Beratung und Internet.
Das Thema dieser Arbeit geht der Frage nach, ob die Online-Beratung als unterstützende Methodik zu der herkömmlichen Face-to-Face-Beratung zur Problemlösung Jugendlicher gelten kann oder eine Bewandtnis als eigenständige Beratungsart im virtuellen Raum besitzt. Bestandteil der Arbeit sind auch die wesentlichen Komponenten der Beratung allgemein und speziell der Online-Beratung mit der entsprechenden computervermittelten Kommunikation.
Nach der begrifflichen Klärung der Beratung wird der Bezug zur pädagogischen Beratung hergestellt. Die Darstellung der Aufgaben der Beratung beeinflussen die Ansprüche an eine professionelle Beratung und damit die Anforderungen an die beratenden Personen. Der Einblick in die Techniken der Beratungskommunikation verdeutlicht die wichtige Intensität des Beratungsprozesses.
Für die Beratung im Internet stehen verschiedene Dienste zur Verfügung, die diverse Eigenschaften aufweisen. Sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der Online-Beratung werden veranschaulicht. Weitere Erfahrungen bietet eine Studie des Modellprojekts der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V., die von dem moderierten Diskussionsforum über den moderierten Gruppenchat bis zur E-Mail Beratung verschiedene Methoden untersucht und in ihrer praktischen Durchführung bewertet. Diese Untersuchungen unterstützen im Grunde auch die theoretischen Thesen zur Online-Beratung. Letztendlich folgt in einer Reflektion das Fazit der Ausgangsfrage nach dem Status der Online-Beratung als unterstützende Methode zur Problemlösung Jugendlicher.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Aufeinandertreffen von Beratung und Internet
2. Der Begriff „Beratung“
2.1 Pädagogische Beratung
2.2 Aufgaben der Beratung
2.3 Ansprüche an professionelle Berater
2.4 Techniken der Beratungskommunikation
3. Beratung und Internet
3.1 Eigenschaften der Online-Beratung
3.2 Dienste für die Online-Beratung
4. Online-Beratung für Jugendliche am Beispiel des bke-Projekts
4.1 Das moderierte Diskussionsforum für Jugendliche
4.2 Der moderierte Gruppenchat
4.3 Die E-Mail Beratung
5. Bezug zu der systemischen Beratung
5.1 Beratung im Sinn der systemischen Beratung
5.2 Online-Beratung im Sinn der systemischen Beratung
6. Jugendberatung Online: unterstützende Methodik oder eigenständige Verfahrensweise
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Online-Beratung als unterstützende Methodik zur herkömmlichen Face-to-Face-Beratung bei der Problemlösung Jugendlicher fungieren kann oder ob sie als eigenständige Beratungsform im virtuellen Raum zu betrachten ist.
- Grundlagen und Definitionen des Beratungsbegriffs sowie pädagogische Beratung.
- Besonderheiten der Online-Beratung, wie Niederschwelligkeit, Anonymität und zeitliche Flexibilität.
- Analyse konkreter Online-Beratungsangebote für Jugendliche am Beispiel des bke-Projekts.
- Theoretische Verknüpfung der Online-Beratung mit dem systemischen Beratungsansatz.
- Bewertung des Status der Online-Beratung als Methode oder eigenständiges Verfahren.
Auszug aus dem Buch
1. Das Aufeinandertreffen von Beratung und Internet
In den vergangenen Jahren hat sich der Gebrauch des Internets stark in der Bevölkerung verbreitet und nimmt als digitales Medium in unserem Leben mittlerweile einen unverzichtbaren Status im Bereich der Information und Kommunikation ein. Somit gilt es auch als selbstverständlich, dass in Folge des medialen Wandels im Internet die unterschiedlichsten interaktiven Dienste und Dienstleistungen unter dem Begriff „Beratung“ angeboten werden. Online-Beratung ist also das Produkt des Aufeinandertreffens von Beratung und Internet. Das Thema dieser Arbeit geht der Frage nach, ob die Online-Beratung als unterstützende Methodik zu der herkömmlichen Face-to-Face-Beratung zur Problemlösung Jugendlicher gelten kann oder eine Bewandtnis als eigenständige Beratungsart im virtuellen Raum besitzt.
Bestandteil der Arbeit sind auch die wesentlichen Komponenten der Beratung allgemein und speziell der Online-Beratung mit der entsprechenden computervermittelten Kommunikation. Nach der begrifflichen Klärung der Beratung wird der Bezug zur pädagogischen Beratung hergestellt. Die Darstellung der Aufgaben der Beratung beeinflussen die Ansprüche an eine professionelle Beratung und damit die Anforderungen an die beratenden Personen. Der Einblick in die Techniken der Beratungskommunikation verdeutlicht die wichtige Intensität des Beratungsprozesses.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Aufeinandertreffen von Beratung und Internet: Einleitung in die Thematik der Digitalisierung der Beratung und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle der Online-Beratung.
2. Der Begriff „Beratung“: Definition und theoretische Einordnung von Beratung, pädagogischer Beratung sowie der Anforderungen an professionelles Handeln und Kommunikation.
3. Beratung und Internet: Erläuterung der spezifischen Eigenschaften der Online-Beratung sowie der technischen Dienste, die diese Form der Beratung ermöglichen.
4. Online-Beratung für Jugendliche am Beispiel des bke-Projekts: Praktische Analyse von Beratungsangeboten wie Foren, Chats und E-Mail-Beratung für die Zielgruppe der Jugendlichen.
5. Bezug zu der systemischen Beratung: Theoretische Verankerung der Online-Beratung im systemischen Ansatz durch Anwendung spezifischer Hypothesen auf den Beratungsprozess.
6. Jugendberatung Online: unterstützende Methodik oder eigenständige Verfahrensweise: Reflektion und abschließende Bewertung der Online-Beratung als eigenständige Beratungsform.
Schlüsselwörter
Online-Beratung, Jugendberatung, Internet, Systemische Beratung, Face-to-Face-Beratung, Anonymität, Niederschwelligkeit, bke-Projekt, Beratungskommunikation, Pädagogische Beratung, Digitale Medien, Problemlösung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss des Internets auf den Beratungssektor und untersucht, wie Online-Beratung gezielt zur Unterstützung Jugendlicher bei der Bewältigung ihrer Lebensprobleme eingesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Beratung im Allgemeinen, die spezifischen Merkmale der Online-Interaktion, der Einsatz von Foren und Chats sowie die Anwendung systemischer Prinzipien im digitalen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob Online-Beratung lediglich als eine ergänzende, unterstützende Methode zu klassischen Beratungsformen zu verstehen ist oder einen eigenständigen Status als Beratungsart einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von praktischen Erfahrungen und Studien, insbesondere am Beispiel des bke-Projekts für Online-Jugendberatung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in begriffliche Grundlagen, die Analyse technischer Online-Beratungstools, die praktische Anwendung im bke-Projekt sowie die theoretische Verknüpfung mit dem systemischen Beratungsansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Online-Beratung, systemische Beratung, Jugendberatung, Anonymität und Niederschwelligkeit geprägt.
Warum spielt Anonymität bei der Online-Beratung eine so große Rolle?
Die Anonymität senkt die Hemmschwelle für Jugendliche erheblich, da sie sich bei schambesetzten Themen oder persönlichen Krisen in einer geschützten digitalen Umgebung freier äußern können als in einer direkten persönlichen Begegnung.
Wie unterscheidet sich der Gruppenchat von der E-Mail-Beratung?
Der Gruppenchat ermöglicht eine synchrone Kommunikation in Echtzeit, die sich für kurzfristige Krisenbewältigung eignet, während die E-Mail-Beratung eine asynchrone Form darstellt, die den Klienten mehr zeitlichen Raum zur Reflexion und Bearbeitung komplexerer Anliegen bietet.
Kann Online-Beratung eine klassische Therapie ersetzen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Online-Beratung kein vollwertiger Ersatz für eine Face-to-Face-Beratung ist, aber eine wertvolle eigenständige Beratungsform darstellt, die bei schweren Krisen erfolgreich in eine konventionelle Beratung vermitteln kann.
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- Ina Hofmeister (Author), 2015, Ist Online-Beratung eine unterstützende Methodik zur Problemlösung Jugendlicher?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305963