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Anwendung von Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung

Title: Anwendung von Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung

Bachelor Thesis , 2015 , 59 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Lux (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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„Bewerten heißt Vergleichen.“ Auf diesem Grundsatz baut die Multiplikatorenbewertung auf. Sie basiert auf der Annahme, dass zwei miteinander vergleichbare Unternehmen ähnlich bewertet werden. So wird der Marktpreis eines Unternehmens verwendet, um den Wert eines vergleichbaren Unternehmens zu schätzen, zu plausibilisieren oder im Wettbewerbsumfeld einzuordnen.

Die Genauigkeit der Wertübertragung hängt maßgeblich von den Unterschieden der betrachteten Objekte ab. Je geringer diese Differenzen sind, desto genauer spiegelt das Referenzobjekt das Bewertungsobjekt wider und umso besser lässt sich dessen Wert schätzen. Neben Einflussfaktoren, die sich aus den Eigenschaften der Unternehmen und der individuellen Transaktion ergeben, muss bei der Bewertung auch die Höhe des zu erwerbenden Anteils berücksichtigt werden. Beispielsweise gehen Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen mit bestimmten Kontrollbefugnissen einher, die für den Käufer einen Mehrwert darstellen. Basiert die Bewertung aber auf Vergleichspreisen, die die Eigentumsverhältnisse nicht berücksichtigen, kann es zu Verzerrungen und Fehlein-schätzungen kommen. Um solche Fehler zu vermeiden, können sogenannte Control Premiums (Kontrollzuschläge) oder Minority Discounts (Minderheitsabschläge) angewendet werden. Diese Wertanpassungen erhöhen bzw. vermindern den ermittelten Unternehmenswert und berücksichtigen so mögliche Vorteile bzw. Nachteile des Käufers, die sich durch die Eigentümerkonstellation ergeben.

Ziel dieser Arbeit ist die Identifikation solcher anteilsbedingten Preiskorrekturen sowie die Beschreibung ihrer Position im Rahmen der Multiplikatorenbewertung. Ebenso soll durch die Anwendung dieser Value Adjustments ihr wesentlicher Einfluss auf die Bepreisung eines Unternehmens verdeutlicht werden.
Zu Beginn werden die modelltheoretischen Grundlagen der marktpreisorientierten Bewertung geklärt. Hierbei werden mögliche Anwendungsbereiche differenziert sowie die Vorgehensweise des Multiplikatorverfahrens erläutert. Darauf aufbauend werden die Notwendigkeit, die Arten und die Höhe von kontrollspezifischen Value Adjustments erörtert. Ferner erfolgt deren Einordnung im Wertebenensystem unter Berücksichtigung von in der Literatur diskutierten Kontroversen. Anschließend werden die Abschläge und Prämien im Rahmen einer Multiplikatorenbewertung anhand eines konkreten Beispiels angewandt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit

2 Grundzüge der Multiplikatorenbewertung

2.1 Definition und Grundprinzip

2.2 Anwendungszwecke

2.3 Ablauf der Multiplikatorenbewertung

2.3.1 Auswahl der Vergleichsunternehmen

2.3.2 Bildung des Multiplikators

2.3.2.1 Unterscheidung nach Datenbasis

2.3.2.2 Unterscheidung nach Unternehmenswert

2.3.2.3 Unterscheidung nach Bezugsgröße

2.3.2.3.1 Größen der Gewinn- und Verlustrechnung

2.3.2.3.2 Größen der Bilanz

2.3.3 Aggregation und Anwendung des Multiplikators

3 Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung

3.1 Theoretische Grundlagen

3.1.1 Notwendigkeit und Definition

3.1.2 Überblick der Value Adjustments

3.1.2.1 Entity-Level Value Adjustments

3.1.2.2 Shareholder-Level Value Adjustments

3.1.3 Control Premiums und Minority Discounts

3.1.3.1 Notwendigkeit und Definition

3.1.3.2 Höhe des Control Premiums und Minority Discounts

3.1.3.2.1 Einflussfaktoren auf die Höhe

3.1.3.2.2 Quantifizierungsmethoden

3.1.3.3 Basis des Control Premiums und Minority Discounts

3.1.3.3.1 Wertebenensystem

3.1.3.3.2 Kontroversen zum Wertebenensystem

3.2 Anwendungsbeispiel im Rahmen der Multiplikatorenbewertung

3.2.1 Annahmen und Umfang

3.2.2 Szenario: Bewertung eines Kontrollanteils

3.2.2.1 Analyse des Bewertungsobjekts

3.2.2.2 Auswahl der Vergleichsunternehmen und der Bezugsgrößen

3.2.2.3 Bildung des Multiplikators

3.2.2.3.1 Berechnung der Basis

3.2.2.3.2 Ableitung der Multiplikatoren

3.2.2.3.3 Aggregation der Multiplikatoren

3.2.2.3.4 Berücksichtigung des Control Premiums

3.2.2.4 Anwendung des Multiplikators

3.2.3 Szenario: Bewertung eines Minderheitsanteils

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, anteilsbedingte Preiskorrekturen, sogenannte Value Adjustments, zu identifizieren und ihre Position sowie ihren maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmensbewertung mittels Multiplikatoren zu verdeutlichen.

  • Grundlagen der marktorientierten Unternehmensbewertung
  • Differenzierung zwischen Control Premiums und Minority Discounts
  • Analyse von Einflussfaktoren und Quantifizierungsmethoden für Wertanpassungen
  • Praktische Anwendung der Methodik anhand eines Unternehmensbeispiels

Auszug aus dem Buch

3.1.3.1 Notwendigkeit und Definition

Wer mehr als 50 Prozent der Anteile bzw. Stimmrechte eines Unternehmens hält, ist sogenannter Kontrolleigner. Kontrolle wird hierbei als „die Befugnis zur Lenkung des Managements und der Strategie eines gewerblichen Unternehmens“ definiert. Der Inhaber des Kontrollanteils besitzt also per Gesetz Rechte, die einem Minderheitsanteilseigner nicht zustehen. Wie die nachfolgende Liste verdeutlicht, gehen diese Befugnisse mit bestimmten Vorzügen und Kontrollelementen einher.

• Ernennung der Geschäftsführung

• Festlegung der Managementvergütung

• Bestimmung der Firmenpolitik und der Geschäftsentwicklung

• Kauf oder Verkauf von Anlagegütern

• Auswahl der Geschäftspartner und Bestimmung der Verträge

• Kauf von anderen Unternehmen

• Liquidation, Auflösung, Verkauf oder Rekapitalisierung des Unternehmens

• Kauf oder Verkauf von Finanzanlagevermögen

• Durchführung eines Börsengangs

• Festlegung der Dividende

• Änderung der Gesellschaftsvertrags

• Blockierung aller oben genannten Aktionen

Die Ausübung der mit diesen Kontrollelementen verbunden rechtlichen Macht resultiert in einem wirtschaftlichen Vorteil für den Kontrolleigner. Dieser Mehrwert wird durch den so genannten Kontrollaufschlag bzw. das Control Premium repräsentiert, welches ein Käufer bezahlen muss, wenn er den Kontrollanteil des Unternehmens erwerben möchte. Die Wertanpassung wird wie in Abbildung 7 dargestellt auf den Kaufpreis aufgeschlagen und stellt die wertmäßige Differenz zwischen Minderheits- und Kontrollanteil dar. Per Definition ist das Control Premium „ein zusätzliche Entgelt, das ein Investor über den Preis für eine Minderheitsbeteiligung hinaus zahlen würde, um den Kontrollanteil des Unternehmens zu erhalten.“ Die Berücksichtigung kann in Form eines absoluten oder prozentualen Aufschlags erfolgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik der Multiplikatorenbewertung und Darlegung der Forschungszielsetzung bezüglich anteilsbedingter Preiskorrekturen.

2 Grundzüge der Multiplikatorenbewertung: Erläuterung des marktpreisorientierten Bewertungsansatzes, der verschiedenen Multiplikatorarten, Bezugsgrößen und des strukturierten Ablaufs des Verfahrens.

3 Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung: Theoretische Herleitung und praktische Anwendung von Control Premiums und Minority Discounts sowie Analyse ihrer Integration in die Multiplikatorbewertung.

4 Fazit: Zusammenfassende Reflektion über die Eignung und Grenzen von Value Adjustments sowie die Notwendigkeit einer individuellen Analyse bei der Unternehmensbewertung.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Multiplikatorenbewertung, Value Adjustments, Control Premium, Minority Discount, Kontrollaufschlag, Minderheitsabschlag, Marktpreis, Unternehmenswert, Peergroup, Equity Value, Enterprise Value, Bewertungspraxis, Renditeerwartung, Transaktionsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Anwendung von sogenannten Value Adjustments im Kontext der Multiplikatorenbewertung, um Unterschiede in der Eigentümerkonstellation bei der Unternehmensbewertung zu berücksichtigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Grundlagen der Multiplikatorenbewertung, die Definition und Notwendigkeit von Kontrollzuschlägen (Control Premiums) sowie Minderheitsabschlägen (Minority Discounts).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, anteilsbedingte Preiskorrekturen zu identifizieren, deren Position im Bewertungsprozess zu beschreiben und durch ein Praxisbeispiel ihren Einfluss auf die Bepreisung eines Unternehmens aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen modelltheoretischen Ansatz in Kombination mit einem anwendungsorientierten Fallbeispiel, das auf empirischen Daten aus Transaktionsstudien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst die theoretischen Grundlagen der Multiplikatoranwendung, führt dann in die Systematik von Value Adjustments ein und wendet diese abschließend auf zwei Szenarien (Kontrollanteil vs. Minderheitsanteil) an.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Multiplikatorenbewertung, Control Premium, Minority Discount, Unternehmenswert und Marktorientierter Ansatz beschreiben.

Wie beeinflusst das Control Premium den berechneten Unternehmenswert?

Ein Control Premium repräsentiert den Aufschlag, den ein Investor für die Übernahme der Kontrolle zahlt; es erhöht den Wert des Unternehmens im Vergleich zu einer Minderheitsbeteiligung, da es strategische Handlungsspielräume und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Control Premium und Minority Discount für die Bewertung wichtig?

Die Unterscheidung ist entscheidend, da der Börsenwert meist nur den Preis für einen Minderheitsanteil widerspiegelt und somit den Mehrwert der Kontrolle nicht enthält, was bei Übernahmen zu einer signifikanten Fehlbewertung führen würde.

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Details

Title
Anwendung von Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung
College
University of applied Sciences Regensburg
Grade
1,0
Author
David Lux (Author)
Publication Year
2015
Pages
59
Catalog Number
V305987
ISBN (eBook)
9783668038493
ISBN (Book)
9783668038509
Language
German
Tags
Bewertung Multiplikatorverfahren Multiplikatorenbewertung Multiplikator Multiplikatoren Bewertungsverfahren Value Adjustments Valuation Control premium Kontrollaufschlag Minority Discount Finance Finanzen Corporate Finance Mergers and Aquicistions Unternehmenskauf Unternehmensbewertung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Lux (Author), 2015, Anwendung von Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305987
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