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Die Frankfurter Messe im Spätmittelalter - wirtschaftliche Krise, Innovation oder Revolution?

Title: Die Frankfurter Messe im Spätmittelalter - wirtschaftliche Krise, Innovation oder Revolution?

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Benjamin Kristek (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Spätmittelalter ist seit geraumer Zeit mit dem Begriff der Krise belegt: ,,Crisis is the word which comes immediately to the historians mind when he thinks of the fourteenth and fifteenth centuries."1
Aber es gibt auch den gegenteiligen Standpunkt, den unter anderem Boockmann vertritt, wenn er schreibt, es ,,liegen die Ursachen dieser vermeintlichen Krise mehr in den Hoffnungen moderner Historiker auf die Aufdeckung eines biologisch-genetischen Ablaufs der Geschichte als in der Vergangenheit selbst."2
Erich Meuthen schreibt sogar von einem ,,Lieblingsthema der Spätmittelalterforschung [...] die Analyse eines Sachverhalts, den man als ,Krise` bezeichnet, was immer das sei."3
Ob es eine allgemeine Krise im Spätmittelalter gegeben hat, kann auch in dieser Arbeit nicht umfassend geklärt werden. Hier interessiert vornehmlich der Aspekt der ökonomische Krise während der Zeit, in der sich die Frankfurter Messe herauskristallisiert haben. Für eine Krise ist der Teilbereich der Wirtschaft besonders aussagestark. Wilhelm Abel hat intensiv über eine ökonomische Krise in der spätmittelalterlichen Agrarwirtschaft geforscht.4 Er hat umfangreiche Daten zu Preisen und Löhnen zusammengetragen und Deutungsmuster, Modelle und Interpretationsansätze gegeben.5

1 Genicot, Léopold, Crisis. From the Middle Ages to Modern Times. In: The Cambridge Economic History of Europe, Vol. 1: The Agrarian Life of the Middle Ages, Cambridge 1971, S. 660.

2 Boockmann, Hartmut, Stauferzeit und spätes Mittelalter. Deutschland 1125-1517 (=Das Reich und die Deutschen 8), Berlin 1987, S. 245f.

3 Meuthen, Erich, Gab es ein spätes Mittelalter? In: Spätzeit. Studien zu den Problemen eines historischen Epochenbegriffs (=Historische Forschungen 42), hrsg. v. Johannes Kunisch, Berlin 1990, S. 109.

4 Vgl. Abel, Wilhelm, Agrarkrisen und Agrarkonjunktur in Mitteleuropa vom 13. bis zum 19. Jahrhundert, 3. neubearb. u. erw. Aufl. , Hamburg u. Berlin 1978, besonders S. 38.

5 Vgl. ders., Bevölkerungsrückgang und Landwirtschaft im ausgehenden Mittelalter im Lichte der Preis- und Lohnbewegung. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im deutschen Reiche 58/1 (1934), S. 34.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 ZUR EVIDENZ EINER WIRTSCHAFTLICHEN KRISE DES SPÄTMITTELALTERS

1.2 ZUR POLITISCHEN ENTWICKLUNG DER STADT FRANKFURT

1.3 ZUR WIRTSCHAFTLICHEN BEDEUTUNG DER STADT FRANKFURT

2. DIE FRANKFURTER MESSE

2.1 ZUM BEGRIFF DER MESSE

2.2 ENTSTEHUNG DER BEIDEN MESSEN

2.3 MESSEWESEN

2.4 WAREN

2.5 EINZUGSGEBIETE

4. DER FRANKFURTER HANDEL

4.1 FRANKFURT ALS MÜNZSTÄTTE

4.2 ZAHLUNGSVERKEHR

4.2.1 Geldwechsel

4.2.2 Kredit- und Kapitalmarkt

5. KAPITAL UND WUCHER

6. FAZIT

7. LITERATUR

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Entwicklung Frankfurts im Spätmittelalter, um die Hypothese einer allgemeinen wirtschaftlichen Krise kritisch zu hinterfragen. Ziel ist es, anhand der Strukturen der Frankfurter Messe aufzuzeigen, ob diese eher als Indikator einer krisenhaften Ära oder als Bindeglied zwischen mittelalterlicher und neuzeitlicher Wirtschaftsweise zu bewerten ist.

  • Analyse des Krisenbegriffs im spätmittelalterlichen Kontext
  • Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Etablierung Frankfurts als Messestadt
  • Einfluss des Messewesens auf den überregionalen Zahlungsverkehr und Kreditmarkt
  • Verhältnis zwischen kirchlichem Zinsverbot (Wucher) und realwirtschaftlichen Erfordernissen
  • Einordnung der Messe als kommerzielle Evolution anstelle eines revolutionären Bruchs

Auszug aus dem Buch

2.4 Waren

Die Waren stellten das offensichtlichste und greifbarste Angebot auf den Frankfurter Messen dar. Bereits um 1330 ist ein vielseitiges Warenangebot durch eine Quelle zum Zolltarif nachweisbar. Die Warenpalette beinhaltete Fische, Vieh, Häute, Leder Wein, Gewürze, Glas, Wolle, Flachs, Leinwand, Farbstoffe, Garne, Tuche, Metalle und Metallwaren.

„War bis ins Hochmittelalter Fernhandel vor allem ein Handel mit Luxusgütern, so sind jetzt selbst die Massenprodukte von Gebrauchswaren in fernen Gebieten absetzbar, so können jetzt hansischer Hering und elsässische Weine als Massengut Waren des Fernhandels werden.“ Es hat also ein Umschwung stattgefunden von einem reinen Handeln mit gering dimensionierten Nutzgütern und wenigen Luxuswaren hin zu Massenkonsumgütern. Hin und wieder kam es zwar zu Engpässen, aber im Laufe der Zeit wuchs das Warenangebot sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht kontinuierlich. Von einer langfristigen Krise ist nichts zu spüren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung diskutiert den wissenschaftlichen Krisenbegriff für das Spätmittelalter und stellt die Forschungsfrage nach der wirtschaftlichen Kontinuität der Frankfurter Messe.

2. DIE FRANKFURTER MESSE: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, den Messebegriff und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Frankfurter Handels.

4. DER FRANKFURTER HANDEL: Der Autor analysiert die Rolle Frankfurts als Münzstätte sowie die komplexen Strukturen des Zahlungsverkehrs, des Geldwechsels und des Kreditwesens.

5. KAPITAL UND WUCHER: Hier wird das Spannungsfeld zwischen der kirchlichen Morallehre zum Zinsverbot und dem aufstrebenden, gewinnorientierten Wirtschaftsdenken untersucht.

6. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass die Frankfurter Messe eher eine kommerzielle Evolution darstellt, statt Anzeichen einer allgemeinen wirtschaftlichen Krise des Spätmittelalters aufzuweisen.

Schlüsselwörter

Frankfurter Messe, Spätmittelalter, Wirtschaftskrise, Fernhandel, Warenangebot, Messerecht, Geldwechsel, Kreditmarkt, Kapital, Wucher, Münzprägung, Kommerzielle Evolution, Zahlungsverkehr, Marktstruktur, Wirtschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die spätmittelalterliche Wirtschaft am Beispiel der Frankfurter Messe tatsächlich von einer schweren Krise geprägt war oder ob ein stetiges Wachstum zu beobachten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Entwicklung des Messewesens, die Bedeutung des Fernhandels, die Währungs- und Kreditpraktiken sowie das kirchliche Verhältnis zum Geldgewinn.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der These, ob die Frankfurter Messe krisenhafte Momente widerspiegelt oder eher einen Fortschritt hin zu frühneuzeitlichen Handelsstrukturen markiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse zeitgenössischer Quellen, wie Urkunden, Zolltarife und Berichte, kombiniert mit der kritischen Auseinandersetzung mit der bisherigen wirtschaftshistorischen Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Organisation der Frankfurter Messen, die Warenpalette, das komplexe Münz- und Geldwechselwesen sowie die moralische Bewertung von Kapitalbildung und Wucher.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Frankfurter Messe, Spätmittelalter, Fernhandel, Geldverkehr, Kommerzielle Evolution und ökonomische Kontinuität charakterisieren.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Pest auf den Frankfurter Handel?

Der Autor stellt fest, dass in der untersuchten Sekundärliteratur kaum Informationen darüber vorliegen, wie die Pestwellen Mitte des 14. Jahrhunderts den Frankfurter Handel konkret beeinflusst haben könnten.

Welche Rolle spielte der Frankfurter Rat bei der Etablierung des Geldwesens?

Der Rat zentralisierte den Geldwechsel durch die Vergabe an erfahrene Goldschmiede und die Festlegung von Wechselkursen, was als eine Vorstufe zum modernen Bankwesen interpretiert werden kann.

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Details

Title
Die Frankfurter Messe im Spätmittelalter - wirtschaftliche Krise, Innovation oder Revolution?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichte)
Course
Hauptseminar Revolutionen im Mittelalter
Grade
1,7
Author
Benjamin Kristek (Author)
Publication Year
2001
Pages
27
Catalog Number
V3059
ISBN (eBook)
9783638118392
ISBN (Book)
9783638638005
Language
German
Tags
Frankfurt Messe Spätmittelalter Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Kristek (Author), 2001, Die Frankfurter Messe im Spätmittelalter - wirtschaftliche Krise, Innovation oder Revolution?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3059
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