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Der Zwei-plus-Vier-Vertrag. Ende oder Wende im Kalten Krieg?

Titel: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag. Ende oder Wende im Kalten Krieg?

Masterarbeit , 2015 , 69 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thomas Weber (Autor:in)

Geschichte Europas - Europa ab kaltem Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit den Rollen Deutschlands, der EU und der NATO im Kalten Krieg. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Zwei-Plus-Vier-Gesprächen und dem daraus resultierenden Zwei-Plus-Vier-Vertrag sowie der Osterweiterungen von EU und NATO ab 1990, die auch die Interessen Russlands berühren.

Um die Beweggründe hinter der Haltung Russlands gegenüber den innenpolitischen Vorgängen in der Ukraine zu begreifen werden verschiedene Theorien diskutiert, wie beispielsweise nicht verhandelte Probleme nach Ende des Kalten Kriegs oder dem jüngsten Vorwurf Michail Gorbatschows, der Westen habe sich bei dessen Ostpolitik nach der Wende nicht an Absprachen, die im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und des Auflösungsprozesses des Ostblocks getroffen wurden, gehalten. Die Ausdehnung des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses, welches auch nach dem Untergang der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Pakts Bestand hatte, sowie die Erweiterung der Europäischen Union hätten mit einem Beitritt der Ukraine zum ersten Mal seit Eingliederung der baltischen Staaten in die westlichen Organisationen die Grenzen Russlands erreicht. Es scheint nachvollziehbar, dass der russische Präsident Putin durch die offensive und revisionistische Politik gegenüber dem Westen lediglich versucht, die in der Vergangenheit gemachten Versäumnisse auszugleichen und die Interessen seines Landes auf diese Weise bestmöglich zu wahren. In diesem Zusammenhang kommen die Fragen auf, ob das Ende des Ost-West-Konflikts in den 90ern als Startschuss eines neuen Kalten Krieges bezeichnet werden kann oder ob dieser überhaupt jemals beendet war und aus welcher Dynamik überhaupt erst eine Zuspitzung auf die Osterweiterungen der NATO und der EU möglich wurde. Diese Arbeit versucht aufzuzeigen, dass die Institutionen und Mechanismen, die zur Sicherung amerikanischer Hegemonie in den späten 40er und frühen 50er Jahren in Europa installiert wurden, im Zuge der Zwei-plus-Vier-Gespräche erneut zur Sicherung der von den USA propagierten „Neuen Weltordnung“ reaktiviert wurden, damit der amerikanische Einfluss in Europa ausgeweitet und zementiert werden konnte. Die Erweiterung der entsprechenden Institutionen entwickelte dann letztendlich eine Eigendynamik, die spätestens mit der Ausweitung der EU bis an die ukrainisch-russische Grenze einen für die Russische Föderation nicht hinnehmbaren Einschnitt in die eigene Peripherie bedeuten würde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg

2.1 Institutionen und Mechanismen der Westbindung

2.1.1 Die NATO

2.1.2 Die Europäische Integration

2.2 Das Ende des Kalten Krieges

2.2.1 Der NATO-Doppelbeschluss

2.2.2 Die Reformpolitik Gorbatschows

2.2.3 Der Mauerfall

3. Die Zwei-plus-Vier-Gespräche

3.1 Die deutsche Wiedervereinigung und die deutsche NATO-Mitgliedschaft

3.2 Die Rolle des wiedervereinigten Deutschland in der Europäischen Union

3.3 Die Vision einer „Neuen Weltordnung“ von 1990

4. Die institutionelle Entwicklung von NATO und EU ab 1990

4.1 Die NATO-Osterweiterung

4.2 Die EU-Osterweiterung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht die Rolle des Zwei-plus-Vier-Vertrages im Kontext des Endes des Kalten Krieges und analysiert, inwiefern die darin festgelegten Rahmenbedingungen die weitere institutionelle Entwicklung von NATO und EU beeinflussten sowie die außenpolitische Ausrichtung des wiedervereinigten Deutschlands prägten.

  • Historische Analyse der Teilung Deutschlands und der Mechanismen der Westbindung.
  • Untersuchung der Zwei-plus-Vier-Gespräche als Zäsur für die deutsche Wiedervereinigung.
  • Diskussion der NATO- und EU-Osterweiterung ab 1990.
  • Analyse des Selbstverständnisses Deutschlands als Zivilmacht in der Europäischen Union.
  • Bewertung der Interpretation der „Neuen Weltordnung“ in der Transformationsphase nach dem Kalten Krieg.

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Der Mauerfall

Die Reformen in der Sowjetunion hatten zwangsweise auch Auswirkungen auf deren Satellitenstaaten in Osteuropa. Vor allem die rigorose Kürzung des Verteidigungshaushaltes, die den Abzug einer Vielzahl der im Ostblock stationierten Truppen der Roten Armee zur Folge hatte und mit gesellschaftlicher Öffnung einhergehend die Abkehr Gorbatschows von der Breschnew-Doktrin manifestierte, stellte die kommunistischen Regime der Mitglieder des Warschauer Pakts vor große politische Herausforderungen, weil dadurch militärische, sowie wirtschaftliche Unterstützung der UdSSR bei der Aufrechterhaltung der jeweiligen Machtverhältnisse versiegte. Die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, die sich weigerte Reformen wie in der Sowjetunion anzustreben, geriet zusehends durch Aktivitäten der Bevölkerung unter Druck, die gegen die vorherrschenden Verhältnisse protestierte, Freiheit und Selbstbestimmung forderte oder schlichtweg einfach das Land in Scharen verließ.

Im Jahr 1989 versuchten viele Bürger der DDR über die ständige Vertretung der BRD in Ostberlin ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen, sodass diese schließlich am 8. August für den Publikumsverkehr geschlossen werden musste. Bis Ende des Monats wurden zudem die Botschaften der Bundesrepublik in Budapest und Prag aus demselben Grund geschlossen. Die ungarische Regierung entschloss sich letztendlich dazu, durch das Versprechen hoher Wirtschaftshilfen von Seiten der BRD beeinflusst, die Verpflichtung der Beteiligten des Warschauer Pakts, flüchtige Bürger des Ostblocks an ihr jeweiliges sozialistisches Heimatland auszuliefern, aufzukündigen. Ungarn war damit seit Ende August nur noch formell Mitglied im östlichen Verteidigungsbündnis und befand sich in einem Prozess des ideologischen Wandels zur Anerkennung westlicher Werte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Spannungen nach dem Ende des Kalten Krieges und leitet die Forschungsfrage über die Rolle des Zwei-plus-Vier-Vertrages ab.

2. Die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der deutschen Teilung und die Etablierung westlicher Sicherheits- und Wirtschaftsinstitutionen.

3. Die Zwei-plus-Vier-Gespräche: Es wird der Prozess der deutschen Wiedervereinigung analysiert, insbesondere die Verhandlungen zur NATO-Mitgliedschaft und die Rolle Deutschlands in der EU.

4. Die institutionelle Entwicklung von NATO und EU ab 1990: Das Kapitel untersucht die Erweiterungsprozesse der westlichen Bündnisse nach Osten und deren Auswirkungen.

5. Schlussbetrachtung: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und die Einordnung des Vertrages als Zäsur bewertet.

Schlüsselwörter

Zwei-plus-Vier-Vertrag, Kalter Krieg, Wiedervereinigung, NATO, Europäische Union, Osterweiterung, Zivilmacht, Gorbatschow, Westbindung, Institutionen, Transformation, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Sicherheitspolitik, Neue Weltordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Zwei-plus-Vier-Vertrag als entscheidenden Wendepunkt zwischen der Ära des Kalten Krieges und der neuen europäischen Ordnung nach 1990.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der deutschen Wiedervereinigung, der sicherheitspolitischen Einbindung Deutschlands in die NATO sowie der institutionellen Entwicklung von EU und NATO nach dem Zusammenbruch des Ostblocks.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der Zwei-plus-Vier-Vertrag das Ende oder eine Wende im Kalten Krieg markierte und wie er die spätere europäische Sicherheitsarchitektur beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer fundierten historisch-politischen Analyse unter Rückgriff auf zeitgenössische Quellen, Verträge und fachwissenschaftliche Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Teilung Deutschlands, der Zwei-plus-Vier-Prozess und die anschließenden Osterweiterungen von NATO und EU detailliert nachgezeichnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Zwei-plus-Vier-Vertrag, Wiedervereinigung, NATO-Osterweiterung, Zivilmacht und deutsche Außenpolitik.

Welche Rolle spielte die DDR-Bürgerrechtsbewegung?

Der Autor identifiziert die DDR-Bevölkerung als entscheidenden Faktor, der die Ereignisse zur Wiedervereinigung mit einer unerwarteten Geschwindigkeit vorangetrieben hat.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Zivilmacht Deutschland?

Deutschland wird als eine Zivilmacht beschrieben, die trotz wachsenden wirtschaftlichen Einflusses eine ausgleichende und vermittelnde Rolle im europäischen Integrationsprozess anstrebt.

Welche Haltung nahm Michail Gorbatschow ein?

Gorbatschow wird als Reformer dargestellt, der trotz anfänglicher Bedenken zur deutschen Einheit und NATO-Mitgliedschaft letztlich einwilligte, um die notwendige wirtschaftliche Stabilisierung seines Landes nicht zu gefährden.

Warum war der Zwei-plus-Vier-Vertrag laut Autor eine Zäsur?

Er besiegelte das Ende des Kalten Krieges zwischen NATO und Warschauer Pakt und fungierte gleichzeitig als Rahmen für die Einbindung des wiedervereinigten Deutschlands in die europäische Ordnung.

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Details

Titel
Der Zwei-plus-Vier-Vertrag. Ende oder Wende im Kalten Krieg?
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich III)
Note
2,0
Autor
Thomas Weber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
69
Katalognummer
V306043
ISBN (eBook)
9783668041639
ISBN (Buch)
9783668041646
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kalter Krieg zwei plus vier Vertrag deutsche Einheit NATO EU
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Weber (Autor:in), 2015, Der Zwei-plus-Vier-Vertrag. Ende oder Wende im Kalten Krieg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306043
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Leseprobe aus  69  Seiten
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