Globalisierung und die Rolle der WTO in der Weltwirtschaft


Hausarbeit, 2013
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Was ist Globalisierung?
1.1 Geschichte der Globalisierung
1.2 Ursachen
1.2.1 Wirtschaftlicher Aspekt
1.2.2 Politischer Aspekt
1.3 Chancen und Risiken

2. Globalisierung und Welthandel
2.1 Welthandelsorganisation

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Einführung

Globalisierung (nachfolgend mit G. abgekürzt) ist ein Wort, das immer wieder in der Wirtschaft, Politik, Öffentlichkeit sowie in den Medien fällt und benutzt wird. Viele wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Debatten der Gegenwart sind geprägt von diesem Begriff. Besonders die Auswirkungen dieses Phänomens sind es, die die Meinung der Öffentlichkeit teilt. Die Begriffsdefiniton von Globalisierung wird jedoch stets unterschiedlich ausfallen, je nachdem in welchem Zusammenhang und Fachgebiet das Wort fällt.

Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Vernetzung von Kontinenten und Ländern steigen ebenfalls die Risiken für die Weltwirtschaft immens. Finanzkrisen, wie die von der US-Investmentbank Lehman Brothers ausgelöst, haben einen erheblichen Einfluss auf die globalen Märkte. In Europa bangt man um die Existenz der europäischen Währungsunion. Der aktuelle Umbruch in der Ukraine und das Bestreben nach Aufnahme in die EU der überschuldeten, prowestlichen Regierung des Landes, spaltet die Meinungen der EU-Bürger. Verständlich, wenn man sich die aktuellen, negativen Entwicklungen in den Staaten wie Griechenland, trotz Euro-Rettungsschirms, betrachtet.

Der Mensch muss mit diesem Phänomen sowohl jetzt, als auch in Zukunft damit leben, denn Fakt ist, dass sich der Prozess der Globalisierung nicht mehr aufhalten lässt. Tatsache ist auch, dass es immer Gegner und Befürworter zu dieser Entwicklung geben wird.

Folgende Fragestellungen stehen in dieser Hausarbeit im Mittelpunkt:

Wie beeinflusst die Globalisierung den Welthandel? Welche Funktion übernimmt dabei die internationale Organisation WTO? Das Thema Globalisierung ist komplex und vielseitig. In der öffentlichen Debatte werden hauptsächlich kulturelle, politische und wirtschaftliche Aspekte angesprochen. In dieser Arbeit beschränkt man sich im Kernbereich nur auf letzteren beiden.

Zunächst einmal wird in der Einleitung, der facettenreiche Begriff der Globalisierung definiert. Daraufhin wird die Geschichte und Ursache dieses Phänomens erläutert. Aufbauend darauf, werden die Chancen und Risiken gegenübergestellt. Im Hauptteil werden die zuvor genannten Leitfragen behandelt. Schließlich werden die Ergebnisse aus den verschiedenen Teilen der Hausarbeit im Fazit zusammengefasst und subjektiv bewertet.

1. Was ist Globalisierung?

Wie in der Einführung bereits erwähnt, ist Globalisierung ein häufig verwendetes Schlagwort der Politik, Wirtschaft und Sozialwissenschaft. Zum ersten Mal wurde der Begriff im Jahre 1944 verwendet (THE NEW YORK TIMES). Als (vermeintlicher) Erfinder des Begriffes gilt der US- amerikanische Autor John Naisbitt (SPIEGEL ONLINE WIRTSCHAFT). 1982 veröffentlichte er sein bekanntestes Buch "Megatrends", worin er als einer der ersten den Übergang von Industrie- zur Informationsgesellschaft voraussagt und die Grundzüge der Globalisierung beschreibt (ebd.).

Der aus Hessen stammende amerikanische Professor an der Harvard-University Theodore Levitt schrieb ein Jahr später den Artikel The Globalization of Markets in der Harvard Business Review, einem einflussreichen Management-Magazin der Universität (W. STOCK). In dieser Zeitschrift sagte er das Zeitalter globaler Märkte mit standardisiertem Konsumgütern voraus, was zum Durchbruch des Begriffes verhalf (LEVITT 1983).

Doch weder Naisbitt noch Levitt sind die Erfinder des Begriffes, denn schon in den 60er und 70er Jahren war das Wort Globalisierung in den Sozialwissenschaften bekannt (ebd.). Naisbitt hat den Begriff erst populär gemacht und Levitt konnte ihn dann in der Volkswirtschaftslehre etablieren (ebd.).

Die folgenden Definitionen sind eine Auswahl von verschiedenen Wissenschaftlern und Autoren:

"Globalisierung bezieht sich auf die Vielfältigkeit der Verbindungen und Querverbindungen zwischen Staaten und Gesellschaften, aus denen das heutige Weltsystem besteht. Sie beschreibt den Prozess, durch den Ereignisse, Entscheidungen und Aktivitäten in einem Teil der Welt bedeutende Folgen für Individuen und Gemeinschaften in weit entfernt liegenden Teilen der Welt haben. (...) Globalisierung ist ein in sich hochgradig widersprüchlicher Prozess, sowohl was seine Reichweite als auch die Vielfältigkeit seiner Konseqeunzen angeht." (Die Gruppe von Lissabon 1997, S. 48).

"Globalisierung meint das erfahrbare Grenzenloswerden alltäglichen Handelns in den verschiedenen Dimensionen der Wirtschaft, der Information, der Ökologie, der Technik, der transkulturellen Konflikte und Zivilgesellschaft, und damit im Grunde genommen etwas zugleich Vertrautes und Unbegriffenes, schwer Begreifbares, das aber mit erfahrbarer Gewalt den Alltag elementar verändert und alle zu Anpassungen und Antworten zwingt." (BECK 1997, S.44).

Laut Werlen ist G. "das zunehmende räumliche Ausgreifen sozialer Beziehungen, dessen Bedingungen und Folgen. In diesem Sinne kann unter 'Globalisierung' vor allem die weltweite Verknüpfung lokaler Gegebenheiten verstanden werden. Damit verbunden ist die Entstehung transnationaler Kulturen sowie weltweiter Netze sozialer Interaktionen." (WERLEN 2000, S. 384).

Im Kern beziehen sich alle sozialwissenschaftlichen Erklärungsversuche auf den Zuwachs der internationalen Beziehungen sowie die Vernetzung von Systemen, Märkten, Volkswirtschaften und Gesellschaften, d.h. den Anstieg zwischen globalen und lokalen Prozessen. Wirtschaftlich gesehen bedeutet der Begriff in erster Linie die Ausbildung eines Weltmarktes ohne Handelsschranken, also die nahezu grenzenlose Mobilität von Kapital sowie die Gründung globaler Produktionsstandorte zur Kosteneinsparung und Gewinnmaximierung.

Betrachtet man sich die recht schnelle Verbreitung des Begriffes unter Naisbitt und Levitt sowie die Definitionen der zuvor genannten Autoren, dann fällt auf, dass das Wort Globalisierung im Sprachgebrauch bisher für eine Vielzahl diverser Interpretationen herhalten musste: Einerseits wird sie als wohlstandsbringende Chance verstanden und auf der anderen Seite als eine destabilisierende Bedrohung.

So kann G. zwar fördernd für die Wirtschaft von Industrienationen wirken oder eine Aufstiegschance für Schwellenländer wie China und Indien sein. Entwicklungsländer wie z.B. die in Afrika, profitieren dagegen kaum oder gar nicht von diesem Prozess. Näheres dazu wird in 1.3 erläutert.

Reinhard Meyers, Professor für Internationale Beziehungen, von der Westfälischen WilhelmsUniversität Münster fasst die Definition wie folgt zusammen:

G. ist "der Prozess der Zunahme und Intensivierung von Austauschbeziehungen zwischen räumlich voneinander getrennten, weit entfernten Einheiten mit zwei Dimensionen" (MEYERS). Zu unterscheiden sind die...

a) räumliche Dimension, also das quantitave Wachstum der Menge der Beziehungen zwischen den Einheiten, was letztendlich zu einer Verdichtung führt und

b) zeitliche Dimension. Hier spielt die qualitive Intensivierung der Menge der Beziehungen zwischen den Einheiten über Zeit eine entscheidende Rolle (Vertiefung) (vgl. ebd.).

Zudem sagt Meyers aus, dass die G. lediglich die Fortsetzung eines Trends ist, der für die Entwicklung des Kapitalismus seit dem langen 16. Jahrhundert typisch ist, nämlich der Zwang zur weltweiten Expansion.

1.1 Geschichte der Globalisierung

Wann die Prozesse der G. angefangen haben einzusetzen, lässt sich nicht exakt sagen. Diese werden unterschiedlich datiert (PIETERSE 1998, S.87-124). Thesen wie die von Professor Meyers behaupten, dass sie mit der Expansion Europas in die ganze Welt zusammenhängt. Dementsprechend wird etwa das 16. Jahrhundert als Beginn der G. angesehen. Allerdings taucht der Begriff an sich erstmals ab 1944 in den Büchern auf, also kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges (THE NEW YORK TIMES). Einige bringen die G. mit den späten 80er Jahren des 20. Jhs. in Verbindung (D. MÜLLER-MAHN 2002, S.4). Letzteren beiden Thesen zufolge, ist die G. ein relativ neues Phänomen.

Viele Historiker kritisieren jedoch, dass der Globalisierungsprozess zu sehr auf die Gegenwart projiziert wird, was zu einem Zerrbild führt (GLOBALISIERUNG FAKTEN).

Wirtschaftshistoriker beleuchten derzeit, was sich an der G. in unserer Zeit real und vor historischem Hintergrund festmachen lässt (ebd.). Bei der kritischen Untersuchung der verschiedenen Globalisierungsphasen stellt sich heraus, dass sich die Jahre ab 1840 herauskristallisieren, in denen kommunikative und auch Handelsverknüpfungen besonders stark zugenommen haben (ebd.). Diese Entwicklung hielt sich bis zum Ersten Weltkrieg an, ebbten dann stark ab und erreichten ihren Höhepunkt erst wieder in den Jahren ab 1990 (ebd.).

1.2 Ursachen

Wie in Punkt eins bereits erwähnt, ist der Begriff Globlasierung trotz seiner häufigen Nutzung schwer zu definieren. Fakt ist, wirtschaftliche und politische Fragen enden heute nicht mehr an den Grenzen einiger Länder. Die Welt ist in diesen Bereichen stark vernetzt. Deshalb kann sinnvolle Politik nur in größerem Rahmen gemacht werden, etwa von Staatenbündnissen wie die Europäische Union, Wirtschaftsräume wie die OECD oder auch weltweit.

Moderne Kommunikationsmedien wie Radio, Fernsehen, Telefon und auch das Internet sind im größten Teil der Welt mittlerweile Standard. Das hat dazu geführt, dass sich Informationen, im Vergleich zu damals,zu sehr geringen Preisen und ohne Zeitverlust um die ganze Welt schicken lassen. Globale Nachrichten und Musiksender schicken Informationen, Meinungen und Kultur in die entlegensten Winkel der Welt.

Niedrige Treibstoffpreise und neue Transportmöglichkeiten, vor allem in der Containerschifffahrt, sinken von 1930 bis heute die Transportkosten für Güter und Personen um 65 Prozent, in der Luftfahrt sogar um 88 Prozent (E-POLITIK I). Die Transportkosten einer Tonne Kaffe von Asien nach Europa machen nur ein Prozent des Preises aus (vgl. ebd.). Diese Entwicklungen sind dem technischen Fortschritt geschuldet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Globalisierung und die Rolle der WTO in der Weltwirtschaft
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Die Rolle von G20, IWF, WTO und Weltbank in der Wirtschaftskrise
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V306062
ISBN (eBook)
9783668041516
ISBN (Buch)
9783668041523
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
globalisierung, weltwirtschaft, G20, WTO, Welthandel, Weltbank, IWF
Arbeit zitieren
Hoang Long Nguyen (Autor), 2013, Globalisierung und die Rolle der WTO in der Weltwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306062

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