Lehren und Lernen mit Multimedia und Internet. Bildungsmedien im Wandel


Hausarbeit, 2014
17 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Gliederung

1 Bildungsmedien im Wandel der Zeit

2 Medienbegriffe im Kontext mit Bildung
2.1 Neue Medien und Bildung
2.2 Multimedia und Bildung
2.3 Systematik multimedialer und internetbasierter Bildungstechnologie

3 Lerntheorien und Medienkonzeption
3.1 Klassische Lerntheorien als Ausgangsbasis
3.1.1 Behaviorismus
3.1.2 Kognitivismus
3.1.3 Konstruktivismus
3.2 Pragmatischer Ansatz für die Gestaltung der Medienkonzeption
3.2.1 Instruktionsdesign
3.2.2 Virtuelle Lerngruppe
3.2.3 Online-Tutoring

4 Ausblick und zukünftige Entwicklungstendenzen

Quellenangabe

Lehren und Lernen mit Multimedia und Internet. Bildungsmedien im Wandel

1 Bildungsmedien im Wandel der Zeit

Das 21. Jahrhundert ist beeinflusst durch die Entwicklung von Technologien und Kommunikationstechniken. Veränderte Anforderung an Ausbildung und Beruf sind auch an der Art und Weise der Vermittlung von Fertigkeiten, Kenntnissen und Informationen nicht spurlos vorbeigegangen. Die Art der Kommunikation in der Informationsgesellschaft hat Einfluss auf das Lehren und Lernen, ergänzt um die Begriffe Multimedia und Internet. Die Möglichkeiten in einer durch Computer und Internet vernetzten Gesellschaft lassen Veränderungen erkennen von dem herkömmlichen Lehren und Lernen in Form der face to face-Kommunikation durch Sprache und Schrift hin zu dem Lehren und Lernen in einer vernetzten Welt. Ein Leben ohne die Neuen Medien, ob zum Zweck der Kommunikation, der Information oder auch der Unterhaltung ist heute nicht mehr vorstellbar. Vor circa 60 Jahren galt eine flächendeckende Ausstattung mit Fernsehern und Telefonen als Neue Medien. Heute werden Neue Medien wie Computer, Tablett oder Smartphone in die Bereiche Lehren und Lernen der modernen Kommunikationsgesellschaft einbezogen und kommen dem gestiegenen Bedarf nach Kommunikation und Information, zum Teil zeit- und ortsunabhängig, in einer veränderten Gesellschaft entgegen. Die hohe Abdeckung mit Computern in Form von PC, Lap Top, Smartphone oder Tablett ermöglicht den Teilnehmern, hier wird vorzugsweise an Lehrende, Schüler und Studenten gedacht, an interaktiven Beziehungsaktivitäten hinsichtlich des Lehrens und Lernens in einer digitalisierten Welt teilzunehmen. Als reales Beispiel werden herkömmliche Studienkursangebote an der Universität in Vechta um interaktive Kursangebote via online erweitert. Neue Medien wecken auch Erwartungen hinsichtlich ihres Potentials zur Verbesserung der Lehr- und Lernwirksamkeit. Gegenwärtig ergänzen sich herkömmliches Lehren und Lernen mit dem Lehren und Lernen multimedialer und internetbasierter Bildungstechnologie. Lassen es die gesellschaftliche Veränderung und die schnell voranschreitende Bildungstechnologie zu, dass die Vermittlung von Wissen unter Einsatz neuer Technologien noch an formale herkömmliche Abläufe gebunden ist? Dem Versuch einer Auflösung dieser Fragestellung steht die Klärung der Medienbegriffe im Kontext mit der Bildung, die klassischen Lerntheorien und deren Einfluss auf einen pragmatischen Ansatz für die Gestaltung einer Medienkonzeption sowie die Umsetzung der Veränderungen im Bildungsbereich voran. Deutlich ist die Sachlage, dass sowohl das Lehren als auch das Lernen unter dem Hintergrund der Neuen Bildungsmedien in Verbindung mit dem Internet vor neuen Herausforderungen steht.

2 Medienbegriffe im Kontext mit Bildung

Unsere Lebensbereiche sind heutzutage gekennzeichnet durch Informations- und Kommunikationstechnologie. Vor allem die Kommunikation hat sich durch die Nutzung der Neuen Medien in unserer Informationsgesellschaft verändert. Kontakte dieser Art wurden bisher nur zwischen Menschen in einer realen und direkten Umwelt unterhalten. Computer, Internet und mobile Endgeräte ermöglichen mittlerweile eine interaktive und weltweite Kommunikation. Neue Bildungsmedien beeinflussen die herkömmlichen Muster der Lehr- und Lernorganisation. Der Austausch von Wissen und Informationen gerät zu vernetzten Handlungsprozessen. Vorab ist allerdings die Frage nach der Bedeutung von Medienbegriffen zu klären.

2.1 Neue Medien und Bildung

Die zunehmende Digitalisierung hat nicht nur Einfluss auf die Verfügbarkeit von Wissen, sondern auch auf die Methoden und Wege zur Darstellung des Wissens und der Vermittlung von Bildung. Medien werden als Mittel der interpersonalen Kommunikation beschrieben. Umgangssprachlich wird der Begriff >>Medien<< mit den Massenmedien wie Zeitung, Zeitschrift, Hörfunk und Fernsehen in Verbindung gebracht. Medien sind Träger von Informationen, fungieren als Informationsvermittler zwischen der Quelle beziehungsweise dem Sender und dem Empfänger oder als institutionalisierte Kommunikationskanäle. In der besonderen Beziehung zu den Parametern Lehren und Lernen werden unter Medien Objekte, technische Gerätschaften oder Konfigurationen verstanden, unter deren zur Hilfenahme Botschaften gespeichert und kommuniziert werden können. ( Vgl. Köhler, Kahnwald, Reitmaier, 2008, S. 479) Neue Medien stellen einen wechselseitigen Bezug her in Art einer Wechselbeziehung zwischen Mensch und Computer oder als medienbasierte Kommunikation zwischen handlungsaktiven Personen. Das Lehren und Lernen erfolgt als eine Beziehungsaktivität zwischen mehreren Personen oder einer größeren Wissensgemeinschaft und kann auch in virtuellen Gruppen vollzogen werden. Die interaktive Steuerung und Betreuung dieser virtuellen Lerngemeinschaften erfolgt durch einen Teletutor, der die Lernenden bei den virtuellen Lernprozessen über das Internet begleitet. Die Einführung interaktiver Medien in Bildungsorganisationen führt zu einer Wissensvermittlung in Form gemeinschaftlichen Handelns. Dabei gilt es, Strukturen und Prozessabläufe systematisch festzulegen und in konkrete Unterrichtsszenarien einzupassen. Im Vorfeld bestimmt eine Kompetenzanalyse die Maßgeblichkeit der Anforderungen an Lehrende und Lernende für ein didaktisch methodisches Handlungsfeld.

2.2 Multimedia und Bildung

Multimedia hat in der Zeit immer leistungsfähigerer Datennetze eine gehobene Bedeutung durch neue Technologien erhalten. Im Vergleich zu den Medien steht hier nicht die Objektgebundenheit im Vordergrund, sondern die technologische Komponente der Mediennutzung in Informations- und Lernprozessen. Issing und Klimsa verstehen unter dem Begriff >>Multimedia<< vier technische Aspekte der Medien in Zusammenhang mit der Integration von Anwendungen. Der Medienaspekt verknüpft zeitabhängige und zeitunabhängige Medien. Der Integrationsaspekt dient der gleichzeitigen Realisierung mehrerer Prozesse und wird formal mit Multitasking in Verbindung gebracht. Die Parallelität umfasst die zeitgleiche Präsentation einzelner Medien und die Interaktivität, die den handlungsaktiven Personen die Möglichkeit für eine Wechselbeziehung mit den Medien erlaubt. (Vgl. Issing und Klimsa, 2002, S. 559) Multimedia bildet die Basis für eine neue Art der Mediennutzung in diesem Zusammenhang für Informations- und Lernprozesse, die unter zu Hilfenahme neuer Technologien als Ergänzungen und Erweiterungen im Bereich der Kommunikation geschaffen werden, indem neuartige Interaktionsformen gebildet werden und dadurch neue Formen der Kommunikation entstehen. Neue Lehr- und Lernszenarien ermöglichen über einen weltweiten Wissens- und Informationsaustausch zeitgleich oder auch zeitversetzt auf gemeinsam genutzten Lernpodien. Das Internet stellt für diese Aktivitäten die geeignete technische Plattform zur Verfügung. Wird Multimedia als technologische Komponente in virtuellen Bildungsstätten angeboten, erfordert das Angebot einerseits von den Nutzern Erfahrung und Verständnis, andererseits von dem Anbieter die Gestaltung der virtuellen Lehr- und Lernumgebung über eine Software mit Informationen, Formen der Wissensvermittlung und themenspezifische Podien sowie Kommunikationsmöglichkeiten mit Tutoren oder Dozenten. Unter Einbeziehung der multimedialen Technologie entstehen durch die Neuen Medien hohe Erwartungen hinsichtlich des besonderen Potentials für Lehrende und Lernende in Bezug auf eine gesteigerte Effizienz der Lehr-Lern-Prozesse und eine optimierte Anpassung an die Bedürfnisse aller Nutzer und Zielgruppen. (Vgl. Köhler, Kahnwald, Reitmaier, 2008, S. 480) Zusammenfassend eignet sich Multimedia als Werkzeug in Bezug auf Informations- und Kommunikationstechnologie für die Realisierung neuer Lernumgebungen und für die Vermittlung sowie Förderung von Lehr- und Lernprozessen. Allerdings sind weder Multimedia noch Neue Medien als Problemlöser gegen Informationskomplikationen und Bildungsmiseren zu sehen. Didaktisch fundierte Lehr- und Lernmethoden bilden weiterhin die Basis für einen erfolgreichen Einsatz in Lehr- und Lernsituationen.

2.3 Systematik multimedialer und internetbasierter Bildungstechnologie

Die multimediale Bildungstechnologie ist bestimmt durch den Einsatz von Computer und Internet. Neben der technologischen und informatischen Komponente spielen auch bildungs- und verhaltenswissenschaftliche Kriterien eine Rolle in der Bildungstechnologie. Die Hauptgruppen der Lernsoftwaretypen lassen sich einteilen nach drei Kriterien, nämlich dem Softwaretyp, der Funktion und dem mediendidaktischen Konzept: (Vgl. Köhler, Kahnwald, Reitmaier, 2008, S. 481)

- Der Softwaretyp der Visualisierung appelliert an die Funktion des Erinnerns und Bemerkens nach dem mediendidaktischen Konzept der Lehrerzentrierung. Die Visualisierung dient der Darstellung von Sachverhalten und ist ausgerichtet auf die Vermittlung von Faktenwissen. Eine bekannte Software ist Microsoft Powerpoint.
- Der Typus Drill und Test fungiert in den Bereichen Festigen und Üben und wirkt aufgabenorientiert. Mit dieser Methode wird ein Wissensstand solange präsentiert, bis der Lernende mit einem Test erfolgreich oder erfolglos den Kenntnisstand nachweist.
- Das Tutorial dient für die Funktion des Auswählens und wirkt in der mediendidaktischen Ausrichtung aufgabenorientiert. Dieser Softwaretyp führt durch Wissensbestände und überprüft das Verständnis.
- Das intelligente Tutorial bewirkt funktional das Modellieren von Strategien und ist in der mediendidaktischen Ausrichtung aufgaben- und handlungsorientiert. Dieser Typ passt sich automatisiert dem individuellen Lernfortschritt an und bietet dem Lernenden neue Problemsituationen in Abhängigkeit von den vorausgegangenen Leistungen an.
- Die Simulation fördert das Entdecken von Relationen und ist konzeptionell entdeckungs- und handlungsorientiert ausgelegt. Die Strategie zum Auf- und Ausbau einer komplexen Welt steht im Vordergrund und verbindet die konstruktiven Anlagen mit der Unterhaltung.
- Der Softwaretyp Hypermedia wird genutzt für die Funktion des Konstruierens nach dem mediendidaktischen Konzept der Entdeckungs- und Handlungsorientierung. Komplett vernetzte Informationstatbestände werden in Verbindung mit dem Lernenden spezifisch weiterentwickelt, beispielsweise wie in der Wissensdatenbank Wikipedia.

Bei dieser Darstellung geht es um Multimedia und Internet aus psychologischer und didaktischer Sicht. Der Lernsoftwaretyp beabsichtigt mit seinem Design ein bestimmtes Verhalten und belohnt die Orientierung des Lernenden mit einer Überprüfung des Verständnisses, wirkt also positiv bei einer Orientierung hin zur Leistung. Die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie für den Bildungsbereich liegen darin, durch eine didaktische Präsentation von Lernkonzepten und Lerninhalten die gewünschte Bildung der Lernenden in Form mentaler Modelle zu erzielen. Durch die geschilderten Softwaretypen soll das neue Wissen funktional leichter in die individuell vorherrschenden mentalen Strukturen der Lernenden integriert werden.

3 Lerntheorien und Medienkonzeption

Klassische Lerntheorien bilden teilweise die didaktische Grundlage bei der Entwicklung von Lernsoftware. In der Bildungswissenschaft im Hinblick auf computergestützte Lernangebote lässt sich schnell der Eindruck gewinnen, dass die Lernsoftwaretypen die Gesetzmäßigkeit des Lernens und der Lerninhalte vorgeben und Paradigmen nach den Gesichtspunkten entwickeln, wie das Lernen funktioniert, was darunter zu verstehen ist und wie das Lernen unterstützt wird. Um den Pragmatismus und die Auswirkungen der Lerntheorien auf die Lernsoftwaretypen zu bewerten, werden die drei Hauptansätze der Lerntheorien im Folgenden kurz dargestellt.

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Details

Titel
Lehren und Lernen mit Multimedia und Internet. Bildungsmedien im Wandel
Note
1,5
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V306109
ISBN (eBook)
9783668040090
ISBN (Buch)
9783668040106
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lehren, lernen, multimedia, internet, bildungsmedien, wandel
Arbeit zitieren
Ina Hofmeister (Autor), 2014, Lehren und Lernen mit Multimedia und Internet. Bildungsmedien im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306109

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