Das Blog. Ein historischer und systematischer Überblick


Essay, 2014

6 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Das Blog. Ein historischer und systematischer Überblick

Anna Berghe von Trips

Durch die Verwandlung des World Wide Webs hin zu einer Art Plattform ist der Nutzer nicht mehr nur Konsument von Inhalten, sondern kann durch die interaktiven und kollaborativen Elemente selbst Inhalte zur Verfügung stellen - er wird zum Prosument. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten Gedankengut zu teilen und zu verbreiten, das haben nicht nur Privatpersonen bemerkt, sondern immer mehr auch Unternehmen und Institutionen. Dieser Essay beschäftigt sich mit einer dieser Opportunitäten des Internets, dem Blog, welches seit einiger Zeit im Internet sehr beliebt ist um die eigene Meinung zu bekunden. Der Ausdruck Blog ist die Abkürzung aus der Zusammensetzung der Wörter Web und Logbuch zu Web-Log und bezeichnet damit den Charakter eines Tagebuchs im World Wide Web. Die Gesamtheit aller Blogs wird unter dem Begriff Blogosphäre zusammengefasst. Der Autor selbst nennt sich Blogger und die Tätigkeit des Veröffentlichen von Inhalten wird als bloggen bezeichnet. Ein Blog ist eine Website, deren kontinuierlich aktualisierte Beiträge in umgekehrter chronologischer Reihenfolge aufgelistet werden. Diese Posts können Audio-, Video-, Bild- und Textdateien enthalten. Sie sind meist relativ kurz und aus subjektiver Sicht verfasst.

Die Entwicklung des Blogs beginnt gleichzeitig mit der des Internets. Als erstes offizielles Blog gilt die Website von Tim Berners-Lee, welche 1991 online ging, der Begriff jedoch wurde erst 1997 durch John Barger eingeführt. Berners-Lee arbeitete damals am CERN, dem europäischen Kernforschungszentrum bei Genf, und nutze eine Internetseite zum einen um über seine Ideen und Forschungen zu schreiben und zum anderen um zu erklären wie man eine Website erstellt und im World Wide Web nach Informationen sucht und findet. Diese heute noch immer existierende Website war zwar nur mit den rudimentärsten Funktionen ausgestattet, doch wies sie schon damals die zentralen Merkmale eines persönlichen Webtagebuchs auf, wie zum Beispiel, dass die neuesten Einträge am Anfang der Seite platziert waren. In den 1990er Jahren entwickelte sich die Blogosphäre, doch in den Anfangsjahren stand noch die Nutzung als Informationsfilter im Mittelpunkt der Blogs. Gegen Ende des Jahrtausends kamen zunehmend Dienste auf den Markt, die kein großes technisches Know-how verlangten, um ein Blog einzurichten und zu schreiben, wodurch immer mehr Menschen auf die Idee kamen ihr eigenes Blog zu führen. Um die Jahrhundertwende wurden Blogs dann zum Massenphänomen - Beweis hierfür ist der rasante Anstieg von Nutzern in die Millionen. Mit der Zeit wurde diese Kommunikationsform auch für Unternehmen und die traditionellen Medien interessant, um deren Kundenstamm und Leserkreise zu erweitern. Die Entwicklung fand jedoch vor allem in den USA statt, in Europa dauerte es länger bis das Blog populär wurde.

Ein großer Reiz des Bloggens ist die bunte Themenwahl, die bis Ende der 1990er Jahre vor allem auf alltäglichen Dingen beruhte. Doch mit dem neuen Jahrtausend, ausgelöst durch 9/11, wurden die Blogs auch zunehmend für politische und öffentlich relevante Themen entdeckt, da die Blogger kritisch und perspektivenreich über Geschehnisse berichten konnten, die in den traditionellen Medien nicht erwähnt wurden. Vor allem in Ländern wie China und Iran werden Blogs genutzt, um die Zensurmaßnahmen des Landes zu umgehen und von Menschenrechtsverletzungen und der aktuellen politischen sowie sozialen Lage zu berichten. Indem Blogs viele verschiedene Blickwinkel auf ein Ereignis oder Thema anbieten, die eine individuelle Meinungsbildung erlauben, entstand eine alternative Berichterstattung und neue Nachrichtenquelle.

Um dies zu ermöglichen und in der Weite des Internets Aufmerksamkeit zu erregen, muss ein Blog gelesen und auf anderen Blogs und Internetseiten verlinkt werden, denn ein Blog kann nur durch die Kommunikation und Vernetzung mit anderen Blogs überleben. Diese starke Vernetzung macht einen Teil der Besonderheit des Blogs aus und ist eine Notwendigkeit, welche seit der Entstehung durch die Weiterentwicklung der Softwares gewährleistet wurde, indem zur ursprünglichen Kommentarfunktion Elemente wie Threads, Permalinks, Trackbacks, Schlagwortwolken und Web-Feeds hinzugefügt wurden. Durch diese Link-Strukturen erscheinen Blogs und deren Einträge zu bestimmten Themen in Ergebnissen von Internet-Suchmaschinen wie Google vergleichsweise weit oben - zur besseren Orientierung des Nutzers in der Blogosphäre wurden auch schon auf Blogs spezialisierte Suchmaschinen entwickelt.

Bis heute sind Blogs ein großer Teil des Internets und es scheint kein Ende in Sicht. Um Klarheit in die Variationen von Weblogs zu bringen, folgt nun, nach dem kurzen Abriss über die Definition und Geschichte des Blogs, eine Skizzierung über die vielen verschiedenen Arten eines Web-Logs, inhaltlich wie formal. Eine formale Art der Variation entsteht durch die verschiedene Anzahl an Autoren, die an einem Blog mitschreiben. Ein sogenanntes individuelles Weblog wird von einem einzelnen Blogger geschrieben, mit der Möglichkeit Gastautoren einzuladen einen Beitrag zu verfassen. Wenn ein sich nicht veränderndes Kollektiv Beiträge in einem Blog verfasst, ist das ein Gruppen-Weblog. Dieses unterscheidet sich von Gemeinschafts-Weblogs, in denen grundsätzlich jeder einen Beitrag veröffentlichen kann.

Seit dem Beginn der Entwicklung von Blogs gibt es die inhaltliche Unterscheidung zwischen Filter-Style- und Journal-Style-Blogs, die von Rebecca Blood definiert wurde. In Ersterem verlinken die Blogger auf Internetseiten, die ihrer Meinung nach informativ und aufschlussreich sind. Damit wird dem Leser nicht nur eine geordnete Übersicht gegeben, mit der er sich besser im Internet zurecht finden kann, sondern es wird auch die Möglichkeit geboten, sich mit neuen und unbekannten Inhalten zu beschäftigen. JournalStyle-Blogs informieren dagegen über private Erlebnisse des Autors oder geben dessen gesellschaftliche und politischen Ansichten wieder.

Mit dem technischen Fortschritt und der Weiterentwicklung der Blogosphäre lassen sich Blogs durch ihre Themenvielfalt nicht mehr ganz so einfach in die zwei oben genannten Sparten ordnen. Die Art des Blogs als Informationsfilter fällt fast vollkommen weg und das Journal-Style-Blog hat sich zum persönlichen online Tagebuch weiterentwickelt, in dem der Blogger laufend aus seinem Alltag berichtet, zum Teil auch mehrmals am Tag und zudem auch persönliche Gedanken teilt. Eine Besonderheit dabei sind sogenannte Celebrity-Blogs, die von berühmten Personen geschrieben werden und einen Einblick in deren Leben geben. Des weiteren gibt es die Knowledge-Blogs, die der Kommunikation von Experten dienen. Forscher nutzen diese um ihre Ergebnisse, Thesen und Beobachtungen zu teilen und damit Diskussionen anzuregen und neue Einflüsse durch Leser zu erhalten.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Das Blog. Ein historischer und systematischer Überblick
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Web 2.0
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
6
Katalognummer
V306151
ISBN (eBook)
9783668040304
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
blog, überblick
Arbeit zitieren
Anna Berghe von Trips (Autor), 2014, Das Blog. Ein historischer und systematischer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306151

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