Bezüglich des angedeuteten Problems der Neuartigkeit lässt sich behaupten, dass die Literatur indirekter Netzwerkeffekte zwar eine Basis für die mikroökonomische Diskussion zweiseitiger Märkte darstellt. Diese kann die vorherrschenden Mechanismen aber nur partiell erfassen und erscheint daher nicht ausreichend, um das Konzept zweiseitiger Märkte vollständig analysieren zu können.
Die Problematik der omnipräsenten Zweiseitigkeit wird in der wissenschaftlichen Theorie ebenso heftig diskutiert, da bis zum heutigen Zeitpunkt noch kein Konsens über eine eindeutige Definition, sondern lediglich über spezifische Charakteristika zweiseitiger Märkte, besteht. Ebenso wird in diesem Zusammenhang häufig konstatiert, dass der Begriff des zweiseitigen Marktes nicht besonders aussagekräftig und teilweise unglücklich gewählt erscheint, da jeder Markt grundsätzlich zwei Seiten mit Angebot und Nachfrage umfasst.
Einige Autoren verwenden daher andere Begrifflichkeiten, um diese mögliche Irreführung zu umgehen. So spricht Rysman (2009) beispielsweise von zweiseitigen Strategien und die Autoren Evans und Schmalensee (2007) verwenden den Begriff zweiseitige Plattformen.
Die bereits existierende Literatur im Zusammenhang mit zweiseitigen Märkten beschäftigte sich daher zum Großteil mit Medienmärkten sowie wettbewerbspolitischen Fragestellungen und den damit verbundenen Phänomenen und analytischen Instrumenten.
In vorliegender Arbeit steht hingehen die Ökonomie zweiseitiger Märkte im Fokus, wobei der Schwerpunkt vor allem auf der Preissetzung und dem Wettbewerbsverhalten auf zweiseitigen Märkten liegt.
Inhaltsverzeichnis
- Die Ökonomie zweiseitiger Märkte
- Relevanz der Thematik für die Wissenschaft und Praxis
- Aufbau der Arbeit zur Beantwortung der Forschungsfragen
- Begriffliche Grundlagen zweiseitiger Märkte
- Abgrenzungsmöglichkeiten zweiseitiger Märkte
- Abgrenzung aufgrund von Netzwerkeffekten
- Abgrenzung aufgrund der Preisgestaltung
- Zusammenfassung der Besonderheiten zweiseitiger Märkte
- Mögliche Differenzierungskriterien zweiseitiger Märkte
- Einteilung nach dem Kriterium der Transaktion
- Einteilung nach dem Kriterium der Branche
- Eine modelltheoretische Betrachtung zweiseitiger Märkte
- Preisstruktur und Preissetzung auf zweiseitigen Märkten
- Grundlegende Wirkungszusammenhänge auf zweiseitigen Märkten
- Theoretische Modelle zur optimalen Preissetzung
- Praktische Beispiele der Preissetzung
- Das Wettbewerbsverhalten auf zweiseitigen Märkten
- Entscheidungen zur strategischen Positionierung einer Plattform
- Wettbewerb zwischen Plattformen anhand eines einfachen Beispiels
- Strategische Möglichkeiten auf zweiseitigen Märkten
- Ein Beispiel des Markteintritts auf zweiseitigen Märkten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit befasst sich mit der Ökonomie zweiseitiger Märkte und analysiert deren Besonderheiten, Preisstrukturen und Wettbewerbsverhalten. Ziel der Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen und die praktische Relevanz von zweiseitigen Märkten aufzuzeigen.
- Die Relevanz und Bedeutung von Netzwerkeffekten auf zweiseitigen Märkten
- Die Preisstruktur und Preissetzung auf zweiseitigen Märkten
- Das Wettbewerbsverhalten auf zweiseitigen Märkten und die strategischen Möglichkeiten von Plattformen
- Die Bedeutung der Plattformstrategie für den Erfolg auf zweiseitigen Märkten
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Relevanz der Thematik zweiseitiger Märkte für Wissenschaft und Praxis. Es wird erläutert, warum diese Märkte zunehmend an Bedeutung gewinnen und welche Forschungsfragen im Zentrum der Arbeit stehen.
Im zweiten Kapitel werden die grundlegenden Konzepte und Abgrenzungsmerkmale zweiseitiger Märkte vorgestellt. Dabei werden die verschiedenen Arten von Netzwerkeffekten und die unterschiedlichen Preisgestaltungsmechanismen betrachtet.
Das dritte Kapitel bietet eine modelltheoretische Betrachtung von zweiseitigen Märkten. Es werden die Preisstrukturen und Preissetzungsstrategien sowie das Wettbewerbsverhalten von Plattformen analysiert.
Schlüsselwörter
Zweiseitige Märkte, Netzwerkeffekte, Preisgestaltung, Wettbewerbsverhalten, Plattformstrategie, Plattformökonomie, Transaktion, Membership Pricing, Usage Pricing.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein zweiseitiger Markt?
Ein Markt, auf dem eine Plattform zwei verschiedene Nutzergruppen (z.B. Käufer und Verkäufer) zusammenbringt, wobei der Nutzen der einen Gruppe von der Anzahl der Nutzer der anderen Gruppe abhängt.
Was sind indirekte Netzwerkeffekte?
Indirekte Netzwerkeffekte liegen vor, wenn der Wert einer Plattform für eine Seite (z.B. App-Nutzer) steigt, je mehr Teilnehmer auf der anderen Seite (z.B. App-Entwickler) vorhanden sind.
Wie funktioniert die Preissetzung auf zweiseitigen Märkten?
Oft wird eine Seite subventioniert (z.B. kostenlose Nutzung für Leser), während die andere Seite (z.B. Werbetreibende) hohe Preise zahlt, um das Netzwerk attraktiv zu halten.
Was ist der Unterschied zwischen Membership und Usage Pricing?
Membership Pricing ist eine feste Gebühr für den Zugang zur Plattform, während Usage Pricing transaktionsabhängige Gebühren für die tatsächliche Nutzung bezeichnet.
Warum ist Wettbewerb zwischen Plattformen so schwierig?
Aufgrund von Netzwerkeffekten neigen diese Märkte zur Konzentration ("Winner-takes-it-all"), was den Markteintritt für neue Wettbewerber extrem erschwert.
Nennen Sie Beispiele für zweiseitige Plattformen.
Typische Beispiele sind Kreditkartenunternehmen (Händler/Karteninhaber), Spielekonsolen (Spieler/Entwickler) und Zeitungen (Leser/Anzeigenkunden).
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- Bachelor of Science Sabrina Mandl (Author), 2014, Die Ökonomie zweiseitiger Märkte. Preissetzung und Wettbewerbsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306155