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Wann ist ein Mann ein Mann? Männerfiguren in Kästners "Fabian – Die Geschichte eines Moralisten"

Title: Wann ist ein Mann ein Mann? Männerfiguren in Kästners "Fabian – Die Geschichte eines Moralisten"

Term Paper , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Anna Stumpe (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Abseits der viel diskutieren literarischen Medialisierungen einer "Neuen Frau" der Neuen Sachlichkeit, widmet sich diese Untersuchung dem männlichen Figurenpersonal in Erich Kästners Roman "Fabian - Die Geschichte eines Moralisten". Es gilt insbesondere anhand des Protagonisten Jakob Fabian einen neuen Typus Mann in der Literatur der 1930er Jahre aufzuspüren und diesen an konkreten Eigenschaften festzumachen, wobei auch auf zeitgenössische politische und gesellschaftliche Umstände, autobiographische Hintergründe Kästners und Erkenntnisse der Kritischen Männerforschung hingewiesen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung: Kritische Männerforschung am Beispiel von Fabian – Die Geschichte eines Moralisten

3. Fabian – „Neuer Mann“ der Neuen Sachlichkeit?

3.1 Fabian und die Gesellschaft

3.2 Fabian und die Männer

3.3 Fabian und die Frauen

4. Fazit

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Konstruktion männlicher Identität in Erich Kästners Roman „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“ vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Krisen der Weimarer Republik. Ziel ist es, durch die Analyse der Hauptfigur Jakob Fabian und weiterer Männerfiguren aufzuzeigen, inwieweit der Roman ein Bild der „verkümmerten Männlichkeit“ und der Handlungsunfähigkeit im Vergleich zu den agierenden Frauenfiguren zeichnet.

  • Kritische Männerforschung und Geschlechterrollen
  • Konstruktion des „Neuen Mannes“ der Neuen Sachlichkeit
  • Analyse der Beobachterposition und Passivität von Jakob Fabian
  • Gegenüberstellung von männlichen und weiblichen Lebensentwürfen
  • Einfluss soziokultureller Veränderungen der Weimarer Republik auf das Männerbild

Auszug aus dem Buch

3.1 Fabian und die Gesellschaft

„Aber du hast Angst, das Glas zwischen dir und den anderen könnte zerbrechen. Du hältst die Welt für eine Schaufensterauslage.“

In einem Traum Fabians kommentiert Irene Moll mit diesen Worten dessen problematische Beziehung zu seiner Umwelt und der Gesellschaft. Indem er die Welt für eine „Schaufensterlage“ hält, zeichnet er sich per se nur als Beobachter aus. Er ist, wenn auch er der Protagonist der Romans ist, eine von den Ereignissen der Welt distanzierte, nur durch Beobachtung an ihr teilnehmende, vom gesellschaftlichen Leben abgegrenzte Figur. Als „typischer neusachlicher Berichterstatter“ gibt er das Beobachtete einerseits objektiv und wertfrei wieder, da er vom Standpunkt eines Außenseiters erzählt. Andererseits vermittelt er auch das neusachliche Lebensgefühl der Entfremdung und Anonymität in der Großstadt, Orientierungs- und Illusionslosigkeit sowie seine pessimistische Weltanschauung, indem auch Wertungen, persönliche Einstellungen und Meinungen vereinzelt thematisiert werden.

In dieser „Reporterfunktion“ fühlt sich Fabian wohl, denn da er teilweise völlig in den Hintergrund des Erzählgeschehens verschwindet, kann er über die Ursachen der Weltwirtschaftskrise, über Möglichkeiten der Aufklärung der Massen, über Parteien und speziell über die Avantgarderolle der bürgerlichen Intelligenz räsonieren. Dies tut er auch mit anderen Intellektuellen der Weimarer Republik, seinem Freund Stefan Labude oder den Redakteuren Münzer und Malmy, wobei Fabian nicht nur deren sondern insbesondere die sexuell freizügigen Überlebenspraktiken der Frauen denunziert, ohne aber seine eigenen Lebensstrategien zu reflektieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Männlichkeitsforschung ein und verortet Kästners Roman in der Literatur der Neuen Sachlichkeit sowie der Weimarer Republik.

2. Einführung: Kritische Männerforschung am Beispiel von Fabian – Die Geschichte eines Moralisten: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Männerforschung und den gesellschaftlich-politischen Kontext des Romans um 1931.

3. Fabian – „Neuer Mann“ der Neuen Sachlichkeit?: Hier wird die Hauptfigur Jakob Fabian detailliert hinsichtlich seiner Rolle als „Neuer Mann“ und seiner Einordnung in die zeitgenössischen Strukturen untersucht.

3.1 Fabian und die Gesellschaft: Dieser Abschnitt analysiert Fabians distanzierte Beobachterrolle und seine melancholische Haltung gegenüber der entfremdenden Großstadtwelt.

3.2 Fabian und die Männer: Die Untersuchung fokussiert sich auf den Vergleich zwischen Fabian und anderen männlichen Figuren sowie deren gemeinsames Scheitern an den Anforderungen der Zeit.

3.3 Fabian und die Frauen: Dieses Unterkapitel beleuchtet die verkehrten Machtverhältnisse und die Konfrontation Fabians mit den „Neuen Frauen“ des Romans.

4. Fazit: Das Fazit fasst das Scheitern des Protagonisten zusammen und interpretiert Fabian als „modernen Mann ohne Eigenschaften“ und Anti-Bild traditioneller Männlichkeit.

5. Schluss: Die Schlussbemerkung reflektiert die Relevanz der Arbeit aus heutiger Forschungsperspektive und den bleibenden Diskussionswert literarischer Texte für die Männerforschung.

Schlüsselwörter

Fabian, Erich Kästner, Neue Sachlichkeit, Männlichkeitsforschung, Weimarer Republik, Geschlechterrollen, Jakob Fabian, Männerbild, Passivität, Intellektuelle, Moderne, Identität, Sozialisation, Literaturanalyse, Geschlechterverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Seminararbeit analysiert die Darstellung von Männerfiguren in Erich Kästners Roman „Fabian“ und hinterfragt diese vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Krisen der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Kritische Männerforschung, die Literatur der Neuen Sachlichkeit, die Konstruktion von Geschlechterrollen sowie die soziokulturelle Situation um 1931.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Protagonisten Jakob Fabian und die männlichen Nebenfiguren als Anti-Bilder traditioneller Männlichkeit zu dekonstruieren und ihre Handlungsunfähigkeit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse in Verbindung mit theoretischen Ansätzen der Männerforschung (Men's Studies), um das Verhalten der Figuren zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Fabians Verhältnis zur Gesellschaft, sein Interagieren mit anderen Männern sowie seine Konfrontation mit den Frauenfiguren des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Neue Sachlichkeit“, „Männlichkeitsforschung“, „Weimarer Republik“ und „Fabian“ prägnant zusammenfassen.

Warum wird Fabian als Anti-Bild des Mannes bezeichnet?

Fabian verkörpert Passivität und Beobachterdistanz statt Stärke und Handlungsaktivität, was den traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit diametral entgegensteht.

Wie werden die Frauenfiguren im Roman dargestellt?

Im Gegensatz zu den passiven Männern werden Frauenfiguren als handlungsaktiv, karriereorientiert und sexuell emanzipiert dargestellt, was Fabian in eine Verteidigungshaltung zwingt.

Welche Rolle spielt die „neue Sachlichkeit“ in der Arbeit?

Sie dient als literaturhistorischer Rahmen, der die Entfremdung, Anonymität und den Pessimismus der Romanfiguren in der Großstadt Berlin erklärt.

Wie bewertet die Autorin das Ende des Romans?

Das Ende, der Ertrinkungstod Fabians, wird nicht als bloßer Unfall, sondern als Konsequenz seiner Unfähigkeit gesehen, sich den Anforderungen der modernen Welt anzupassen.

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Details

Title
Wann ist ein Mann ein Mann? Männerfiguren in Kästners "Fabian – Die Geschichte eines Moralisten"
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
Feministische Literaturwissenschaft und Gender-Kritik
Grade
1,3
Author
B.A. Anna Stumpe (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V306188
ISBN (eBook)
9783668044524
ISBN (Book)
9783668044531
Language
German
Tags
Erich Kästner Neue Sachlichkeit Männerfiguren Kritische Männerforschung Men's Studies Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Anna Stumpe (Author), 2013, Wann ist ein Mann ein Mann? Männerfiguren in Kästners "Fabian – Die Geschichte eines Moralisten", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306188
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