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Gotthilf Heinrich Schubert und E.T.A. Hoffmann. Die Bedeutung der romantischen Naturforschung für die Literatur der Romantik

Title: Gotthilf Heinrich Schubert und E.T.A. Hoffmann. Die Bedeutung der romantischen Naturforschung für die Literatur der Romantik

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Kristek (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die empirisch-positivistische Naturwissenschaft hat ihren Durchbruch im 19. Jahrhundert gefeiert und liegt damit parallel zur Wirkungszeit der romantischen Naturforschung. Ihr liegt die experimentelle Erfahrung zu Grunde. Sie versuchte die Dinge der Welt mittels logischem Denken zu erklären um sie zu beherrschen und gelangte auf diese Weise zu ihren Hypothesen und Erkenntnissen.
Die romantische Naturforschung Schuberts war anderer Ausprägung. Zwar waren auch seine Methoden experimenteller Art und auch hier wurde mit den Mitteln logischen Denkens geforscht, allerdings bettete er die Ergebnisse seiner Untersuchungen in ein allumfassendes Weltbild von religiöser Ausprägung und handelte sich damit oft genug den Spott der positivistischen Kollegen ein.1 Sein Weltbild war mystisch geprägt, wie Ernst Busch es festgestellt hat.2 Die Romantik hat alle Gebiete des irrationalen Fühlens, der Religion, der Kunst und das unbewußte Seelenleben in ihre mystische Erkenntnis mit einbezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 DAS AUFKOMMEN DER ROMANTISCHEN NATURFORSCHUNG

1.2 DIE VERBINDUNG ZWISCHEN ROMANTISCHER NATURFORSCHUNG UND ROMANTISCHER POESIE

2. GOTTHILF HEINRICH SCHUBERT

2.1 LEBEN UND WERK

3. SCHUBERTS GRUNDGEDANKEN

3.1 TRIADISCHES WELTVERSTÄNDNIS

3.2 HIEROGLYPHENSPRACHE

3.3 MAGNETISMUS

4. SCHUBERTS GEDANKEN IN E.T.A. HOFFMANNS WERK

4.1 DIE HIEROGLYPHENSPRACHE IN „DER GOLDNE TOPF“

4.2 MAGNETISMUS UND TRAUM IN „DER MAGNETISEUR“

5. FAZIT

6. LITERATUR

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der romantischen Naturforschung, insbesondere der Konzepte von Gotthilf Heinrich Schubert, auf das literarische Schaffen von E.T.A. Hoffmann. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit Hoffmanns Werke als eine künstlerische Umsetzung oder kritische Auseinandersetzung mit Schuberts naturmystischen Grundgedanken betrachtet werden können.

  • Die romantische Naturphilosophie und ihr Weltbild
  • Schuberts Triadisches Weltverständnis und die Hieroglyphensprache
  • Die literarische Adaption von Magnetismus und Traum bei E.T.A. Hoffmann
  • Vergleichende Analyse von "Der goldne Topf" und "Der Magnetiseur"
  • Skeptische Distanz und "Schwarze Romantik" in Hoffmanns Erzählungen

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Hieroglyphensprache in „Der goldne Topf“

Wie bereits oben dargestellt, spricht Schubert von der Sprache des Traumes, der Poesie und der Offenbarung als einer Hieroglyphensprache.

Hoffmann hat diese Idee Schuberts fast wörtlich umgesetzt, wenn er im „Goldenen Topf“ schreibt:

„Anselmus wunderte sich nicht wenig über die seltsam verschlungenen Zeichen, und bei dem Anblick der vielen Pünktchen, Striche und Zügel und Schnörkel, die bald Pflanzen, bald Moose, bald Tiergestalten darzustellen schienen, wollte ihm beinahe der Mut sinken, alles so genau nachmalen zu können.“

Als Symbol für Ursprünglichkeit und Naturnähe der Sprache sind sie bildhafter und umfassender als das abstrakte Alphabet, aber zunächst einmal unverständlich und geheimnisvoll.

Da die Hieroglyphen von der Existenz des göttlichen Ursprungs zeugen und gleichzeitig einen Zugang zu ihm darstellen, bedarf es nach Schuberts Vorstellung poetisch künstlerischer Begabung, um ihre tiefere Bedeutung zu erahnen. Durch die Einwirkung der feindlichen Mächte in seinem Glauben an die höhere Ordnung verunsichert, wird auch Anselmus die Sprache der Natur unverständlich und ihm mißlingt in der neunten Vigilie sein Gesellenstück:

„Aber er sah auf der Pergamentrolle so viele sonderbare krause Züge und Schnörkel durcheinander, die, ohne dem Auge einen einzigen Ruhepunkt zu geben, den Blick verwirrten, daß es ihm beinahe unmöglich schien, das alles genau nachzumalen. Ja, bei dem Überblick des Ganzen schien das Pergament nur ein bunt geaderter Marmor oder ein mit Moosen durchsprenkelter Stein.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des Kontextes der romantischen Naturforschung im 19. Jahrhundert und die Einbettung der Forschungsarbeit.

2. GOTTHILF HEINRICH SCHUBERT: Biografischer Überblick und Einordnung Schuberts in das romantische Denken seiner Zeit.

3. SCHUBERTS GRUNDGEDANKEN: Erläuterung zentraler Konzepte wie das triadische Weltbild, die Hieroglyphensprache der Natur und der Magnetismus.

4. SCHUBERTS GEDANKEN IN E.T.A. HOFFMANNS WERK: Exemplarische Analyse der Übernahme schubertscher Motive in den Werken "Der goldne Topf" und "Der Magnetiseur".

5. FAZIT: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Frage, ob Hoffmanns Werk eine bloße Illustration von Schuberts Theorien darstellt.

6. LITERATUR: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Gotthilf Heinrich Schubert, E.T.A. Hoffmann, Romantik, Naturforschung, Naturmystik, Magnetismus, Somnambulismus, Hieroglyphensprache, Traumdeutung, Poesie, Weltbild, Literaturgeschichte, Der goldne Topf, Der Magnetiseur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Wechselverhältnis zwischen der romantischen Naturforschung von Gotthilf Heinrich Schubert und den literarischen Werken von E.T.A. Hoffmann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Begriffe der "Nachtseite" der Natur, die symbolische Bedeutung von Träumen, das Konzept des Magnetismus und das Verständnis der Welt als in Hieroglyphen verschlüsselte Offenbarung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, ob Hoffmann die philosophischen Thesen Schuberts lediglich literarisch abbildet oder ob er sie im Rahmen seiner eigenen künstlerischen Intention kritisch transformiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die ideengeschichtliche Kontexte mit Textanalysen von Schuberts naturmystischen Schriften und Hoffmanns Erzählungen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der schubertschen Grundgedanken und deren Anwendung bzw. Veränderung in Hoffmanns Werken "Der goldne Topf" und "Der Magnetiseur".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Naturmystik, Magnetismus, Romantik und die spezifische Poetik von E.T.A. Hoffmann in Abgrenzung zu Schuberts Naturforschung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Magnetismus in Hoffmanns Werk?

Im Gegensatz zu Schubert, der den Magnetismus als Weg zur göttlichen Einheit deutet, sieht Hoffmann darin eine Gefahr für das Individuum, die zum Ich-Verlust und Wahnsinn führen kann.

Warum wird im Fazit von der "Schwarzen Romantik" gesprochen?

Der Autor argumentiert, dass Hoffmanns kritische Distanz zu Schuberts idealistischem Weltbild und die Betonung des Dämonischen und Numinosen eine Abkehr von der reinen Harmoniesuche markieren und somit den Grundstein für seine "schwarze Romantik" bilden.

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Details

Title
Gotthilf Heinrich Schubert und E.T.A. Hoffmann. Die Bedeutung der romantischen Naturforschung für die Literatur der Romantik
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Literatur der Humboldt Universität zu Berlin)
Course
Hauptseminar: Die deutsche literarische Romantik
Grade
1,3
Author
Benjamin Kristek (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V3061
ISBN (eBook)
9783638118415
ISBN (Book)
9783638805940
Language
German
Tags
Deutsche Romantik Schubert Hoffmann Naturforschung Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Kristek (Author), 2001, Gotthilf Heinrich Schubert und E.T.A. Hoffmann. Die Bedeutung der romantischen Naturforschung für die Literatur der Romantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3061
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