Ist Gott tot? Auseinandersetzung mit dem theologischen Ansatz der "Theodizee-Frage"


Seminararbeit, 2014

16 Seiten, Note: 2,3

Eva Wieser (Autor)


Leseprobe

Gliederung

1. "Theologie in Erklärungsnot" ... 3

2. Begriffsklärung: "Theodizee" ... 4

2.1 Ursprung des Begriffs ... 4

2.2 Erste Verwendung von Leibniz ... 4

3. Die Theodizee – Problematik ... 5

3.1 Das Buch Hiob ... 5

3.2 Theologische Antwortversuche auf das Theodizee-Problem ... 6

4 Fazit ... 7

Literaturangabe ... 8

Anhang ... 9

1. "Theologie in Erklärungsnot"

"Lissabon, 1.November 1755: Die Erde bebt, ein Tsunami überrollt die Ufer, ein heftiger Wind facht die Brände in der Stadt an. Es scheint, als hätten sich sämtliche Elemente gegen die Stadt verschworen. Auch Menschen, die nicht selbst durch Verlust von Angehörigen, von Hab und Gut betroffen sind, stellen sich die Frage, wie es zu einem solchen Unglück kommen konnte, und warum. Für die einen zerbrach ein Weltbild und damit der Glaube an einen gerechten Gott, für die anderen schrie das Desaster von Lissabon nach einer naturwissenschaftlichen Erklärung – geistesgeschichtliche Nachbeben, die bis heute zu spüren sind, ob sich Menschen der Gottesfrage verbunden fühlen oder auch nicht."[1]

2004/2005 ereignete sich eine Tsunami-Katastrophe, die von den Medien als Anlass genommen wurde die Theologen kritisch darüber zu befragen. Fragen wie "Wo war Gott?" und Schlagzeilen wie z.B. "Theologie in Erklärungsnot" zeichneten diese Jahre.[2] Aber es gab nicht nur 1755 und 2004 eine Naturkatastrophe, sondern noch viele weitere. Abgesehen davon gibt es unerklärliche Todesursachen von jungen Menschen, Kriege, Morde und viele andere unfassbare Ereignisse.

Nun drängt sich die Frage auf, warum Gott all dieses Leid in seiner Allmacht zulässt. Bereits in der Antike wurde darüber philosophiert, bis letztendlich der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz es mit der "Theodizee Frage" betitelte.[3]

In meiner Seminararbeit möchte ich klären, wie man angesichts der Theodizee - Problematik noch von der Allmacht Gottes sprechen kann. Dabei werde ich mich mit theologischen Ansätzen auseinandersetzen.

2. Begriffsklärung: "Theodizee"

2.1 Ursprung des Begriffs

Theodizee leitet sich vom griechischen Wort "theos" ("Gott") und "dike" ("Gerechtigkeit") ab. In der Theologie und Philosophie versteht man unter dem Begriff den "Versuch einer Rechtfertigung Gottes angesichts des von ihm trotz seiner Allmacht und Güte zugelassenen physischen Übels, moralischen Bösen und des Leidens der Welt"[4].

2.2 Erste Verwendung von Leibniz

Gottfried Wilhelm Leibniz war der Ansicht, dass es eine neue "Bestimmung der menschlichen Existenz-und Erkenntnisgewissheit"[5] geben sollte, nachdem die Welt nicht mehr auf die göttliche Vorstellung hin ausgerichtet war. Daraufhin entwickelten sich Gedanken zu einer Theodizee. Sein vernunftorientiert-philosophischer Denkansatz stand im Widerspruch zwischen der neuzeitlichen Auffassung eines rationalistischem Gottesbegriff und des christlich geprägten Wertbegriffs.[6] Erstmals wurde der Begriff "Theodizee" von Gottfried Wilhelm Leibniz verwendet. Für Leibniz schienen drei Behauptungen logisch nicht vereinbar: Gott ist allmächtig, Gott ist gütig und die Tatsache, dass es Leid gibt.[7] Leibniz teilte das Übel wiederum in drei Kategorien: "das malum metaphysicum, das malum physicum und das malum morale"[8]. Dazu gehört zum einen das metaphysische Übel, das aus der Unvollkommenheit der Welt in Form der Sterblichkeit der Menschen resultiert. Die zweite Form des Übels ist die physische, die sich im Leid und im Schmerz der Menschen ausdrückt. Die dritte Art des Übels ist die moralische: Dem entsprechen die sündigen Absichten der Menschen.[9]

[...]


[1] Hermann 4.

[2] Vgl. Schwienhorst-Schönberger 5.

[3] Vgl. Schilling 27.

[4] Brockhaus 314.

[5] Schilling 27.

[6] Vgl. Schilling 27.

[7] Vgl. Klausnitzer 190.

[8] Schilling 43.

[9] Vgl. Schilling 43.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ist Gott tot? Auseinandersetzung mit dem theologischen Ansatz der "Theodizee-Frage"
Hochschule
Universität Passau
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V306206
ISBN (eBook)
9783668041165
Dateigröße
650 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gott, auseinandersetzung, ansatz, theodizee-frage, Lissabon, Weltbild, Gottesfrage, Tsunami-Katastrophe, Desaster, Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosophie
Arbeit zitieren
Eva Wieser (Autor), 2014, Ist Gott tot? Auseinandersetzung mit dem theologischen Ansatz der "Theodizee-Frage", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306206

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