Werbung im Unterricht behandeln. Die Aufklärung über Medienstrategien und der bewusste Umgang mit Manipulationen


Unterrichtsentwurf, 2012

20 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Themenwahl

Vorbereitung

Durchführung
Team Teaching

Unterrichtsmaterialien

Handout

Stundenbild

Nachbereitung

Vorwort

Werbung ist ein sehr aktuelles und wichtiges Thema, dass unbedingt im Unterricht besprochen werden sollte. Sie kann spannend, unterhaltsam, überraschend, ästhetisch, unästhetisch, abschreckend und angsteinflößend wirken und bietet dadurch zahlreiche Facetten an, Werbung, bzw. generell Medien im Unterricht zu analysieren und Grundlage für Diskussionen bieten.

Da wir jeden Tag, zu jeder Zeit mit den Medien konfrontiert werden, ist es nicht nur wichtig, die SchülerInnen darüber aufzuklären, welche Strategien die Medien anwenden, um die Menschen mit Werbung zu manipulieren, sondern auch die Möglichkeiten zu liefern, diese zu bekämpfen.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten Werbungen zu analysieren. Nicht nur visuell sollen die, sondern auch der akustische Reiz sollte nicht außer Acht gelassen werden. Anhand von verschiedenen Radiowerbungen können die SchülerInnen zum Beispiel nicht nur das globale Verständnis der Werbung herausfiltern, sondern auch auf den genauen Syntax achten, der nicht von Bildern, wie in den Fernsehwerbung, überdeckt wird.

Weiters werden die SchülerInnen auf die Gefahren der Werbung aufmerksam gemacht, und lernen diesen ein Stück zu entkommen. Um dieses Thema genau und gründlich durchzugehen, bedarf es langer und intensiver Auseinandersetzung der SchülerInnen mit den Medien. Am besten lässt sich das Thema innerhalb eines Projektes über einen längeren Zeitraum gut umsetzen. Am besten ist es, die Werbepädagogik an die Wahrnehmung in der Psychologie anzuknüpfen, so wie wir das in unserer Stundenplanung gemacht haben.

Ein weiterer Vorteil dieses Themas ist es, dass es fächerübergreifend kombiniert werden kann und die SchülerIhnen nicht nur den psychologischen Aspekt kennenlernen, sondern auch den sprachlichen oder naturwissenschaftlichen Zugang in den Medien finden können. Als Unterrichtender kann man nicht nur viele Methoden und Zugänge zu Werbungen bieten, sondern auch viel unterschiedliche Literatur in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellen.

Die SchülerInnen sind nach so einer langen Auseinandersetzung mit Medien, nicht nur Medienexperten, sondern lernen auch etwas für das Leben!

Themenwahl

Auszug des Lehrplans der 7. Klasse Psychologie 1:

Aspekte der wissenschaftlichen Psychologie kennenlernen

- Forschungsmethoden und Teilbereiche
- Richtungen und Anwendungsgebiete der Psychologie

Phänomene der Wahrnehmung erfassen

- Aspekte der Sinneswahrnehmung, der räumlichen und zeitlichen Wahrnehmung
- Subjektive Wahrnehmungswelten und ihre Einflüsse auf das Zusammenleben
- Wahrnehmungsbeeinflussung und Wahrnehmungsveränderung durch Medien

Kognitive Prozesse reflektieren

- Gedächtnismodelle und Lernstrategien, lerntheoretische Anwendungen
- Intelligenz, Kreativität und Problemlösungsstrategien
- Sprache und Denken

Soziale Phänomene und Kommunikationsstrukturen erfassen

- soziale Strukturen und gruppendynamische Prozesse
- Entstehung von Meinungen und Einstellungen, Manipulationsmechanismen
- Berücksichtigung kommunikativer Verhaltensweisen in Hinblick auf die Berufswelt

Motive menschlichen Handelns erörtern

- Konfliktbewältigung, Umgang mit Frustration
- Entstehung und Formen von Aggression und Gewalt
- seelische Gesundheit und deren Beeinträchtigung

Einblick in Persönlichkeitsmodelle gewinnen

- tiefenpsychologische Ansätze und ihre Entwicklung
- Aspekte der Persönlichkeitsdiagnostik

Unsere Stunde befasste sich mit dem Punkt „Phänomene der Wahrnehmung erfassen“, genauer gesagt mit der „Wahrnehmungsbeeinflussung und Wahrnehmungsveränderung durch die Medien“.

Vorbereitung

Das wichtigste an einer Stundenplanung ist eine gründliche Vorbereitung auf die Stunde. Da es sich, um ein Teamteaching in dieser Stunde handelte, bedarf es noch mehr an Planung, als bei einer Einzelstunde.

Zuerst war es wichtig, den Inhalt, den wir in die Stundenplanung einbringen wollten, herauszufiltern. Obwohl wir uns vor dem Teamteaching nicht wirklich kannten, waren wir uns gleich einig, dass wir die Werbestrategien im Unterricht fokussieren möchten. Durch eine spielerische Einleitung, wollten wir die Neugierde auf das bevorstehende Thema der SchülerInnen wecken. Um zu sehen, wie groß die Wahrnehmung der Unterrichtenden, auf den Bezug, der Werbemittel ist, haben wir beschlossen ein kurzes „Brain Storming“ durchzuführen.

Wir haben darüber gesprochen, dass es eigentlich besser wäre, das „ Brain Storming“ auf einem Plakat zu machen, anstatt die SchülerInnen auf die Tafel schreiben zu lassen, doch beschlossen wir zuletzt, dass es viel mehr Zeit dauern würde. Also beließen es wir bei dem „Braing Storming“ auf der Tafel.

Da wir leider nur eine Stunde Zeit hatten, konnten wir nur dazusagen, dass die eigentliche Vorbereitung auf das Thema die Wahrnehmungspsychologie ist und die Werbepsychologie ein Teilaspekt dessen ist. In einem Projekt hätte die Wahrnehmungspsychologie den Vortritt gehabt , um die Werbepsychologie anschließend besser zu verstehen.

Nachdem wir uns nun auf die Methode des Einstiegs und den Inhalt der Werbepsychologie geeinigt hatten, mussten wir darüber nachdenken, wie wir unsere Werbestrategien am besten an die SchülerInnen bringen. Wir haben uns dafür entschlossen, die Strategien anhand von kurzen Videos zuzuordnen. Obwohl man viele Kurzfilme im Internet fand, bedarf es an einer genauer Selektion der Werbungen, da nicht alle zu den Strategien passten, wie wir uns das vorstellten. Dies dauerte eine längere Zeit, als wir eigentlich eingeplant hatten, doch letztendlich haben wir unserer Meinung nach gute Beispiele gefunden. Diese wurden anhand von Power Point Folien mit Bildern und Erklärungen und Definitionen untermalt.

Damit wir einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Stunde bieten konnten, haben wir ein Zitat aus dem Buch „Kernbereiche der Psychologie“ genommen, wo die Frage gestellt wird, wie man Manipulation in der Werbung bekämpfen kann. Die Schüler sollten sich bis zur nächsten Stunde überlegen, wie dies geschehen kann. Zur nächsten Unterrichtseinheit sollten sie außerdem eine Werbung mitnehmen, die Werbestrategien enthalten, und diese vorstellen.

Wir hofften, dass unsere Planung so klappt, wie wir uns es vorgestellt hatten.

Durchführung

Am Anfang der Stunde wurden die SchülerInnen um Aufmerksamkeit gebeten. Die Lehrenden wurden vorgestellt und es wurde auf die vorhergegangene Stunde verwiesen, in welcher die Themen Personenwahrnehmung und Beeinflussung der Wahrnehmung durchgenommen wurden. Um es den Schülern und Schülerinnen nicht zu leicht zu machen und das Thema der Stunde nicht sofort bekannt zu geben, wurde das Wort „Werbepsychologie“ mit Hilfe des Wortspieles „Hangman“ von den anwesenden SchülerInnen herausgefunden. Nun konnte die Stunde beginnen. Dies geschah auch sofort.

Für den Einstieg benutzten wir auch gleich die Methode des Stummen Dialoges. Die SchülerInnen wurden gebeten zur Tafel vorzukommen und zu notieren wo Werbung zu finden ist und wo geworben wird. Wir haben diese Methode gewählt, weil sie sich dazu eignet Vorwissen, Vorerfahrung und Assoziationen für den Unterricht nutzbar zu machen. Auch die schüchternen SchülerInnen können ihre Meinungen und Ideen einbringen, ohne vor der ganzen Klasse reden zu müssen. Man kann Pinnwände, Tafeln, Flip Charts etc. einsetzen. In unserem Fall war es die Tafel. Nachdem wir eine kurze Zeit gewartet hatten und kein Schüler mehr eine Assoziation an die Tafel schrieb, gingen wir die gesammelten Begriffe durch und ergänzten sie, durch noch fehlende.

Danach folgte ein theoretischer Input. Das Wort „Werbung“ wurde von einer Power Point Präsentation unterstützend, definiert und die Werbeformel „AIDA“ geschildert. Damit den SchülerInnen die Theorie etwas veranschaulicht wird, wurden währenddessen die Handouts durchgegeben.

Nun waren wieder die Schüler gefragt. Auf dem Handout waren fünf verschiedene Werbestrategien beschrieben. Es wurden jetzt Videos gezeigt, welche Werbungen beinhalteten. In jeder Werbung wurde eine dieser Strategien angewandt. Die Aufgabe der SchülerInnen war es nun, diese Videos den Beschreibungen zuzuordnen. Wir zeigten ein Video und fragten gleich nach, um welche Strategie es sich handeln könnte und besprachen diese dann mit den SchülerInnen. Es wurde auch nachgefragt, welche Intentionen die Auftraggeber der Werbung denn haben könnten, solch eine Strategie einzusetzen.

Nun erklärten wir den SchülerInnen noch ein paar Details zu den Werbekonzepten und anschließend gaben wir ihnen mit einem Zitat einen Denkanstoß, sich über das Thema der Wahrnehmung in Verbindung mit Werbung und Medien Gedanken zu machen. Wir forderten sie dazu auf, sich eine Werbung zu überlegen in der eine der Werbestrategie angewandt wird und diese bis zum nächsten Mal mitzunehmen. Außerdem informierten wir sie darüber, dass in der nächsten Stunde eine Diskussionsrunde über das Thema stattfinden wird.

Nachdem die Zeit vorbei war, verabschiedeten wir uns und wiesen die SchülerInnen auf die Wiederholung dieses Stoffes in der nächsten Stunde hin.

Team Teaching

Da wir zu weit unterrichtet haben, haben wir versucht uns an der klassischen Unterrichtsmethode des Team Teachings zu orientieren. Es handelt sich um eine kooperative Lehrmethode, bei der zwei oder auch mehr Personen gemeinsam eine Lerngruppe unterrichten. Diese Methode sollte idealtypisch sowohl das Lehrerteam, als auch die Lernenden mit einbeziehen. Team Teaching ist besonders geeignet, um den Unterricht mit mehr Perspektivenvielfalt, größerer Methodenvielfalt und unterschiedlichen Anregungen zu erweitern, weil sie die Fixierung auf nur einen Lehrenden verhindert. Sofern diese Stärken und Vorteile bewusst eingesetzt werden, kann die Methode das Lernen und Lehren mit größerer Offenheit und mit mehr Differenzierungsmöglichkeiten fördern und wird daher oft in Klassen mit Förderbedarf eingesetzt.

Für die LehrerInnen bietet Team Teaching die Möglichkeit, den Unterricht gemeinsam mit anderen zu planen und zu gestalten. Es können hierbei die unterschiedlichen didaktischen Erfahrungen den Nährboden für ein vielfältiges und lernerzentriertes methodisches Vorgehen bilden. Zugleich wird der einzelne Lehrende durch die Zusammenarbeit mit dem Zweiten entlastet, aber auch stärker in seinen didaktischen Gewohnheiten und Verhaltensweisen kollegial austauscht.2

[...]


1 Bmukk: http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11865/lp_neu_ahs_13.pdf (10.06.2011)

2 Vgl. http://methodenpool.uni-koeln.de/teamteaching/frameset_team.html (10.06.2011)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Werbung im Unterricht behandeln. Die Aufklärung über Medienstrategien und der bewusste Umgang mit Manipulationen
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V306261
ISBN (eBook)
9783668065673
ISBN (Buch)
9783668065680
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
werbung, unterricht, aufklärung, medienstrategien, umgang, manipulationen
Arbeit zitieren
Olivia Mazur (Autor), 2012, Werbung im Unterricht behandeln. Die Aufklärung über Medienstrategien und der bewusste Umgang mit Manipulationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306261

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