Nordamerika ist geprägt von seinen kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Gegensätzen. Ausschlaggebend dafür war insbesondere die Kolonialzeit. Die Briten als eine der ersten Kolonialherren nahmen diverse Einflüsse auf die US-amerikanische Kultur und Landschaft ein. Angelehnt an die bedeutende Rolle der englischen Kirche und ihr Zerwürfnis während der Revolution, ist es wichtig, die einzelnen und teils konträren religiösen Abspaltungen in der US-amerikanischen Kulturlandschaft näher zu beleuchten. Um den geografisch unterschiedlich auftretenden Zeugnisse gerecht zu werden, ist die Arbeit in die einzelnen Kolonien von Neuengland, Chesapeake Bay im Norden und den Mittelkolonien im Herzen Amerikas aufgegliedert. Somit lässt sich trotz ein und desselben Mutterlands der Kontrast der stärksten und prägnantesten Hinterlassenschaften bzw. Zeugnisse der Briten hervorheben. Als Beispiel für die Vielfalt der religiösen Gemeinschaften dienen die Mormonen und die Quäker.
Die Sklaverei als solche kann zu der Reihe der britischen, jedoch bis heute nicht überlebenden, Zeugnisse gezählt werden. Da sowohl die Sklavenarbeit, als auch die Tabak- oder Reisplantagen eng miteinander zusammenhängen, werden beide als Hinterlassenschaften aufgeführt, da die Behandlung von nur einem der Themen unvollständig wäre. Des Weiteren werden auch siedlungsgeographische Aspekte in der kulturellen Landschaft berücksichtigt, die anhand des Versammlungshauses (Meetinghouse) und Stadthauses (Town House) erläutert und illustriert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Zweck und Aufbau
2. Zeugnisse und Hinterlassenschaften der Briten in der amerikanischen Kulturlandschaft
2.1. Neuengland
2.1.1. Thanksgiving
2.1.2. Die Mormonen aus Utah
2.1.3. Meetinghouse
2.2. Chesapeake Bay
2.2.1. Sklaverei
2.2.2. Tabak- , Reis- und Indigoplantagen
2.3. Die Mittelkolonien
2.3.1. Die Quäker
2.3.2. Stadthäuser in Philadelphia
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen kulturellen, religiösen und siedlungsgeographischen Hinterlassenschaften der britischen Kolonialherrschaft in Nordamerika. Dabei wird analysiert, wie diese Einflüsse die US-amerikanische Kulturlandschaft über die Jahrhunderte hinweg geprägt haben und in welcher Form sie im heutigen 21. Jahrhundert fortbestehen.
- Religiöse Identität und Festtraditionen wie das Thanksgivingfest
- Die Entwicklung und soziale Bedeutung der Sklaverei in den Plantagenkolonien
- Agrarwirtschaftliche Einflüsse durch den Anbau von Tabak, Reis und Indigo
- Siedlungsgeographische Aspekte anhand von Meetinghouses und Stadthäusern
- Das "Heilige Experiment" der Quäker in den Mittelkolonien
Auszug aus dem Buch
2.1.3. Meetinghouse
Die Sehnsucht der englischen Siedler, ein Stück ihrer Heimat nach Neuengland zu bringen, manifestiert sich insbesondere im Aufbau der Städte und Dörfer, deren Zentrum ab 1648 das Meetinghouse einnahm. Anders als in der heutigen Zeit nannten die Puritaner ihren Ort der Gottesanbetung nicht Kirche, sondern Meetinghouse, ein Ort des Zusammentreffens der Dorf- bzw. Städtebewohner, die in Abwehr zur Aufteilung der Welt in Geistliches und Weltliches standen. Die Absicht hinter dem Bau des Meetinghouse bestand darin, ein öffentliches Haus zur Versammlung der Anbetenden Gottes zu erbauen, das auf der Bildung der einstigen Theokratie Englands gründete. Zu Beginn ihrer Errichtung stellten die Meetinghouses einfache, quadratische oder auch rechtwinklige Langhäuser dar, über die ein steiles Dach ragte. Dieses wurde meist aus Stroh oder Gras hergestellt. Zusätzlich wurde häufig eine Glocke auf dem Dach angebracht. Im Gegensatz zu ihren Nachfolgemodellen besaßen die Häuser allerdings noch keinen eigenen Kirchturm.
Obwohl die Puritaner sich bei der Errichtung des Meetinghouse von der englischen Kirchenarchitektur abwandten, basierte ihr Konzept auf einem ihnen bereits vertrauten aus dem Mutterland. Die bürgerlichen Häuser Englands, die sie mit ihrer Ankunft in Neuengland hinter sich ließen, bildeten das Fundament der Entwürfe von englischen Siedlern. Das für England repräsentative Stadthaus diente als Vorlage für den Bau des Meetinghouse. Das Innere des Hauses wurde ebenso wie sein Äußeres recht schlicht gehalten, weshalb sich darin kein Altar, sondern lediglich eine Kanzel befand. Ihr wurde unter den Puritanern eine besonders große Bedeutung zugeschrieben, da sie das Zentrum des Bibelstudiums und der Verkündung des Wort Gottes verkörperte. Um sich ganz und gar auf dessen Wort zu konzentrieren, verbannten die Puritaner jegliches aus ihrer „Kirche“, das ihre Aufmerksamkeit davon hätte ablenken können. Weder Kreuze, noch farbige Fenstergläser oder Götzenbilder wurden in dem Meetinghouse geduldet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Zweck und Aufbau: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, indem sie die britische Kolonialzeit als prägenden Faktor für die nordamerikanische Kulturlandschaft einführt und die Gliederung in die drei Regionen Neuengland, Chesapeake Bay und Mittelkolonien begründet.
2. Zeugnisse und Hinterlassenschaften der Briten in der amerikanischen Kulturlandschaft: Dieser Hauptteil analysiert spezifische kulturelle, religiöse und architektonische Relikte in den drei genannten Regionen, von den puritanischen Wurzeln in Neuengland über die Plantagenökonomie in Chesapeake Bay bis hin zu den urbanen Strukturen der Quäker.
3. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die britische Prägung trotz des Einflusses anderer Nationen ein essenzieller Bestandteil der amerikanischen Identität bleibt, wobei sich die Sichtbarkeit dieser Hinterlassenschaften jedoch im Laufe der Zeit durch den gesellschaftlichen Wandel und neue Trends verändert.
Schlüsselwörter
Britische Kolonialgeschichte, Nordamerika, Kulturlandschaft, Neuengland, Chesapeake Bay, Mittelkolonien, Thanksgiving, Puritaner, Sklaverei, Plantagenwirtschaft, Quäker, Meetinghouse, Stadthaus, Migration, religiöse Freiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den kulturellen und historischen Zeugnissen der britischen Einwanderer in Nordamerika und untersucht, wie diese das heutige Erscheinungsbild der US-amerikanischen Kulturlandschaft beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die religiösen Praktiken und Feierlichkeiten, die ökonomischen Strukturen der frühen Plantagenwirtschaft sowie die Architektur und Stadtplanung in den verschiedenen Kolonialregionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Hinterlassenschaften der britischen Kolonialherren zu identifizieren und aufzuzeigen, inwieweit diese trotz des Einflusses anderer kultureller Einflüsse bis in die Gegenwart fortwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, wobei historische Quellen und siedlungsgeographische Aspekte herangezogen werden, um die kulturellen Auswirkungen der britischen Siedler zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Regionen Neuengland, Chesapeake Bay und die Mittelkolonien detailliert betrachtet, wobei Themen wie Thanksgiving, die Sklaverei, der Anbau von Nutzpflanzen, die Quäker-Gemeinschaft und die Architektur von Versammlungshäusern analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Britische Kolonialgeschichte, Puritaner, Sklaverei, Plantagenwirtschaft, Quäker, Architektur sowie die kulturelle Identität der USA.
Warum wird das Thanksgivingfest als Beispiel für britische Einflüsse aufgeführt?
Das Thanksgivingfest wird als konkretes Beispiel genannt, weil es in seiner Tradition eng mit der Ankunft der Pilgerväter auf der Mayflower verknüpft ist und sich als fester Bestandteil der US-amerikanischen Kultur bis heute erhalten hat.
Welche Rolle spielten die Quäker in den Mittelkolonien?
Die Quäker prägten insbesondere Pennsylvania unter der Führung von William Penn, indem sie ein "Heiliges Experiment" der religiösen Freiheit und einer repräsentativen Regierung etablierten, was einen Kontrast zu den anderen, oft weniger toleranten Regionen darstellte.
Wie unterscheidet sich die Architektur des Meetinghouse von heutigen Kirchen?
Das Meetinghouse der Puritaner war kein Gotteshaus im klassischen Sinne, sondern ein schlichter Ort der Versammlung für weltliche und geistliche Zwecke ohne Altar oder religiöse Bilder, was den Fokus vollkommen auf das Bibelstudium und die Verkündung des Wortes Gottes legte.
Wie entwickelte sich die Sklaverei in der Region Chesapeake Bay?
Die Sklaverei entwickelte sich von einer zeitlich begrenzten Schuldknechtschaft hin zu einer lebenslangen Institution, die besonders durch den Bedarf an Arbeitskräften für den Tabak- und Reisanbau massiv ausgeweitet wurde und schließlich gesetzlich fest verankert wurde.
- Citation du texte
- Christina Drechsel (Auteur), 2012, Die Briten in Nordamerika. Zeugnisse und Hinterlassenschaften in der US-Amerikanischen Kulturlandschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306346