Die Indianer als Jäger und Sammler. Nur ein Stereotyp?


Hausarbeit, 2012
26 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Jäger und Sammler - nur ein Stereotyp?

2. Indianer als Jäger und Sammler in der Literatur und in den populären Medien

3. Indianer als Landwirte und Gestalter von Ökosystemen
3.1. Maisanbau und Einführung der Pilgrims in die landwirtschaftliche Nutzung
3.2. Three Sisters
3.3. Sonnenblume und Sumpfgras
3.4. Slash-and-burn
3.5. Die behüteten Büffelherden
3.6. Die essbaren Wälder
3.7. Bewässerung der Felder und Ableitung von Wasser

4. Diskussion

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Jäger und Sammler - nur ein Stereotyp?

Sie leben in der Wildnis, essen das, was ihnen Mutter Natur hergibt und jagen Seite an Seite mit den Cowboys Büffelherden durch die Wüste - solche Bilder werden uns heute durch Darbietungen wie „Buffalo Bill´s Wild West Show“ im Disneyland Resort Paris oder in der Westernstadt „Pullman City“ in Eging am See vermittelt. Den Zuschauern werden atembe- raubenden Szenen präsentiert, in denen Horden von Büffeln von Indianern in die Enge ge- trieben und kontrolliert werden. Die Welt der Indianerstämme als Teil der Geschichte Ame- rikas wird um weitere Details wie die Tätigkeit des Sammelns von Beeren, Früchten oder Nüssen ergänzt, sodass ein Wahrheitsanspruch gestellt werden kann. Oftmals verinnerlicht sich dieses recht oberflächliche Bild des Indianerlebens von Kindesbein an in unseren Köp- fen, das von Medien und Literatur zusätzlich bekräftigt wird. Der Fortschritt in der Land- wirtschaft und in der Formung des Ökosystems wird erst durch die Ankunft der Kolonialher- ren und die Weißen symbolisiert, wie zum Beispiel der große Ernteertrag im Jahr 1621 durch die auf der Mayflower angereisten Pilger aus England. Bei genauerer Betrachtung muss jedoch festgestellt werden, dass in der postkolumbianischen Zeit Erfolge wie diese nur durch die tatkräftige Hilfe der Indianer verzeichnet werden konnten. Diese waren den Wei- ßen um einige Schritte voraus, denn sie wussten, wie man den Boden und die ausgesäten Pflanzen erfolgreich heranzog.

In dieser Arbeit möchte ich untersuchen, inwiefern die Indianer der präkolumbiani- schen Zeit mehr als nur Jäger und Sammler darstellten, die in Harmonie lebten und nicht in das Ökosystem eingriffen. Hierbei werden Eingriffe in die Landschaft sowie Zeugnisse der indianischen Kultur betrachtet, die teils bis heute in Form von künstlich angelegter Wildnis oder Bewässerungssysteme erhalten blieben. Den Anfang bilden die unterschiedlichen Nutzpflanzen, allem voran der Mais, sowie eine beispielhafte Auswahl verschiedener Nuss- bäume. Um den dahinter steckenden Aufwand und die Mühe, die Indianer in den Anbau ihrer Pflanzen und Bäume investierten, nachzuvollziehen, folgen darauf verschiedene Me- thoden betreffend der Rodung und der Sicherstellung von genügend Wasserzufuhr. Letztere erfolgte mittels einer Vielzahl von unterschiedlichen Techniken, von denen jeweils welche für trockene und auch feuchte Gebiete Nordamerikas vorgestellt werden. Der Stereotyp der reinen Büffeljagd der Indianer wird anhand der behüteten Büffelherden widerlegt, eine The- se, die sich im Gegensatz zu der weit verbreiteten Meinung an das Buch „1491- New revela- tions of the Americas before Columbus“ von Charles Mann (2005) anlehnt. Hier wird der Indianer als Eingreifender in das Ökosystem verstanden, der einer Explosion der Büffelher- den kontrolliert entgegenwirkte. Den Einstieg dazu bietet die Darstellung der Indianer in der Literatur und in den Medien, anschließend versuche ich die These der Jäger und Sammler anhand der unten aufgeführten Beispiele des Indianers als Gestalter von Ökosystemen und Landwirt zu entkräften.

2. Indianer als Jäger und Sammler in der Literatur und in den populären Medien

Spätestens seit Carl Mays Klassiker „Winnetou“ (1909) assoziiert die Mehrheit der Men- schen die Eingeborenen Nordamerikas mit der Jagd auf Tiere und dem Sammeln von Wild- pflanzen oder Beeren. Um ihre Familien zu ernähren, begaben sich die Indianer mit Pfeil und Bogen, anfangs zu Fuß, später dann zu Pferd, auf die Jagd nach Vierbeinern oder Fi- schen. Besonders die Büffeljagd ist in Illustrationen des Wilden Westens ein beliebtes The- ma und zeigt wie in Abbildung 1 dargestellt die bewaffneten Indi- aner im Umgang mit den Tier- horden. Das gängige Werkzeug hierbei war der Speer, der den Eingeborenen beim Erlegen der Tiere große Dienste leistete. Pfeil und Bogen reihten sich erst spä- ter in die Kollektion der Jagin- strumente ein.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Charles M. Russel "The buffalo hunt" (1919) Quelle: JUNKER (2001: S. 13)

Des Weiteren wird der Indianer aufgrund seines harmonischen Verhältnisses zur Natur häufig als Sammler verschiedener Pflanzen und Nüsse, u.a. auch Pilze und Naturheilkräuter, wahrgenommen. Die Vielfalt der im Grünen wachsenden Nahrungsmittel wurde durch Rösten oder Abkochen essbar gemacht und ergänzte neben dem Tierfleisch die Ernährung der Eingeborenen. In der Literatur finden sich deshalb insbesondere Koch- und Survivalbücher, die ähnlich einem Ratgeber Tipps zum Überleben in der Wildnis dank des Sammelns von Früchten oder wilden Pflanzen geben.2 In der nordamerikanischen Literatur werden die Eingeborenen überdies als „digger Indians“ bezeichnet, da die Amerikaner sie dabei beobachteten, wie sie nach Samen, Beeren oder Pilzen in der Erde gruben, nur um darin etwas Essbares zu finden.3

Auch der Film „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990) mit Kevin Costner vermittelt den im Vergleich zum „Sammler“ populäreren Eindruck, die Indianer hätten sich stets auf der Jagd nach Büffeln befunden. Sie reiten an dem „Bleichgesicht“ Costner vorbei und sind mit ei- nem gespitzten Speer bewaffnet, den sie eng am Körper tragen. Trotz der Kommunikations- schwierigkeiten zwischen den Indianern und Siedlern wird das Thema „Jagd“ und „Büffel“ zwischen den beiden Gruppen des Öfteren von neuem aufgegriffen und in einer Szene des Filmes überreichen die Indianer dem Fremden Costner sogar das Fell eines Büffels. Selbst die noch Jüngeren unter den Eingeborenen sind in dem Film neben dem Speer ständig mit Pfeil und Bogen ausgerüstet.4 Das Sammeln und Jagen als Teil des Prozesses der Nahrungs- beschaffung nahm im Leben der Indianer einen hohen Stellenwert ein. Allerdings bleibt die Frage offen, ob sie nicht mehr taten, als lediglich die bereits vorhandenen natürlichen Res- sourcen zu nutzen. Im Anschluss soll nun untersucht werden, inwiefern die Indianer mehr darstellten als Jäger bzw. Sammler und ob sie nicht sogar aktiv als Landwirte agierten, in- dem sie etwa Gemüse oder Bäume anpflanzten. Hierfür werden im Rahmen einer erweiter- ten Literaturrecherche neben Enzyklopädien bezüglich der indianischen Kultur und des Le- bens gezielt Bücher über Wald, Pflanzen, Rodungs- und Bewässerungsmethoden, aber auch historische Werke hinzugezogen, die Berichte von Augenzeugen aus der präkolumbiani- schen Zeit bieten.

3. Indianer als Landwirte und Gestalter von Ökosystemen

Neben der weitverbreiteten und oberflächlichen Annahme, die Indianer hätten 1492 in einer Wildnis, ohne jeglichen Eingriff des Menschen, gelebt, werden im Rahmen einer ausführli- chen Literaturrecherche, deutlich von außen wahrnehmbare Beispiele für die Gestaltung der Eingeborenen von Ökosystemen und Landwirtschaft geliefert. Sicherlich wurden im Laufe der Jahre die Spuren der Indianer in der Natur sowie der Forst- und Landwirtschaft allmäh- lich verwischt, dennoch ist das Erbe der Native Americans bis heute anhand von Hinterlas- senschaften noch zu Teilen in der nordamerikanischen Landschaft nachvollziehbar und er- halten geblieben. Über die üblichen Natur- und Überlebensratgeber hinaus wird für die Un- tersuchung der Problemstellung Literatur hinzugezogen, die sich mit der Agrikultur und der frühen Bepflanzung der Erde durch Eingeborene, auseinandersetzt. Dabei dienen einerseits Quellen von Museen, die sich der Lebensart der Indianer und ihrer Kultur verschrieben ha- ben, aber auch Forschungsergebnisse von Anthropologen und Geographen. Die Nachhaltig- keit dieser Art von Landwirtschaft ist bereits in der Begegnung der Pilgrims mit den India nern an Thanksgiving zu beobachten und wird des Weiteren durch Bücher über das Forst management der Indianer ergänzt. Charles Manns These einer „(The) Artificial Wilderness“5, die von den ansässigen Eingeborenen konstruiert wurde, wird somit anhand der Suche von diversen Schlagworte wie Nachhaltigkeit, Ökosystem, behütete Büffelherden etc. in fachkundiger Literatur belegt.

3.1. Maisanbau und Einführung der Pilgrims in die landwirtschaftliche Nutzung

Nachdem der Mais um 3500 vor Christus seinen Weg von Mexiko nach Nordamerika fand, kultivierten die Indianer die Getreidesorte auf Mischfeldern oder kleinen Hügeln. Aufgrund der Fähigkeit von Bohnen, Nitrogen in seinen Wurzeln zu fixieren, wurde Mais häufig zu- sammen mit Bohnengemüse angepflanzt (siehe Abb.2). Denn Mais, im Gegensatz zu Boh- nen, entzieht dem Erdboden Nitrogen.6 Der nordamerikanische „Maize“ (aus dem Spani- schen Mahiz), auch bekannt als „Indian corn“ oder „Indian wheat“, war die ideale Quelle für Kohlenhydrate, konnte auf einfache Art und Weise angepflanzt und nach nur 120 Tagen mit großen Ertrag geerntet werden.7

Für den Anbau von Mais wandten die Eingeborenen unter- schiedliche Methoden an: zum ei- nen pflanzten sie den Maize auf kleinen Hügeln an, die denen in Hopfengärten gleichen. Unter den Hügeln vergruben sie die Kadaver von Fischen, die der Düngung des

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Apache-Frau mit Maishackgerät,

Edward S. Curtis (1890) Quelle: TUCKER (2011: S. 80)

Erdbodens dienten.8 Jeweils vier Maissamen wurden auf einem Hü- gel, umringt von zwei Samen der Stangenbohne, angepflanzt. Um die Hügel herum wuchsen später unterschiedliche Kürbisar- ten. Zusätzlich schützten die Indianer ihren Maize vor starker Sonne oder Regen und ent- fernten das Unkraut.9 Eine weitere Methode der Anpflanzung bestand darin, den Mais auf Mischfeldern anzupflanzen, die umgeben von adernartigen Dämmen umgeben waren. Das

Wasser sollte so bei einer Flut kontrolliert abfließen und dennoch den Boden und die Pflan zen mit genug Wasser versorgen. Hierbei nutzten die verschiedenen Indianerstämme ihre jeweils eigene Technik, um mit der Wasserflut oder den Naturwitterungen geeignet umzu- gehen.10 Aufgrund der teils hohen Sonneneinstrahlung auf den Mais setzten beispielsweise die Pueblo Indianer zudem einen Sonnenbeobachter ein, der seine Stammesmitglieder bei extremer Sonneneinwirkung anwies, den Boden mit einem Grabstock aufzubrechen. Dieser diente ebenfalls dazu, die Maiskörner tief in der Erde zu pflanzen, sodass sie vor Vögeln oder Nagetieren geschützt waren.11

Während die Indianer Nordamerikas dank ihrer Ernteerträge den Mais in Mehl, Ku- chen und weitere Gerichte weiterverarbeiteten, taten sich die im Jahr 1620 auf der Mayflo- wer angereisten Pilgrims aus England mit dem Anbau von Gemüse und Getreide schwer. Der in Neuengland angesiedelte Indianer Squanto, als einer der wenigen englischsprechen- den Eingeborenen, gab sein Wissen über den Maisanbau an die Pilgrims in Plymouth weiter. Diese lernten mit Hilfe des Indianers die Techniken des Pflanzens, Düngens und Aufziehens von Mais und weiteren Gemüsesorten. Ohne diese Einführung in die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens hätten die Pilgrims vermutlich weiterhin gehungert und nicht über- lebt.12 Bereits nach dem harten Winter 1620 konnten die Pilgrims erhebliche Erfolge vor- weisen, indem sie ihre ersten Ernteerträge einfuhren. Zu Ehren Gottes und aus Dankbarkeit für die Belohnung der Siedler durch Nahrung, zelebrierten sie ihr erstes „Thanksgiving“, zu dem sie auch ihre indianischen Nachbarn einluden. Das dreitägige Fest, das einem großen Barbecue im Freien glich, bot eine Vielfalt an Speisen wie Cornbread, Gans, Gemüse, Fisch und vieles mehr, die sowohl die Pilgrims als auch die Indianer zubereitetet hatten. Bereits im zweiten Jahr der Ernte war es für die Siedler aufgrund der Einweisung der Indianer in das Ökosystem möglich, einen fünfmal so hohen Ertrag an Mais und Gemüse zu verweisen, als sie ihn in ihrem Mutterland England verzeichneten.13

3.2. Three Sisters

Das Spektrum der indianischen Nutzpflanzen schließt neben Maize auch Bohnen und Kürbis mit ein, die in ihrer Gesamtheit wichtige Nährstoffe für ein gesundes Leben lieferten. Das Anpflanzen der drei Gemüsesorten Three Sisters, wie in Abbildung 3 zu sehen, geht ur- sprünglich auf einen Mythos der Irokesen zurück. Zur präkolumbianischen Zeit wurde unter den Indianerstämmen der Glaube vertreten, die „Drei Schwestern“ würden drei unzertrennbaren Göttinnen darstellen. Da jeder der drei Schwestern die jeweils andere Nutzpflanze beschützte, legten die Indianer konsequenterweise ihre Felder so an, dass sie räumlich eng beieinander lagen und sich gegenseitig unterstützten. In dem Mythos der Indi- aner liegt zudem eine tiefgründige Wahrheit: die drei Schwestern formen nicht nur eine Einheit von Göttern, sondern symbolisieren darüber hinaus auch eine symbiotische biologische Einheit. Wäh- Abb. 3: Three Sisters, Quelle: web1 rend das Bohnengemüse, dessen Stangen sich am Maisstängel emporranken, Nitrogen aus der Luft mittels eigener Bakterien verwertet, sodass auch andere Pflanzen dieses aufnehmen können, profitieren in diesem Prozess auch Mais- und Kürbisgemüse. Diese nehmen nämlich das verwertbare Nitrogen als Dünger anschlie- ßend aus der Erde auf. Die hierfür nötigen Bakterien der Bohnen wurden durch den Syner- gieeffekt mit dem Mais meist noch kräftiger, da die aus den Wurzeln des Mais abgesonderte Süße in die Erde wie ein Katalysator für die Bakterien wirkt und die Produktion zusätzlich verstärkt.14 Indem die Indianer das Bohnengemüse unterhalb des Mais anpflanzten, diente der Maisstängel, wie bereits erwähnt, als eine Art natürliche Leiter, an der die späteren Boh- nenranken hoch wuchsen. Diese wiederrum unterstützten die Stabilität der Maispflanze. Auch der Kürbis trug seinen Teil zu der erfolgreichen indianischen Wachstumstechnik bei, denn die Reben und Blätter fungierten als Mulch, hielten Unkraut fern und sammelten Feuchtigkeit.15

3.3. Sonnenblume und Sumpfgras

Zu einer der ersten eingeführten Nutzpflanzen innerhalb der Indianerstämme Nordamerikas reiht sich auch die Sonnenblume ein. Ihre öligen und eiweißreichen Kerne, die denen des Sumpfgrases ähneln, waren ausschlaggebend dafür, dass die beiden Pflanzen zusätzlich zu den bereits vorgestellten Three Sisters und dem Mais angepflanzt wurden. Während das Sumpfgras im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten ist, werden die Kerne der Sonnen- blume aufgrund ihrer Reichhaltigkeit an Ölen und Fetten bis heute verzehrt. In ihrer zeitli- chen Einführung liegen die beiden Pflanzen eng beieinander: die ersten Sonnenblumen konnten vor ca. 4.500 Jahren auf den Feldern Nordamerikas gefunden werden; bereits 100 Jahre später begannen die Indianer mit dem Anbau und Verzehr von Sumpfgras.16 Das Innere der Sonnenblume konnte auf vielfältige Weise zubereitet werden, indem die Eingeborenen beispielsweise den Kopf der Pflanze trockneten, später die Kerne daraus entfernten und diese schließlich roh aßen. Auch die Wei- terverarbeitung in Öl oder Butter war gebräuchlich. Durch das Aufbrühen der Kerne konnten die Indianer zudem ein Kaffeeähnliches Getränk herstellen. Das zwei bis drei Fuß hohe Sumpfgras (Iva annua) zählt neben der Sonnenblume zu den Urnutzpflanzen, die Indianer über eine lange Periode hinweg anpflanzten, bevor sie all- mählich wieder den Status der Wildpflanze annahm. Das Gras (siehe Abb. 4) zählt zur gleichen Familie wie Son- nenblume, beifußblättrige Ambrosie und Gänseblüm- chen und birgt in ihrem Inneren Kerne, die mit ihrem

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Iva annua Quelle: web2

nussähnlichen Geschmack zum Verzehr geeignet sind. Nachdem die Eingeborenen das Sumpfgras ca. 3500 vor Christus zusammen mit seinen Kernen sammelten und verzehrten, wurde es schon 1500 Jah- re später eigens von den Indianern angepflanzt und geerntet. Nach 1500 n.Ch. ging der An- bau der Pflanze allerdings zurück und das Interesse der Eingeborenen richtete sich nun mehr auf die aus Mexiko stammenden neuen Gemüse-und Getreidesorten Maize, Bohnen und Kürbis.17

Folglich entwickelte sich das anfängliche Sammeln von Sonnenblumen- und Sumpf- graskernen im Laufe der Jahre weiter und die Eingeborenen als frühe Landwirte begannen in Illinois und Tennessee damit, die Kerne auf fruchtbaren Erdboden zu säen. Durch die Be- wässerung der Felder griffen sie in das vorhandene Ökosystem ein und betrieben unter menschlicher Aufsicht die Landschaft Nordamerikas landwirtschaftlich zu nutzen. Während Sumpfgras in den Flusstälern des Mittleren Westen der USA wuchs, gelang es mit Hilfe der Indianer über ihr Ursprungsgebiet hinaus als Adventivpflanze auch an ruderale Standorte Amerikas. Die Sonnenblume hingegen war im Südwesten Nordamerikas angesiedelt und

[...]


1 vgl. PEQUOT MUSEUM: Hunting tools and techniques.

2 vgl. SCHUTKOWSKI ( 2006: S. 51)

3 vgl. GOERKE (2007: S. 4)

4 vgl. FILM “Der mit dem Wolf tanzt”, 1990

5 vgl. MANN (2005: S. 360)

6 vgl. JOHANSEN/PRITZKER (2008: S. 318)

7 vgl. BERZOK ( 2005 : S. 50f)

8 vgl. ARBER ( 2010: S. 32)

9 vgl. WASHINGTON et al. (2006 : S. 18)

10 vgl. GOODCHILD (1999: S. 9 )

11 vgl. GOODCHILD (1999: S. 10 )

12 vgl. BURNS (2005: S. 7)

13 vgl. WOHLFORTH (2004: S. 53f)

14 vgl. KOWTKO (2006: S. 54f)

15 vgl. GAYLIE (2009: S. 134)

16 vgl. MCMANAMON et al. ( 2009: S. 38)

17 vgl. KIPLE (2007: S. 123f)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Indianer als Jäger und Sammler. Nur ein Stereotyp?
Hochschule
Universität Passau
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V306347
ISBN (eBook)
9783668048669
ISBN (Buch)
9783668048676
Dateigröße
1095 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Indianer, Jäger und Sammler, Stereotypes Indianerbild
Arbeit zitieren
Christina Drechsel (Autor), 2012, Die Indianer als Jäger und Sammler. Nur ein Stereotyp?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306347

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