Ursachen der Wirtschaftskrise 1929


Projektarbeit, 2014
6 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

1. Ursachen der Weltwirtschaftskrise 1929

1.1 Ursachen der Krise von 1929 in den USA

1.1.1 Situation nach dem 1. Weltkrieg 1914- 1918

Von 1922 bis 1929 sprach man in den USA von den „Roaring Twenties“ - einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs. Bevor es jedoch soweit kam, mussten anfangs einige kritische Wirtschfaftsphasen überstanden werden. Ausgelöst durch eine Zinserhöhung der FED wurden Investitionen verteuert und die ohnehin schwache Wirtschaft weiter gebremst. Der Wegfall der Kriegsverschuldung war der Grund für die Erhöhung der Zinsen. Während des Krieges sollte die Zinslast möglichst gering gehalten werden. Auswirkungen dieser Erhöhung waren der Verfall des Bruttoinlandproduktes sowie eine Erhöhung der Arbeitslosenquote. Außerdem brach das Preisniveau in den USA völlig ein, weshalb die deflationäre Preisentwicklung[1] die Wirtschaft weiter stagnieren ließ.[2] Folgende Statistik verdeutlichen dies.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Historische Arbeitslosenquote in den USA in den Jahren 1919 bis 1945.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/276006/umfrage/historische-arbeitslosenquote-in-den-usa/

1.1.2 Expansion der Wirtschaft 1924- 1929

Die USA hatte keine Altlasten[4] aus dem 1. Weltkrieg zu tragen - dies erwieß sich als entscheidendener Vorteil für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gegenüber anderen Ländern wie z.B. Deutschland. Durch den wachsenden technischen Fortschritt konnte sich die amerikanische Gesellschaft rasch weiterentwickeln und die Nachfrage nach neuen Produkten stieg Marcus Schaumberger an.[5] Vor allem Automobile und elektrische Geräte waren sehr gefragt und wurden massentaugliche Waren. So konnten Familien z.B. gefahrenlose Lichtquellen und Radios nutzen.[6] Auch Unternehmen waren von der voranschreitenden Entwicklung betroffen. Die elektrischen Maschinen eröffneten völlig neue Produktionsmäßstäbe und steigerten die Produktivität, da sich die Arbeiter nicht mehr ausschließlich auf die Energie der Dampfmaschine bzw. Handarbeit verlassen mussten. All diese beschriebenen Faktoren führten zu einem Boom der Wirtschaft. Die Unternehmen produzierten bei einer konstant hohen Nachfrage nach Gütern.[7] So lag die Zahl der Inlandsaufträge für den Maschinenbau im Jahr 1927 bei 457.000 Aufträgen. Auch in 1928 konnten die Grenze von 400.000 Aufträgen wieder überschritten werden.[8] Aufgrund der guten Auftragslage stellten die Betriebe mehr Arbeitnehmer ein und zahlten bessere Löhne, was einen weiteren Kaufkraftanstieg bewirkte. So stieg die Lohnquote in den USA von 55% auf knapp 60% innerhalb von 1924 bis 1928. Bezogen auf diesen kurzen Zeitraum bedeutet dies eine Entwicklung, welche die damals verherrschende wirtschaftliche Lage verdeutlicht.[9] Überstieg eine Investitionen die finanziellen Mittel eines Käufers, stellte dies auch kein Problem dar. Um den Absatz weiter anzutreiben, ermöglichten viele Unternehmer ihren Kunden eine Ratenzahlung. Eine Kreditaufnahme bei einer Bank stellte ebenfalls eine Alternative dar um sich liquide Mittel zu beschaffen, da die Kreditinstitute ebenfalls am Aufschwung teilnehmen wollten. Begünstigt wurde dies durch eine Senkung des Spitzensteuersatzes. Dadurch wurden zusätzliche Anreize zur Kreditaufnahme gesetzt.[10] Auch landwirtschaftliche Betriebe investierten unter anderen in hochwertige Maschinen, Traktoren und neue Düngemittel. Dies ermöglichte den Bauern eine wesentlich effizientere Produktion mit bisher unbekannten Ertragsmöglichkeiten bei der Ernte. Auch hier halfen oftmals Banken bei der Finanzierung der Geräte aus.[11] Belegt werden kann dies durch den Anstieg des Kreditvolumens und der Unternehmensinvestitionen. Im Jahr 1924 betrug die Summe aller herausgegebenen Kredite 2.941 Mrd. Reichsmark. 1929 erreichte das Kreditvolumen ein Niveau von 10.561 Mrd. Reichsmark. Parallel dazu stieg die jährliche Anzahl der Untermehnensinvestitionen von 1924 bis 1928 durchschnittlich um rund 38,5%. Der Anteil der Bankdarlehen an Unternehmensinvestitionen betrug 1929 95,1%. Somit wurde fast jede Investition durch einen Kredit finanziert.[12]

1.1.3 Steigerung der Aktienkurse 1924- 1929

Die boomende Wirtschaft war ein Grund, warum viele Menschen plötzlich auf die Börse aufmerksam wurden. Unternehmen erhielten ein positives Rating und die zukünfige Marcus Schaumberger Gewinnsituation schien zudem ebenfalls aussichtsreich.[13] Mögliche Anleger begannen sich für diese Wertpapiere zu interessieren und die Nachfrage stieg langsam an. Da auch die Kursentwicklung von Aktien nachfragebedingt sind, erfuhren die Unternehmensanteile somit einen Wertanstieg, welcher noch mehr potentielle Käufer aufmerksam machte. Aus diesem Grund fand eine vermehrte Investition des Geldes in Aktien statt. Jeder wollte seinen Wohlstand erhöhen.

Die Anleger gingen davon aus, dass die Kurse weiter steigen würden. Von den Gewinnen sollten laufenden Kredite zurückgezahlt werden. Anfangs funktionierte diese riskante Strategie auch. In Erwartung weiterer Kurssteigerungen verkauften die meisten Investoren die Aktien nicht. Eine weitere riskante Investition war der Aktienkauf per Kreditfinanzierung.[14] Besonders attraktiv war dies nachdem die FED den Leitzins senkte. Dadurch stieg die Kreditnachfrage und die Nachfrage nach Sparprodukten ebbte ab. Tilgung und Zinsaufwand sollten durch die Gewinne der Aktien abgedeckt werden. Tausende Investoren handelten nach dem selbem Prinzip, da die Entwicklungen in den Folgejahren immer positiv war.[15]

1.1.4 Der Wirtschaftsabschwung und die Konsequenzen ab 1929

Das Ende der rasanten Kursentwicklung am 24.10.1929 ließ die Anlagestrategie vieler Investoren zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Aufgrund der fallenden Kurse bekamen viele Anleger Panik und verkauften ihre Wertpapiere noch am selben Tag. Dies bewirkte einen weiteren Kursabfall. Anschließend fielen die Kurse drei weitere Wochen bis es zu einer Stagnation der Preise kam. Während dieser Zeit reagierten die kreditgebenden Banken und verlangten zusätzliche Sicherheiten zur Deckung der Kredite. Viele Anleger konnten diese aber nicht bereitstellen und waren nicht einmal in der Lage die Kreditraten bezahlen.[16] Trotzdem schien die Krise überwunden und Investoren kauften neue Wertpapaiere, da sie davon ausgingen, dass die Preise wieder steigen müssten. Jedoch gab es einen erneuten Kursabfall, welcher einen weiteren Geldverlust der Anleger zu verzeichnete. Dadurch sank die Kaufkraft zahlreicher Menschen, die in den Monaten davor für eine hohe Güternachfrage am Markt sorgten. Durch den technischen Fortschritt investierten viele Landwirte in neuen technische Anlagen und Fahrzeuge. Mittelherkunft dieser Investitionen waren Bankkredite.

Den Bauern fehlten einkalkulierte Einnahmen augrund des Preisverfalls ihrer Produkte. Der landwirtschaftliche Sektor steckte in einer Absatzkrise. Um überhaupt etwas zu verkaufen, musste die Ware zu Billigpreisen verkauft werden. Der Preis für Weizen je Scheffel fiel von 1,50 USD im Juni 1929 auf 0,77 USD im Dezember 1930 - ein Preisabfall von über 50%.

[...]


1 Deflationäre Preisentwicklung: Darunter versteht man das ständige Fallen der Preise. In Erwartung ständig sinkender Kosten entsteht eine Investitionszurückhaltung, welchen einen Einruch der Wirtschaft verursacht.

2 Vgl: Pressler, 2013, S. 15

3 Vgl: Lebergott, 1964

4 Altlasten können auch Reparationen genannt werden. Darunter versteht man Wiedergutmachungen für Kriegsschäden. Deutschland war aufgrund des Versailler Vertrages verpflichtet diese an beteiligte Länder zu zahlen im Gegensatz zu den USA Vgl: Grömling, 2009, S. 14

5 Erklärung durch Solow-Modell: Eine Wirtschaft wächst und produziert solange bis sie sich im Gleichgewicht befindet. Anschließend kann nur technischer Fortschritt die Produktion weiter voranbringen. Vgl: Dr. Andreas Schäfer

6 Vgl. Aubin, 1976, S. 689

7 Vgl: Pressler, 2013, S.17 f.

8 Vgl: Grömling, S. 8, Tabelle 1

9 Lohnquote: Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen in Prozent Vgl: Grömling, 2009, S. 45, Abb. 12

10 Vgl: Pressler, 2013, S.20 f.

11 Vgl: Pressler, 2013, S. 23

12 Vgl: Grömling, 2009, S.18, Tabelle 3

13 Rating: Ist die Bewertung eines Unternehmens bezüglich seiner zukünftigen Fähigkeit, Zinszahlungen und Tilgungen rechtzeitig zurückzuzahlen. Grundlage der Bewertung sind unter anderem Unternehmenskennzahlen wie die Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrendite, Betriebsergebnisse und zukünftige Gewinnaussichten.

14 Vgl: Pressler, 2013, S. 50

15 Vgl: Pressler, 2013, S. 57 Vgl: Grömling, 2009, S. 10

16 Vgl: Pressler, 2013, S. 50 f.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Ursachen der Wirtschaftskrise 1929
Hochschule
Hochschule Coburg (FH)
Veranstaltung
Coburger Weg - interdisziplinäres Projekt
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
6
Katalognummer
V306350
ISBN (eBook)
9783668043572
Dateigröße
1124 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltwirtschaftskrise, Wirtschaftskrise, Börsenkrach, Börsencrash
Arbeit zitieren
Marcus Schaumberger (Autor), 2014, Ursachen der Wirtschaftskrise 1929, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306350

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