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Wer wählt wen warum? - Möglichkeiten und Grenzen strategischer Wahlkampfführung am Beispiel der SPD bei der Bundestagswahl 2002

Title: Wer wählt wen warum? - Möglichkeiten und Grenzen strategischer Wahlkampfführung am Beispiel der SPD bei der Bundestagswahl 2002

Bachelor Thesis , 2003 , 55 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Farrenschon (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Der Gewinn einer Bundestagswahl in Deutschland bedeutet die Erlangung von Macht auf Zeit. Diese Macht ermöglicht es den Akteuren, ihre politischen Zielvorstellungen umzusetzen und die Zukunft des Landes maßgeblich zu gestalten. Der Gewinn einer Bundestagswahl kommt jedoch nicht von ungefähr, es bedarf eines intelligenten Wahlkampfes, mit dem möglichst viele Wählerinnen und Wähler für das eigene Parteiprogramm gewonnen werden sollen. Der Wahlkampf ist in der heutigen Zeit sehr professionell geworden, man bedient sich - einem klaren Konzept folgend - in der betrieblichen Praxis der privaten Wirtschaft erfolgreich erprobter Managementpraktiken, Marketingphilosophien und Public Relations-Instrumenten, um seine Botschaften zielgruppengerecht zu kommunizieren. Ziel dieser Arbeit soll es sein, verschiedene Methoden strategischen Wahlkampfes aufzuzeigen, sie hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen ihres kalkulierbaren Erfolgswertes zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse schließlich am Beispiel der SPD bei der Bundestagswahl 2002 auf die Praxis anzuwenden. Dabei wird zunächst allgemein auf die klassischen Theorien des Wahlverhaltens eingegangen, aus deren Kenntnis heraus sich die Grundlage der Handlungsimplikationen für die Wahlkampfstrategen ableiten lässt. In einem zweiten Schritt wird - ebenfalls in allgemeiner Form - der moderne Wahlkampf beschrieben: Wer hält hinter dem Spitzenkandidaten die Fäden in der Hand, wie sehen die selbstgesteckten Ziele aus, und wie werden diese in einer medial wirksamen Inszenierung in konkrete Handlung umgesetzt. Auf der Grundlage dieser allgemeinen Erkenntnisse wird dann konkret auf das Wahlkampfverhalten der SPD im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 eingegangen. Ein Interview mit BERND SCHOPPE, dem Leiter des Planungsstabes der SPD, soll zusätzlich einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und Aufschluss über Zielvorstellungen, deren Umsetzung und mögliche Störfaktoren geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klassische Theorien des Wahlverhaltens

2.1 Soziologischer Erklärungsansatz

2.2 Individualpsychologischer Erklärungsansatz

2.3 Theorie des rationalen Wählers

2.4 Konsequenzen und Handlungsimplikationen für Wahlkampftreibende

3. Wählerverhalten und Parteiensystem

3.1 Wahlbeteiligung und Wahlenthaltung

3.2 Stammwähler, Wechselwähler, Protestwähler

3.3 Veränderungen im Parteiensystem

4. Moderne Wahlkampfdramaturgie

4.1 Planungsphase

4.2 Personalrekrutierung

4.3 Festlegung der politischen Agenda

4.4 Mobilisierung der eigenen Wählerschaft

4.5 Die heiße Phase: Mobilisierung der Unentschlossenen

5. Wahlkampf konkret - die SPD bei der Bundestagswahl 2002

5.1 Das Wahlprogramm

5.2 Die Strategie

5.3 Das Wahlkampfhandbuch

5.4 Unwägbarkeiten: Die Flutkatastrophe und der Irak-Konflikt

5.5 Bewertung des Wahlkampfes

6. Blick hinter die Kulissen: Interview mit BERND SCHOPPE

6.1 Organisation und Planung

6.2 Zielvorstellung und Durchführung

6.3 Flut und Irak

7. Zusammenfassung und Fazit – Gut geplant ist halb gewonnen?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen strategischer Wahlkampfführung am Beispiel der SPD bei der Bundestagswahl 2002. Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Wahlforschung mit der praktischen Umsetzung einer modernen Wahlkampfstrategie zu verknüpfen und zu bewerten, welchen Einfluss professionelle Wahlkampfdramaturgie auf den Wahlerfolg hat.

  • Klassische soziologische und psychologische Theorien des Wahlverhaltens.
  • Moderne Strategien wie Issue-Management und Personalisierung.
  • Die praktische Umsetzung des SPD-Wahlkampfes 2002.
  • Der Einfluss von unvorhersehbaren Ereignissen (Flutkatastrophe, Irak-Konflikt).
  • Die Analyse der professionellen Wahlkampforganisation und -führung.

Auszug aus dem Buch

4.2 Personalrekrutierung

Ein wesentlicher Garant für den Erfolg einer Wahlkampfkampagne ist die richtige Mischung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wichtig sind hier nicht nur die Spitzenkandidaten, die im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stehen, sondern vor allem auch die unsichtbaren Menschen im Hintergrund, die die Spitzenkandidaten möglichst professionell lancieren müssen. Aus diesem Grund ist es für die verantwortlichen Wahlkampfmanager unerlässlich, großen Wert auf eine erfolgversprechende Personalrekrutierung zu legen. Sicherlich sind aufwändige Auswahlverfahren mit hohem zeitlichen, finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden, unfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können aber einen noch so professionellen Wahlkampf zerstören und auf diese Weise einen erheblich höheren Ressourceneinsatz beim Neuanfang erforderlich machen. Parteien tun sich traditionell schwer mit der Rekrutierung geeigneten Personals, da sie nicht unbedingt als attraktiver Arbeitgeber gelten und sich qualifizierte Hochschulabsolventen eher anderweitig orientieren. Politische Personalrekrutierung muss daher aktiv geschehen, man darf nicht den Fehler machen und darauf warten, dass sich die richtigen Leute melden.

Der erste Schritt einer aktiven Personalrekrutierung ist die Erstellung eines Anforderungsprofils. Ein Kreis von der Personalpolitik tangierter Personen muss, entsprechend der im Wahlkampfdrehbuch festgelegten Vorgaben, die Aufgaben und Ziele der einzustellenden Personen festlegen und sich darüber klar werden, mit welchen Qualifikationen und Charaktereigenschaften diese am besten umzusetzen sind. Die so erstellte Zielgruppe an Kandidaten muss dann mittels Zeitungsanzeigen, Internetjobbörsen und Hochschulmessen angesprochen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz professioneller Wahlkampfführung für den Wahlerfolg und definiert das Forschungsziel sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Klassische Theorien des Wahlverhaltens: Dieses Kapitel stellt die soziologischen, individualpsychologischen und rationalen Erklärungsansätze für das Wählerverhalten vor und leitet daraus Konsequenzen für Wahlkampfstrategen ab.

3. Wählerverhalten und Parteiensystem: Hier werden Aspekte der Wahlbeteiligung, die Differenzierung verschiedener Wählertypen sowie strukturelle Veränderungen im deutschen Parteiensystem analysiert.

4. Moderne Wahlkampfdramaturgie: Das Kapitel beschreibt den Prozess der strategischen Planung, die Personalrekrutierung, das Issue-Management sowie Techniken zur Mobilisierung verschiedener Wählergruppen.

5. Wahlkampf konkret - die SPD bei der Bundestagswahl 2002: Dieses Kapitel untersucht die konkrete Strategie der SPD im Jahr 2002, bewertet Wahlprogramm und Wahlkampfhandbuch und analysiert den Umgang mit unvorhersehbaren Ereignissen.

6. Blick hinter die Kulissen: Interview mit BERND SCHOPPE: Ein Experteninterview mit dem Leiter des SPD-Planungsstabes bietet interne Einblicke in die Organisation und Planung der Kampagne.

7. Zusammenfassung und Fazit – Gut geplant ist halb gewonnen?: Das Fazit zieht eine Bilanz über den Einfluss von Wahlkampfstrategien und hinterfragt die Möglichkeiten und Grenzen politischer Kampagnen.

Schlüsselwörter

Wahlkampf, Strategische Wahlkampfführung, SPD, Bundestagswahl 2002, Wählerverhalten, Wahlforschung, Issue-Management, Politische Kommunikation, Personalisierung, Wahlkampfhandbuch, Kampa, Nichtwähler, Stammwähler, Wechselwähler, Politische Inszenierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Arbeit analysiert, wie professionelle Wahlkampfstrategien entwickelt und angewandt werden, um Wählerstimmen zu maximieren, und setzt dies kritisch in Bezug zur Bundestagswahl 2002 der SPD.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind klassische Wahlverhaltensmodelle, die Instrumente moderner Wahlkampfdramaturgie (wie z.B. Agenda-Setting und Personalisierung) sowie die spezifische Wahlkampfstrategie der SPD im Jahr 2002.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie strategische Methoden der Wahlkampfführung funktionieren, welche Möglichkeiten und Grenzen sie besitzen und welchen Anteil sie am knappen Wahlsieg der SPD 2002 hatten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung von Wahlverhaltensmodellen sowie einer Fallstudie zum Wahlkampf 2002, ergänzt durch ein exklusives Experteninterview mit Bernd Schoppe, dem Leiter des Planungsstabes der SPD.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Grundlagen, die Beschreibung moderner Wahlkampfmethoden (Planung, Personal, Themenmanagement) und die konkrete Anwendung dieser Erkenntnisse auf den SPD-Wahlkampf 2002 inklusive einer kritischen Reflexion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Wahlkampf, Strategie, SPD, Wählerverhalten, Issue-Management, Politische Kommunikation, Kampa und Politische Inszenierung.

Welche Rolle spielte das Experteninterview für die Arbeit?

Das Interview mit Bernd Schoppe ermöglicht einen Blick "hinter die Kulissen" und erlaubt den Abgleich zwischen theoretisch angenommenen Strategien und der internen Einschätzung durch einen der verantwortlichen Wahlkampfmanager.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der "unvorhersehbaren Ereignisse"?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Flutkatastrophe und der Irak-Konflikt zwar den Wahlverlauf maßgeblich beeinflussten, der Wahlsieg der SPD jedoch nicht allein als Glückstreffer zu werten ist, sondern auch auf einer schnellen, professionellen Reaktion des Spitzenkandidaten basierte.

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Details

Title
Wer wählt wen warum? - Möglichkeiten und Grenzen strategischer Wahlkampfführung am Beispiel der SPD bei der Bundestagswahl 2002
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Politikwissenschaft II)
Course
Wahlverfahren und Wahlverhalten
Grade
1,3
Author
Patrick Farrenschon (Author)
Publication Year
2003
Pages
55
Catalog Number
V30643
ISBN (eBook)
9783638318556
Language
German
Tags
Möglichkeiten Grenzen Wahlkampfführung Beispiel Bundestagswahl Wahlverfahren Wahlverhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Farrenschon (Author), 2003, Wer wählt wen warum? - Möglichkeiten und Grenzen strategischer Wahlkampfführung am Beispiel der SPD bei der Bundestagswahl 2002, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30643
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