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Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren. Eine pädagogische Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlichen Forderung

Titel: Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren. Eine pädagogische Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlichen Forderung

Examensarbeit , 2015 , 79 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Annika Pogner (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren. In Frankreich und diversen anderen Ländern ist die frühzeitige Betreuung von Kindern unter drei Jahren außerhalb des familiären Umfeldes seit Jahren üblich, in Deutschland scheinen stetig steigende Fremdbetreuungsquoten sich einem ähnlichen Trend anzuschließen. Das Thema der Fremdbetreuung in der frühen Kindheit ist hierzulande jedoch mit emotionaler Ambivalenz verbunden und in der Gesellschaft daher oft umstritten und debattiert.

Der Untertitel dieser Arbeit „Eine pädagogische Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlichen Forderung“ zeigt die Ausrichtung des Themas der Fremdbetreuung auf die bestehende gesellschaftliche Debatte zwischen der Forderung nach Emanzipation durch einen frühen Berufswiedereinstieg der Frau und Kritikern, die dadurch das Kindeswohl gefährdet sehen. Es soll in der vorliegenden Arbeit vor allem die Kontroverse zwischen der zunehmenden Forderung eines frühen Berufswiedereinstiegs der Mutter und dem Wohl des Kindes aus pädagogischer Perspektive behandelt werden. Ein früher Berufswiedereinstieg der Mutter führt fast immer zwangsläufig zu einer frühen Fremdbetreuung.

Es sollen Entscheidungskriterien aufgezeigt werden, die ausschlaggebend für die Entscheidung zwischen Berufstätigkeit und heimischer Kinderbetreuung sein können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Themenfokussierung

1.2 Fremdbetreuung im frühen Kindesalter – Eine Debatte zwischen Emanzipation und Kindeswohl

2. Gesellschaftspolitische Einflussfaktoren mit Auswirkungen auf die Fremdbetreuungsquote

2.1 Gesellschaftliche Gründe für den Anstieg der Fremdbetreuungsquote der unter dreijährigen Kinder

2.1.1 Die Karriere der Frau

2.1.2 Der volkswirtschaftliche Nutzen

2.1.3 Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz und Erweiterung des Betreuungsangebotes

2.2 Faktoren zur Stärkung der innerfamiliären Kindesbetreuung im frühen Kindesalter

2.2.1 Der Mutterschutz

2.2.2 Elterngeld

2.2.3 Betreuungsgeld als Anreiz zur familiären Betreuung

3. Zwischen Bindung und Trennung

3.1 Bindung

3.1.1 Die Entstehung von Bindung

3.1.2 Bindung und Bindungsverhalten

3.1.3 Zwischen Bindung und Exploration - Die Mutter als sichere Basis

3.1.4 Bindungsmuster

3.1.5 Die pädagogische Beziehung

3.2 Trennung

3.2.1 Die fremde Situation

3.2.2 Das Leid der Trennung

3.2.3 Die Bedeutung der Eingewöhnungsphase

4. Negative Folgen einer Trennung von Mutter und Kind

4.1 Physiologische Begleiterscheinungen

4.2 Beeinträchtigung der sozio-emotionalen Entwicklung

4.2.1 Ergebnisse durch John Bowlbys Forschungen

4.2.2 Erkenntnisse der Bielefelder und Regensburger Längsschnittstudien

4.2.3 Amerikanische Forschungsergebnisse der “Study of Early Child Care” des “National Institutes of Child Health and Human Development (NICHD)”

4.3 Gesteigertes Aggressionspotential

5. Einfluss der Fremdbetreuung auf die Kindesentwicklung

5.1 Erziehungsorte und Motive der Erziehung

5.1.1 Der Erziehungsbegriff

5.1.2 Erziehungsmotive in der Weimarer Republik und die Pädagogisierung der Kindheit

5.1.3 Familiäre und institutionelle Einflüsse auf die Erziehung

5.2 Die Kindertagesstätte als Bildungsort

5.2.1 Der Bildungsbegriff in Abgrenzung zum Erziehungsbegriff

5.2.2 Frühkindliche Bildung

5.2.3 Gestaltung von Bildungsangeboten

5.2.4 Spracherwerb

5.2.5 Familiäre und institutionelle Einflüsse auf die Bildung

5.3 Soziale Entwicklung

6. Qualitätsmerkmale institutioneller Fremdbetreuung im Vergleich zur mütterlichen Selbstbetreuung

6.1 Der Betreuungsschlüssel

6.2 Gruppengröße und Gruppenkonstellation

6.3 Qualifikation des Betreuungspersonals

6.4 Personalfluktuation

6.5 Beschaffenheit der physischen Umgebung

6.6 Schlussfolgerungen bezüglich der Betreuungsqualität

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische und gesellschaftspolitische Kontroverse um die Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren. Ziel ist es, die Auswirkungen einer frühen institutionellen Betreuung auf das Kindeswohl sowie die Entscheidungskriterien zwischen häuslicher und außerfamiliärer Betreuung wissenschaftlich zu analysieren.

  • Gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Fremdbetreuungsquote
  • Die Bedeutung der Bindungstheorie nach John Bowlby für die frühkindliche Entwicklung
  • Mögliche negative Auswirkungen einer frühen Trennung von der Mutter
  • Einfluss der Fremdbetreuung auf Erziehung, Bildung und soziale Entwicklung
  • Qualitätskriterien institutioneller Betreuung im Vergleich zur mütterlichen Selbstbetreuung

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Bindung und Bindungsverhalten

„Bindung (attachment) ist die besondere Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern oder Personen, die es ständig betreuen. Sie ist emotional verankert und verbindet das Individuum mit anderen, besonderen Personen über Raum und Zeit hinweg.“ (Grossmann / Grossmann 2012, S.31. zit. n. Ainsworth 1973, S.1.)

Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet Bindung „die enge soziale Beziehung zu bestimmten Personen, die Schutz oder Unterstützung bieten können.“ (Jungmann 2009, S.15) Bindung ist nicht das gleiche wie Bindungsverhalten. Die Bindung wird als beständige, kontinuierliche innere Basis beschrieben, durch die immer wieder die Nähe zum Bindungsobjekt aufgesucht wird. Das Bindungsverhalten kann dagegen situationsbedingt variieren und wird nur bei dem Wunsch nach Nähe oder in Belastungssituationen gezeigt. In bedrohlich wahrgenommenen Situationen ist es aktiviert und ausgeprägter vorhanden. Zur Exploration der Umwelt bedarf es einer stabilen Bindung, jedoch auch gleichzeitig eines zu dem Zeitpunkt inaktiven Bindungsverhaltens. Das Bindungsverhalten nimmt mit der Dauer der Abwesenheit der Mutter ab, wird jedoch bei deren Rückkehr in vollem Umfang reaktiviert (vgl. Grossmann / Grossmann 2012, S.72 ff.).

Das Bindungsverhalten eines Kindes wird nach Bowlby durch das „Nähe-Halten“ und den Kontakt zur Mutterperson ausgedrückt und ist auf ein bestimmtes Individuum oder einige ausgewählte Individuen mit festgelegter Rangfolge gerichtet. Die Bindung hält über eine längere Zeitspanne an und wird durch emotionale Anteilnahme, die Gefühle im Zusammenhang mit der Bindung beschreibt, charakterisiert. Die individuelle Entwicklung sorgt dafür, dass ein Säugling sich in den ersten neun Monaten an eine Hauptbezugsperson, mit der er viel Kontakt hatte, bindet. Das Bindungsverhalten bleibt bis zum Ende des dritten Lebensjahres aktivierbar, nimmt danach allerdings allmählich ab. Das Vertraute wird vom Fremden zu unterscheiden gelernt. Als Säugling wird Bindungsverhalten durch einfach strukturierte Antwortmuster vermittelt, deren Struktur ab dem zweiten Lebensjahr jedoch komplexer wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesellschaftliche Debatte zwischen der Forderung nach früher Fremdbetreuung und den potenziellen Risiken für das Kindeswohl ein.

2. Gesellschaftspolitische Einflussfaktoren mit Auswirkungen auf die Fremdbetreuungsquote: Es werden die Faktoren untersucht, die den Anstieg der Betreuungsquoten in Deutschland vorantreiben, sowie staatliche Maßnahmen zur Förderung der familiären Betreuung.

3. Zwischen Bindung und Trennung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Bindungstheorie und die Bedeutung einer sicheren Bindung für die Entwicklung sowie die Herausforderungen der Trennungssituation.

4. Negative Folgen einer Trennung von Mutter und Kind: Hier werden physiologische und sozio-emotionale Auswirkungen von Trennungserfahrungen anhand von Studien diskutiert.

5. Einfluss der Fremdbetreuung auf die Kindesentwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet das Potenzial der Kindertagesstätte als Bildungsort in Abgrenzung zum Erziehungsauftrag der Familie.

6. Qualitätsmerkmale institutioneller Fremdbetreuung im Vergleich zur mütterlichen Selbstbetreuung: Es folgt ein Vergleich der Betreuungsqualität anhand von Faktoren wie Personalschlüssel, Gruppengröße und Qualifikation des Personals.

7. Fazit: Das Fazit fasst die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen, kindzentrierten Entscheidung.

Schlüsselwörter

Fremdbetreuung, Bindungstheorie, Kindeswohl, Bindungsmuster, Kindertagesstätte, frühkindliche Entwicklung, Betreuungsschlüssel, Trennung, Soziale Entwicklung, Berufswiedereinstieg, Elterngeld, Betreuungsgeld, Qualitätssicherung, Erziehung, Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die pädagogische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Forderung nach einer Fremdbetreuung für Kinder unter drei Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Bindungstheorie, die Auswirkungen frühkindlicher Trennung von der Bezugsperson sowie die Qualität von institutioneller Betreuung im Vergleich zur häuslichen Erziehung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, ob eine Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren aus wissenschaftlicher Sicht schädlich ist oder ob sie dem Kind neben der Mutter auch positive Entwicklungsimpulse bieten kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse aktueller Literatur, Bindungsstudien (u.a. von John Bowlby und NICHD), sowie auf ein Experteninterview mit einer Leiterin einer Kindertageseinrichtung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der gesellschaftlichen Einflussfaktoren, eine theoretische Grundlegung der Bindungsforschung, eine Untersuchung negativer Trennungsfolgen sowie eine Diskussion über die Qualität und Bildungsaspekte der Fremdbetreuung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bindungstheorie, Kindeswohl, Fremdbetreuungsquote, frühkindliche Bildung und Qualität der Betreuung charakterisiert.

Warum wird das Berliner Modell im Kontext der Eingewöhnung erwähnt?

Das Berliner Modell wird als pädagogisches Konzept angeführt, das auf der Bindungstheorie basiert und durch eine schrittweise, individuelle Eingewöhnung die Verunsicherung des Kindes minimieren soll.

Welche Rolle spielt die Qualität der Betreuungseinrichtung laut der Autorin?

Die Qualität ist entscheidend: Während eine qualitativ hochwertige Betreuung die Entwicklung fördern kann, birgt eine minderwertige Einrichtung ohne feste Bezugspersonen Risiken für die kindliche Bindungsentwicklung.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren. Eine pädagogische Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlichen Forderung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der ersten Staatsprüfung
Note
1,0
Autor
Annika Pogner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
79
Katalognummer
V306567
ISBN (eBook)
9783668049772
ISBN (Buch)
9783668049789
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fremdbetreuung Pädagogik frühe Kindheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Pogner (Autor:in), 2015, Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren. Eine pädagogische Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlichen Forderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306567
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Leseprobe aus  79  Seiten
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