Ein wichtiger Punkt, der bei Migrationskindern beachtet werden muss, ist die verschiedene Kultur, die innerhalb des schulischen und des heimischen Umfeldes vorherrscht. Kinder türkischer Eltern verlaufen eine andere Sozialisation als ihr deutsches Pendant.
Viele Eltern sind aus verschiedensten Motivationen heraus nach Deutschland gekommen, vor allem aber, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Dies führt allerdings nicht zwangsläufig zur Anpassung an die traditionelle deutsche Kultur. Häufig leben die Einwanderer in ihrer Häuslichkeit die eigene Kultur weiter, wodurch die Kinder vor ein großes Problem gestellt werden, sie leben in zwei verschiedenen Welten, morgens in Deutschland, abends in der Türkei.
Das Aufziehen der Kinder erfolgt in völlig anderer Weise als bei uns in Deutschland. Vorrangig bis zum sechsten Lebensjahr sind sie ausschließlich dem Umfeld der Mutter zugeordnet und genießen hohe gefühlsmäßige Aufmerksamkeit. Unterschiede findet man auch hier bei dem Aufwachsen von Kindern aus städtischer bzw. dörflicher Gegend. Ab dem sechsten Lebensalter beginnt die eigentliche geschlechtsspezifische Erziehung der Kinder, bei der die Jungen dem Vater zugeordnet werden und die Mädchen bei der Mutter verbleiben. Auch die Ausbildung nach islamischen Verhaltensregeln ist ein Pflichtprogramm bei der Erziehung der Kinder.
Behr schreibt in ihrem Aufsatz, dass türkische Kinder durchaus mehr Freiraum genießen, als deutsche Kinder, und vielmehr am Erwachsenenleben teilnehmen und somit auch eher eigenverantwortlich Tätigkeiten ausüben dürfen. Diese unterschiedlichen Erziehungsausrichtungen und Wertevorstellung können nach einer Einwanderung nach Deutschland zu inneren Konflikten bei den Kindern und Jugendlichen führen, bis dahin, dass sowohl das Wertesystem der türkischen, aber auch das der deutschen Kultur abgelehnt werden können. Wichtig ist hier dann darauf zu achten, dass man versucht die Kinder zu unterstützen, sich in beiden Wertesystemen zurechtzufinden.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Definitionen
II.I Migrationshintergrund
II.2 Integration
II.3 Bildungsbenachteiligung / Bildungsbarrieren
III Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund
III.1 Das Problem mit der Heimatkultur
III.2 Deutsche Sprache und Spracherwerb
III.3 Bildungsbenachteiligung aufgrund sozialer Faktoren
III.3.1 Die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
III.3.2 Reproduktion sozialer Ungleichheit und schulische Integration
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob diese Benachteiligung primär durch das Schulsystem, gesellschaftliche Bedingungen oder persönliche Faktoren der Migranten selbst begründet ist.
- Kulturelle Einflüsse und Identitätskonflikte bei Migrantenkindern
- Die Rolle der deutschen Sprache als zentrale Barriere für den schulischen Erfolg
- Institutionelle Diskriminierung und Segregation im Bildungssystem
- Anwendung der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu auf soziale Ungleichheit
Auszug aus dem Buch
III.1 Das Problem mit der Heimatkultur
Ein wichtiger Punkt, der bei Migrationskindern beachtet werden muss, ist die verschiedene Kultur, die innerhalb des schulischen und des heimischen Umfeldes vorherrscht. Kinder türkischer Eltern verlaufen eine andere Sozialisation als ihr deutsches Pendant. Viele Eltern sind aus verschiedensten Motivationen heraus nach Deutschland gekommen, vor allem aber, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Dies führt allerdings nicht zwangsläufig zur Anpassung an die traditionelle deutsche Kultur. Häufig leben die Einwanderer in ihrer Häuslichkeit die eigene Kultur weiter, wodurch die Kinder vor ein großes Problem gestellt werden, sie leben in zwei verschiedenen Welten, morgens in Deutschland, abends in der Türkei.
Das Aufziehen der Kinder erfolgt in völlig anderer Weise als bei uns in Deutschland. Vorrangig bis zum sechsten Lebensjahr sind sie ausschließlich dem Umfeld der Mutter zugeordnet und genießen hohe gefühlsmäßige Aufmerksamkeit. Unterschiede findet man auch hier bei dem Aufwachsen von Kindern aus städtischer bzw. dörflicher Gegend. Ab dem sechsten Lebensalter beginnt die eigentliche geschlechtsspezifische Erziehung der Kinder, bei der die Jungen dem Vater zugeordnet werden und die Mädchen bei der Mutter verbleiben. Auch die Ausbildung nach islamischen Verhaltensregeln ist ein Pflichtprogramm bei der Erziehung der Kinder. Behr schreibt in ihrem Aufsatz, dass türkische Kinder durchaus mehr Freiraum genießen, als deutsche Kinder, und vielmehr am Erwachsenenleben teilnehmen und somit auch eher eigenverantwortlich Tätigkeiten ausüben dürfen. Diese unterschiedlichen Erziehungsausrichtungen und Wertevorstellung können nach einer Einwanderung nach Deutschland zu inneren Konflikten bei den Kindern und Jugendlichen führen, bis dahin, dass sowohl das Wertesystem der türkischen, aber auch das der deutschen Kultur abgelehnt werden können. Wichtig ist hier dann darauf zu achten, dass man versucht die Kinder zu unterstützen, sich in beiden Wertesystemen zurechtzufinden.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende globale Migrationsbewegung ein und benennt die sprachliche Kompetenz als kritische Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe.
II Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Migrationshintergrund“, „Integration“ und „Bildungsbenachteiligung“ definiert und in den pädagogischen Kontext eingeordnet.
III Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt beleuchtet die komplexen Ursachen für Leistungsunterschiede, insbesondere unter Berücksichtigung von kulturellen Werten, Spracherwerb und sozioökonomischen Faktoren.
III.1 Das Problem mit der Heimatkultur: Hier wird thematisiert, wie unterschiedliche Sozialisationserfahrungen und das Leben in zwei Wertesystemen zu inneren Konflikten bei Schülern führen können.
III.2 Deutsche Sprache und Spracherwerb: Dieses Kapitel analysiert, warum mangelnde Deutschkenntnisse und der fehlende Zugang zu einer spezifischen Fachsprache als wesentliche Hindernisse für den schulischen Erfolg fungieren.
III.3 Bildungsbenachteiligung aufgrund sozialer Faktoren: Dieser Teil untersucht die Einflüsse des sozialen Status und der familiären Bedingungen auf die Bildungschancen der Kinder.
III.3.1 Die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu: Das Kapitel erläutert Bourdieus Konzept des kulturellen, sozialen und ökonomischen Kapitals und dessen Bedeutung für die soziale Positionierung.
III.3.2 Reproduktion sozialer Ungleichheit und schulische Integration: Abschließend wird dargestellt, wie die Schule durch die Vermittlung bildungsrelevanter Kompetenzen soziale Ungleichheit reproduziert und bei Kindern aus niederen Klassen zur Selbsteliminierung führen kann.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Schulerfolg, Sprachbarrieren, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Habitus, soziale Ungleichheit, institutionelle Diskriminierung, Sozialisation, kulturelles Kapital, Spracherwerb, Bildungschancen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund innerhalb des deutschen Schulsystems.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören der Einfluss kultureller Sozialisation, die Hürden beim Spracherwerb sowie die soziologische Betrachtung von Bildungschancen durch die Theorie von Pierre Bourdieu.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu erörtern, ob die Bildungsbenachteiligung ausschließlich auf strukturelle Mängel im Schulsystem zurückzuführen ist oder ob auch persönliche und soziokulturelle Faktoren der Migrantenfamilien eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer und soziologischer Studien, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Migration und Bildungserfolg theoretisch herzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung kultureller Einflüsse, die Problematik des Spracherwerbs (insbesondere der Fachsprache) und eine theoretische Analyse der sozialen Herkunft mittels Bourdieus Kapitalbegriff.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Migration, Integration, Bildungsbenachteiligung, Sprachbarrieren, Kapitaltheorie, Habitus und institutionelle Diskriminierung.
Welche Bedeutung haben Koranschulen für das Bildungsrisiko?
Laut der Arbeit können Koranschulen zu kulturellen Konflikten und psychosomatischen Belastungen bei Schülern führen, da sie dem Kind widerstreitende Erziehungsmethoden vermitteln und den Integrationsprozess in das deutsche Schulsystem potenziell erschweren.
Wie definiert die Autorin den Begriff „Schulversagerhabitus“?
Der Schulversagerhabitus beschreibt ein Verhalten, bei dem Schüler aus bildungsfernen Verhältnissen ihren sozialen Status innerhalb des Bildungssystems akzeptieren und durch eine Haltung der Selbsteliminierung ihre eigenen Bildungschancen aktiv mindern.
- Quote paper
- Peter Dähn (Author), 2010, Die Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund. Probleme, Diskriminierung und Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306585